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Veröffentlicht am 13.10.2025

Ein Expert*innenbuch für wissbegierige Weltallfans!

WAS IST WAS Training für den Mond
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Nachdem es im letzten Sachcomic von Matthias Maurer „Mission im Weltraum“ auf die ISS ging dürfen wir den Astronauten diesmal bei den Vorbereitungen für die neuen Artemis-Mondmissionen begleiten.

„Training ...

Nachdem es im letzten Sachcomic von Matthias Maurer „Mission im Weltraum“ auf die ISS ging dürfen wir den Astronauten diesmal bei den Vorbereitungen für die neuen Artemis-Mondmissionen begleiten.

„Training für den Mond“ ist ein Buch für echte Weltraumexperten, die Lust auf viel Fachwissen haben und vielleicht selbst davon träumen mal ins All zu fliegen. Wir begleiten Matthias und die anderen Astronauten dabei, wie sie verschiedene Stationen durchlaufen. So lernen wir im theoretischen Unterricht, welche neuen Erkenntnisse wir uns durch die Erforschung von Mondgestein erhoffen und erfahren dann beim Pangaea-Training viel über die Entstehung von besonderen Gesteinsarten und den geologischen Ähnlichkeiten zwischen Erde und Mond. Im Laufe des Buches wandern wir von der Theorie immer mehr zur Praxis und schauen den Astronauten dabei zu ,wie sie in der Wüste, auf dem vulkanreichen Lanzarote und im Trainingszentrum Luna für den Ernstfall trainieren.

So detailliert wie hier wird das Thema der Missionsvorbereitung selten für Kinder aufgearbeitet. Da die Erforschung von Gesteinsproben ein wichtiger Aspekt der Missionen ist wird hier auch im Buch ein großer Fokus drauf gelegt. Die fachlichen Informationen werden bereits in Teilen im Sachcomic erläutert, an mehreren Stellen gibt es aber auch Doppelseiten, in denen Fachwissen noch einmal etwas komplexer ausgeführt wird, bspw. in Form von Notizen von Matthias, in denen die verschiedenen Gesteinsarten zusammengefasst werden oder die Unterschiede zwischen einem Training auf der Erde und dem echten Einsatz auf dem Mond erläutert werden.

Besonders spannend finde ich, dass hier ein brandaktuelles Weltraumthema behandelt wird und Kindern so aufgezeigt wird, was die nächsten Pläne der Weltraumorganisationen sind, es gleichzeitig aber auch einige Rückblicke auf bisherige Mondmissionen gibt.

Durch den Comicstil ist das Buch niedrigschwellig und es gibt viel zu entdecken, sodass selbst ein trockenes Thema spannend vermittelt wird. Hier wird Kindern zwar Lust darauf gemacht Astronautinnen zu werden, aber gleichzeitig auch vermittelt, wie viel Arbeit und Vorbereitung hinter so einer Mission steckt.

Als große Fans von Raketen, Robotern und Technik hätten wir uns allerdings gewünscht, dass die Technik, die bei den Missionen zum Einsatz kommen soll noch etwas mehr erläutert wird. Super spannend war es aber darüber zu Lesen, wie Mondhäuser errichtet werden könnten.

Mein Neffe ist noch etwas jünger als die Zielgruppe des Buches, doch war er durch die tollen kindgerechten Metaphern, wie dem Vergleich von Gesteinsschichten mit einem plattgedrückten Kuchen total gebannt dabei. Wir haben einige Themen, wie Signale oder Plattentektonik dann einfach noch etwas vertieft, damit er es besser versteht, aber für ältere Kinder ab 8 Jahren birgt das Buch genau das richtige Niveau.

Trotzdem würde ich das Buch nicht als Einstiegsbuch empfehlen, sondern für jene Kinder, die vom Thema Weltall nicht genug kriegen können und sich wirklich für die Arbeit von Astronaut
innen interessieren, als vertiefende Lektüre nutzen.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Eine solide Fortsetzung

Kingdoms of Smoke – Dämonenzorn
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Band 1 der Reihe hat mich kürzlich positiv überrascht und mir besser gefallen als erwartet. Band 2 knüpft daran an und hat mich nicht enttäuscht. Das Buch ist erneut aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, ...

Band 1 der Reihe hat mich kürzlich positiv überrascht und mir besser gefallen als erwartet. Band 2 knüpft daran an und hat mich nicht enttäuscht. Das Buch ist erneut aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, dadurch, dass die Charaktere und ihre Vernetzungen nun bereits bekannt sind werden die Charaktere tiefgründiger und wir erfahren mehr über die Welt, was mir gut gefallen hat. Leider fehlte mir auch hier wieder eine Überraschung, die Handlung war recht Vorhersehbar, es gab keinen großen Knall, keinen schockierenden Cliffhanger, der einen sofort zum Folgeband greifen lässt oder ähnliches. Trotzdem eine gelungene Reihe, mit einem schönen Worldbuilding und einer spannenden Grundidee.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein Buch, das Hemmungen abbaut!

Der Club der kalten Hände
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Der Club der kalten Hände ist ein ganz besonderes Kinderbuch, denn es widmet sich einem Thema, bei dem wir Erwachsenen oft große Barrieren haben, uns unsicher und hilflos fühlen und diese Hemmungen schnell ...

Der Club der kalten Hände ist ein ganz besonderes Kinderbuch, denn es widmet sich einem Thema, bei dem wir Erwachsenen oft große Barrieren haben, uns unsicher und hilflos fühlen und diese Hemmungen schnell an unsere Kinder weitergeben.

Hier werden kindgerecht Fragen zu den Themen Beerdigung, Tod, Abschied und Trauer beantwortet.

Die erste Hälfte des Buches ist in Form einer Geschichte geschrieben und erzählt von Lizzy, deren Eltern Bestatter sind. Als sie versteht, was sich in den Kisten befindet, die diese in ihrem mysteriösen Transportunternehmen herumfahren, macht sie sich gemeinsam mit ihrer Bande auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen. Dabei kennt sie keine Tabus, schleicht sich bei den verschiedensten Veranstaltungen hinein, begutachtet die Toten und stellt alle Fragen, die ihr in den Kopf kommen.

Im Laufe des Buches begleiten wir vier Trauerfälle, von einem kleinen Baby bis zu einer alten Dame. Wir lernen, dass es je nach Kultur und Wünschen verschiedene Rituale und Bestattungsarten gibt, sehen verschiedene Formen von Trauer und Abschied und erhalten Einblicke in die Arbeit eines Bestattungsunternehmens. Besonders schön finde ich, dass zwei trauernde Kinder im Laufe des Buches Teil der Bande werden. Oft ziehen sich Menschen aus Unsicherheit etwas Falsches zu sagen von trauernden Bekannten zurück, hier werden die Kinder sofort integriert und nicht mit Samthandschuhen angefasst. Zudem wird gezeigt, dass Beerdigungen nicht immer nur ernste, traurige Veranstaltungen sein müssen, sondern dies ganz individuell und abhängig von der Verstorbenen Person sein kann.

Der zweite Teil des Buches ist in Form des Bandenhandbuchs verfasst, in dem die wichtigsten Forschungsergebnisse der Kinder festgehalten werden. Hier wird beantwortet, wie Tote riechen, ob man sie Anfassen darf oder warum Cems Onkel Ali nur von Männern aus seiner Familie gewaschen werden durfte.

Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen, da es das Thema Tod mit Fokus auf ein Bestattungsunternehmen beleuchtet, auf unterschiedliche Kulturen eingeht und Tabus bricht Der Text ist zudem in sehr einfachen und kurzen Sätzen verfasst, sodass sich das Buch gut zum Selberlesen eignet.

Was mir ein wenig fehlte (aber eigentlich nicht schlimm ist) war eine grundsätzliche Erklärung dazu, was Sterben bedeutet bzw. was mit dem Körper passiert. Die Todesursache der Verstorbenen wird nicht oder nur sehr kurz erläutert und steht nicht im Vordergrund. Vor der Lektüre dieses Buches wäre es also sinnvoll, wenn grundsätzlich bekannt ist warum Menschen sterben, hierzu gibt es ja aber viele tolle Bücher, bei diesem hier handelt es sich für mich aber dadurch eher um ein weiterführendes Werk. Die Antworten auf die Kinderfragen im Buch waren dafür sehr informativ und kindgerecht, teils hätte ich mir aber noch tiefreichendere Informationen gewünscht, bspw. zu den verschiedenen Bestattungsarten oder religiösen und kulturellen Unterschieden. Diese Themen wurden zwar angeschnitten aber nicht tiefgehend erläutert.

Trotzdem finde ich es ein unheimlich wertvolles Buch für jedes Kinderbuchregal, das viele Kinderfragen beantwortet, Hemmungen abbaut und zeigt, wie wichtig Gemeinschaft auch im Trauerfall ist.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Ängste Überwinden!

Mäusemut
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Ein neues Buch vom wunderbaren Duo Michael Engler und Joëlle Tourlonias - das mussten wir natürlich unbedingt lesen.

Diesmal geht es um Mut und Einsamkeit. Die kleine Maus Stanislav lebt über einem Käseladen ...

Ein neues Buch vom wunderbaren Duo Michael Engler und Joëlle Tourlonias - das mussten wir natürlich unbedingt lesen.

Diesmal geht es um Mut und Einsamkeit. Die kleine Maus Stanislav lebt über einem Käseladen und verlässt nie das Haus, denn er hat große Angst vor den Menschen und den vielen Gefahren, die draußen lauern. Als eines Tages Maus Martha bei Stanislav auftaucht möchte er ihre Gesellschaft nicht mehr missen. Aber Martha möchte neue Abenteuer erleben und kann Stanislav nicht davon überzeugen sein sicheres Zuhause zu verlassen. Doch dann kommt ein schwerer Sturm und Martha braucht seine Hilfe.

Die Zeichnungen sind im typischen liebevollen Stil von Joëlle Tourlonias illustriert und strahlen eine Wohlfühlatmosphäre aus. Es gibt kleine Details zu entdecken, wie die Minileitern und Minibücher oder die besonders süße Strichliste zu Regenbogensichtungen.

Während des Lesens begleiten wir ganz viele unterschiedliche Gefühle, wir sehen wie einsam Stanislav ist, erleben die Freude, die er verspürt als er endlich nicht mehr alleine ist, durchleben angespannte und etwas angsteinflössende Momente und erhalten schließlich ein Happy End.

Für den Vierjährigen war das Buch allerdings durch das gruselige Gewitter und die düstere Atmosphäre schon beinahe zu gruselig.

Das Buch zeigt, wie schön es ist Freunde zu haben und das es sich lohnt mutig zu sein und seine Ängste zu überwinden.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein super Buch für Adoptiv- und Pflegefamilien!

Bin ich hier im falschen Nest?
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Bin ich hier im falschen Nest handelt von Kuckuck Kauz der bei eine Rotkäppchenfamilie aufwächst und mit der Zeit merkt, dass er anders als seine Geschwister Piep und Matz aussieht. Er macht sich daher ...

Bin ich hier im falschen Nest handelt von Kuckuck Kauz der bei eine Rotkäppchenfamilie aufwächst und mit der Zeit merkt, dass er anders als seine Geschwister Piep und Matz aussieht. Er macht sich daher auf die Suche nach seiner „echten“ Familie und trifft schließlich auf einen anderen Kuckuck, der ihm erklärt, warum Kauz anders aussieht als seine Mama und seine Geschwister, es aber trotzdem seine Familie ist und nichts an ihm falsch ist.

Das Bilderbuch bringt Kindern daher nicht nur ein bisschen was über die Tierwelt bei, sondern lässt sich auch wundervoll auf uns Menschen übertragen. Es zeigt das Anderssein etwas schönes ist und was Familie wirklich ausmacht.

Die Illustrationen von Mia Powell sind sehr kindgerecht und liebevoll in ruhigen Farbtönen gezeichnet. Der Text des Buches ist etwas länger, weshalb ich das Buch erst ab 4-5 Jahren empfehlen würde.

Insgesamt ist „Bin ich hier im falschen Nest“ ein gelungenes Buch darüber, dass Familienzugehörigkeit nicht nur durch Geburt, sondern vor allem durchs Herz bestimmt wird und eignet sich daher toll für Familien mit Pflege- oder Adoptivkindern, aber natürlich auch für alle anderen!

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