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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2025

Spannender, historisch gut recherchierter Krimi

Im Auftrag der Fugger - Der Burgunderschatz
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„Im Auftrag der Fugger“ von Peter Dempf ist ein historischer Roman, der gekonnt zwischen belegter Geschichte und erzählerischer Dichtung balanciert. Die Diebin Afra macht sich zusammen mit dem Boten Herwart ...

„Im Auftrag der Fugger“ von Peter Dempf ist ein historischer Roman, der gekonnt zwischen belegter Geschichte und erzählerischer Dichtung balanciert. Die Diebin Afra macht sich zusammen mit dem Boten Herwart im Auftrag von Jakob Fugger auf die Suche nach dem Burgunderschatz - ohne zu wissen, in welche Gefahr sie sich dadurch begibt.
Auf der Grundlage sichtbar gründlicher Recherche entfaltet sich ein lebendiges Bild der Frühneuzeit, in dem politische Macht, wirtschaftliche Interessen und persönliche Schicksale eng miteinander verwoben sind. Besonders die Einbindung der Fugger als historisch bedeutende Kaufmanns- und Bankiersfamilie verleiht der Handlung Authentizität und Tiefe, ohne dabei an erzählerischer Spannung einzubüßen.
Der Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch und hat ein hohes Erzähltempo mit einigen Wendungen, das die Spannung aufrecht hält.
Fazit: Dempf versteht es, historische Fakten als solides Gerüst zu nutzen und sie mit einer spannenden, abenteuerlichen Handlung zu verbinden. Für alle, die gerne gut recherchierte historische Romane mit interessanten Figuren und Spannung lesen.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Ein guter norddeutscher Krimi mit einem Trauerredner als Ermittler wider Willen

Über die Toten nur Gutes
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„Über die Toten nur Gutes“ von Andreas Izquierdo ist ein norddeutscher Regionalkrimi, der mit dem Trauerredner Mads Madsen eine interessante neue Ermittlerfigur wider Willen hat. Diese Perspektive verleiht ...

„Über die Toten nur Gutes“ von Andreas Izquierdo ist ein norddeutscher Regionalkrimi, der mit dem Trauerredner Mads Madsen eine interessante neue Ermittlerfigur wider Willen hat. Diese Perspektive verleiht dem Roman einen eigenen Ton: melancholisch grundiert, aber immer durchzogen von trockenem, typisch norddeutschem Humor. Mads bekommt von seinem früheren Freund Patrick eine Nachricht nach dessen Tod, dass er seine Trauerrede schreiben soll. Und so begibt sich Mads mit seiner Malteserhündin auf eine Suche in die Vergangenheit, wobei er so manches Geheimnis entdeckt, was manche lieber weiterhin verborgen lassen würden.
Die Geschichte versammelt skurrilen Figuren, die man so in jeder Kleinstadt zwischen Deich, Kneipe und Friedhof vorstellen kann. Besonders die Dialoge leben von lakonischem Witz und einer angenehmen Bodenständigkeit, die gut zur norddeutschen Kulisse passt.
Die Krimihandlung entwickelt sich eher gemächlich, was zur Atmosphäre beiträgt, allerdings dem Roman auch so einige Längen beschert. Dadurch verliert sich die Geschichte in der Mitte ein wenig in Nebenhandlungen und man wartet darauf, dass es mit der eigentlichen Krimihandlung bald weitergeht.

Fazit: ein eigenwilliger, humorvoller Regionalkrimi mit Herz, schrägen Ideen und norddeutschem Charme. Wer originelle Ermittlerfiguren, skurrile Charaktere und eine Prise schwarzen Humors schätzt, wird an diesem Buch trotz kleiner Schwächen viel Freude haben.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein guter Roman über Demenz und Familienzusammenhalt

Die Bibliothek meines Großvaters
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„Die Bibliothek meines Großvaters“ von Masateru Konishi wird aus der Perspektive von Kaede, einer jungen Lehrerin, erzählt. Sie kümmert sich um ihren Großvater, der an der Lewy-Körper-Demenz leidet. Einst ...

„Die Bibliothek meines Großvaters“ von Masateru Konishi wird aus der Perspektive von Kaede, einer jungen Lehrerin, erzählt. Sie kümmert sich um ihren Großvater, der an der Lewy-Körper-Demenz leidet. Einst war er ein leidenschaftlicher Leser klassischer Kriminalromane, nun verliert er sich immer öfter in den Nebeln seines Gedächtnisses. Als Kaede in seiner Bibliothek auf rätselhafte Notizen und alte Zeitungsausschnitte stößt, beginnt sie, den Spuren seiner Vergangenheit zu folgen – und entdeckt dabei Geheimnisse, die tief in die Geschichte ihrer Familie reichen.
Wer hier einen Krimi erwartet, wird enttäuscht werden, denn es geht viel mehr um Familie, Zusammenhalt und Erinnerungen als um das Lösen von Rätseln - erst zum Ende hin gewinnt die Geschichte an Spannung.
Konishi erzählt ruhig, feinfühlig und mit großem Respekt vor dem Thema Vergessen. Die Schilderung der Krankheit ist realistisch und empathisch zugleich und ich habe viel Neues gelernt. Auch das Familienverhältnis wird sehr liebevoll gezeichnet: Die Beziehung zwischen Enkelin und Großvater, wie sie sich in Fürsorge, Respekt und kleinen Ritualen ausdrückt, ist einer der bewegendsten Aspekte des Buchs.
Der Aufbau ist so, wie ich es schon als fast typisch japanisch empfinde: eine Aneinanderreihung von Geschichten, die nur lose über ein verbindendes Element verfügen und man erst zum Ende hin sieht, wie alles zusammengehört. Gleichzeitig zieht sich die Story dadurch, was das Lesen zwischendurch schon erschwert hat.

Fazit: Wer einen spannenden Krimi á la Agatha Christie erwartet, ist hier falsch. Aber für alle, die sich für die Themen Demenz und Familienzusammenhalt im japanischen Kulturkreis interessieren, ist es ein schönes Beispiel der leisen japanischen Literatur, die thematisch oftmals noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Schöne Rezeptsammlung in witziger Aufmachung

Cozy baking time
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„Cozy Baking Time“ von Theresa Haubs ist ein toll aufgemachtes Backbuch, welches klassische Rezepte von A wie Apfelkuchen über M wie Muffins bis zu Z wie Zimtschnecken enthält. Das sieht man aber erst ...

„Cozy Baking Time“ von Theresa Haubs ist ein toll aufgemachtes Backbuch, welches klassische Rezepte von A wie Apfelkuchen über M wie Muffins bis zu Z wie Zimtschnecken enthält. Das sieht man aber erst auf dem zweiten Blick, den die Autorin versteckt diese gerne hinter fancy klingenden Namen - wie Vienna Dream für Linzer Torte.
Zuerst war ich beim Inhaltsverzeichnis etwas enttäuscht, weil ich mehr weihnachtliche Rezepte erwartet hatte. Die kamen dann aber noch. Daraus ergibt sich zusammen eine schöne Mischung, um von Herbst bis Weihnachten Köstlichkeiten zu backen.
Die Bilder sind sehr ansprechend und machen Lust aufs Nachbacken. Die Auswahl reicht von klassischen Einsteiger-Rezepten wie Schokokuchen bis zu etwas anspruchsvolleren Sachen wie Apfelrosen, die dank weniger Zutaten und guter Anleitung allesamt leicht nachzubacken sind. Apropro Anleitungen: bei denen musste ich zweimal hinschauen. Die persönlichen Einwürfe sind schon ungewohnt zu lesen, aber recht witzig („jetzt einmal kurz an den Backofen denken“). Das allein wäre für mich aber kein ausschlaggebender Grund um das Buch zu kaufen - kann aber auch sein, dass die Zielgruppe vermutlich deutlich jünger ist als ich. Es ist halt ein wenig wie „geschrieben wie gesprochen“, was für Grammatikfans schon stark grenzwertig sein kann. Mir persönlich fehlen auch Nährwert- und Kalorienangaben.
Fazit: ein schönes Backbuch sowohl für Einsteiger und als auch Back-Liebhaber, da es - trotz peppiger Aufmachung - ein Sammlung von klassischen Standard-Rezepten ist, die in keinem Haushalt fehlen sollte.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Ermittlungen zwischen Wohnwagen

Der Campingplatzkiller
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In „Der Campingplatzkiller“ nimmt Stephan Pörtner uns mit in die vermeintliche idyllische Welt der Dauer- und Feriencamper. Eigentlich will Henry Kummer - frühpensionierter Polizist im Innendienst - nur ...

In „Der Campingplatzkiller“ nimmt Stephan Pörtner uns mit in die vermeintliche idyllische Welt der Dauer- und Feriencamper. Eigentlich will Henry Kummer - frühpensionierter Polizist im Innendienst - nur seinen Ruhestand genießen. Aber dann wird eine neue Bekannte in ihrem Wohnwagen ermordet aufgefunden und Henry fängt an, selbst zu vermitteln. Die Story bewegt sich zwischen Campingplätzen, Zukunftssorgen und Corona langsam auf die Lösung des Mordfall zu. Zwischendurch etwas zäh, da auch die xte Spur der Polizei oder Henry sich als Sackgasse erweisen, wird das Buch im letzten Drittel richtig spannend und am Ende denkt man sich, „verdammt, warum hab ich den Täter nicht schon früher bemerkt?!“ Dementsprechend ein gelungener Aufbau der Krimihandlung, die mich wirklich überrascht hat. Und auch Henry wächst deutlich über sich hinaus, als man bei seinem bisherigen Leben vermuten würde.
Fazit: wem sein Campingurlaub ein wenig zu langweilig oder gemächlich ist, kann sich mit diesem Krimi Spannung holen.

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