Wild Reverence
Das Cover:
Wirkt wieder sehr verträumt und wunderschön. Ich schaue es einfach sehr gerne an und finde es passt gut zum Buch.
Meine Meinung:
Wenn man wie ich Divine Rivals gelesen hat, ist dieses Prequel ...
Das Cover:
Wirkt wieder sehr verträumt und wunderschön. Ich schaue es einfach sehr gerne an und finde es passt gut zum Buch.
Meine Meinung:
Wenn man wie ich Divine Rivals gelesen hat, ist dieses Prequel ein Muss – aber wichtig: Man kann es problemlos unabhängig lesen. Die Verbindung liegt eher thematisch, nicht direkt in den Figuren.
Aber worum geht’s wirklich?
„Wild Reverence“ erzählt die Vorgeschichte der Götterkonflikte, die später in Letters of Enchantment wichtig werden.
Im Fokus stehen Mathilda und Vincent, zwei junge Menschen, die in einer Welt leben, in der die Präsenz der alten Götter längst verblasst ist, aber noch immer unterschwellig wirkt.
Mathilda arbeitet in einem Archiv, das sich mit Mythen, alten Aufzeichnungen und vergessenen Geschichten befasst. Sie ist neugierig, nachdenklich, detailverliebt, jemand, der Dinge verstehen will, statt sie einfach hinzunehmen.
Vincent dagegen trägt eine tiefergehende familiäre Last mit sich herum: Seine Familie ist enger mit dem Göttlichen verbunden, als ihm lieb ist, und er versucht, seinen Platz zwischen Tradition, Verpflichtungen und persönlichen Wünschen zu finden.
Die Handlung führt die beiden zusammen, als ein mysteriöser Fund und ein seltsames altes Ritual ihre Wege kreuzen. Damit wird eine unterschwellige Frage entfacht:
Was bedeutet Glauben, wenn die Götter vielleicht realer sind, als man dachte und was passiert, wenn alte Kräfte wieder erwachen könnten?
Was macht das Buch besonders?
Es ist kein klassisch-romantisches Prequel, sondern ein stimmungsvolles worldbuilding piece, das zeigt wie diese Welt einst funktionierte, warum die Götter im Hintergrund lauern, welche Rolle Sprache, Schreiben und Erinnerung haben, wie gewöhnliche Menschen unabsichtlich in göttliche Konflikte geraten und so viel mehr...
Die Atmosphäre ist typisch Ross:
poetisch, melancholisch, voller kleiner Details, die die Welt tiefer wirken lassen.
Man merkt, dass es hier um Ursprung geht, um die Grundlage dessen, was später in Divine Rivals eskaliert.
Mathilda & Vincents Beziehung ist leiser, zurückhaltender, ernsthafter.
Nicht das große Prickeln, sondern ein langsames Vertrauen, das sich aus gemeinsamen Nachforschungen und ehrlichen Gesprächen ergibt.
Beide fühlen sich von der Vergangenheit ihrer Welt eingeholt und diese Verbindung trägt die Geschichte stärker als reine Romantik.
Einige kleine Kritikpunkte gibt es dennoch.
Die Handlung setzt sehr stark auf Stimmung und innere Entwicklung. Dadurch wirkt der Plot phasenweise ungerichtet und verloren, besonders auf die Länge des Buches gesehen. Mamche Fragen und Antworten entfalten sich nur halb und warten auf die Hauptreihe, so bleibt der emotionale Einschlag etwas gedämpft. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Ross mehr andeutet als erzählt.
Mein Fazit:
Ein atmosphärisches, poetisches Prequel, das die Welt von Divine Rivals vertieft, ohne dass man das Hauptbuch gelesen haben muss.
Es geht weniger um Action oder Dramatik und mehr um Ursprung, Glauben, Mythen und die zarte Verbindung zweier Menschen, die ungewollt in etwas Größeres gezogen werden.
Für mich ein ruhiger, aber bedeutungsvoller Beitrag zur Reihe