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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2023

Hoher Informationsgehalt, für Einsteiger in die Thematik aber leider zu kompliziert

Geschichte der Ukraine
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Kerstin S. Jobst ist zweifellos eine echte Expertin für die Geschichte der Ukraine, die sie in diesem Buch detailliert darstellt. Für Laien, die sich vor allem aufgrund der aktuellen Ereignisse einen Überblick ...

Kerstin S. Jobst ist zweifellos eine echte Expertin für die Geschichte der Ukraine, die sie in diesem Buch detailliert darstellt. Für Laien, die sich vor allem aufgrund der aktuellen Ereignisse einen Überblick in die Historie dieses Landes verschaffen wollen oder die einen Einstieg in die Thematik suchen, ist das Buch allerdings kaum geeignet. Zu viele historische, für die Ukraine zweifellos wichtige Persönlichkeiten, die der Laie jedoch nicht kennen kann, werden genannt, zu viele Zusammenhänge mit Verweisen auf andere Kapitel im selben Buch hergestellt, so dass der Leser oftmals mehr verwirrt als informiert wird und dadurch den Faden verliert.

Für Leser, die schon über eine gewisse Grundkenntnis zur ukrainischen Geschichte verfügen ist das Überblickswerk sicher gut lesbar und hilfreich - für Anfänger in dieser Thematik ist es leider zu viel an Informationen, zu detailliert und dadurch irgendwann zu kompliziert. Inhaltlich und vom Wissensgehalt her wäre wahrscheinlich eine Fünf-Sterne-Bewertung möglich, aber aufgrund der überfordernden Masse an Informationen und der dadurch teils schlechten Lesbarkeit gibt es leider nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 19.03.2023

Interessanter Krimi aus dem Kunstmilieu

Banksy und der blinde Fleck
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Der berühmte Streetart-Künstler Banksy scheint in München aktiv zu sein. Immer öfter tauchen an immer mehr Orten in der bayrischen Hauptstadt typische Banksy-Motive auf. Die Mitarbeiter der renommierten ...

Der berühmte Streetart-Künstler Banksy scheint in München aktiv zu sein. Immer öfter tauchen an immer mehr Orten in der bayrischen Hauptstadt typische Banksy-Motive auf. Die Mitarbeiter der renommierten Kunstdetektei Schleewitz wollen der Sache auf den Grund gehen und stoßen schon bald auf Ungereimtheiten. Ist es wirklich Banksy, der sich das ansonsten eher biedere München als neues Betätigungsfeld ausgesucht hat, oder kopieren einheimische Street-Art-Künstler den Star? Oder gibt es eine völlig andere Erklärung für die Flut an neuen Kunstwerken?

Der Autor Bernhard Jaumann entführt seine Leser in diesem Krimi in die Welt der Künste und entwickelt dabei eine interessanten Story, die allerdings recht unaufgeregt und spannungsarm daher kommt. Die Hauptfiguren bleiben im Verlauf der Geschichte eher blass und geben nicht viel von sich preis. Leider kommt nur wenig Spannung auf und das Ende enttäuscht ein wenig. Das Buch lebt in erster Linie von den wirklich hochinteressanten Fakten zu Banksy.

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Veröffentlicht am 16.10.2022

Autobiografische Episoden aus dem Leben einer Politikerin

Jetzt, wo ich schon mal nicht tot bin
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Silvana Koch-Mehrin hat in ihrem Leben bereits viel positives erleben dürfen und negatives erleben müssen. Sie hat ihre große Liebe James geheiratet, drei gesunde Mädchen bekommen, einen Doktortitel erworben, ...

Silvana Koch-Mehrin hat in ihrem Leben bereits viel positives erleben dürfen und negatives erleben müssen. Sie hat ihre große Liebe James geheiratet, drei gesunde Mädchen bekommen, einen Doktortitel erworben, eine steile Karriere als Politkerin in der FDP gemacht und sie war Vizepräsidentin des Europaparlaments.

Sie hat aber auch ein Kind verloren, eine Brustkrebsdiagnose erhalten, eine schwere Krebstherapie hinter sich bringen müssen, ihren Doktortitel aufgrund von Plagiatsvorwürfen verloren, in der Folge sämtliche politischen Ämter abgegeben, sowie ungezügelten Hass und Häme über sich ergehen lassen müssen.

Nicht nur in Folge dieser einschneidenden Erlebnisse hat Silvana Koch-Mehrin viele Ängste erlebt und durchlebt. Sie hat Wege gefunden, sich diesen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Mit diesem Buch will Koch-Mehrin Anregungen geben, wie man mit Ängsten umgehen kann und sie stellt außerdem die Frage, ob es nicht ein Gewinn wäre, wenn man ehrlich miteinander umgehen und sich nicht hinter Fassaden verstecken würde.


Silvana Koch-Mehrin ist eine beeindruckende Frau mit einem bemerkenswerten Lebensweg. Dieses Buch beschäftigt sich meiner Meinung nach allerdings in erster Linie mit autobiografischen Themen und enthält eine indirekte Abrechnung mit dem noch immer männlich dominierten Politzirkus, den dort tätigen Protagonisten und auch anderen nicht näher benannten Personen, die Frau Koch-Mehrin in ihrem Leben Unrecht getan haben. Die Beschreibungen bleiben oft vage, sie werden in kurzen, teils etwas zynisch formulierten Episoden erzählt und halten eine deutliche Distanz zum Leser aufrecht. Deshalb war es für mich schwer, eine Beziehung zu dem Geschreibenen aufzubauen und das eigentliche Haupt-Thema "Angst und der Umgang damit" gerät in den Hintergrund.

Silvana Koch-Mehrin schließt mit einigen sehr wichtigen und wertvollen Denkanstößen und plädiert für mehr Offenheit, Ehrlichkeit und Verständnis füreinander - in einer Zeit von ausuferndem und nicht geahndetem Hass und Häme in den Medien und vor allem den sozialen Medien ein hehrer Ansatz, der vieles bewirken könnte.

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Veröffentlicht am 02.03.2021

Schwierige schwedisch-deutsche Kooperation - mit gutem Ende?

Die Macht der Akademie
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In Bremen wird die Leiche einer Frau gefunden - auf außergewöhnliche Art vergiftet. Die Mordmethode und das ganze Drumherum ähneln Fällen, die vor einigen Jahren in Schweden für Aufsehen sorgten, aber ...

In Bremen wird die Leiche einer Frau gefunden - auf außergewöhnliche Art vergiftet. Die Mordmethode und das ganze Drumherum ähneln Fällen, die vor einigen Jahren in Schweden für Aufsehen sorgten, aber nie aufgeklärt werden konnten.


Damals spielte der schwedische Telekom-Gigant Per Gustavson eine wichtige Rolle und auch diesmal ist er irgendwie verstrickt in die Geschehnisse rund um Mord und weitere kriminelle Machenschaften. Und welche Rolle spielt die legendäre "Akademie" - ein schwedischer Mythos....?


Der Autor Neal Skye erzählt die Geschichte in außergewöhnlich kurzen Kapiteln mit ständigen Perspektivwechseln. Diese Erzählstil ist gewöhnungsbedürftig, macht aber durchaus Spaß wenn man sich darauf einlassen kann. Allerdings ist es dem Leser dabei kaum möglich, das Buch in kurzen Häppchen zu lesen. Meiner Meinung müssen mindestens 30 Seiten am Stück gelesen werden, da ansonsten die Zusammenhänge verloren gehen und nachgelesen werden muss, was wie zusammenhängt.


Die Story hat viel Potenzial, das Grundgerüst ist mehr als solide und der Anfang vielversprechend, aber bei der Umsetzung werden mit der Zeit einige Schwächen deutlich. Es plätschert ein wenig dem für mich nicht ganz zufriedenstellenden Ende entgegen. Deshalb gibt es von mir leider nur drei Sterne für ein Buch, das vom Grundsatz her vier bis fünf Sterne erreichen könnte.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Erst unterhaltsam, dann nervig

Nothing For UnGood
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John Madison, ein in Deutschland lebender Amerikaner, beleuchtet die Eigenarten der Europäer und speziell der Deutschen im direkten Vergleich zu den Amerikanern.

Das ist anfänglich noch sehr unterhaltsam ...

John Madison, ein in Deutschland lebender Amerikaner, beleuchtet die Eigenarten der Europäer und speziell der Deutschen im direkten Vergleich zu den Amerikanern.

Das ist anfänglich noch sehr unterhaltsam und zuweilen lustig, wird mit zunehmender Seitenzahl aber immer eintöniger und unverschämter. Die Arroganz mit der Madison die "Überlegenheit" der amerikanischen Kultur, der amerikanischen Art den Alltag und überhaupt alles zu gestalten in den Vordergrund stellt, nervt irgendwann nur noch.

Wahrscheinlich soll das Ganze ein Stück weit Ironisch, satirisch und vielleicht sogar positiv provokativ sein, aber letztlich wirkt es an Ende nur noch unverschämt und übertrieben selbstverliebt.

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