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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

Der Prinz und die Blumeninsel

Die Blumeninsel im Bodensee
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„...Auf Schloss Stenhammar war Lennart glücklich. Hier, in diesem kleinen, schmucken Schlösschen, fühlte er sich, anders als im stets kalten schwedischen Königshaus, geliebt und geborgen…“

Doch das Jahr ...

„...Auf Schloss Stenhammar war Lennart glücklich. Hier, in diesem kleinen, schmucken Schlösschen, fühlte er sich, anders als im stets kalten schwedischen Königshaus, geliebt und geborgen…“

Doch das Jahr 1914 sollte für den 5jährigen Jungen ein bitteres werden. Vor einem Jahr hatte ihn seine Mutter verlassen. Nun wird er mit der Freundin seines Vaters konfrontiert. Man schickt ihn zur Ausbildung zu seinen Großeltern ins Königshaus.
Die Autorin hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Mit seiner Großmutter Viktoria von Schweden reist der kleine Prinz Lennart Bernadotte auf die Insel Mainau. Die Landschaft beeindruckt ihn. Er interessiert sich für Blumen, aber auch für die Geschichte der Insel. Das Geschenk der Großmutter, eine Kamera, sollte entscheidend für seinen späteren Lebensweg werden.
Nach dem Tode des Großvaters erbt Lennarts Vater die familieneigene Insel. Er kann nichts damit anfangen und erlaubt Lennart, sie nach seinem Willen umzugestalten.
Lennart verliebt sich in die Bürgerstochter Karin Nissvandt. Er setzt die Hochzeit mit ihr durch und muss auf all seine Privilegien sowie seinen Titel als Prinz verzichten. Als beide das erste Mal auf die Insel Mainau reisen, wird klar, wie viel Arbeit vor ihnen liegt.

„...“Märchenschloss ist ein gutes Stichwort“, versetzte Karin nachdenklich. „Es wirkt auf mich, als befände es sich im Dornröschenschlaf.“…“

Ausführlich beschreibt die Autorin, wie sich die Insel nach und nach entwickelt. Lennart versteht es, mit den ehemaligen Angestellten seines Großvaters ein gutes Verhältnis aufzubauen und sie von seinen Ideen zu begeistern. Die Insel tut auch seiner psychischen Verfassung gut.

„...Und ich habe das Gefühl, je mehr wir über sie erfahren, desto mehr liebe ich die Insel. Es ist, als würde ich gerade zu den alten Bäumen eine echte Beziehung aufbauen, so als wären sie menschliche Wesen...“

Den zweiten Weltkrieg verbringt die Familie in Schweden. Erst 1946 kehren sie auf die Insel zurück. Es gilt, die Kriegsfolgen zu beseitigen und neue Ideen umzusetzen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es endet im Jahre 1951, als sich die Familie endgültig entschließt, ganz auf die Insel zu ziehen.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Amüsantes Kinderbuch

Idefix und die Unbeugsamen - Der Wecker von Lutetia
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„...Wir befinden uns im Jahre 52 vor Christus. Ganz Lutatia ist von Römern besetzt. Ganz Lutetia? Nein! Eine kleine Schar unbeugsamer Tiere, unter der Führung von Idefix, leistet dem Eindringling Widerstand...“

Mit ...

„...Wir befinden uns im Jahre 52 vor Christus. Ganz Lutatia ist von Römern besetzt. Ganz Lutetia? Nein! Eine kleine Schar unbeugsamer Tiere, unter der Führung von Idefix, leistet dem Eindringling Widerstand...“

Mit diesen Zeilen beginnt ein amüsantes Kinderbuch. Die Geschichte ist leicht und locker, wird spannend erzählt und ist wegen großer Schrift und klar gegliederten Absätzen auch für Erstleser geeignet.
Zu Beginn werden die tierischen Protagonisten vorgestellt. Bei einigen ist schon der Name Programm.
Monalisa, die Katze des römischen Generals ist genervt vom Weckruf des Hahns Sinfonix. Sie will den in ihrem Kochtopf sehen. Als eines Morgens sein Krähen nicht erklingt, hat halb Lutetia verschlafen. Wird es Idefix und seinen Freunden gelingen, Sinfonix zu retten?
Das Buch ist sehr schön illustriert. Die farbigen Bilder zeigen einen feinen Humor.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Geschichten, die zum Nachdenken anregen

Ich bin dafür!
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„...Ich bin dafür. Auch und gerade an diesen Tagen und Zeiten, in denen ein Chor von Nörglern und Meckerfritzen sein Lied anstimmt…“

Mit diesen Zeilen führt mich der Autor in sein Buch ein. Er ist dafür, ...

„...Ich bin dafür. Auch und gerade an diesen Tagen und Zeiten, in denen ein Chor von Nörglern und Meckerfritzen sein Lied anstimmt…“

Mit diesen Zeilen führt mich der Autor in sein Buch ein. Er ist dafür, den Alltag mutig in Angriff zu nehmen. Dazu hat er 44 Geschichten aus dem täglichen Leben kreiert, wo er in teils humorvoller Weise unterschiedliche Sachverhalte beleuchtet.
Der Schriftstil ist leicht und locker. Er lässt sich flott lesen. Gekonnt verknüpft der Autor viele Dinge mit Fragen des Glaubens, nie aufdringlich, nie vordergründig, aber immer mit einem Anstoß zum Nachdenken. Manchmal empfiehlt er, die Perspektive zu ändern, wie in dem folgenden Zitat.

„...Erzähl Gott nicht andauernd von deinen Problemen. Der kennt sie schon lange. Erzähl deinen Problemen endlich mal von Gott!…“

Wer kennt das nicht? Im Supermarkt steht man an der falschen Schlange. Im Stau ist die Nebenspur schneller. Im Urlaub hat das Wetter nicht gestimmt.

„...Im Leben ist auf lange Sicht keiner im Vorteil, was die Chancen angeht. Was die Umsetzung dieser Chancen angeht, unterscheiden wir uns allerdings. Die einen klagen, die anderen packen das Leben an…“

Ich könnte noch etliche Beispiele anführen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt auf jeweils knapp zwei Seiten pro Geschichte, wie man das Leben meistern könnte.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Eine komplexe Familiengeschichte

Wenn die Sonne untergeht
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„...Was für eine seltsame Familie ist diese Familie Mann: alle unauflöslich miteinander verbunden, aber oft weniger durch Liebe als durch Sehnsucht nach der Anerkennung, durch Sentimentalität, durch herzliche ...

„...Was für eine seltsame Familie ist diese Familie Mann: alle unauflöslich miteinander verbunden, aber oft weniger durch Liebe als durch Sehnsucht nach der Anerkennung, durch Sentimentalität, durch herzliche Abneigung oder Angst…“

Diese Worte drücken aus, worum es in dem Buch geht: um die komplizierten Verhältnisse in der Familie des Thomas Mann. Gleichzeitig wurde mir als Leser schnell klar, dass die Sympathien des Autors auf der Seite der Kinder liegen, während der Schriftsteller Thomas Mann oft kritisch betrachtet wird.
Der Schriftstil ist meist sachlich. Emotionen kommen nur selten vor. Das Buch zeigt aber die ausführliche Recherche des Autors, besonders dann, wenn er konkrete Zitate einarbeitet oder auf Bilder der Familie verweist.
Die Geschichte beginnt im Februar 1933. Katia und Thomas Mann begeben sich zu einem Erholungsurlaub in die Schweiz. Wenige Tage später gelingt Heinrich Mann die Flucht nach Paris. Für ihn ist schnell klar, dass eine Rückkehr nach Deutschland kaum möglich ist.
Das Buch verfügt über eine innere Spannung, die durch die komplexen Beziehungen der Protagonisten erreicht wird. Moni Mann, die mittlere Tochter bringt das so zum Ausdruck:

„...Die beiden großen Geschwister seien berühmt, die beiden Kleinen süß…“

Moni und Golo haben dagegen nie richtig ihren Platz in der Familie gefunden. Das zeigt sich auch in der Emigration, obwohl es Golo gelingt, auf verschlungenen Wegen manche Habe aus Deutschland zu bringen.
Den Sommer des Jahres 1933 verbringt die Familie am südfranzösischen Mittelmeer. Sie sind nicht die einzigen, die dort Zuflucht gefunden haben. Auch Leon Feuchtwanger und Arnold Zweig machen in dem Ort Station.
Der Autor beschreibt den Alltag zwischen Resignation, Hoffnung und den politischen Entwicklungen in Deutschland. Damit geht jeder anders um.
Im Nachwort erfahre ich, wie es mit den einzelnen Protagonisten weiter geht.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Schöne Weihnachtsgeschichten

Das Weihnachtskind und andere Geschichten zur stillen Zeit
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„...Rosas Familie lebt hier, aber du und Dad hätten Tausende von Meilen zurücklegen müssen. So wichtig ist das doch nicht. Du kommst eben später mal, wenn wir alle mehr Zeit zum Reden haben…“

Natürlich ...


„...Rosas Familie lebt hier, aber du und Dad hätten Tausende von Meilen zurücklegen müssen. So wichtig ist das doch nicht. Du kommst eben später mal, wenn wir alle mehr Zeit zum Reden haben…“

Natürlich ist Meg traurig, dass sie nicht bei der Hochzeit ihres Sohnes in Australien dabei ist. Aber nun kommt Weihnachten und sie reist zu ihm. Damit beginnt die erste Geschichte dieses Buches.
Die Autorin hat zwanzig Erzählungen geschrieben, die sich rund um das Thema Weihnachten drehen. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet.
Es sind meist leise Geschichten, die schnell auf den Punkt kommen. Sie sind aus dem Alltag entnommen, zeigen Menschen wie du und ich. Gut werden die Emotionen der Protagonisten wiedergegeben. Manche der Erzählungen überzeugen durch unerwartete Wendungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.Es ist stimmungsvoll.

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