Nach "Love, Mom" leider enttäuschend
Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?Nachdem mich letztes Jahr "Love, Mom" von Iliana Xander extrem begeistert hat, war es klar, dass ich auch ihren neuen Thriller lesen werde. Leider kann dieser so gar nicht mit dem Vorgänger mithalten. ...
Nachdem mich letztes Jahr "Love, Mom" von Iliana Xander extrem begeistert hat, war es klar, dass ich auch ihren neuen Thriller lesen werde. Leider kann dieser so gar nicht mit dem Vorgänger mithalten.
Nathalie und Cara sind beste Freundinnen, die sich gemeinsam eine WG in New York teilen. Nach einer ausgelassenen Nacht in einem Club wird Cara am nächsten Morgen bewusstlos an einer Bushaltestelle gefunden und liegt seitdem im Koma. Ihr wurde ein Nervengift verabreicht und Cara kämpft ums Überleben.
Nathalie möchte wissen, wer ihrer Freundin dies angetan hat und macht sich entschlossen auf die Suche nach dem rothaarigen "Hauptgewinn", wie Cara ihren Aufriss nannte. Als sie am Zeitungskiosk sein Bild auf dem Cover eines Magazins erkennt, ist sie wie elektrisiert. Es ist Geoffrey Rosenberg, ein Multimillionär, der mit Kryptowährung demnächst an die Börse gehen will. Sie fasst einen riskanten Plan und bewirbt sich als Aushilfskellnerin in seiner Villa. Sie möchte herausfinden, ob dieser Mann Cara in in diese Lage gebracht hat. Als sie erfährt, dass es noch zwei weitere Mädchen gibt, die mit demselben Gift im Körper im Krankenhaus liegen, reift ein Plan in ihr. Sie möchte dem Boss eine Falle stellen....
Ich habe die 337 Seiten im Flugzeug von Colombo nach Wien in kürzester Zeit weggelesen. Die Story liest sich einfach und ist wieder sehr temporeich. Man fällt in einem ähnlichen Sog, wie bei "Love, Mom" und dennoch konnte mich "Der Boss" nicht wirklich abholen.
Nach dem spannenden Epilog flachte die Story ab und der Zufall, wie Nathalie an den Job in der Villa kommt, war mir viel zu weit hergeholt. Hier muss man definitiv ein Auge zudrücken, um die restliche Story zu "genießen".
Von Beginn an ist klar, dass Nathalie in großer Gefahr schwebt. Die Atmosphäre in der Villa ist beängstigend und man hat das Gefühl, dass dort etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Die Angestellten sind zurückweisend und man bemerkt schnell, das sie Angst vor ihrem Boss haben. Jeder muss sich an bestimmte Regeln halten und Nathalie fällt dies ganz besonders schwer. Ihre Ideen, die oftmals sehr naiv gedacht sind, konnte ich nicht immer nachvollziehen. Manchmal stolpert man über Dinge, die mir seltsam oder unrund vorkamen.
Die Story wird hauptsächlich aus der Sicht von Nathalie erzählt. Dazu gibt es noch Kapitel eines "Unbekannten", der noch etwas mehr Rätselraten beim Leser erzeugt. Die Autorin spielt gekonnt mit Misstrauen, Manipulation und psychologischer Spannung.
Obwohl man durch die Story nur so fliegt, hatte sie für mich zu wenig Thrill und ist arg überzogen. Die Figuren sind sehr schwarz-weiß gemalt und man kann sie perfekt in die üblichen Schablonen zuordnen. Der erwartete Plot-Twist kommt fast zu früh, doch dann wird es sehr spannend und die Handlung zieht rasant an. Vor allem zum Ende hin hatte ich jedoch das Gefühl in einem billigen Agententhriller gelandet zu sein.
Den Hintergrund und die Auflösung fand ich hingegen gelungen.
Fazit:
Nach "Love,Mom", welches von mir 5 Sterne bekommen hat, ist "Der Boss" leider eine Enttäuschung. Mich konnten weder die Charaktere, noch die Storyline wirklich überzeugen. Vieles war sehr überzogen dargestellt. Ich vergebe gerade noch 3 Sterne.