Die suche nach den Wurzeln
„...Valentina sah Felipe hilflos an, der die Pferde losband. Bitte nicht Papa. Jemand anderes, aber nicht mein geliebter Papa…“
Mit diesen letzten Zeilen aus dem Prolog, der im Jahre 1939 in Argentinien ...
„...Valentina sah Felipe hilflos an, der die Pferde losband. Bitte nicht Papa. Jemand anderes, aber nicht mein geliebter Papa…“
Mit diesen letzten Zeilen aus dem Prolog, der im Jahre 1939 in Argentinien spielt, baut die Autorin sofort eine unterschwellige Spannung auf.
Es ist das sechste Buch aus der Reihe. Allerdings ist es in sich geschlossen und kann problemlos gelesen werden, auch wenn man die Vorgänger nicht kennt.
Der Schriftstil ist locker und leicht. Er enthält eine gehörige Prise Romantik. Die komplexen Beziehungen der Protagonisten sorgen vor allem in dem Teil der Vergangenheit für eine hohe innere Spannung. In der Gegenwart ist diese eher den offenen Fragen geschuldet, vor denen Rose steht.
Rose erhält von einer Anwältin in London ein Kästchen, das eigentlich für ihre Großmutter gedacht war. Die aber war vor kurzem verstorben. Mit dem Holzpferd und dem Stück Seide kann Rose nichts anfangen. Sie erinnert sich aber an die Worte ihrer Großmutter.
"...Schlafende Hunde sollte man nicht wecken, Liebes. Es kommt nie etwas Gutes dabei heraus, wenn man seine Nase irgendwo hineinsteckt, wo sie nicht hingehört..."
Wenige Wochen später ist auch ihre Mutter tot. Plötzlich bekommt sie einen Brief von einem Anwalt aus Argentinien. Ihre Mutter hat dort eine Anwesen geerbt, das nun Rose zufällt. Ihre Freundin Jessica überzeugt sie, sich das an Ort und Stelle anzusehen.
Im Strang der Vergangenheit erfahre ich einiges über das Leben von Valentina. Ihrem Vater gehört eine Menge Land, wertvolle Polopferde und eine Firma für die Verarbeitung von Oliven. Schon in jungen Jahren bereitet er seine Tochter auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Das innige Verhältnis von Vater und Tochter wird in jeder Zeile spürbar. Selbst für ihre verbotene Liebe hofft Valentina auf das Verständnis des Vaters. Doch sein plötzlicher Tod mischt die Karten neu.
Rose sucht in Argentinien nach ihren Wurzeln. Benjamin, ein Poloreiter, ist ihr dabei behilflich. Gleichzeitig stellt sie sich die Frage, wie ihr zukünftiges Leben aussehen soll. In London halten sie nur die Erinnerungen an die gemeinsamen Stunden mit Großmutter und Mutter. Argentinien ist für sie Neuland. Noch fehlt ein Gefühl von Heimat und Angekommensein.
Ab und zu durchzieht ein feiner Humor die Geschichte. Sehen wir uns zum Beispiel die Stelle an, wo Rose Benjamins Eltern besucht.
„...Aufwand sind die beiden Männer, die sie gerade an der Tür getroffen haben. Sie verursachen keinen extra Aufwand, darauf können Sie sich verlassen…“
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, auch wenn nicht alle Dinge logisch zu Ende geführt werden. Die wesentlichen Fragen sind am Ende beantwortet.