Dieses Kind hat Spuren hinterlassen
Dieses Buch geht unter die Haut. Leise, ehrlich und mit einer Tiefe, die lange nachwirkt.
Lara Link erzählt die bewegende Geschichte ihres Sohnes Mijo, der kurz vor seinem neunten Geburtstag gestorben ...
Dieses Buch geht unter die Haut. Leise, ehrlich und mit einer Tiefe, die lange nachwirkt.
Lara Link erzählt die bewegende Geschichte ihres Sohnes Mijo, der kurz vor seinem neunten Geburtstag gestorben ist. Mijo war schwerbehindert, hatte unzählige Klinikaufenthalte und ein Leben, von dem man meinen könnte, es sei vor allem von Leid geprägt gewesen. Und doch war es ein Leben voller Lachen, Liebe, Humor und einer erstaunlichen Lebensfreude.
„Mama, glaubst du, die brauchen im Himmel noch einen Feuerwehrmann?“ – Schon der Titel macht deutlich, wie besonders dieser kleine Junge war. Mijo, der „Feuermann“ begegnet dem Leben und auch Gott mit einer Offenheit, einem Vertrauen und einer Tiefe, die zutiefst berühren. Seine Fragen, seine Gedanken und seine Fröhlichkeit wurden für seine Familie und für viele Menschen in seinem Umfeld zu einem echten Geschenk.
Dieses Buch ist weit mehr als eine Erzählung über Krankheit und Abschied. Es ist ein ehrliches Glaubenszeugnis. Lara Link verschweigt weder Zweifel noch Wut oder innere Kämpfe. Sie stellt die großen Fragen offen: „Gott, wie kann ich dir danken und dich gleichzeitig anschreien? Wie passen Glück und Schmerz zusammen?“ Nicht jedes Gebet heilt den Körper, aber manche heilen das Herz. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Besonders berührend sind die Briefe, die die Mutter an Mijo schreibt. Briefe voller Liebe, Dankbarkeit, Schmerz und Ehrlichkeit. Worte, die sie nicht wirklich an ihn abschicken wird, aber die alles ausdrücken, was auf der Seele liegt. Hinzu kommen Zitate von Menschen, die Mijo begegnet sind und schildern, was er in ihrem Leben verändert hat. Man spürt: Dieses Kind hat Spuren hinterlassen.
Beeindruckend ist auch der Umgang der Familie mit der Gewissheit, dass Mijo kein langes Leben haben wird. Seine Herzenswünsche wurden ernst genommen. Seifenblasen, besondere Aktionen, selbst ausgedachte Geschichten über Feuerwehrmänner. Die Eltern sind ganz bei ihm, im Moment, im Jetzt. Bereits in der Schwangerschaft hatte Lara den Eindruck, Gott frage sie: „Bist du bereit für ein behindertes Kind?“ Und sie sagte Ja im Vertrauen darauf, dass Gott keine Fehler macht und dass Mijo richtig und geliebt ist, genau so, wie er ist.
Trotz aller Traurigkeit zieht sich eine tiefe Dankbarkeit durch das Buch: Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, so kurz sie auch war. Am Ende steht die Gewissheit, dass Mijo jetzt bei Gott ist. Heil, fröhlich und vielleicht tatsächlich bei der Himmelsfeuerwehr.
Dieses Buch lässt niemanden unberührt. Es geht an die Substanz und schenkt gleichzeitig Hoffnung. Für Menschen in ähnlichen Lebenssituationen kann es Trost und Ermutigung sein. Und für alle anderen eine eindringliche Erinnerung daran, was wirklich zählt im Leben.
Ein sehr ehrliches, mutiges und liebevolles Buch.