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Veröffentlicht am 31.12.2025

Unburnt Islands

All We Lost Was Everything – Deine Liebe brennt wie Feuer
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River hat es nicht einfach. Ihre Mutter ist verschwunden, ihr Vater bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen; sie hat nur knapp überlebt. Sie eröffnet ein Spendenkonto, um wenigstens die Begräbniskosten ...

River hat es nicht einfach. Ihre Mutter ist verschwunden, ihr Vater bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen; sie hat nur knapp überlebt. Sie eröffnet ein Spendenkonto, um wenigstens die Begräbniskosten ihres Vaters bezahlen zu können - und plötzlich bekommt sie von einem anonymen Spender 2 Millionen Dollar. Sie könnte also reich sein, entschließt sich aber, das Geld nicht anzunehmen, sondern herauszufinden, von wem es kommt. Auf ihrer Suche kommt sie noch anderen Geheimnissen auf die Spur - ganz besonders dem ihrer Familie. Und dann ist da noch ihr Arbeitskollege Logan, in den sie sich verliebt, der ihr aber auch etwas vorenthält ...

Was ich mochte, war das Zusammenspiel aller Charaktere. Dass River nahe am Wasser gebaut ist, ist bei dem, was sie erlebt hat, klar. Und obwohl die Jungs - sowohl Logan als auch ihr Ex - Sch... gebaut haben, sind sie im Dialog mit ihr immer absolute green flags, die nicht mansplainen oder sie wie Dreck behandeln, sondern auf Augenhöhe. (Schlimm genug, dass ich das, was Standard sein sollte, als Pluspunkt hervorheben muss, aber so ist es.) Allerdings war die Geschichte auch sehr langatmig, es wiederholte sich vieles, einiges war vorhersehbar und mir persönlich gab es zu viel Spice, wobei es da zwar nicht hardcore zur Sache ging, aber die Handlung jetzt auch nicht unbedingt vorantrieb. Wieso die Person, die da die 2 Millionen überwiesen hat (und auch an anderer Stelle schon mal Millionen zahlen musste) überhaupt so mit dem Geld umherwerfen konnte, war mir auch nicht ganz klar. Ja, diese Personen verdienen schon echt gut, aber dass denen ein paar Millionen nicht wehtun, würde mich jetzt auch wundern. Das Buch hat damit einiges richtig gemacht, anderes jedoch war mir zu unlogisch.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Heartsooth

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Nhika stammt aus einem Volk, das überfallen und vertrieben wurde, und sie ist eine Heartsooth, das heißt, sie kann mit ihrer Gabe Menschen heilen oder töten. Da Leute wie sie gejagt werden, ist sie vorsichtig ...

Nhika stammt aus einem Volk, das überfallen und vertrieben wurde, und sie ist eine Heartsooth, das heißt, sie kann mit ihrer Gabe Menschen heilen oder töten. Da Leute wie sie gejagt werden, ist sie vorsichtig - dennoch wird sie eines Tages gefangen. Die reiche Familie Congmi kauft sie frei - oder zumindest wird sie frei sein, wenn sie den Congmis helfen kann. Der Patriarch der Industriellenfamilie wurde ermordet und der einzige Zeuge liegt im Koma. Nhika soll ihn heilen, damit er erzählen kann, was passiert ist. Je länger Nhika bei der Familie lebt und versucht, den Mann zu heilen, desto tiefer gerät sie nicht nur in ein Mordkomplott, sondern nähert sich auch dem mysteriösen Arzthelfer Ven Kochin.

Fantasy plus Mordermittlungen plus Steampunk Vibes, womit im Klappentext geworben wurde? Call me in! Ich konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Leider erwies sich nach einem recht rasanten Einstieg, dass die Geschichte etwas langatmig wurde. Das liegt daran, dass wahnsinnig viel über medizinische Techniken - eben die Gabe des Heartsoothing - bzw. klassische Medizin geschrieben wird. Dann erwies sich auch recht schnell, wer der Täter sein musste, ohne dass es wirkliche Ermittlungen gegeben hätte. Was mich jedoch mehr störte, waren manchmal komische Übersetzungen wie zum Beispiel das "meißeln" für diese Gabe, aber auch Nhikas völlig irrationales Verhalten in der Mitte der Geschichte. Sie geht da mit jemanden mit, obwohl der gerade gedroht hatte, sie zu töten, nur weil er gewisse Fähigkeiten hatte, die der ihren ähnelten. Ein Mann, von dem sie bis zu diesem Zeitpunkt nur wie Dreck behandelt wurde und mit dem sie eine Minute zuvor noch auf Leben und Tod gekämpft hatte. Sorry, das finde ich völlig absurd und das hat mir dann auch viel verdorben am Lesespaß. Das Ende kam dann mit einem Knall und da es "The Last Bloodcarver 1" heißt, gehe ich von mindestens einem weiteren Teil aus, aber für mich hätte das auch ein richtiger Abschluss sein können und ich bin mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolge.

Veröffentlicht am 20.11.2025

MadMegs

The Morrisey Mysteries 1. Ein Mord in 3B
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Als ihr Mentor ihr mitteilt, dass sie als Künstlerin nicht genügend Talent hat, beendet Meg ihre Karriere in New York und zieht zurück nach Seattle ins Morrisey-Gebäude, wo sie bei ihrer Tante aufgewachsen ...

Als ihr Mentor ihr mitteilt, dass sie als Künstlerin nicht genügend Talent hat, beendet Meg ihre Karriere in New York und zieht zurück nach Seattle ins Morrisey-Gebäude, wo sie bei ihrer Tante aufgewachsen ist und jetzt in deren Wohnung leben kann. Schon seit frühester Kindheit kann Meg Geister sehen und mit ihnen reden und wird von Ripley, einer Geisterfrau, begleitet. Im Morrisey fühlt sie sich gleich wieder heimisch, auch weil Laurie, ihr Kindheitsfreund, noch immer dort lebt. Doch dann geschieht ein Mord und plötzlich sieht sich Meg nicht nur mit Geistern, ihrer langanhaltenden Liebe zu Laurie und einer gescheiterten Karriere konfrontiert, sondern will auch um jeden Preis diesen Mord lösen ...

Ein cosy crime mit einem Hauch von Fantasy und Spuk: Diese Prämisse gefiel mir sehr gut. Allerdings muss ich sagen, dass ich anfangs ein bisschen Probleme hatte reinzukommen. Die Reaktionen aller Beteiligten waren immer extrem überzogen. Es wurde bei den nichtigsten Anlässen nach Luft geschnappt, die Augen aufgerissen oder anderweitig überreagiert und das machte mir den Einstieg schwer. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt (oder es kam nicht mehr derart geballt vor) und ich konnte die Geschichte mehr genießen. Es wurden viele falsche Fährten gelegt und auch die erwähnten Geister spielten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Schluss jedoch hatte mich dann wieder ein wenig enttäuscht - die Lösung fand ich eher unkreativ und es gab ein paar unlogische Dinge. Was mich auch gestört hat, waren die zunehmenden Rechtschreibfehler, die man so nicht unbedingt bei einem großen Verlag erwartet. Alles in allem war es ein netter Einstieg in die Morrisey Mysteries, der jedoch auch noch ordentlich Luft nach oben hat.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Coal und Hex

The Nightmare Before Kissmas
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Angenommen, die Feiertage wären Royals und sie stünden in einem extremen Konkurrenzkampf zueinander? Willkommen bei "The Nightmare before Kissmas". Nicholas, genannt Coal, ist der Prinz von Weihnachten. ...

Angenommen, die Feiertage wären Royals und sie stünden in einem extremen Konkurrenzkampf zueinander? Willkommen bei "The Nightmare before Kissmas". Nicholas, genannt Coal, ist der Prinz von Weihnachten. Sein Vater ist - man kann es nicht anders sagen - ein Tyrann. Nach außen hin der joviale, freundliche Santa, ist er hinter den Kulissen ein knallharter Geschäftsmann, der eben dieses Weihnachtsgeschäft mit eiserner Hand führt. Coal und sein wenig jüngerer Bruder Kristopher stehen unter seiner Fuchtel und müssen tun, was er verlangt. Jetzt eben verlangt Santa, dass Coal die Prinzessin Iris von Ostern heiratet, um ihre Imperien zu vereinen. Doch dann kommt der Prinz von Halloween als Konkurrent um Iris' Hand - und was passiert eigentlich, wenn sich die beiden Konkurrenten ineinander verlieben?

Ich mochte die Ausgangslage sehr. Und um ehrlich zu sein, waren mir die meisten Charaktere wirklich sympathisch, besonders Kristopher und Iris, Bruder und beste Freundin von Coal. Doch auch Hex war nicht uninteressant und ich mochte ihn. Mit Coal selbst bin ich nicht unbedingt warm geworden. Ich mochte, dass er eine Green Flag in einer Beziehung war, aber seine ständige Unentschlossenheit ging mir sauber auf den Keks. Dazu kommt, dass sich genau daraus endlose Gedankenkarussells entwickelt haben. Aber die spicy Szenen waren wirklich geschmack- und gefühlvoll beschrieben, auch wenn sie meinetwegen gern weniger Platz hätten einnehmen dürfen. So hätte ich insgesamt dem Buch vier Punkte verliehen, allerdings gab es einen riesigen Mangel, den ich hier ansprechen möchte, und der dafür sorgt, dass es am Ende doch nur 3 werden: Die ganze Zeit wurde für das A...lochverhalten des Vaters immer die Mutter der Jungs verantwortlich gemacht. Da gab es von Coals Seite aus keine Reflektion, keinerlei Erkenntnis, dass es die Entscheidung des Vaters war, sich wie ein Tyrann aufzuführen. Ja, die Frau hat Santa und die Jungs verlassen, aber es ist dann SEINE Entscheidung gewesen, sich wie ein Drecksack aufzuführen, nichts, was ihre Schuld wäre. Das geht schon so stark ins Misogyne, dass ich da nicht drüber hinwegsehen kann und will.

Veröffentlicht am 04.10.2025

Heißkalte Weihnachten

Under the Mistletoe – Die zwangsläufige Zeit der Liebe
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In diesem Buch versammeln sich fünf Weihnachtsgeschichten von Romanceautorinnen (nehme ich an), von denen ich allerdings nur Ali Hazelwood kannte und sie eigentlich der Grund war, warum ich es lesen wollte. ...

In diesem Buch versammeln sich fünf Weihnachtsgeschichten von Romanceautorinnen (nehme ich an), von denen ich allerdings nur Ali Hazelwood kannte und sie eigentlich der Grund war, warum ich es lesen wollte. Es sind Short Stories mit vier/fünf Kapiteln, man kann sie als quasi einfach so wegsnacken, wenn man mal Zeit hat.

Ali Hazelwood - Cruel Winter: Ja, das war eigentlich ganz süß. Jamie und ihr Kindergartenfreund/feind, die sich nie aus den Augen verloren haben und jetzt gemeinsam im Schneesturm festsitzen. Das hat ganz gut funktioniert und war wie üblich bei Ali mega geschrieben. 4/5

Tessa Bayley - Merry Ever After: Diese Geschichte hat mich so gar nicht abholen können. Der riesige Farmer Lukas, der wohl kernig wirken sollte, fühlte sich für mich irgendwie ungepflegt an und bei Daddy-Kinks bin ich gleich raus. Auch dieses "Ich Tarzan, du meine Frau"-Feeling kann ich nicht ab. 2/5

Olivia Dade - All by my Elf: Nett, aber ein bisschen langweilig, weil es auch so extrem vorhersehbar war. Immerhin gute Kritik, wie mit lehrenden Dozenten umgegangen wird. 3/5

Alexandria Bellefleur - Merriment and Mayhem: Das hätte eigentlich eine ausgewachsene Geschichte werden sollen, nicht nur so eine Short Story, dann wären die Entwicklungen glaubhafter gewesen. So war es halt etwas übertrieben, aber wenigstens ganz nett. 3.5/5

Alexis Daria - Only Santas in the Building: Wenn Gefühle nur auf absolute Horniness basieren, ist mir das zu viel, egal, ob das von der Seite des Mannes oder der Frau ausgehen. Auch dieses "Hach, immer wenn mein Schwarm auftaucht, bin ich ungepflegt" nervt. Immerhin war der Typ eine green flag und hat eine Katze, zähle ich als Pluspunkt. 3/5

Alles in allem hätte ich mir einfach ein bisschen mehr echte Gefühle und weniger "Der/die andere ist so scharf, auf den/die will ich drüber" gewünscht. Weniger ist einfach manchmal mehr.