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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2024

Übertrieben viel Spice

Things We Left Behind (Knockemout 3)
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Lucian hat in seiner Vergangenheit einiges erlebt. Seine ehemals beste Freundin und Nachbarin Sloane Walton wiedertrifft, steht er ihr fürsorglich und gleichzeitig ablehnend gegenüber. Was vor vielen Jahren ...

Lucian hat in seiner Vergangenheit einiges erlebt. Seine ehemals beste Freundin und Nachbarin Sloane Walton wiedertrifft, steht er ihr fürsorglich und gleichzeitig ablehnend gegenüber. Was vor vielen Jahren zwischen den beiden vorgefallen ist und welche Rolle dabei gegenseitiges Vertrauen und häusliche Gewalt spielte, wird dabei nach und nach offenbart.
Fakt ist, Lucian hat noch eine alte Rechnung offen und Sloane darf dabei nicht in den Fokus seines Widersachers geraten. Obwohl er daher auf Abstand aus ist, nähern sich die beiden ehemaligen Freunde wieder mehr an.

Leider geht der Story nach den ersten zwei starken Kapiteln merklich die Puste aus. Zumindest hinsichtlich der Handlung habe ich mir dem Klappentext und von Seitenzahl her, inhaltlich mehr Tiefgang erwartet. Schade, dass auch die Protagonisten nicht wirklich mit einem glaubwürdigen Auftritt glänzen. Die Enddreißiger verhalten sich nämlich durchweg wie unreife Teenager. Einfach anstrengend und häufig nicht nachvollziehbar. Und dann wäre da noch die Einbindung von zwingend erforderlichen spicy Szenen nervt mit der Zeit, da ein gefühltes Drittel des Buches der Aneinanderreihung detailliert beschriebener Matratzenakrobatik gewidmet wird und das eigentliche Geschehen nicht wirklich weiter vorankommt. Die Rückblenden in die Vergangenheit hin zur Vorgeschichte haben mich daher deutlich mehr fesseln können als die Gegenwart.
Mit weniger Seiten und der eigentlichen Handlung im Vordergrund, hätte mir die Story sicherlich besser gefallen.

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Veröffentlicht am 15.09.2022

Zu vorhersehbar!

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Kripobeamten aus Weimar stehen eines Morgens unvermittelt bei Patrick Dorstert und seiner Frau Julia vor der Tür und verdächtigen ihn der Misshandlung und Entführung einer Frau.
Die belastende Aussage ...

Kripobeamten aus Weimar stehen eines Morgens unvermittelt bei Patrick Dorstert und seiner Frau Julia vor der Tür und verdächtigen ihn der Misshandlung und Entführung einer Frau.
Die belastende Aussage kommt von der Freundin des mutmaßlichen Opfers, die im weiteren Verlauf sogar von einem Video gestützt wird, auf dem er klar zu erkennen ist.
Insgesamt scheint sich zunehmend alles gegen Patrick verschworen zu haben.
Denn auch der Kunde, mit dem er zur möglichen Tatzeit ein Geschäftsessen hatte und sein Alibi somit bestätigen könnte, ist nicht zu ermitteln.
Aufgrund der erdrückenden Beweise kommt Patrick in U-Haft und versucht von dort aus, weiterhin seine Unschuld zu beweisen.

Die Story wird direkt aus der Perspektive von Patrick Dostert beschrieben, teilweise in der 1.Person in Form von Tagebucheinträgen verfasst, in denen er aus der U-Haft heraus, seine Gedanken mit dem Lesenden teilt.
Der überwiegende Teil, in der 3.Person geschrieben, soll seine Sicht auf die Entwicklung der Geschehnisse widerspiegeln, die zu seiner Verhaftung geführt haben und einem Psychotriller anmuten.

Um es direkt vorwegzunehmen, der Prolog, in dem es hauptsächlich um häusliche Gewalt geht, war ein durchaus gelungener Einstieg.
Aber bereits nach den ersten Seiten im Hauptteil kam mir direkt der Gedanke, die Story so oder so ähnlich, kürzlich erst gelesen zu haben.
Daher hatte ich von Vornherein auch schon eine Vermutung, wer der/die TäterIn in der Geschichte sein wird. Fake oder Fakt - für mich leider zu schnell eine klare Sache!
Somit war die Spannung also futsch, bevor ich mit dem Buch überhaupt so richtig losgelegt habe.
Auch der relativ flüssige Schreibstil konnte das nicht rausreißen, zu einfach gehalten und dadurch langweilig, ohne wirklichen Tiefgang.
Die Charaktere waren größtenteils annehmbar gezeichnet, wobei mich die Beschreibung von Ehefrau Julia sehr schnell nervte. Entweder war sie still, verheult, am Schlafen oder trifft sich mit seinem besten Freund.
An dieser Stelle hat der Autor ganz tief in die Klischee-Trickkiste gegriffen.
Ebenso einfallslos, wie die ständigen Anrufe und Besuche der Kripobeamten und auch die ungewöhnlich vielen leeren Seiten im Buch, machten auf mich eher den Eindruck, als würden hier krampfhaft Seiten gefüllt werden, ob mit Inhalt oder ohne.
Einzig neu war für mich das Thema „Deepfakes“ und damit auch für mich interessant zu erfahren, was heutzutage mittels IT bereits alles möglich ist.
Das war allerdings nur am Rande angeschnitten und ging in der Bedeutungslosigkeit schon fast wieder unter.
Die ausgeklügelte Marketing-Kampagne im Vorfeld und die dazu zahlreichen positiven Rezensionen haben bei mir zumindest ein ganz anderes Bild und eine dadurch hohe Erwartungshaltung an „Fake/t“ erzeugt, die keineswegs erfüllt wurde.

Mein erstes Date mit einem Thriller von Arno Strobel hinterlässt daher leider nur einen schalen Beigeschmack!

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Eiskalte Enttäuschung

The Icebound Kingdom
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Das Dorf Calispino leidet unter einem ewigen Winter, den der Elementargeist des Eises heraufbeschworen hat. Hilfe kommt ausgerechnet von dessen Halbbruder Yolando, dem Elementargeist des Sturms, der die ...

Das Dorf Calispino leidet unter einem ewigen Winter, den der Elementargeist des Eises heraufbeschworen hat. Hilfe kommt ausgerechnet von dessen Halbbruder Yolando, dem Elementargeist des Sturms, der die Seilergesellin Izra überredet, ihn zur Festung seines Bruders begleiten. Dort soll sie den Tyrannen täuschen und töten, um das Dorf zu befreien. Izra selbst hat nach ihrem missglückten Verlobungsversuch und ihrem ruinierten Ruf nichts mehr zu verlieren und willigt in den Plan ein.
In einem löchrigen Netz aus frostiger Kälte, heimlichen Intrigen, erotischer Verführung und magischer Herrschaft, versucht die jungfräuliche Protagonistin, die einen ausgeprägten Bondage-Kink hat, den eiskalten, autoritären „Dunklen Fürsten“ zu verführen und muss sich schließlich entscheiden, auf welche Seite sie sich stellt.

Was zunächst nach einem spannenden, nahezu epischen Romantasy-Abenteuer klingt, weicht leider ziemlich schnell kalter Ernüchterung.

Von Anfang an stolpert man immer wieder über den holprigen Schreibstil und sinnlose Satzkonstrukte, die wohl einer KI-generierten Übersetzung geschuldet sind. (Dachte ich zumindest! Inzwischen weiß ich, hinter dem Pseudonym Juno Reeves steckt ein deutschen Autorenpaar).

Ähnlich wenig Sorgfalt wurde auch auf das Worldbuilding gelegt, denn das kommt hier definitiv zu kurz und wirkt insgesamt sehr eindimensional und wenig durchdacht. Zudem fallen einige Logiklöcher auf und es häufen sich bis zum Schluss zahlreiche offene Fragen, die nicht beantwortet werden. Auch erzählerische Tiefe sucht man hier vergeblich, dafür bleibt die Story eher oberflächlich und verliert sich in unwichtigen Wiederholungen, die die Handlung jedoch nicht voran bringen.
Das unlogische Ende setzt dem Ganzen schließlich die Krone auf.
Für mich zum Jahresende leider ein frostiges Lowlight, das mich wirklich enttäuscht zurück lässt!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Aus der Zeit gefallen

Courting – Be mine through all time
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Eine Jungfrau aus der Gegenwart mit Faible für die Regency-Epoche, landet durch eine unbeabsichtigte Zeitreise im Jahr 1816, wo sie plötzlich nicht nur eine Erbin aus reichem Hause ist, sondern noch dazu ...

Eine Jungfrau aus der Gegenwart mit Faible für die Regency-Epoche, landet durch eine unbeabsichtigte Zeitreise im Jahr 1816, wo sie plötzlich nicht nur eine Erbin aus reichem Hause ist, sondern noch dazu die beste Partie der Saison zu sein scheint.
Dies gerät jedoch zur Nebensache, da Rebecca mit Hilfe von Schützenjäger Reedlan Knox herauszufinden versucht, wer für das Verschwinden und die Ermordung ihrer Freundin Emily verantwortlich ist.

Leider haben sich meine Befürchtungen frühzeitig bewahrheitet, und das Time-Travel-Erlebnis entpuppte sich für mich als Alptraum, den ich am liebsten schon nach den ersten 50 Seiten beendet hätte. Abgesehen von einigen peinlichen Missverständnissen und Dialogen zum Fremdschämen, fand ich die Ermittlungen im Mordfall Emily zumindest so spannend, dass ich das Buch letztlich doch bis zum Ende gelesen habe. Auch wenn Rebecca und Rendell als Ermittler ziemlich lächerlich wirken.

Was soll’s.

Vor allem die Hauptprotagonistin raubt mir mit ihrer einfachen, unreflektierten und gleichzeitig vorwitzigen Art wirklich den letzten Nerv! Dass sie mit Chucks, Asthmaspray und Co. wie selbstverständlich in der Regency-Zeit herumstolziert, als befinde sie sich auf einem Cosplay-Event statt in einer historisch völlig anderen Epoche, ist schon beeindruckend.

Ihr Gegenstück aus der Regency-Zeit glänzt dafür mit anzüglichen Sprüchen, die man eher aus dem Mund eines pubertären Schuljungen erwarten würde. Aber keine Sorge, tief im Inneren ist er natürlich ein gebrochener Held mit einem Herz aus Gold.
Aber wer braucht schon differenzierte Charaktere, wenn man stattdessen eine vorhersehbare Enemies-to-Lovers-Dynamik nach Schema F runterrattern kann?

Wer keinen hohen Anspruch an historische Authentizität hat, wird mit der Geschichte vielleicht glücklich!
Für mich war es leider nichts!

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Veröffentlicht am 30.09.2022

Nicht mein Fall

Dominoeffekt
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Tekla Berg wird vom Stockholmer Nobel-Krankenhaus aus, wo sie als Notärztin arbeitet, zu einem Explosionsort beordert, bei dem sie auf ein schwerverletztes Brandopfer trifft.
Während die Polizei zunächst ...

Tekla Berg wird vom Stockholmer Nobel-Krankenhaus aus, wo sie als Notärztin arbeitet, zu einem Explosionsort beordert, bei dem sie auf ein schwerverletztes Brandopfer trifft.
Während die Polizei zunächst hier sogar einen Terroranschlag vermutet, versucht Tekla herauszufinden, ob es sich bei dem bis zur Unkenntlichkeit entstelltem Schwerverletzten, vielleicht sogar um ihren Bruder Simon handelt.
Dieser verkehrt nämlich im gefährlichen Drogenmilieu und scheint wie vom Erdboden verschluckt.

Von Prostitution zu Drogensucht und -handel, über Korruption in Führungsriegen und bei der Polizei, bis hin zu Verwicklungen zwischen der usbekischen Mafia und dem russischen Auslandsgeheimdienst, wird hier einiges geboten.
Für meinen Geschmack fällt die Spannung an dieser Stelle der komplexen Komposition der verschiedenen Themen zum Opfer, die sich letztlich im Dominoeffekt bündeln sollen.
Das Buch teilt sich in unterschiedliche, nicht zwangsläufig parallel laufende, Handlungsstränge an verschiedenen Orten auf.
Die ständigen willkürlichen Wechsel wirken sich dabei nicht besonders positiv auf den Lesefluss aus und machen es zunehmend schwer, den Überblick zu behalten.
Unter den Protagonisten finden sich bedauerlicherweise auch keine Sympathieträger, mit denen man mitfiebern möchte. Die Charaktere haben allesamt zahlreiche Leichen im Keller und insbesondere die Hauptprotagonistin Tekla mit ihrer omnipräsenten, offensiv zur Schau gestellten Amphetamin-Sucht und ihrem unethischen Verhalten, ist alles andere als eine einnehmende Persönlichkeit. Die klischeebedienenden sexistischen Arzt-Kollegen aus dem Nahen Osten, die sie nicht für voll nehmen und ihr stattdessen mit Freude das Leben schwer machen, hat die Handlung obendrein wirklich nicht mehr gebraucht.

Die Tatsache, dass der Autor Christian Unge hauptberuflich Mediziner und somit vom Fach ist, hat mich zunächst sehr für dieses Buch begeistert.
Ohne Frage bekommt man hier eine Geschichte serviert, die zumindest aus medizinischer Sicht fachlich fundiert ist, jedoch den nötigen Nervenkitzel vermissen lässt und somit kaum als Thriller zu bezeichnen ist.
Im Endeffekt haben sich die insgesamt 523 Seiten sehr in die Länge gezogen, auch aufgrund einiger holpriger Textstellen, die ich als nervende Störfaktoren wahrnahm und meine Freude an der Geschichte deutlich geschmälert haben.
Positiv anzumerken sind jedoch die vielen abendfüllenden Lesestunden, die ich dank dem Buch hatte.

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