Cover-Bild Gesetz des Midas – Wiener Abgründe
Band 3 der Reihe "Leopold Kern"
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 01.08.2025
  • ISBN: 9783492508001
Peter Lorath

Gesetz des Midas – Wiener Abgründe

Historischer Kriminalroman | Packender Wien-Krimi um einen Ermittler mit ungewöhnlichen Methoden am Kaiserhof

Im Wien der Ringstraßen-Zeit und der Belle Epoque ermittelt Leopold Kern, ein geheimer Sonderermittler mit engen Kontakten zur Halbwelt, in seinem neuesten Fall. 

Nach der Ermordung des russischen Zaren liegen bei Polizeipräsident Marx die Nerven blank. Ungereimtheiten an der Leiche eines ermordeten Ziegelarbeiters lassen ihn ein ähnliches Attentat in Wien befürchten. Doch die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Geständnis für die Tat vorliegen und sieht von weiteren Ermittlungen ab. Marx beauftragt seinen geheimen Sonderermittler mit der Klärung des mysteriösen Falls. In den Ziegelwerken vor den Toren Wiens gerät Leopold Kern in einen Sumpf aus Gier und Gewalt. Sein Fall wächst sich zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden der gesamten Monarchie aus und erschüttert Kerns Wertvorstellungen tief in ihren Grundfesten. Als ihn seine Menschenkenntnis im Stich lässt, ist auch sein Leben in tödlicher Gefahr.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Wien von seiner dunklen, unbekannten Seite

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Die Zeit ist 1881. Die Nachricht vom tödlichen Attentat auf den Zaren verbreitet sich rasend schnell. Da die Hochzeit des Kronprinzen Rudolf in Wien kurz bevorsteht, befürchtet der Polizeipräsident Marx, ...

Die Zeit ist 1881. Die Nachricht vom tödlichen Attentat auf den Zaren verbreitet sich rasend schnell. Da die Hochzeit des Kronprinzen Rudolf in Wien kurz bevorsteht, befürchtet der Polizeipräsident Marx, ein ähnliches Attentat auch am Wiener Hof. Deshalb aktiviert er seine geheime Waffe, den Sonderermittler Kern, er soll im Arbeitermilieu ermitteln. Und wo gibt es die meisten Arbeiter? Wo ist die Unterdrückung am größten und unmenschlichsten? In den Wiener Ziegelwerken. Kern lässt sich da anheuern und beginnt mit seinen Ermittlungen. Er erlebt am eigenen Leib wie brutal die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen da abläuft. Viele der Ziegelarbeiter stammen aus Böhmen, haben gar keine Rechte, werden bei jedem Aufmucker abgeschoben, geschlagen und getreten. Sie werden nicht mit echtem Geld bezahlt sondern mit Blechmarken, die nur in den Ziegelwerken gültig sind. Sie müssen zu überteuerten Preisen kaufen, weil außerhalb der Ziegelwerke dieses Geld nicht gültig ist.

Das Ganze wird so eindringlich und ehrlich beschrieben, dass man an der Glaubwürdigkeit der Schilderungen keinen Zweifel hegt. Peter Lorath hat hervorragend recherchiert. An der Authentizität der Darstellungen gibt es nichts zu deuten und rütteln. Seine Quellen sind Aufsätze, Artikel, Zeitungsreportagen aus der Zeit. Dabei mag die Realität viel schrecklicher gewesen sein. Wie die wahren Lebensumstände der Arbeiter waren, werden wir wohl nie erfahren. Aber sie waren überall gleich, ob in Deutschland, Frankreich, England oder den USA, die Verhältnisse waren wohl knapp über einem KZ.

Historisch verbriefte Persönlichkeiten in diesem Krimi sind Professor Hofmann, einer der besten Gerichtsmedizinern jener Zeit, Polizeipräsident Marx, Staatsanwalt Lamezan, Kommissar Weihs und Kommissar Frankl gab es wirklich, genauso wie Franz Schuhmeier, der radikale Klassenkämpfer.

Inmitten der allumfassenden Decke aus Gewalt und Brutalität versteht es Lorath auch eine zarte Romanze einzuweben, dadurch den schweren Stoff etwas erträglicher zu machen. Die atemberaubenden und gefährlichen Szenen die filmreif wirken, werden zwar nicht durch die Liebe abgemildert aber leidlich gemacht. Wie ein einziger Sonnenstrahl an einem Regen und Nebel verhangenen Novembertag. Der Tag bleibt zwar dunkel aber man weiß, man kommt durch. Wie sich wohl die Arbeiter der Wienerbergen gefühlt haben damals, 1881? Es sollte noch sieben Jahre dauern, bis sie streikfähig waren. 1888 fand der erste Streik der Ziegelarbeiter statt. Mein Vergleich hinkt gewaltig, wir schweben nicht ständig in Lebensgefahr, von einem Büttel erschlagen zu werden, den Hungertod zu sterben oder an Auszehrung und Berufskrankheiten, wie die Ziegelarbeiter im 19. Jahrhundert. Wir wissen, die Sonne wird wieder scheien, aber 1881 waren die Ziegelarbeiter Tausende Tote von 1888 entfernt.

Wir kennen nur das heutige Wien, die prachtvolle Ringstraße, die Paläste, die Oper, die herrschaftlichen Häuser, die großen Museen. Wir bewundern sie, besuchen sie oder gehen daran vorbei. ABer wie und womit sie gebaut wurden, daran verschwenden wir keinen Gedanken. Dieses Buch hat .mich eines besseren gelehrt. Weder in Wien, Berlin, Nürnberg, Paris sonstwo werde ich achtlos an Gebäude vorübergehen, ohne in Gedanken ein paar Blumen für die unbekannten Ziegelbrenner, Bauarbeiter und deren Familien zu hinterlegen.

Ein Fünf Sterne historischer Krimi der Extraklasse

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Highlight

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1881: Ein Attentat auf den russischen Zaren macht dem Wiener Polizeipräsidenten Wilhelm Marx echte Sorgen, denn so etwas könnte schließlich auch in Wien passieren. Bald heiratet Thronfolger Rudolf, und ...

1881: Ein Attentat auf den russischen Zaren macht dem Wiener Polizeipräsidenten Wilhelm Marx echte Sorgen, denn so etwas könnte schließlich auch in Wien passieren. Bald heiratet Thronfolger Rudolf, und das böte einen guten Anlass für Bombenleger.

Als dann auch noch im Wienerberger Ziegelwerk ein Mord geschieht, und die Autopsie etwas anderes ergibt als der geständige Täter aussagt, macht das Marx‘ Sorgen noch größer. Denn so ein großes Werk bietet einen Nährboden für Sozialdemokraten und Anarchisten. Er beauftragt seinen Sonderermittler, Leopold Kern, zu ermitteln, natürlich undercover. Kern hat in seiner Jugend selbst in dem Ziegelwerk gearbeitet, weiß um die Arbeitsumstände dort, und ist gar nicht glücklich über seinen Auftrag. Als ihn dann auch noch Johann Artner, der ehemalige Kammerdiener des vor kurzem verstorbenen Grafen Modritzky, der Kern schon einmal bei einem Fall geholfen hatte, aufsucht und ihn über dessen Testament unterrichtet, macht ihn das auch nicht fröhlicher, denn er hat Artner sozusagen geerbt, dieser soll ihn fortan bei seinen Ermittlungen unterstützen.

Es handelt sich hier um den dritten Band einer Reihe um Leopold Kern. Für mich ist es der erste, den ich lese, ich habe mir die anderen aber bereits besorgt, denn, das kann ich schon einmal sagen, ich war schnell begeistert.

Schnell wurde mir auch klar, dass der Roman ernste soziale Themen jener Zeit aufnimmt, die Zustände, unter denen Arbeiter:innen lebten, waren alles andere als menschenwürdig, und wenn man liest, wie es in diesem Ziegelwerk zugeht, und das ist ja letztlich auch nur ein Beispiel, wird einem übel. Gut gefällt mir auch, dass historische Persönlichkeiten miteinbezogen werden, nicht nur den Polizeipräsidenten gab es wirklich. Ein besonders interessanter Charakter ist der Arzt Viktor Adler, der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei war, und tatsächlich auch in diesem Ziegelwerk tätig war. Auch die Stadt selbst spielt eine recht große Rolle.

Die Geschichte ist sehr spannend. Der Autor erzählt aus mehreren Perspektiven sehr bildhaft und atmosphärisch, man fühlt sich wirklich, als sei man mittendrin im historischen Wien. Dazu trägt auch bei, dass der Dialekt durchscheint, und viele österreichische Ausdrücke verwandt werden. Manche werden direkt erklärt, für andere hätte ich mir ein Glossar im Anhang gewünscht. Allerdings kann man in der Regel aus dem Kontext schließen, was gemeint ist. Peter Lorath hat ausführlich recherchiert, das kann man auch seinem Nachwort entnehmen.

Leopold Kern war mir sofort sympathisch. Er hat schon einiges hinter sich, und vieles davon war nicht einfach. So hat er Frau und Tochter an die Cholera verloren. Wir nehmen teil an seinen Gedanken und Emotionen, so dass er einem wirklich nahe kommt. Er ist loyal, für Menschen, die ihm nahestehen und die er mag, tut er, was er kann. Mir gefiel besonders seine Beziehung zur Nachbarsfamilie. Ich bin gespannt darauf, ihn in den beiden Vorgängerbänden noch näher kennenzulernen.

Auch andere Charaktere gefallen mir gut, ich konnte zum Beispiel sehr mit Johann Artner mitfühlen, der sich beweisen will, und das gar nicht schlecht macht, er ist aber eben sehr unerfahren, und so unterlaufen ihm auch Fehler, einer davon sehr schwerwiegend.

Der Roman ist einer meiner Highlights in diesem Jahr. Atmosphärisch und sehr spannend, mit gelungenen Charakteren, sozialkritisch und mit viel Lokal- und Zeitkolorit, werden Historie und Fiktion perfekt verknüpft. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein herausragender historischer Krimi

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Buchmeinung zu Peter Lorath – »Gesetz des Midas«

»Gesetz des Midas« ist ein historischer Kriminalroman von Peter Lorath, der 2025 bei between pages by Piper erschienen ist. Dies ist der dritte Band um ...

Buchmeinung zu Peter Lorath – »Gesetz des Midas«

»Gesetz des Midas« ist ein historischer Kriminalroman von Peter Lorath, der 2025 bei between pages by Piper erschienen ist. Dies ist der dritte Band um den Sonderermittler Leopold Kern.

Zum Autor:
Der gebürtige Wiener Peter Lorath, im Hauptberuf Arzt, beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den politischen und gesellschaftlichen Zuständen im Wien des Fin-de-Siècle. 2022 erschien sein erster historischer Kriminalroman um den Sonderermittler Leopold Kern, der es gleich auf die Shortlist des Leo-Perutz-Preis geschafft hat.

Zum Inhalt:
Wien 1881: Nach der Ermordung des russischen Zaren fürchtet der Polizeipräsident ein Attentat aus dem Arbeitermilieu, zumal der Fall eines ermordeten Ziegelarbeiters Ungereimtheiten aufweist.

Meine Meinung:
Bisher hatte ich kein Buch von Peter Lorath gelesen und ich wurde positiv überrascht. Atmosphäre und Setting haben mich sofort in das Wien von 1881 gebracht. Leopold Kern ist Sonderermittler des Wiener Polizeipräsidenten Marx und ist meist auf sich allein gestellt. Er ist in der Halbwelt gut vernetzt und nimmt im Zweifel auch große Risiken in Kauf. Unterstützt wird er vom Herrn Johann, der sein Leben als Diener in besseren Kreisen verbracht hat. Beeindruckend und zugleich erschreckend ist das Bild der Arbeits- und Lebensbedingungen der Ziegelarbeiter und ihrer Familien. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, aber meist begleitet der Leser den sympathischen Sonderermittler. Viele der Figuren, denen Leo begegnet, agieren undurchsichtig und sind mit Ecken und Kanten gezeichnet. Die Handlung beinhaltet etliche Szenen voller Gewalt und Grausamkeiten, manchmal allerdings auch einen Hauch Romantik. Etliche Nebenhandlungen sorgen für kurzzeitige Entspannung. Leopold Kern agiert nicht fehlerfrei und manchmal bricht sein Temperament durch. Die Spannung nimmt stetig zu und Leo und Herr Johann geraten in scheinbar ausweglose Situationen.
Mich hat dieses Teil hervorragend unterhalten, weil es einerseits spannend ist und andererseits ein glaubwürdiges Bild der damaligen Zustände zeichnet. Lesenswert und interessant sind die Anmerkungen des Autors am Ende des Buches.

Fazit:
Dieser Titel konnte mich mit Handlung, Figurenzeichnung, historischen Beschreibungen, Spannungskurve und Schreibstil begeistern. Auch dank der Hauptfigur ist dies mein Lesehighlight des Jahres. Deshalb bewerte ich diesen Titel mit fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Gute Unterhaltung

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Es ist mein erster Krimi rund um den Wiener Ermittler Leo Kernund sein Faktotum, den er irgendwie geerbt hat und der ihm so manche verschlossene, gesellschaftliche Tür öffnet. Dieser Mensch ist einfach ...

Es ist mein erster Krimi rund um den Wiener Ermittler Leo Kernund sein Faktotum, den er irgendwie geerbt hat und der ihm so manche verschlossene, gesellschaftliche Tür öffnet. Dieser Mensch ist einfach genial, auch die Art, wie die beiden miteinander umspringen! Herrlich, allein dafür lohnt sich dieser Krimi bereits. Dazu werden historische Begebenheiten fesselnd mit der fiktiven Geschichte verknüpft und lässt das "alte" Wien recht plastisch vor dem inneren Augen entstehen. Kern eckt gern an, auch das macht ihn sympathisch, und er hat eigene Wege, die zum Erfolg führen, die seine Vorgesetzten nicht so gern sehen. Er kriegt oft einen auf den Deckel und der Ausgang eines Disziplinarverfahrens gegen ihn ist noch ungewiss. Vom Typ her passt er nicht in den Polizeidienst, so, wie Lorath ihn darstellt. Kern ist zu eigenständig.

Sehr gut verfasst und mit hervorragend gesetzten Spannungsbögen fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Da ich Wien noch nicht kenne, wuchs der Wunsch doch mal hinzureisen!

Veröffentlicht am 10.08.2025

Wien 1881

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Ein historischer Kriminalroman, der ins Wien des 19. Jahrhunderts entführt.

Ich lese solche alten Fälle sehr gerne, denn die Ermittlungen verliefen damals noch völlig anders als heute. Es gab keine ...



Ein historischer Kriminalroman, der ins Wien des 19. Jahrhunderts entführt.

Ich lese solche alten Fälle sehr gerne, denn die Ermittlungen verliefen damals noch völlig anders als heute. Es gab keine modernen Methoden, um die Täter zu überführen, vieles war noch reine Hand- und Fußarbeit.

Der Sonderermittler Leo Kern wird hier zum dritten Mal tätig und ermittelt in einem Mordfall an einem Ziegelarbeiter.
Ganz so einfach ist die Aufklärung, wie es anfangs scheint, dann doch nicht. Dieser Fall zieht größere Kreise, als vermutet und reicht bis in die Reihen der Monarchie.

Reale Figuren treffen auf Fiktion, Wiener Charme auf Verbrechen und arm auf reich.
Ein spannender Krimi, der absolut mitreißend ist. Authentisch, mit Einblicke in das historische Wien und seine Historie, sorgt er für Gänsehautstimmung und sehr gute Unterhaltung!

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