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Veröffentlicht am 01.10.2025

Schöner Reihenabschluss - aber eine Liebesgeschichte mit Schwächen

This could be forever
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Mit This could be forever geht eine weitere Reihe von Lilly Lucas zu Ende und der Band reiht sich genau richtig an die vorherigen Teile der Reihe ein, indem er mir einfach eine kurze, nette Hörzeit bereitet ...

Mit This could be forever geht eine weitere Reihe von Lilly Lucas zu Ende und der Band reiht sich genau richtig an die vorherigen Teile der Reihe ein, indem er mir einfach eine kurze, nette Hörzeit bereitet hat.

Nachdem man in Band 2 schon einiges von Griffin mitbekommen hat, war ich gespannt auf die Geschichte von ihm und Millie, vor allem aber weil mich die Auseinandersetzung mit dem Thema Verlust/Tod und Trauer neugierig gemacht hat.
Vorab muss ich sagen, dass ich generell kein großer Fan von Second Chance Romance bin, und auch hier haben sich meine Schwierigkeiten mit dem Trope leider genau wieder bestätigt. Dadurch, dass die Liebesgeschichte auf einer Vergangenheit basiert, die man als Leser:in nicht selbst erlebt, fühlt es sich häufig mehr nach Tell, not Show an. Während Millies und Griffins Gefühle füreinander zwar glaubhaft wirken, habe ich die Anziehung zwischen den beiden und was genau sie miteinander verbindet, bis auf die Tatsache, dass sie früher zusammen waren und immernoch Gefühle füreinander haben, nicht nachvollziehen können. Die Liebesgeschichte, die ja doch den Hauptteil des Buches einnimmt, war daher zwar okay - ich mochte vor allem wie ehrlich Griffin über seine Gefühle ist und dass es keinen Third Act Breakup gibt-, hat mich aber nicht wirklich emotional berühren können. Auch hat mir ein klärendes Gespräch gefehlt - bis zum Ende wird nicht vernünftig (oder eher zu oberflächlich) über die eine große Sache, die überhaupt zwischen ihnen stand und damals zur Trennung geführt hatte, gesprochen und Millies Sinneswandel kommt so sehr plötzlich.

Vielleicht habe ich dadurch auch den Eindruck, dass Millie und Griffin als Charaktere recht blass bleiben. Die Themen Filmproduktion und Extremsport haben mir gut gefallen und es war schön, dass beide jeweils ihre Leidenschaft haben, die behandelt werden, aber darüber hinaus hat mir einfach ein wenig die einzelne Charaktertiefe gefehlt. Mir erscheint es fast, als hätte ich im vorherigen Teil durch Laurie und Tristan mehr über Griffin gelernt, als in diesem.

Womit Lilly Lucas für mich auch in diesem Buch allerdings mal wieder glänzen konnte, sind der angenehme Schreibstil, das Setting und der Charakter-Cast, die es allesamt schaffen, trotz der Schwächen eine Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen und die vielen Kleinigkeiten bedeutsam zu machen (die Begegnung im Flugzeug zum Beispiel? Sowas mag ich einfach gerne). Gerade die letzte Szene mit allen Charakteren war sehr schön - dafür sind Reihenabschlüsse doch da!
Insgesamt bleiben Lilly Lucas Bücher für mich schöne Liebesgeschichten ohne großes Drama für zwischendurch - auch wenn mich diese Reihe nicht mehr ganz so mitnehmen konnte wie meine Lieblings-Green Valley-Reihe und ich gerade wegen des Settings so meine Kritikpunkte hatte - und ich hoffe, dass mich ihre nächsten Bücher vielleicht wieder mehr begeistern können.

Die Vertonung von Chantal Busse ist angenehm zu hören und hat mir ganz gut gefallen - ihre Stimme passt einfach gut zu New Adult Geschichten.

Vielen Dank an den argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Eine Geschichte über das Finden zum Selbst und all seinen (eigenen) Farben

In all seinen Farben
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In all seinen Farben ist eine Own-Voice-Story, die von Selbstfindung, dem Weg zwischen Ablehnung und Akzeptanz und einer guten Menge Drag handelt.

In erster Linie hat mich das Buch angesprochen, da ich ...

In all seinen Farben ist eine Own-Voice-Story, die von Selbstfindung, dem Weg zwischen Ablehnung und Akzeptanz und einer guten Menge Drag handelt.

In erster Linie hat mich das Buch angesprochen, da ich gerne queere YA-Geschichten lese und mich vor allem das Thema Drag, über das ich bisher noch nicht allzu viel wusste, interessiert hat. Das Buch erzählt mit Protagonist Robin eine mutmachende Geschichte über das Finden des eigenen Weges (oder die Unsicherheit darüber, diesen noch nicht finden zu können) und das Einstehen für die eigene Identität ohne dabei seine Mitmenschen zu verletzen. Besonders der Romance-Teil der Geschichte hat mir deswegen so gut gefallen, da Robin hier primär lernt, für sich selbst und seine Grenzen einzustehen. Auch die Drag-Szene im Buch hat mir gut gefallen - da ich selbst noch nicht viel über das Thema Drag wusste, war es schön, die Community als eine sehr inklusive und einladende kennenzulernen und habe beim Lesen einiges dazugelernt. Leider kam mir die Storyline sogar etwas zu spät im Buch und ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr (und eher) Platz eingenommen hätte. Die Szenen mit den anderen Dragqueens im Club haben total Spaß gemacht zu lesen, aber ich hatte auf viel mehr solcher Szenen und einen tieferen Einblick in die Arbeit als Dragqueen gehofft.
Ebenfalls zu kurz kamen für mich die Nebencharaktere. Sie wirkten wortwörtlich wie Neben-Charaktere und bis auf ein, zwei, waren sie mir zu blass und flach. Gerade durch die im Verlauf entstehenden Konflikte habe ich mehr Potential in ihnen gesehen. Die Beziehungen waren zudem stark von Miscommunication geprägt. Wenn auch nachvollziehbar, da sich gerade im Jugendalter vieles gleich sehr dramatisch anfühlt, wurde es beim Lesen hin und wieder etwas frustrierend, sodass ich Robin manchmal gerne geschüttelt hätte.
Allgemein muss ich leider sagen, dass sich für mich die Geschichte, obwohl mir die einzelne Plotlines und Thematiken total gut gefallen haben und ich einiges für mich persönlich mitnehmen konnte, insgesamt einfach etwas gezogen hat, da mir etwas mehr Dynamik in der Erzählung gefehlt hat, und sie mich emotional nicht richtig abholen konnte.

Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 13.02.2025

"Der Faden des Schicksals; er sorgt dafür, dass Eure Seelen in jedem Leben zueinander zurückfinden"

A Song to Drown Rivers
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Ann Liang schafft es mit ihrem malerischen, fast schon lyrischen Schreibstil eine wunderschöne, tragische, wenn nötig aber auch ernüchternde Atmosphäre in ihrem Retelling der Legende von Xishi zu schaffen ...

Ann Liang schafft es mit ihrem malerischen, fast schon lyrischen Schreibstil eine wunderschöne, tragische, wenn nötig aber auch ernüchternde Atmosphäre in ihrem Retelling der Legende von Xishi zu schaffen und mich damit in ihren Bann zu ziehen. Für mich beweist sie hier ihr Schreibtalent noch einmal mehr, allerdings wurde mit Verlauf der Geschichte meiner Meinung nach das viele Potential, das in der Geschichte steckt, in Hinblick auf Plot und Charaktere leider nicht ganz ausgeschöpft.

Das größte Problem lag für mich in der Liebesgeschichte. Obwohl ich die Geschichte zwischen Fanli und Xishi durchaus als romantisch und tragisch empfunden habe, und es wirklich schöne, gefühlvolle Szene zwischen ihnen gab, funktioniert es leider einfach nicht, eine Liebesgeschichte mit einem Charakter aufzubauen, der über die Hälfte des Buches abwesend ist. Selbst die wenige Zeit, die die beiden zu Beginn der Geschichte miteinander verbringen, wurde nicht ausreichend genutzt, um die Gefühle und Verbindung so weit aufzubauen, dass die jahrelange Sehnsucht gerechtfertigt wird. Nach einer Weile hatte ich mir sogar schon fast gewünscht, dass Fuchai der (oder eher ein zusätzlicher) Love Interest wäre, da er und Xishi viel mehr Zeit miteinander verbringen und durch den Kontext eine gewisse Spannung zwischen ihnen entsteht.

Auch blieben die einzelnen Charaktere eher flach, da ihre Hintergründe zu wenig beleuchtet wurden, obwohl sie so viel Potential zu starken Persönlichkeiten hatten - vor allem darunter gelitten hat Fuchai als (potentieller) Antagonist. Häufig wurden auch Nebenplots und Nebencharaktere eingeführt, die nur für den Moment wichtig waren und dann entweder wieder vergessen wurden oder keine Konsequenzen nach sich gezogen haben. Ich hätte mir auch ein wenig mehr Inhalt bezüglich des Kriegs und der Politik, die eigentlich keine kleine Rolle im Leben der Protagonistin spielen, gewünscht. Die Geschichte nahm nach einer eher ruhigen ersten Hälfte endlich an Fahrt auf, und endet dann aber sehr abrupt genau da, wo ich mir endlich Action (nicht im blutigen Sinne, sondern einfach im Sinne von Handlung) erhofft hatte.

Als großer Fan von Ann Liang, ihres Schreibstils und ihrem Hang zu sehr gefühlvollen Liebesgeschichten bin ich in der Bewertung ein wenig zwiegespalten, da sie hier zwar ein wirklich schönes, emotionales Buch geschrieben hat, ich allerdings in vielen Punkten einfach Schwächen gesehen habe. Trotzdem habe ich abschließend "A Song to Drown Rivers" sehr gerne gelesen, kann es weiterempfehlen und freue mich wieder auf weitere Bücher der Autorin.

Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Gefühlvoll und dramatisch - wie ein Sommerregen

So leise wie ein Sommerregen
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"So leise wie ein Sommerregen" fühlte sich genau so an, wie ich es von dem Buch anhand von Klappentext und Titel erwartet hatte - gefühlvoll und dramatisch.

Der Schreibstil der Autorin ließ sich trotz ...

"So leise wie ein Sommerregen" fühlte sich genau so an, wie ich es von dem Buch anhand von Klappentext und Titel erwartet hatte - gefühlvoll und dramatisch.

Der Schreibstil der Autorin ließ sich trotz der Schwere und Dramatik des Inhalts leicht lesen und sie konnte mich mit ihrem Hang zu poetischer Bildlichkeit (allein der Vergleich von einer Liebe, die so leise wie ein Sommerregen ist) überzeugen. Teilweise bin ich auch zum Hörbuch gewechselt, bei dem mir die Sprecherin ebenfalls ganz gut gefallen hat. Hier war nur schade, dass die zwei Perspektiven nicht von verschiedenen Sprecher/innen gesprochen wurden.

Leider konnte mich die Geschichte jedoch im Gesamten nicht ganz abholen. Beinahe jeder Konflikt beruht auf Miscommunication oder einfach der Verweigerung zur Kommunikation. Selbstverständlich spielen Hopes Trauer und Verlust dabei eine große Rolle, die nicht übersehen werden dürfen, dennoch wirkten viele Teile der Geschichte extrem dramatisiert und hätten sich durch kurzes Durchatmen und Zuhören klären lassen. Dadurch konnte ich Hopes Verhalten zwar in gewissen Momenten verstehen, aber nicht nachvollziehen, auch wenn ich bedenke, dass Trauerverarbeitung bei jedem anders verläuft und verlaufen darf.
Auch die Liebesgeschichte zwischen Hope und Cooper entwickelte sich viel zu schnell, sodass es sich für mich mehr nach Insta Love und "Jugendlichen, die extrem verknallt sind" angefühlt hat, als nach einer tiefgehenden, unaufhaltsamen Liebe, wie es in der Geschichte verpackt wird. Im Verlauf der Geschichte wurde es besser, aber gerade zu Beginn wirkt alles sehr überstürzt und überdramatisch.
Schade war auch, dass Cooper mir Love Interest mir ganz gut gefallen hat, er jedoch neben Hope viel zu stark in den Hintergrund rückte und trotz des Potentials seine eigene Geschichte viel zu flach verlief. Er hat so viel erlebt und aus seiner Vergangenheit mitgebracht, das jedoch nur kurz abgehandelt und überhaupt nicht aufgearbeitet wurde, was ich mir gewünscht hätte.
Gegen Ende hat mich das Buch jedoch noch einmal sehr berührt und auch die generelle Stimmung hat mich überzeugt. An vielen Stellen hätte die Geschichte für mich einfach noch einmal (viel) tiefer gehen können.

Abschließend war "So leise wie ein Sommerregen" ein schönes Buch, das meinen Geschmack leider nicht richtig treffen konnte, mich jedoch auf andere Bücher der Autorin gespannt macht.

Vielen lieben Dank an den dtv Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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