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Veröffentlicht am 15.02.2026

Die Schere zwischen Arm und Reich

Villa Rivolta
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Renzo Rivolta baut sich in der Nachkriegszeit in Italien einen Konzern auf, der zunächst Kühlschränke und später Automobile verkauft. In seiner Villa treffen sein Sohn Piero und die Tochter der Hausangestellten, ...

Renzo Rivolta baut sich in der Nachkriegszeit in Italien einen Konzern auf, der zunächst Kühlschränke und später Automobile verkauft. In seiner Villa treffen sein Sohn Piero und die Tochter der Hausangestellten, Valeria aufeinander. Es entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden, die sie ihr Leben lang begleiten soll.

Auf zwei Zeitebenen erzählt Daniel Speck die bewegende Lebensgeschichte der beiden Hauptfiguren , deren gesellschaftlicher Hintergrund unterschiedlicher nicht sein könnte . Es geht um die goldene Zeit Italiens ( die Dolce Vita) und die anschließenden Studentenunruhen in den 1960er Jahren. Außerdem ist die Diskriminierung von Sizilianern, die zum Arbeiten nach Norditalien gezogen sind ein großes Thema. Während Piero und seine Familie der Inbegriff des Kapitalismus sind , kämpft Valeria‘s sizilianischer Freund Flávio verbissen für Arbeiterrechte. Konflikte sind da natürlich vorprogrammiert.

Die Geschichte hat mir gut gefallen auch wenn es zwischendurch ein paar Längen gab. Ich mochte auch, dass liebgewonnene Figuren aus „ Bella Germania“ in diesem Roman nochmal auftauchen . Leider blieben mir am Ende zu viele Fragen offen, so dass der Schluss für mich etwas unbefriedigend war. Ansonsten habe ich den Roman aber wieder gerne gelesen und fand es spannend in die Historie der Familie Rivolta einzutauchen.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Abschlußband - Nicht der stärkste Teil der Reihe

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Nachdem ich erst kürzlich „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ das 2.Buch von Alena Schröder‘s Trilogie gelesen und sehr gemocht habe, war es jetzt schön Teil 3 gleich folgen zu lassen.

Der Schreibstil ...

Nachdem ich erst kürzlich „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ das 2.Buch von Alena Schröder‘s Trilogie gelesen und sehr gemocht habe, war es jetzt schön Teil 3 gleich folgen zu lassen.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und gefühlvoll.

Ich war gespannt wie es in Hannah‘s Leben wohl weitergehen würde. Wie traurig, dass sowohl ihre Mutter Silvia, als auch ihre Großmutter Evelyn in dem Erzählstrang von 2023 nicht mehr leben. Hannah wirkt etwas orientierungslos, als sich überraschenderweise ihr Vater bei ihr auftaucht. Er, der ihre Existenz so viele Jahre ignoriert hat, möchte plötzlich, dass sie ihn, seine Frau und ihre beiden Halbbrüder kennenlernt. Hannah lässt sich darauf ein, vielleicht auch weil sie etwas einsam ist. Ihre beste Freundin ist gerade aufs Land gezogen und hat ein Baby bekommen. Kollegin Ulrike hat sie überrumpelt und ihren Neffen Justus bei ihr einquartiert, weil nach dem Auszug der Freundin ein Zimmer frei geworden ist. Soll Hannah ihren Vater wirklich in ihr Leben lassen? Hannah ist sich gar nicht sicher, ob das eine gute Idee ist.


Im 2. Erzählstrang gehen wir zurück nach Güstrow 1945. Der Krieg ist verloren. Marlen ist Kriegswaise und wird von der Malerin Wilma adoptiert und lebt fortan mit ihr und der alten Haushälterin Burgel in einem einsamen Haus am Stadtrand. Wilma‘s Mann Jon ist noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt. Marlen unterstützt Wilma beim Malen, hat offensichtlich Talent und lernt ganz viel von ihrer Ziehmutter. Da Wilma zunehmend an Sehkraft verliert, übernimmt Marlen die Malerei immer mehr, auch wenn Wilma die Werke immer noch selbst signiert, bevor sie sie verkauft. Marlen ist inzwischen erwachsen, doch ein eigenes Leben kann sie so nicht führen.

Die beiden Erzählstränge waren wirklich sehr verschieden und das Zusammenführen am Ende hat mich dann auch etwas enttäuscht, weil es sehr konstruiert wirkte und es nur einen hauchdünnen Zusammenhang zwischen beiden Geschichten gab.

Insgesamt mochte ich die Reihe aber ganz gerne. Jedes Buch kann auch für sich gelesen werden, das hat die Autorin gut hinbekommen. Ein runderes Bild bekommt man natürlich, wenn man alle 3 Bücher liest.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Schräg

Stadt der Hunde
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Der Gehirnchirurg Jaap Hollander ist nicht gerade ein angenehmer Zeitgenosse, als man ihm zu Beginn des Buches begegnet. Er ist in seinem Job brillant, was ihm die Macht verleiht andere Menschen zu benutzen ...

Der Gehirnchirurg Jaap Hollander ist nicht gerade ein angenehmer Zeitgenosse, als man ihm zu Beginn des Buches begegnet. Er ist in seinem Job brillant, was ihm die Macht verleiht andere Menschen zu benutzen und mit wenig Respekt zu behandeln. Für seine Patienten ist er der Lebensretter, für seine Mitmenschen oft ein Ekel. Inzwischen ist er im Ruhestand und geschieden. Doch dass seine Tochter vor zehn Jahren spurlos verschwunden ist, nagt an ihm, und er kehrt jährlich zu dem Ort zurück, an dem sie zuletzt gesichtet wurde, in der Hoffnung doch noch Spuren zu finden. Als er gebeten wird ein sehr riskante Gehirnoperation bei einer arabischen Prinzessin durchzuführen, wird ihm eine hohe Belohnung in Aussicht gestellt, mit der er seine Nachforschungen nochmal intensivieren könnte.

Jaap macht innerhalb dieser Geschichte eine Wandlung durch, die ihn demütig werden lässt und dazu bringt, gemachte Fehler zu bereuen.

Der Weg dorthin ist etwas schräg und sollte von Jedem selbst entdeckt werden. Ich fand den Roman auf jeden Fall unterhaltsam und wollte auch immer wissen was als nächstes passiert. Der Autor driftet mir aber zu sehr ins Absurde oder in den magischen Realismus. Damit habe ich zugegeben meine Schwierigkeiten.

Erstaunlich war für mich, dass er am Ende nochmal die Kurve kriegt und die Geschichte ein einigermaßen nachvollziehbares Ende bekommt.

Wer sich an z.b sprechenden Hunden nicht stört, dem könnte diese Geschichte durchaus gefallen.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Zu viel Gewalt

Lazarus
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Mir wurde erst beim Lesen bewusst, dass es sich bei „Lazarus“ um den 7.Teil einer Reihe handelt.


Trotzdem kam ich gut zurecht. Dieser Thriller war wirklich sehr spannend, aber auch unnötig blutig und ...

Mir wurde erst beim Lesen bewusst, dass es sich bei „Lazarus“ um den 7.Teil einer Reihe handelt.


Trotzdem kam ich gut zurecht. Dieser Thriller war wirklich sehr spannend, aber auch unnötig blutig und brutal. Die Spannung baut sich langsam auf und steigert sich immer mehr. Irgendwann ist klar, dass der totgeglaubte Serienkiller Jurek Walter doch noch unter den Lebenden weilt und auf Rachefeldzug ist. Dieser Mörder macht vor nichts und Niemandem halt und zögert auch nicht Unbeteiligte zu manipulieren und sie in sein grausames Spiel mit reinzuziehen.

Am Ende gibt es den erwarteten Showdown und einen Cliffhanger, der Lust auf den nächsten Band machen soll.

Ich bin hier raus. Mir waren es zu viele Gewaltexzesse, die ich nicht lesen mag. Für hartgesottene Thrillerfans ist diese Reihe aber sicher ein Highlight.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Das Leben reflektieren

Das glückliche Leben
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Zum Inhalt

Der melancholische Éric, der mit seinem Leben gerade nicht sehr zufrieden ist, wird von einer ehemaligen Klassenkameradin, Amélie angeschrieben. Sie arbeitet für die Regierung und bietet Éric ...

Zum Inhalt

Der melancholische Éric, der mit seinem Leben gerade nicht sehr zufrieden ist, wird von einer ehemaligen Klassenkameradin, Amélie angeschrieben. Sie arbeitet für die Regierung und bietet Éric kurzerhand einen Job mit Reisetätigkeit an. Éric nimmt diese neue Herausforderung (trotz Flugphobie) zwar an, steigt dann aber mitten auf einer Geschäftsreise nach Seoul zum Ärgernis für Amélie ohne Erklärung wieder aus. Ein Schlüsselerlebnis in Korea, bei dem es um eine Scheinbeerdigung ging, durch die man neuen Lebensmut erlangen sollte, hatte ihn diesen radikalen Schritt gehen lassen. Er setzt fortan ganz neue Prioritäten in seinem Leben und kommt dem Wunsch glücklich zu sein ein Stück näher.

Auch bei Karrieristin Amélie setzt irgendwann ein Umdenken ein, ( wir nehmen zeitlich auch die Pandemiezeit mit ), und ein Wiedersehen mit Éric ist auf einmal nicht mehr undenkbar sondern folgerichtig.



Fazit:

Ich wusste vor dem Lesen nicht, dass es sich bei „Das glückliche Leben“ von David Foenkinos um einen fast schon philosophischen Roman handeln würde.

Mit Lebensratgeberbüchern und esoterischen Texten kann ich in der Regel wenig anfangen. Dieses Buch war dann aber sehr charmant und unterhaltsam geschrieben ohne großen Plot aber mit einigen guten Gedanken und viel Humor. Ich mochte es ganz gern. Es las sich schnell weg, war aber kein Highlight für mich.



3,5 Sterne

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