Lügen, Intrigen & Spannung gepaart mit einem Hauch Pferdemädchenvibes
Marigold Manor 1: Hidden LiesNicht Liebe, aber eine gute Freundschaft - so würde ich meine Beziehung zum Buch in einfache Worte fassen. Die Anziehung bestand, der Suspenseanteil, die vielen Geheimnisse und Rätsel, die Seite für Seite ...
Nicht Liebe, aber eine gute Freundschaft - so würde ich meine Beziehung zum Buch in einfache Worte fassen. Die Anziehung bestand, der Suspenseanteil, die vielen Geheimnisse und Rätsel, die Seite für Seite entschlüsselt werden oder wiederum neue Fragen aufwerfen, hatten definitiv ihren Reiz. Besonders positiv erwähnen möchte ich das Finale, das zwar in Teilen unerwartet, aber keineswegs unrealistisch und somit eine sehr harmonische Auflösung war. Auch Lola und Aiven konnten mich durchaus mitreißen, besonders aber die Nebencharaktere wie z. B. Henry, der mit seiner unkonventionellen Art die Story aufgelockert hat. Woran hat es denn dann gelegen, dass zwischen uns keine Liebe entstanden ist? Ich würde sagen, hauptsächlich an meinen Erwartungen an das Buch, angelehnt an dessen Vermarktung. Von der Werbung ausgehend "ein Buch für die erwachsenen Bibi und Tina Fans" hatte ich ein Buch für mein inneres Pferdemädchen, gepaart mit einem gewissen Suspenseanteil, erwartet. Leider kam für meinen Geschmack leider genau dieser Anteil zugunsten des wirklich sehr guten Suspenseanteils zu kurz. Gerade der Handlungsstrang rund um Lolas Art, bei der Dressur komplett auf Hilfsmittel wie Gerten, Sporen etc. zu verzichten und die damit verbundene innige Vertrauensbeziehung zu ihrem Pferd hätten noch einiges an Potenzial geboten. Gleichzeitig hätte ich mir auch noch mehr Details über das Verhältnis von Aiven und seinem Pferd Secret gewünscht, welches mehrfach im Buch als sehr innig bezeichnet wird. Insgesamt war das Gestüt bzw. die Pferdeverbundenheit der beiden somit leider eher das rahmengebende Setting als wirklicher Mittelpunkt der Handlung. Daher würde ich mir (auch im Hinblick auf den zweiten Band) eine Erweiterung des wirklich gelungenen und spannungsvollen Plots um einige Kapitel wünschen, in denen das im Vordergrund steht, was die beiden Protagonisten sonst noch ausmacht: in Lola und Aivens Fall die liebevolle Beziehung zu ihren Pferden. Mehr Einblicke dieser Art würden auch ein noch vielschichtigeres Bild der Charaktere zeichnen, da sie, abgesehen von ihrer zentralen Rolle in der Geschichte, nur wenig Ecken und Kanten zeigen. Über ein paar kleinere Ausdrücke, die mir persönlich in der Entwicklung der Lovestory zwischen Aiven und Lola zu dramatisch ausgefallen sind, konnte ich bei den vielen positiven Aspekten gut hinwegsehen, sodass mir das Buch insgesamt gut gefallen hat.