Profilbild von Alrik

Alrik

Lesejury Star
online

Alrik ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alrik über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Wenn Uni-Chaos, Berge und Gott zusammenkommen

Finding North - Mein Pfad zu Dir
0

Ganz ehrlich? Dieses Buch hat mich eiskalt erwischt – so wie der erste Schneesturm in den Bergen, wenn man eigentlich nur kurz spazieren gehen wollte. "Finding North" ist kein 08/15-New-Adult, das man ...

Ganz ehrlich? Dieses Buch hat mich eiskalt erwischt – so wie der erste Schneesturm in den Bergen, wenn man eigentlich nur kurz spazieren gehen wollte. "Finding North" ist kein 08/15-New-Adult, das man in einem Rutsch inhaliert und dann wieder vergisst. Es hat was Echtes, was Erdiges, und dabei gleichzeitig dieses leichte Prickeln, das man sonst nur von Cola mit zu viel Mentos kennt.

Ella stolpert mitten rein ins Unileben – und ich hab mich fast kaputtgelacht, als sie gleich in die falsche Vorlesung rauscht. Perfekter Start, dachte ich. Und dann steht da Zacharias. Zack – Herz stolpert genauso wie ihre Schritte. Was danach passiert, ist eine Mischung aus Lachen, Herzklopfen und ganz vielen Momenten, wo ich dachte: "Mann, das kenn ich!" Besonders, wenn Ella versucht, vor ihrer Vergangenheit wegzulaufen, aber Gott sie genau dort packt, wo Heilung möglich wird. Autsch, aber auf die beste Weise.

Und dann diese Kulisse: die Berge im Süden Deutschlands. Ich schwöre, beim Lesen hab ich den Geruch von Wald und Lagerfeuer in der Nase gehabt. Plötzlich war ich wieder 14, mit meinen Jungs bei den Pfadfindern, draußen im Regen, Stockbrot im Feuer – und diese unfassbare Geborgenheit, die man nur in so einer Gemeinschaft erlebt. Das Buch hat das alles zurückgeholt.

Humor? Check. Slow Burn Romance? Doppel-Check. Und dazu diese zarten, aber kräftigen Momente mit Gott, die nicht überzuckert sind, sondern mitten ins Herz treffen. Genau das macht den Unterschied: Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern eine Erinnerung daran, dass Gott mitten im Chaos Neuanfänge möglich macht.

Fazit: Wenn du auf ehrliche Gefühle, Berge, Lacher und ein bisschen Herzchaos mit Tiefgang stehst – lies es! Für mich war es wie ein Kompass, der sagt: Hey, Norden ist da, wo Gott ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Ein märchenhaft düsteres Prequel mit Sogwirkung

Star-Crossed Hearts
0

Schon lange hatte ich ein Auge auf die englische Ausgabe geworfen, aber als ich gesehen habe, dass ArsEdition Star-Crossed Hearts ins Deutsche gebracht hat – inklusive wunderschönem Farbschnitt und toll ...

Schon lange hatte ich ein Auge auf die englische Ausgabe geworfen, aber als ich gesehen habe, dass ArsEdition Star-Crossed Hearts ins Deutsche gebracht hat – inklusive wunderschönem Farbschnitt und toll gestaltetem Cover – musste ich einfach zugreifen. Das Buch sieht im Regal nicht nur großartig aus, es fühlt sich auch wie ein richtiges Schmuckstück an.

Inhaltlich geht es um Catherine Pinkerton, ein junges Mädchen mit großen Träumen: Sie will nichts sehnlicher, als ihre eigene kleine Bäckerei zu eröffnen und die Welt mit süßen Köstlichkeiten zu verzaubern. Doch ihre Eltern haben andere Pläne und wollen sie mit dem Herzkönig verheiraten. Auf einem Ball lernt Cath den geheimnisvollen Hofnarren Jest kennen – und plötzlich stehen Herz und Pflicht in einem ganz neuen Konflikt. Mehr möchte ich gar nicht verraten, aber so viel sei gesagt: In dieser Geschichte stecken Magie, Wahnsinn und jede Menge Überraschungen.

Der Anfang war für mich ein wenig langatmig, aber sobald ich mich in die Geschichte eingelesen hatte, war ich komplett gefangen. Marissa Meyer schreibt so bildhaft, dass ich das Gefühl hatte, direkt in Wunderland zu stehen – zwischen sprechenden Tieren, verführerischen Backwaren und skurrilen Gestalten. Besonders schön fand ich auch, dass bekannte Figuren wie die Grinsekatze ihren Auftritt haben.

Am meisten begeistert hat mich, wie clever die Autorin die Villain-Story aufgebaut hat. Aus einem verträumten Mädchen wird Schritt für Schritt die Herzkönigin, die wir alle aus Alice im Wunderland kennen – und das auf eine Weise, die gleichzeitig tragisch, berührend und absolut nachvollziehbar ist.

Alles in allem ein großartiges Prequel, das mich tief in eine fantastische Welt entführt hat. Für Fans von Wonderland ein absolutes Muss – und für mich ein 4,5-Sterne-Buch, das vor allem mit seiner düsteren Magie und der wunderschönen Aufmachung überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Frostige Abenteuer, die das Herz wärmen

Fjolla, Hüterin der Schneelande
0

Schneesturm im Wohnzimmer! So fühlt es sich an, wenn man mit Fjolla durch die Seiten wirbelt. Dieses Buch hat uns reingesogen wie ein Polarwind, und meine Tochter und ich saßen nebeneinander auf dem Sofa, ...

Schneesturm im Wohnzimmer! So fühlt es sich an, wenn man mit Fjolla durch die Seiten wirbelt. Dieses Buch hat uns reingesogen wie ein Polarwind, und meine Tochter und ich saßen nebeneinander auf dem Sofa, mit Kakao und Decke, und haben uns gegenseitig laut vorgelesen. Sie lacht immer, wenn ich die Eisbären zu tief röhrend spreche – angeblich klingt das wie mein Schnarchen. Ich behaupte: künstlerische Freiheit!

Die Story ist ein Mix aus kuschligem Wohlfühl-Fantasy und echtem Nervenkitzel. Fjolla ist nicht nur ein starkes Mädchen, sondern auch herrlich wild, warmherzig und unerschrocken. Drifa, die Polarfüchsin, hat sich sofort einen Platz im Herzen meiner Tochter gesichert. Während sie jedes Mal "Awww" gerufen hat, musste ich eher bei den frostigen Stürmen und geheimnisvollen Eisschichten die Stirn runzeln – so eine Gänsehaut-Atmosphäre funktioniert eben nicht nur draußen im Winter, sondern auch drinnen beim Lesen.

Was uns richtig gefallen hat: das Teamwork zwischen Fjolla, Yuki und Aubin. Wir haben jedes Mal geraten, wer wohl den nächsten guten Einfall hat oder wer über sich hinauswächst. Mein Töchterchen war Team Yuki, ich eher Team Fjolla – logisch, Papa muss ja den Heldenbonus verteidigen.

Zwischendurch haben wir die Nase aus dem Buch gehoben und durchs Fenster geschaut, nur um festzustellen, dass unser kleiner Garten definitiv zu wenig Eismagie hat. Und keine Eisbären. Aber die Sehnsucht nach Winterabenteuer war sofort da.

Ein Buch wie gemacht für kalte Tage: spannend, magisch, voller Naturwunder und Humor. Es wärmt das Herz, auch wenn draußen der Wind pfeift. Unser Fazit: Fjolla ist nicht nur Hüterin der Schneelande, sondern jetzt auch Hüterin unserer Leseherzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Zwischen Safran, Straßenprotesten und Herzklopfen

Im Herzen der Katze
0

Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt ...

Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt an nichts Böses, und plötzlich stolpert man in eine Mischung aus Familiengeschichte, politischem Brennglas und poetischem Fiebertraum. Das liest sich wie eine Erinnerung, die man nie selbst hatte, die sich aber trotzdem in die eigene Haut brennt.

Die Autorin zieht einen zwischen Südfrankreich und Iran hin und her, und ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, mit ihr im Taxi zu hocken oder am Esstisch der Tanten zu sitzen. Diese Bilder sind so plastisch, dass du fast den Duft von Safran und gegrilltem Fleisch in der Nase hast. Und dann wieder dieser Cut – Proteste, Straßendemonstrationen, die Gewalt der Sittenpolizei. Zack, Herzklopfen, Schweißhände. Es ist diese Spannung zwischen Wärme und Bedrohung, die den Text so krass lebendig macht.

Humor blitzt immer wieder durch, manchmal still, manchmal bissig, als wollte Khayyer sagen: „Ja, das Leben ist ernst, aber wer den Witz darin nicht sieht, hat schon verloren.“ Und genau das rettet einen beim Lesen, weil die Schwere sonst wie Blei auf die Brust drückt.

Was mich echt beeindruckt hat: Sie stellt große Fragen – Zugehörigkeit, Freiheit, Mut – ohne dass man sich belehrt fühlt. Stattdessen wird man reingezogen, denkt mit, fühlt mit, stolpert mit. Am Ende sitzt man da, schließt das Buch und weiß: Dieses Herz der Katze schlägt auch in mir nach. Keine Ahnung, wie sie das macht, aber es ist verdammt große Kunst.

Fazit: Politisch, persönlich, poetisch – und trotzdem so nahbar, dass man beim Lesen eher einen Roadtrip mit einer Freundin als eine schwere Lektüre erlebt. Für mich ganz klar: fünf Sterne und ein dickes „Wow“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Wenn ein Buch swingt wie eine Jam-Session

The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz
0

Kaum schlägt man dieses Buch auf, klingt es schon, als hätte jemand den Verstärker direkt ins Hirn gestöpselt. Kein seichtes Gedudel, kein „easy listening“ für Sonntagmorgen – hier rummst es, hier zischt ...

Kaum schlägt man dieses Buch auf, klingt es schon, als hätte jemand den Verstärker direkt ins Hirn gestöpselt. Kein seichtes Gedudel, kein „easy listening“ für Sonntagmorgen – hier rummst es, hier zischt es, hier rebelliert der Jazz. Peter Kemper nimmt einen mit auf eine Tour durch hundert Jahre Musikgeschichte, die eigentlich gar nicht nur Musikgeschichte ist, sondern pure Zeitgeschichte mit Trompete, Saxophon und einem Haufen Energie. Wer dachte, Jazz sei bloß eine schräge Begleitung zum Rotwein-Schwenken, der sollte sich anschnallen.

Kemper schreibt, als säße er mitten in einer verrauchten Kellerbar, während Archie Shepp mit dem Saxophon die Wände zum Wackeln bringt. Leidenschaft tropft aus jeder Seite, man spürt förmlich, wie eng Jazz mit der Geschichte der Afroamerikaner verwoben ist – mit all ihrem Schmerz, Widerstand und der ewigen Suche nach Freiheit. Und ja, manchmal ist das Buch so intensiv, dass man es fast wie eine Jam-Session lesen muss: mal langsam, mal voller Speed, immer mit der Gefahr, den Faden zu verlieren, nur um dann an einer ganz anderen Stelle wieder mitten reinzuschlittern.

Die vielen Abbildungen und Fotos sind nicht nur Beiwerk, sondern wirken wie kleine visuelle Bassläufe, die den Text aufpeppen. Ein „Jazzbuch, wie es noch keines gab“? Könnte man sagen. Ich sage: Es ist ein Manifest, das aufzeigt, warum Jazz nie einfach nur Musik war, sondern immer auch ein Aufschrei, eine Geste, ein rebellischer Beat gegen Ungerechtigkeit.

Am Ende klappt man das Buch zu und hat das Gefühl, gerade selbst auf einer Bühne gestanden zu haben – verschwitzt, euphorisiert, mit wummerndem Herzen. Und denkt sich: Verdammt, das war keine Lektüre, das war ein Solo. Standing Ovations von meiner Seite.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere