Monster, Atmosphäre und Supernatural-Vibes
Creepy Chronicles – Bloß nicht den Kopf verlieren!Schon der Titel hat mich sofort abgeholt. Creepy Chronicles klingt einfach nach genau meinem Ding. Monstergeschichten liebe ich ohnehin, und der Klappentext hat meine Erwartungen direkt ziemlich hochgeschraubt. ...
Schon der Titel hat mich sofort abgeholt. Creepy Chronicles klingt einfach nach genau meinem Ding. Monstergeschichten liebe ich ohnehin, und der Klappentext hat meine Erwartungen direkt ziemlich hochgeschraubt. Ich war also absolut bereit für ein düsteres, spannendes Abenteuer.
Und dann kam erstmal… Ernüchterung.
Die ersten rund 20 Seiten haben es mir wirklich nicht leicht gemacht. Ich hatte Schwierigkeiten, mich in der Welt zurechtzufinden, wusste nicht genau, wo ich stehe, und konnte mich einfach nicht fallen lassen. Das hat mich kurz zweifeln lassen. Aber gleichzeitig fand ich das Setting von Anfang an richtig gut, und die Grundidee hat mich neugierig genug gemacht, weiterzulesen.
Zum Glück ist der Knoten dann ziemlich schnell geplatzt. Sobald ich mich an den Erzählstil gewöhnt hatte und mehr Hintergrundinformationen bekam, war ich plötzlich voll drin. Ab da hat mich die Geschichte richtig gepackt. Die Handlung nimmt Fahrt auf, wird spannend und teilweise richtig intensiv. Dieses leicht schaurige Gefühl, bei dem man sich fast selbst über die Schulter schaut, war für mich total präsent. Ich hatte stellenweise echtes Supernatural-Feeling – nicht kopiert, aber definitiv inspiriert. Und genau das hat mich begeistert.
Die Monsterideen fand ich kreativ und detailreich. Besonders stark fand ich die Illustrationen und die Einträge im Bestiarium. Dadurch konnte ich mir alles noch lebendiger vorstellen, und das hat der Geschichte enorm geholfen. Auch die alte Frau im Haus an den Klippen war für mich ein echtes Highlight – herrlich unheimlich und genau mein Geschmack.
Mit den Hauptfiguren hatte ich ein kleines Hin und Her. Sie sind individuell, stark ausgeprägt und haben definitiv ihren Platz in der Geschichte. Trotzdem hat mir stellenweise ein bisschen Nähe gefehlt. Ich mochte sie, aber ich war nicht komplett emotional verbunden.
Wichtig finde ich noch: Auch wenn es ein Jugendbuch ab 12 Jahren ist, wird hier nichts beschönigt. Es gibt Kämpfe, es gibt Blut, und die Monster sind nicht nur niedliche Schattenwesen. Ich fand das nicht übertrieben, aber definitiv nicht weichgespült. Das sollte man im Hinterkopf behalten.
Wenn der Einstieg nicht so holprig gewesen wäre, wäre dieses Buch für mich vermutlich ein Highlight geworden. So bleibt es eine richtig starke, atmosphärische Monster-Geschichte, die mich am Ende absolut gepackt hat.