Finger, Frost und makabre Geschenke in Cumbria
Der KuratorCumbria ist nicht gerade der Ort, an dem man denkt: „Hier mach ich mal einen gemütlichen Spaziergang.“ Eher so: Nebel, Regen, abgetrennte Finger als „Weihnachtsgeschenke“ für die Polizei – und mittendrin ...
Cumbria ist nicht gerade der Ort, an dem man denkt: „Hier mach ich mal einen gemütlichen Spaziergang.“ Eher so: Nebel, Regen, abgetrennte Finger als „Weihnachtsgeschenke“ für die Polizei – und mittendrin Poe, der aussieht, als hätte er schon zu viele britische Stürme, kalten Kaffee und Behördenversagen überlebt. Tilly Bradshaw ist sein perfekter Gegenpart: clever, scharf wie Rasierklingen und mit einem IQ, der mich ständig alt aussehen ließ. Zusammen sind sie ein Team, das man einerseits anfeuern will und andererseits lieber nicht im Pub trifft.
Der Fall? Verrückt. Opfer, die scheinbar nichts gemeinsam haben, außer dass sie vor drei Jahren exakt dieselben zwei Wochen Urlaub genommen haben. Und dann #BSC6. Ich habe Seiten umgeblättert, nach Luft geschnappt und gedacht: „Okay, der Typ ist echt nicht von dieser Welt.“ Craven versteht es, Spannung aufzubauen, die sich wie ein Sprungbrett aus schwarzem Humor anfühlt. Da lachst du kurz, dann denkst du: „Oh nein, was kommt jetzt?“
Kritisch: Manchmal ist die Logik ein bisschen akrobatisch – Wendungen, die so geschickt eingefädelt sind, dass man kurz die Augenbraue hochzieht. Aber genau das macht es ja auch spannend. Man darf nicht zu rational rangehen, sonst verpasst man das Vergnügen.
Der finale Schlag? Gänsehaut inklusive. Ich habe nachts noch zwei Kapitel gelesen, obwohl ich eigentlich schlafen wollte. Wer britischen Crime mag, der nicht glattgebügelt daherkommt, wer schwarzen Humor liebt und Ermittler, die mehr Ecken als Kanten haben, liegt hier goldrichtig. Vier Sterne sind es definitiv wert.