Queere Lovestory mit interessantem Setting
Unplayed Love (Unwritten, Bd. 2)Das Buchcover hat mich sofort gecatcht mit den wunderschönen floralen Elementen. Die Farbgebung empfinde ich als sehr harmonisch, sie ist an die Lesbian Pride Flag angelehnt, was ja perfekt zum Inhalt ...
Das Buchcover hat mich sofort gecatcht mit den wunderschönen floralen Elementen. Die Farbgebung empfinde ich als sehr harmonisch, sie ist an die Lesbian Pride Flag angelehnt, was ja perfekt zum Inhalt passt. Außerdem ist das Buch mit einem modernen Farbschnitt versehen, aus dem der Schriftzug „Want to be my player 2?“ hervorsticht. Zu erwähnen wäre noch die Haptik des Covers - ich mag es, wenn ich mit den Fingern leichte Strukturen und Erhebungen fühlen kann, das macht das Buch für mich immer ein wenig lebendiger und ich nehme es umso lieber zur Hand.
Das Setting auf der Messe „Con-ichiwa“ habe ich vom ersten Moment an geliebt. Ich bin überhaupt nicht bewandert was Anime, Cosplay, E-Sports und Gaming betrifft, wurde aber durch Serenity und ihre Truppe gut in die Themen eingeführt. Sicherlich ist der ein oder andere Insider beim Lesen an mir vorbeigegangen, aber im Großen und Ganzen habe ich jetzt im Nachgang ein besseres Verständnis dafür entwickelt.
Störend fand ich anfangs, dass ich den ersten Band der Reihe nicht gelesen habe. Vor allem Julians Verhalten hat mich anfangs stark konsterniert und ich gehe davon aus, dass man erst verstehen kann, was sein Problem mit Heidi ist, wenn man die Vorgeschichte kennt. Oder er ist einfach der größte Grumpy, den die Buchwelt je gesehen hat. Der Rest der Freundestruppe ist mir total schnell ans Herz gewachsen – vor allem Devon hat es mir mit seiner lockeren und lustigen Art angetan. Die bissigen Dialoge zwischen ihm und seiner besten Freundin waren absolut genial zu lesen.
Die Protagonistinnen Serenity und Heidi finde ich beide auf ihre jeweilige Art sehr liebenswert. Dennoch bin ich nun am Ende ganz klar ein Fan von Serenity mit ihrer gnadenlosen Ehrlichkeit und ihrer direkten Art, gepaart mit der Verletzlichkeit und der Schüchternheit, die sie Heidi gegenüber an den Tag legt. Heidi wiederum war für mich als Charakter nicht stimmig, ich konnte sie leider ganz oft nicht fühlen. Sie kam mir oft aufgesetzt vor und war mir gerade in Bezug auf Serenity zu forsch und zu touchy. Die Lovestory hat deshalb für mich nur zur Hälfte funktioniert, sie war vom zeitlichen Ablauf her nicht ausgewogen. Trotzdem habe ich die Interaktion der beiden sehr geliebt. Die Kommunikation war immer sehr zugewandt, interessiert und respektvoll und man spürte auch deutlich die Chemie zwischen den beiden.
Mein Fazit: Mit diesem Buch habe ich in mehr als einer Hinsicht Neuland betreten. Die Geschichte hat mich total fasziniert und ich habe sie sehr gerne gelesen, obwohl ich Schwierigkeiten mit Heidis Entwicklung hatte. Interessierten empfehle ich, vorher Band 1 zu lesen. Die beiden Romane sind zwar eigenständig lesbar, aber ein wenig Hintergrundinfo aus Band 1 schadet definitiv nicht.