Das Glückadellen-Komplott
Schon mit Band 1 Mord im Himmelreich hatte der Autor gleich meinen Geschmack getroffen. Ein idyllischer Campingplatz, etwas schräge Charaktere, Humor der sich selbst auf die Schippe nimmt und ein ungelöster ...
Schon mit Band 1 Mord im Himmelreich hatte der Autor gleich meinen Geschmack getroffen. Ein idyllischer Campingplatz, etwas schräge Charaktere, Humor der sich selbst auf die Schippe nimmt und ein ungelöster Kriminalfall. Da Kommissar Fass mit den Ermittlungen im ländlichen Caputh und Umgebung eindeutig überfordert ist, helfen ihm auch diesmal der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus und seine einzigartige Gehilfin Annabelle Schäfer. Beide haben im ersten Band bereits mein Herz im Sturm erobert.
Kupernikus sieht sich an einem warmen Herbstmorgen zwei Herausforderungen ausgesetzt. 1. Er hatte noch keine zwei Tassen Kaffee, gemeint ist natürlich eine edle Bohne, kein Gebräu von der Stange. 2. Im kleinen Laden des Campingplatzes gibt es keine Brötchen, denn der Bäcker ist verschwunden. Ein absoluter Skandal. Wie der Zufall es will, findet er bei der Gassirunde mit Hündin Pinguin den verlassenen Bäckerwagen in einem Waldweg. Weit und breit außer ein Paar Schuhen am Seeufer nichts zu finden. Handelt es sich wirklich um Selbstmord, wie Kommissar Fass denkt? Und was hat es mit dem Einbruch ins Hausboot von der spirituellen Anhängerin Solveig Bach auf sich? Kupernikus vermutet mehr hinter dem Vorfall und fängt an Fragen zu stellen. Das Ganze nimmt immer weitere Ausmaße an.
Mit Begeisterung bin ich wieder Kupernikus und seiner ganz speziellen Art der Ermittlung gefolgt. Er hat es einfach drauf die richtigen Fragen zu stellen und vor allen Dingen richtig zuzuhören. So haben er und Annabelle es mit vermeintlichen Geheimbotschaften auf Mohnbrötchen, einem munteren Klübchen von Eisenbahnerwitwen, dem Genuss von Haschkeksen und einer unglücklichen Liebschaft zu tun. Zu allem Überfluss gibt es dann noch die tiefgekühlte Leiche eines Unbekannten.
Was soll ich sagen, es war wieder ein absoluter Lese- und Rategenuss mit Kupernikus und Co. Nie hätte ich erwartet, welche ausufernde Geschichte sich hinter dem Ganzen verbirgt. Dazu die absolut speziellen Charaktere und der schräge Humor. Ich kann nicht verstehen, dass Kupernikus nie die Rolle des Tatort-Ermittlers spielen durfte, sie wäre ihm wie auf dem Leib geschrieben.
Meine absolute Leseempfehlung für diesen Cozy Krimi und seine Charaktere. Vielen Dank Andreas Winkelmann, ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz im Himmelreich.
Mein Fazit:
Auch im zweiten Fall im Himmelreich zeigt Kupernikus wieder vollen Körpereinsatz, diesmal bei der Überprüfung der Wirkungsweise eines Haschkekses. Annabelle steht ihm mit Rat und Tat zur Seite und achtet nebenher auf ausreichend Hausmannskost, deren Rezepte am Ende des Buches zum Nachkochen anregen. Mit Humor und Kombinationsgabe kommt es auch hier zu einer überraschenden Lösung des Falles.