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Veröffentlicht am 20.10.2025

Ein modernes Märchen

Tee für die Geister
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Ich mag Tee und ich mag Geister. Und wo passen diese beiden Dinge noch gut hin? In den Herbst! In meiner Bücherei gewünscht, bekommen und natürlich gleich ausgeliehen.


In dieser sonderbaren Geschichte ...

Ich mag Tee und ich mag Geister. Und wo passen diese beiden Dinge noch gut hin? In den Herbst! In meiner Bücherei gewünscht, bekommen und natürlich gleich ausgeliehen.


In dieser sonderbaren Geschichte folgen wir zwei ungleichen Zwillingsschwestern, die nach dem Tod der Mutter gemeinsam nach Antworten suchen. Warum wurde Félicité geliebt, während Agonie nur Ablehnung erfahren hat? Warum ist die eine mit der Gabe gesegnet, Geistern ins Jenseits zu helfen, während die andere mit jedem Wort Verderben bringt? Die Reise führt sie zu verloren geglaubten und neuen Verwandten, durch verlassene Dörfer und immergrüne Oasen bis schließlich zum Geist der Mutter und allen Antworten.


Wäre das Buch ein Film, er würde wohl auf Arte laufen.
Es ist ein etwas anspruchsvoller und tiefgreifender Roman, der sich sehr viel künstlerische Freiheit nimmt. Am Anfang bin ich gar nicht klargekommen mit dem Schreibstil, aber ich habe schnell aufgehört zu versuchen, die Geschichte zu entwirren und habe mich einfach treiben lassen. Ich denke das ist die beste Art das Buch zu genießen.


Ich war überrascht wie viel Fantasy in der Geschichte steckt, aber auf eine gute Art. Jemand der Geister sehen kann, ist nicht so ungewöhnlich. Aber jemand dem Schmetterlinge aus dem Mund kommen, die alles altern lassen und dessen Spucke fleischfressende Pflanzen hervorbringt, das ist schon eher etwas aus einem Märchenbuch.


Und das ist der Roman auch. Eine Geschichte über familiäres Trauma, verpackt als modernes Märchen mit klassischen Merkmalen wie Hexen, versunkenen Dörfern, Teekannen mit Eigenleben und wundersamen Pflanzen.


Ich finde dabei ist ein ganz besonderer Roman herausgekommen. Ein Familienroman, wenn man so will. Endlich mal ohne Romantik. Echt, obwohl so viel Fantasy dabei ist. Ein Roman der sich von anderen unterscheidet und im Gedächtnis bleibt.


Durch die gedichtsähnlichen Passagen wirkte der Roman zwar unausgeglichen und das Ende hinterließ so manche Fragen bei mir, aber insgesamt war es für mich ein besonderes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Neuanfang mit Hindernissen

Spellshop
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𝐒𝐩𝐞𝐥𝐥𝐬𝐡𝐨𝐩 ist ein Roman der schon lange auf meiner Liste stand und den ich schließlich Weihnachten geschenkt bekam. Trotzdem wollte ich damit noch bis zum Herbst warten, weil das Cover einfach so gemütlich ...

𝐒𝐩𝐞𝐥𝐥𝐬𝐡𝐨𝐩 ist ein Roman der schon lange auf meiner Liste stand und den ich schließlich Weihnachten geschenkt bekam. Trotzdem wollte ich damit noch bis zum Herbst warten, weil das Cover einfach so gemütlich und warm aussah und das Genre Cozy Fantasy auch einfach in diese Jahreszeit passt. Aber ganz so herbstlich sollte es dann doch nicht werden.

Wir begleiten die Bibliothekarin Kiela, welche nach einer Revolution aus der Hauptstadt flieht. Ein paar ausgewählte Bücher und das sprechende Spinnenkraut Caz im Schlepptau, steuert sie ihre alte Heimat Caltrey an. Dort versucht sie sich im heruntergekommenen Familien-Cottage ein neues Zuhause zu schaffen. Langsam nähert sich die introvertierte Kiela den anderen Inselbewohnern an und vor allem Seepferdzüchter Larran scheint ein Auge auf sie geworfen zu haben. Doch der Insel geht es nicht gut, ohne Zauber schwinden immer mehr Ressourcen und schwere Unwetter bringen weitere Sorgen. Wie gut das Kiela auch ein paar Zauberbücher gerettet hat mit denen sie Abhilfe schaffen kann. Illegales Zaubern ist jedoch verboten und nicht jeder ist Kiela wohlgesinnt.

Leider war das nicht das heimelige Herbstbuch was ich mir gewünscht hatte. Das Setting ist mit einer Insel im Meer eher tropisch und Kiela, sowie alle anderen Figuren sind keine normalen Menschen, sondern Fantasiewesen mit blauer Haut, Geweih oder halb Pferd. Das war viel mehr Fantasy als ich es mag.

Dennoch liest sich die Geschichte gut und manche Elemente haben mir auch einfach sehr gefallen. Sei es Caz, der mich in seiner Persönlichkeit etwas an Olaf den Schneemann erinnert hat oder die geflügelten Katzen, weil was gibt es besseres?

Der titelgebende Spellshop ist im Sortiment recht reduziert und steht gar nicht so sehr im Fokus, sondern vielmehr die familiäre Beziehung die Kiela zu den Inselbewohnern aufbaut. Das war alles sehr herzerwärmend, aber mir persönlich etwas zu kitschig. Ende gut, alles gut.

Trotzdem muss ich einfach den Nachfolger lesen, weil es da um eine sehr interessante Figur geht, die hier nur angeteasert wird.

Nicht das was ich erwartet hatte, aber dennoch ein süßer Roman.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Ein Hauch von American Horror Story

Das Septemberhaus
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Kein Jahr und vor allem kein Herbst ohne Spukhaus-Roman. Ich warte ja immer noch auf ein Buch, welches mich in der Hinsicht wieder mal richtig gruseln kann.
𝐃𝐚𝐬 𝐒𝐞𝐩𝐭𝐞𝐦𝐛𝐞𝐫𝐡𝐚𝐮𝐬 konnte jedenfalls schon einmal ...

Kein Jahr und vor allem kein Herbst ohne Spukhaus-Roman. Ich warte ja immer noch auf ein Buch, welches mich in der Hinsicht wieder mal richtig gruseln kann.
𝐃𝐚𝐬 𝐒𝐞𝐩𝐭𝐞𝐦𝐛𝐞𝐫𝐡𝐚𝐮𝐬 konnte jedenfalls schon einmal mit einem außergewöhnlich schönem Cover punkten.

In dieser Geschichte ziehen das Ehepaar Hartman in eine wunderschöne viktorianische Villa. Das Haus ist die Erfüllung all ihrer Träume. Wäre da nur nicht der September. Jahr für Jahr häufen sich in diesem Monat die Spukphänomene. Blutende Wände, nächtliches Geschrei und entstellte Geister wohin man nur sieht. Insbesondere Margaret will sich aber nicht vertreiben lassen, schließlich ist es ihr Traumhaus. Sie lernt mit den Geistern umzugehen. Anders Hal, der zunehmend überfordert ist mit dem Spuk. Eines Tages ist Hal verschwunden. Und auch das wahre Grauen des Hauses will sich nicht länger unterdrücken lassen.

Das ist wirklich mal ein etwas anderer Spukhaus-Roman.
Wir haben eine Protagonistin die sich einfach nicht ins Bockshorn jagen lassen will und sogar freundschaftlich mit den Geistern umgeht. Der Ton ist mitunter humorvoll, aber es gibt auch reichlich blutige Szenen und die Geister sind ebenfalls nichts für schwache Nerven.
Die Geschichte des Hauses wird zwar beleuchtet, aber hier hätte ich mir vielleicht noch detailliertere Rückblicke gewünscht. In einigen Punkten erinnert der Roman sehr an „AHS: Murder House“.

Das Besondere hier ist, dass sich mit jedem Kapitel weiter herauskristallisiert, dass die Dinge völlig anders sind, als sie zunächst schienen. Das betrifft die Ehe der Hartmans, aber auch den Spuk selbst. So entwickelt sich die Geschichte von einem klassischen Horror-Roman zu einem Psychodrama und dann wieder zurück. Das fand ich richtig gut gemacht!
Insbesondere der Teil, wo es um psychische Gesundheit und Gewalt geht, ging mir allein aus persönlichen Gründen sehr nahe und kann einen ganz schön mitnehmen.

Den finalen Showdown fand ich etwas zu lang und das Ende ein wenig zu rosarot.
Trotzdem ein aufregender Roman für alle Geister- und Horrorliebhaber.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Der Weg einer aufstrebenden Künstlerin

Glasgow Girls
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Auch wenn ich mich sehr für Kunst interessiere, von den Glasgow Girls habe ich noch nie gehört. Dabei handelt es sich um eine aus Glasgow stammende Künstlerbewegung. So treten in diesem Roman viele reale ...

Auch wenn ich mich sehr für Kunst interessiere, von den Glasgow Girls habe ich noch nie gehört. Dabei handelt es sich um eine aus Glasgow stammende Künstlerbewegung. So treten in diesem Roman viele reale Personen auf, von denen jedoch keiner der Hauptprotagonist dieser Geschichte ist. Das ist nämlich die fiktive Olivia, ein Mädchen mit großen Träumen.

1892: Als Olivias geliebter Vater stirbt, ist das Zeichnen ihr einziger Trost. Wie gern würde sie auf die School of Arts gehen und ihre Fähigkeiten verbessern. Stattdessen winkt nur die Heirat mit ihrem Jugendfreund Ali und die Arbeit als Näherin. Doch Olivia will mehr vom Leben und fasst einen mutigen Entschluss. Als Bedienung in einem Café knüpft sie wichtige Kontakte in die Künstlerwelt und lernt interessante Menschen kennen, die sie fördern. Darunter auch den charmanten Maler Gabriel. Alles scheint perfekt, als Olivia sogar einen Platz an der Kunstschule erhält. Glück birgt aber auch seine Schattenseiten und Olivia muss lernen, dass alles seinen Preis hat.

Rückblickend muss man sagen, dass Olivia trotz einiger Stolpersteine bemerkenswert viel Glück hatte und das hat mich ein wenig gestört. Nicht dass man einer netten Romanheldin keinen Erfolg wünschen würde, aber wenn alles zu glatt läuft, ist es auch langweilig. Gar nicht langweilig war dagegen der Einblick in die Glasgower Künstlerszene. Dazu gibt es am Ende des Romans außerdem eine Liste aller vorkommenden realen Künstler.
Als großer Jugendstil-Fan hatte ich viel Freude an den buchstäblich blumigen Beschreibungen der Kunst, Architektur und Mode. Man bekommt so viele nette, kleine Details beschrieben und lernt etwas über diese Zeit dazu.
Natürlich darf auch ein wenig Romantik nicht fehlen. Nicht unbedingt mein Lieblingsthema und leider hat mich die Romanze um Olivia und Gabriel gar nicht gepackt. Da gefiel mir die Konstellation Olivia/ Ali viel besser.
Das Ende von „Glasgow Girls“ empfand ich als recht offen und ob es einen 2. Teil gibt, steht noch nicht fest. Doch ich hoffe von Herzen, dass es einen geben wird. Bis dahin gibt es von mir erst einmal 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Medizin für miese Männer

Die versteckte Apotheke
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Vielfach hier auf Bookstagram gesehen, haben mich gleich Cover und Titel angesprochen. Einen Roman über eine Apotheke habe ich zwar schon einmal gelesen, aber diese hier hat sich nicht auf Heilmittel spezialisiert, ...

Vielfach hier auf Bookstagram gesehen, haben mich gleich Cover und Titel angesprochen. Einen Roman über eine Apotheke habe ich zwar schon einmal gelesen, aber diese hier hat sich nicht auf Heilmittel spezialisiert, sondern auf die Mordwaffe der Frauen: Gift.
Außerdem geht es noch ein bisschen um‘s Mudlarking. Dabei wird an der Themse nach angespülten Schätzen aus vergangenen Zeiten gesucht und ich liebe es, mir Videos davon auf Youtube anzusehen(Tipp: Nicola White Mudlark Tidelineart).
Und damit auf in das Lesevergnügen!

Für Caroline wird die geplante Hochzeitstagsreise nach London zu einem Selbstfindungstrip, nachdem sie hinter die Affäre ihres Mannes gekommen ist. Beim Mudlarking entdeckt sie dann ein kleines Fläschchen mit Gravur. Das entfacht Carolines alte Leidenschaft für Geschichte und so beginnt sie über die Herkunft des Fläschchens zu recherchieren.
1792: Nach mehreren Schicksalsschlägen und vom Leben enttäuscht, führt Nella im geheimen eine Giftapotheke. Hier können sich betrogene und misshandelte Frauen ein passendes Elixier besorgen, um sich der verhassten Männer zu entledigen. Doch dann bringt die junge Eliza Nellas Leben durcheinander und alles droht aufzufliegen.

Grundsätzlich hat mich die Geschichte gut unterhalten. Der Einblick in die Heil- und Giftkunde einer Apotheke im späten 18. Jhd. war das Highlight für mich. Auch der leichte Hauch von Spiritualismus hat mir sehr gefallen, besonders weil dieser Teil die Geschichte um Eliza und Nella zu einem harmonischen Ende mit kleinem Fragezeichen geführt hat.
Auf Carolines Ehedrama hätte ich verzichten können, aber immerhin hat sich die Autorin hier eine nette Überleitung zum Thema Vergiften einfallen lassen und die Gegenwart ist bei solchen Romanen sowieso meist der schwächere Part.
Mehr hat mich hingegen die berühmte Romanlogik genervt. Ich weiß nicht, bei manchen Roman nervt es mich mehr als bei anderen. Angefangen bei utopisch gut erhaltenen historischen….Fundstücken, bis hin zur hirnrissigen Fahrlässigkeit der Apothekerin. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber das waren zwei Punkte die mich gestört haben.

Deswegen gibt es von mir einen Stern Abzug und somit 4 Sterne für ein sehr lesenswertes Buch.

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