Eine Hammer-Jugenddystopie, leider mit fiesem Cliffhanger
The Factory – Es gibt kein EntkommenMit "The Factory - Es gibt kein Entkommen" hat Catherine Egan eine sehr spannende Dystopie geschrieben. Der Roman wird empfohlen für Jugendliche ab 13 Jahren. Ich stimme dieser Einschätzung zu.
Faszinierend ...
Mit "The Factory - Es gibt kein Entkommen" hat Catherine Egan eine sehr spannende Dystopie geschrieben. Der Roman wird empfohlen für Jugendliche ab 13 Jahren. Ich stimme dieser Einschätzung zu.
Faszinierend an Romanen wie "The Factory" ist, wie spannend Jugendliteratur sein kann. Selbst ich als Erwachsene habe mitgefiebert, wie es Asher und seinen FreundInnen wohl ergehen mag.
Zum Inhalt:
Asher wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Mutter gerät regelmäßig in Schwierigkeiten und hat einen Haufen Schulden angesammelt. Da kommt das Angebot, für viel Geld an scheinbar harmlosen Experimenten teilnehmen zu können, gerade recht. Zwar hat Ashs Großmutter Bedenken, allerdings bleibt ihnen keine andere Wahl, als das Angebot anzunehmen. In der Factory angekommen, stellt Asher fest, dass die Experimente bei weitem nicht so harmlos sind, wie sie in den verführerischen Katalogen dargestellt wurden. Gemeinsam mit seinen neuen FreundInnen versucht Asher nun, herauszufinden, was genau in der Factory vorgeht.
Meine Meinung:
Die Autorin hat entschieden, dass der 13jährige Asher die Erzählstimme sein soll. Dies ist ihr überzeugend gelungen. Asher ist ein Junge, der hohes Identifikationspotential bietet. Ich habe ihn als sympathisch empfunden und ich mochte seine Entwicklung innerhalb des Romans sehr. Ich habe ihn durchweg als glaubwürdig empfunden. Er und seine FreundInnen Faith, Vi und Troy sind mir schnell ans Herz gewachsen, so dass ich ab etwa der Mitte des Romans mitgefiebert und mitgerätselt habe, was in der Factory eigentlich genau mit den Kindern angestellt wird. Dieses Rätsel wird erfreulicherweise erst am Ende gelöst.
Die Charakterzeichnungen sind gelungen. Es gibt einige sehr einseitige Charaktere (Ashers Vater zum Beispiel), andere wiederum sind vielschichtig, was mir sehr gefallen hat.
Sehr gut gefallen hat mir aber auch, wie Catherine Egan nach und nach die Welt auferstehen lässt, in der die Menschen leben. Die Klimakatastrophe und ihre Auswirkungen werden realistisch und quasi nebenbei eingebunden. Das Leben außerhalb der Factory, der Aufbau der Städte, die Menschen, die dorthin fliehen, wo es noch halbwegs lebenswert ist - das alles sind Elemente, die nach und nach auftauchen, nie im Zentrum stehen, aber dennoch eine nachvollziehbare Welt entstehen lassen.
"The Factory - Es gibt kein Entkommen" richtet sich zwar vor allem an Jugendliche, ist aber auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.
Ich hätte dem Roman gerne 5 Sterne gegeben, aber der Roman endet mit einem so fiesen Cliffhanger, dass er ohne die Fortsetzung nur wenig Sinn ergibt. Schade.