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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Vielschichtiger historischer Roman mit aktuellem Bezug

Eine vergessene Schuld
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„Eine vergessene Schuld“ des Autoren Arne Jensen ist für alle geschichtlich interessierten Leser:innen geeignet, die sich auch mit komplexen moralischen Fragen beschäftigen wollen. Inhaltlich holt die ...

„Eine vergessene Schuld“ des Autoren Arne Jensen ist für alle geschichtlich interessierten Leser:innen geeignet, die sich auch mit komplexen moralischen Fragen beschäftigen wollen. Inhaltlich holt die Geschichte deshalb wahrscheinlich nicht alle ab, dabei ist gerade die Erinnerung an frühere Zeiten und die Schrecken der NS-Zeit so wichtig. Die Erzählung macht auch deshalb so betroffen, da die Schicksale von Raimund Bach und auch von anderen Charakteren reale Vorbilder haben. Gut recherchiert werden die Geschehnisse nochmal eindrücklicher. Stilistisch wie auch inhaltlich bleibt da der aktuellere Zeitstrang etwas zurück. Dieser liest sich zum einen längst nicht so flüssig und schweift zum anderen hin und wieder etwas ab. Zwar gibt es mit Psychologin Jasina eine sympathische, wie auch spannende Figur. Gerade zum Ende hin wirkt ihr Verhalten aber immer weniger professionell und wird damit etwas unglaubwürdig. Wer mit dieser Entwicklung, welche wohl zugunsten der Dramatik getroffen wurde gut leben kann, sollte dennoch zu „Eine vergessene Schuld“ greifen. Den neben der dringend nötigen Erinnerungskultur, greift die Geschichte auch aktuelle politische Fragen auf. Und so ist der Roman zwar keine leichte, aber eine wichtige Lektüre, welche ich dir durchaus weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Ein bunter Streifzug durch das Gartenjahr

Gemüsepower
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Sehr sympathisch und mit vielen tollen Fotos nimmt uns Lucia Schauerhammer mit in ihren Dorfgarten. Dieser wird nach dem Prinzip Market Garden bewirtschaftet und versorgt viele Menschen mit frischem Gemüse. ...

Sehr sympathisch und mit vielen tollen Fotos nimmt uns Lucia Schauerhammer mit in ihren Dorfgarten. Dieser wird nach dem Prinzip Market Garden bewirtschaftet und versorgt viele Menschen mit frischem Gemüse. Leider verrät Autorin Lucia Schauerhammer darüber aber gar nicht so viel wie gedacht. Die im Buch vorgestellten Methoden sind vielmehr Grundlage in zahlreichen Büchern über das naturnahe Gärtnern. Es wäre zum Beispiel toll gewesen, einen Plan für ein Beispiel Beet im Jahresverlauf zu bekommen um zu sehen wie effizient und planvoll im Market Garden gearbeitet werden kann. Aber gut, auch ohne solch eine detaillierte Beschreibung gibt es etwas zu lernen. Ich persönlich habe für mich einige Sortentipps und die Empfehlung einer versetzten Aussaat auch für Gurken mitgenommen. Richtig gelungen ist außerdem in welcher Ausführlichkeit sich dem wichtigen Thema Kompost gewidmet wird. Über das Anlegen, die richtige Pflege, bis hin zum sieben und den überlegten Einsatz wird hier wirklich an alles gedacht. “Gemüsepower“ eignet sich denke ich gut um einen ersten Überblick zu bekommen oder sich als Gartenmensch mit Erfahrung die ein oder andere Anregung zu holen. Nicht jeder Aspekt wird detailliert beschrieben und auch genaue Beetpläne sucht man hier vergebens. Wer damit gut leben kann, für den ist dieses ansprechende Gartenbuch auf jeden Fall einen Blick wert. Ich vergebe dafür gute 4 Sterne und eine eingeschränkte Empfehlung.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Düster, hochaktuell und ereignisreich

Waldmann
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„Waldmann“ von Thomas Ziebula war für mich keine „normale“ Krimilektüre. Durch die hohe Aktualität und detailreiche Ausarbeitung des Themas der Zwangsprostitution und dem Vorgehen beim Menschenhandel, ...

„Waldmann“ von Thomas Ziebula war für mich keine „normale“ Krimilektüre. Durch die hohe Aktualität und detailreiche Ausarbeitung des Themas der Zwangsprostitution und dem Vorgehen beim Menschenhandel, nimmt die Geschichte emotional durchaus mit. Und auch was die gewaltvollen Details betrifft, ist die Handlung nicht leicht auszuhalten. Prinzipiell finde ich es aber toll, dass sich der Autor vor einem solchen wichtigen Thema nicht scheut und außerdem eine gründliche Recherche in sein Buch investiert hat. Johannes Waldmann ist als Ermittler dabei stets im Mittelpunkt der Geschehnisse, kämpft stark mit seinen eigenen Dämonen und gerade der Umgang mit seiner psychischen Erkrankung nimmt Raum ein. Ehrlicherweise bin ich mit der gewählten Behandlung manchmal etwas unglücklich, zum Beispiel wenn eigenmächtig Medikamente abgesetzt werden um stattdessen Drogen einzunehmen. Aber halten wir fest, Waldmann ist sowieso ein spezieller Protagonist und von Ecken und Kanten zu sprechen wäre noch untertrieben. Als Ausgleich hätte ich es gut gefunden, wenn die weiblichen Perspektiven genauso viel Raum erhalten hätten wie er. Denn gerade Suse und Pia sind für den Handlungsverlauf extrem wichtig, bleiben aber in ihrer Ausarbeitung etwas blass. Mein größtes Problem hatte ich allerdings mit gleich zwei Männern, deren absolut übergriffiges Verhalten, im Buch als positiv und beschützend dargestellt wurde. Gerade im Kontrast mit den kritisierten Verhaltensweisen der Zuhälter, fand ich dies merkwürdig und eben auf andere Weise schlimm. Alles in allem ist „Waldmann“ sicher kein Buch, welches sich eben mal so einfach weg liest. Unbequem und schonungslos präsentiert es uns ein Problem, welches uns allen bewusst sein sollte. Und auch wenn ich konkrete Kritikpunkte habe, bin ich insgesamt doch angetan von der spannenden, brisanten und actionreichen Handlung. Weitere Bänden deuten sich schon an, denn auch wenn die jetzigen Ereignisse soweit aufgeklärt sind, sind gerade für Waldmann in Bezug auf seine Vergangenheit noch viele Fragen offen.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Durchgehender Grusel, subtile Spannung und überraschende Perspektivwechsel

Fall Silent
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Ungewöhnlich und gerade deshalb besonders ist die Lektüre von „Fall Silent Grauen abseits des Appalachian Trails“ der Autorin Birgit Arnold auf jeden Fall. Sie selbst ordnet ihr Werk als Nature Horror ...

Ungewöhnlich und gerade deshalb besonders ist die Lektüre von „Fall Silent Grauen abseits des Appalachian Trails“ der Autorin Birgit Arnold auf jeden Fall. Sie selbst ordnet ihr Werk als Nature Horror ein. Besonders gelungen ist die anhaltend nervenaufreibende Atmosphäre, diese ist sehr düster ohne sofort konkret zu werden und sorgt mehrmals für Gänsehautmomente. Richtig toll! Auch die Beschreibungen des Trails und der umliegenden Natur sind sehr lebendig und bildhaft. Der Schreibstil war mir allerdings leider hin und wieder etwas zu holprig, gerade was die Dialoge betrifft. Trotzdem las sich das Buch flott weg und konnte mich gerade durch die sehr ungewöhnlichen Perspektivwechsel und überraschenden Twists fesseln. Auf nur wenigen Seiten erzählt Birgit Arnold eine durchdachte Geschichte mit ungewöhnlichem Denkansatz. Auch diese nachdenklichen Untertöne gefielen mir gut. Wer also Lust auf eine einzigartige Geschichte mit Naturbezug hat und/oder Mysterie mag, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Lebendige Charaktere und ein interessanter Blick in die Geschichte des deutschen Geheimdienstes

Die Kryptografin
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Angesiedelt in der Nachkriegszeit, begleiten wir die sympathische Mathematikerin Margot auf ihrem besonderen Lebens- und Karriereweg. Wer also Lust auf einen informativen historischen Roman hat, sollte ...

Angesiedelt in der Nachkriegszeit, begleiten wir die sympathische Mathematikerin Margot auf ihrem besonderen Lebens- und Karriereweg. Wer also Lust auf einen informativen historischen Roman hat, sollte unbedingt zu „Die Kryptografin“ von Hanna Aden greifen. Zwar ist nicht jedes Detail historisch akkurat, aber dennoch steckt viel Recherche und spürbare Liebe zum Detail in der Geschichte. Nachdem ich erst mal Zugang gefunden hatte, was einige Seiten brauchte, konnte mich die Erzählung dabei absolut fesseln. Margot bringt einige Besonderheiten mit, wie etwa ihre Synästhesie und ist auch durch ihre Privilegien sicherlich keine klassische Frau der damaligen Zeit. Gerade aufgrund ihrer oft unkonventionellen Art mochte ich sie aber richtig gerne und auch ihre Freundin Sue ist ein wichtiger Ankerpunkt der Geschichte. Der Schreibstil wirkt frisch und eher modern und liest sich auch deshalb angenehm flüssig. Auch Langeweile kommt durch die abwechslungsreiche Handlung keine auf und gerade alles was die Kryptografie betrifft, war wirklich super spannend. Hin und wieder hätte die Arbeit damit gerne noch mehr im Mittelpunkt stehen dürfen. Am Ende tut sich gerade was Margot betrifft nochmal richtig viel und für den nächsten Band, welcher bereits angekündigt ist, bieten sich weitere interessante Themen. Insgesamt bin ich mit dem unterhaltsamen Leseerlebnis doch sehr zufrieden und kann den Roman deshalb durchaus weiterempfehlen.

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