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Veröffentlicht am 02.12.2025

Ein *VERRAT* den niemand sah - Packend! Emotional,! Aufwühlend!

Safe Space
5

Sarah Bestgen, eine noch ziemlich unbekannte Autorin, hat mit ihrem zweiten Buch – Safe Space – einen originellen und spannenden Thriller geschrieben, der auch gut als Psychothriller durchgehen könnte.

Aus ...

Sarah Bestgen, eine noch ziemlich unbekannte Autorin, hat mit ihrem zweiten Buch – Safe Space – einen originellen und spannenden Thriller geschrieben, der auch gut als Psychothriller durchgehen könnte.

Aus dem Buch:
Manchmal ist ein VERRAT so unglaublich und unbarmherzig, das du ihn nicht erkennen willst – nicht einmal in dem Moment, in dem er DICH TÖTET.
Ich bin einer dieser Menschen, die ein solchen Verrat erfahren haben.
Ich bin einer dieser Menschen, die DOPPELT STERBEN.
Denn der TOD frisst nicht nur meine ZUKUNFT, wie Tode es nun einmal tun, sondern auch meine VERGANGENHEIT.
Er frisst mein Leben rückwirkend und jede Wahrheit, die je darin bestanden hat…


Anna Salomon, eine junge und sehr engaierte Psychologin, die ihr Studium, mit dem Schwerpunkt Recht und Forensik, als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat, fängt ihre neue Anstellung in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Köln an. Dort soll sie die sozialtherapeutische Abteilung tatkräftig untersützen und eine Gruppe Schwerstverbrecher die die abscheulichsten Taten begangen haben, im besten Fall rehabilitieren. Doch Anna birgt ein Geheimnis – und behält ihre wahren Gründe, warum sie sich genau in dieser JVA beworben hat für sich. Auf der Suche nach Antworten und wie sie für sich hofft, auf Heilung, entwickelt sich alles anders. Jemand kennt ihr Geheimnis und schnell wird Anna vom Jäger zur gejagten.
Anna hat eine Schwester – Sina, die vermutlich getötet wurde. Man hat nie eine Leiche gefunden, aber die Blutmenge spricht ganz klar für ein Verbrechen. Es gibt keine Spur vom Täter und auch andere Personen die mit Sina in Kontakt standen, sind nicht auffindbar. Doch Anna glaubt, eine Person die ihre Schwester kannte in der JVA zu finden und so mehr über die Tat oder ihre verschwunde Schwester erfahren zu können.
Sina hat Tagebuch geführt und dadurch hat man einen Einblick in ihr Leben und das der Personen die Sina Nahe standen. Es ist von Anfang bis zum Ende sehr Emotional und geht einem unter die Haut. Man fühlt mit, man spürt die Demütigungen und Verletzlichkeit. Gegebenheiten aus einer Haftanstalt werden einem sehr anschaulich gemacht, ganz besonders das Katz und Maus-Spiel der Inhaftierten untereinander wie dem Personal gegenüber. Anna ist der Psyche, der Manipulation und der Provogation, zwischen ihr und den Häftlinge stark ausgesetzt. Wird sie dem und allen Anforderungen stand halten? Aber viel wichtiger – wird sie das finden wonach sie sucht? Ist sie sich darüber bewußt, was sie riskiert?

Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Zeitzonen. Sina und das Tagebuch sind in der Vergangeheitsform gehalten und alles was Anna und ihre Arbeit betrifft in der Gegenwart. Es ergibt allles einen Sinn und ist gut verständlich und nachvollziehbar, bzw. die Autorin Sarah Bestgen vermittelt einem ständig, man wüßte genau bescheid und knüpft auch schnell zusammenhänge und Tatverdächtige
Mich hat der Schreibstil von Sarah Bestgen total in seinen Bann gezogen. Sie schreibt so Detailiert, Realistisch, Bildlich und Emotional, daß man das Gefühl hat, direkt dabei zu sein. Gefühle wie Wut, Angst, Trauer, Mitgefühl packen einen total. Die Schilderungen von Leon und den Misshandlungen durch seinen Vater, dass im Stich lassen durch seine Mutter, gingen mir total unter die Haut. Die Autorin spielt mit den Gedanken des Lesers und hält durchweg den Spannungsbogen in der Geschichte. Man denkt man weiß, wer der Täter, oder die Täter sind und welche Rolle alle Charaktäre spielen, wird aber immer wieder eines besseren belehrt.
Durch sehr gelungene Perspektivwechsel, dem Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, hält sie die Neugier und Anspannung auf einem konstant hohem Level. Ständig werden die Vermutungen, die man als Leser aufstellt, einfach weggewischt und durch neu aufkommende Fragen ersetzt. Erst auf den letzten Seiten lässt die Aurotin die Leserschaft hinter den Vorhang blicken und löst alle offene Fragen auf.
Ich habe dieses Buch in einer Leserunde mit 45 Teilnehmern gelesen und wir haben alle sehr intensiv und ausgelassen über dieses Buch diskutiert. Bei rund 40 Personen kam das Buch sehr gut an.
Ein oder zwei Szenen, wie die Ermittlungen, oder warum Leon als Erwachsener gemeinsame Sache mit seinem Vater macht, hätte ich gerne genauer aufgeklärt gehabt. Aber ich habe dieses Buch sehr gemocht und total gern gelesen. Ich habe es quasi – gesuchtet - es fiel mir echt schwer es aus der Hand zu legen.
Für mich war es das erste Buch von Sarah Bestgen.
Doch - nach wenigen Seiten war für mich klar, ich möchte unbedingt ihr erstes Buch - Happy End lesen und gerne noch viele folgende Bücher dieser Art.
Wer Thriller und Psycho gerne liest, ist hier genau richtig – ganz klare Leseempfehlung.
Vielen Dank für so ein gelungenes Buch.


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Veröffentlicht am 22.01.2026

"Als die Welt zerbrach" Teil III der Triologie

Ein Stück Fremde
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Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) ...

Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) beschreibt, überbehütet auf.
Janina David schrieb ihre Geschichte in einer Triologie - Ein Stück Himmel - Erinnerungen an eine Kindheit, Ein Stück Erde - Das Ende einer Kindheit,
Ein Stück Fremde - Erinnungen an eine Jugend

Teil III der Triologie - Ein Stück Fremde-Erinnerung an eine Jugend
>>Man muss Janina Davids Erinnerungen eines jüdischen Kindes neben den Tagebuchaufzeichnungen der Anne Frank lesen und nennen.<<
(Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)

Der Dritte und somit letzte Teil der Triologie erzählt und beschreibt, wie aus dem Kind Janina eine junge Frau wird. Über all ihre Selbstzweifel. Wie sie zu sich selber findet. Ihren eigenen Weg geht. Welchen Schaden ihr der Krieg und der Verlust von geliebten Menschen, angetan hat.
Sie lebt in Paris, fühlt sich dort aber überhaupt nicht wohl. Sie hasst Paris. Sie versteht und kann die Sprache nicht. Sie vermisst Polen, ihre Freunde, Rituale, bekanntes und vertrautes. Sie wird wieder in verschiedenen "Anstalten" (Einrichtungen) untergebracht, wo sie wirklich unter widrigen Umständen leben muss.
Sie fühlt sich von keinem geliebt und mehr als Belastung als ein Familienmitglied.
Ihr Onkel, der ihr finanziell hilft, ist aber sonst leider kein großer Unterstützer.
Keiner nimt sie und ihre Träume, die Schule, eine Uni zu besuchen und später Ärtzin zu werden ernst. Sie hört immer nur, daß sie Arbeiten muss und zu dumm, ungeschickt und viel zu "Alt" für die Schule ist.
Irgendwann setzt sie sich durch und entscheidet dem von ihr gehasstem Paris und allen Bevormundungen ihrer Familienmitglieder, den Rücken zu kehren und nach Australien auszuwandern. Sie besorgt sich Ein- und Ausreisepapiere und betritt irgendwann ein Schiff und macht sich auf den Weg nach Melbourne.
Auf dem Schiff lernt sie einen jungen Mann kennen, der ihr einen Heiratsantrag macht. Doch den kann Janina nicht annehmen. Sie hat Angst und kann schon die Vorstellung, wieder einen Verlust eines Menschen den sie mag und der ihr wichtig ist, kaum ertragen.
Kaum in Melbourne angekommen, gehen dort Bevormundungen und Lebensplanungen durch andere weiter. Plötzlich merkt sie wie sehr sie Paris vermisst, daß sie gerne nochmal in diese schöne Stadt zurück möchte und das Paris, sowas wie ihre Heimat war.
Irgendwann hat sie genug und sie sucht sich eine eigene Bleibe, zieht in ihr eigenes Zimmer und wird endlich auch von ihrem Onkel, was ihre Pläne, Träume und Wünsche betrifft, bestärkt daran festzuhalten. Er ermuntert sie, wenn sie bereit ist, alles zu geben, daß sie ihre Ziele erreichen kann.

Ich habe diese Triologie gerne gelesen und ich fand den Einblick in Janinas leben sehr bewegent. All diese Umstände, Widrigkeiten, Ängste, Leid,.... . Sich jeden Tag aufs neues diesen Herausforderungen zu stellen und das in ihrem Alter.
Oft hat es mich sehr traurig gemacht, wie wenig Verständnis, Liebe, Aufmerksamkeit, Unterstützung ihre nächsten Verwanden für sie hatten. Das man sie überhaupt nicht Altersgerecht behandelt hat und viel zu oft, einfach zu viel von ihr verlangt und erwartet hat. Was aber mit Sicherheit in der Zeit so war. Denn für "Gefühlsduselei" war einfach kein Platz, bzw alle hatten zu viel Schmerz und Leid ertragen müssen. Jeder Einzelne wollte nur Überleben und musste einen Weg für ein Weiterleben für sich finden.🥺

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Veröffentlicht am 22.01.2026

"Als die Welt zerbrach" Teil II der Triologie

Ein Stück Erde
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Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) ...

Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) beschreibt, überbehütet auf.
Janina David schrieb ihre Geschichte in einer Triologie - Ein Stück Himmel - Erinnerungen an eine Kindheit, Ein Stück Erde - Das Ende einer Kindheit,
Ein Stück Fremde - Erinnungen an eine Jugend

Teil II der Triologie - Ein Stück Erde-Das Ende einer Kindheit
>>...die Geschichte eines verfolgten Menschen, die auch deshalb so erschütternd ist, weil es sich um das Leben eines unschuldigen Kindes handelt, um ein Schicksal, das über die Geschichte der Judenverfolgung hinaus eine Bedeuteung erhält. Janina Davids Autobiographie ist auch ein Hohes Lied des Lebenswillens.<<
(Peter With im Westdeutschen Rundfunk)

Janinas Familie möchte wegen der drohenden Gefahr, daß Janina das Warschauer Ghetto verlässt und bei einer befreundeten Familie unterschlüpft. Doch auch dort kommt es bald zu Schwierigkeiten. Da Lydia, eine alte Freundin von Janinas Vater, ihren Mann betrügt und sich mit Deutschen Soldaten einlässt. Irgendwann verlässt Lydia die Familie und bringt alle in Schwierigkeiten bzw, besorgt allen Problemen. Erich der Ehemann von Lydia kümmert sich in all der Zeit um Janina, wie um seine eigene Tochter. Als ihm die ganze Sache dann aber auch zu heikel wird, bringt er Janina in ein Kloster, wo sie unter falschen Namen und Identität lebt.
Auch im Kloster hat sie ein hartes und sehr hungriges Leben, doch immerhin hat sie eine Chance zu überleben und erträgt auch dort jegliche Form von Erniedrigung und Gefühls- und Lieblosigkeit. Lernt die katholischen Regularien und saugt weiterhin alles an Wissen auf, was ihr zur Verfügung steht.
Sie findet Halt bei einer Nonne/Schwester Zofia und auch wieder in Form einer "Theatergruppe", in ihren täglichen Aufgaben und den katholisch Klösterlichen Ritualen und Gegebenheiten.
Irgendwann muss Janina in einem anderen Kloster, in Warschau untergebracht werden. Diese Kloster liegt direkt neben dem ehemaligen Warschauer Ghetto. Sie hofft natürlich dort ihre Eltern und andere Familienangehörige zu finden. Zufällig begegnet sie irgendwann ihrem Omkel den sie alle schon für Gefallen hielten. Doch von ihren Eltern gibt es weiterhin keine Lebenszeichen.
Janina geht in ihre alte Heimat nach Polen zurück und hofft, das auch ihre Familie irgendwann wieder zurück nach Kalisz kommt.
Sie geht viel ins Kino und schaut sich verschiedenes an. einmal achtet sie nicht genau auf den Kinoaushang und plötzlich sieht sie einen Film über die Konzentrationslager Auschwitz oder Majdanek und die Grausamkeiten die dort stattfanden. >>Die Haufen von nackten Leichen, die überfüllten Bunker, die mit Asche bestreuten Felder, die Gaskammern, die Öfen. Die Berge von Haaren, Brillen, Zähnen und Spielzeug. Die Militärärzte, wie sie diese lebenden Skelette untersuchten, die mit wilden, eingesunkenen Augen in die Kamera schauten, verständnislos, fragend, eine Antwort verlangend...<<
Irgendwann trifft sie einen Mann der sie fragt wie sie heißt, sie antwortet: Janina David. Der Mann sagt: Sie kennen mich nicht, aber ich kenne sie. Ich war mit ihrem Vater in Majdanek, im Frühling 1944, wir wollten mit mehreren fliehen, ihr Vater war zu Krank, er war zu schwach, aber er sprach so viel über sie, mit uns allen. Wir kannten sie alle. Er war so stolz auf sie. Er hofft sie würden überleben. Bevor wir gingen, bat er jeden von uns, nach dem Krieg nach Kalisz zu gehen und zu sehen ob sie hier wären....und ihnen zu sagen wie sehr er sie liebte, und das er bis zum Ende an sie gedacht hat.

Auch wie Teil I, geht einem dieser Band sehr Nahe. Für mich ist es stellenweise kaum zu ertragen gewesen, welch ein Leid ein so junger Mensch ertagen kann/muss. In welchen einfachen Dingen man Freude und Trost findet. Wie sehr man sich nach Liebe sehnt und wege findet diese ein klein wenig zu "bekommen".
So traurig. So schrecklich. So grausam.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

"Als die Welt zerbrach" Teil I der Triologie

Ein Stück Himmel
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Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) ...

Janina David, im März 1930 in Polen, als einizge Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Wuchs sie, wie sie in ihrem Buch "Ein Stück Himmel", Erinnerungen an eine Kindheit (9. bis 13. Lebensjahr) beschreibt, überbehütet auf.
Janina David schrieb ihre Geschichte in einer Triologie - Ein Stück Himmel - Erinnerungen an eine Kindheit, Ein Stück Erde - Das Ende einer Kindheit,
Ein Stück Fremde - Erinnungen an eine Jugend

Teil I der Triologie - Ein Stück Himmel - Erinnerungen an eine Kindheit
>>Kindertheater: sieben Zwerge umtanzen mit Hingabe ihr dunkelhaariges Schneewittchen und singen dazu.Ein fröhliches Bild. Ich fange an zu heulen.
Die Szene spielt im Warschauer Ghetto 1941. Wir Zuschauer, 1982, bei der Pressevorführung der achtteiligen Fernsehserie >Ein Stück Himmel< wissen Bescheid. Alle diese begeisterten Winzlinge in ihren zusammengebastelten Kostümen wurden später in den Todeslagern von Treblinka und Majdanek vergast. Nur das Schneewittchen überlebte.
Ich habe diese Jahre in Berlin als junge Journalistin im Feuilleton der >Deutschen Allgemeinen Zeitung< miterlebt. Ich wußte viel, wir hatten dort geheime Informationen. Von den Gaskammern, in denen Millionen Juden umkamen, wußten wir allerdings erst gegen Ende des Krieges Genaueres.
Wie das Leben eines Kindes, eben dieses Schneewittchen, im Warschauer Ghetto ablief, konnte unsere Phantasie sich nicht vorstellen. Jdetzt kann sie es, seit es die Biographie Janina Davids gibt.<< (Ursula von Kardorff)

Nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 floh ihre Familie von Kalisz nach Warschau und geriet in das Warschauer Ghetto, dessen schrecklichen Alltag Janina David in ihren Erinnerungen schildert. Ihre Kindheit und auch wie sich durch den Krieg die Lebensumstände der Juden verändert haben, aber auch Freundschaften und schöne Erinnerungen, sind von Janina sehr berührent zu Papier gebracht. Ebenso aber auch wie schrecklich, unverständlich und schnell diese Veränderungen abliefen.
Ihr Vater Marek wurde als Polizist beim jüdischen Ordnungsdienst des Ghettos eingesetzt. Dadurch blieb die Familie zunächst von der Deportation in ein Vernichtungslager verschont. Am Ende des Buches gelang es den Eltern, ihre Tochter aus dem Ghetto herauszuschmuggeln. Sie wurde zunächst von der Familie von Lydia Grabowski, einer früheren Freundin ihres Vaters, versteckt.
Ein Stück Himmel erzählt von der Zeit 1939 bis 1943.

Ich finde sehr bewegend wie Janina ihre Kindheit schildert. Wie sie Familie und Beziehungen erlebt und versteht. Sie ist durch und durch ein Papa-Kind und liebt ihren Vater über alles, er ist ihr Held. Sehr traurig finde ich, daß sie erst sehr spät, eine engere Beziehung zu ihrer Mutter aufbauen kann und sonst deren Beziehung miteinander sehr kühl ist.
Mich hat sehr berührt, wie groß ihr Drang nach Wissen und Büchern war aber auch als sie in einer schweren Zeit das Theaterspiel für sich entdeckt hat und wie sie Freundschaften geschlossen hat. In der Hoffnung, ihre beste Freundin Jola, mit der sie auf sehr anschauliche Weise eine Blutsbrüderschaft eingeht, ein Leben lang verbunden sein wird. Jola wird eines Tages vor den Augen der gemeinsamen Freundin Tosia auf offener Strasse erschossen.

Für mich ist diese Zeit absolut schrecklich und unverständlich und war nie aktuelller wie gerade jetzt. Diese Intoleranz und Menschen an Hand ihrer Religion, Sexualität, Herkunft und sonstigen "auszugrenzen" macht mich einfach nur wütend und fassungslos.
Wir in Deutschland leben absolut priviligiert und haben kaum, bis gar keine Gründe uns über unser Leben zu beklagen. Doch leider nimmt dies gefühlt immer mehr zu. Umso bescheidener macht es mich, aus der Zeit 1.- 2..Weltkrieg Erfahrungsberichte zu lesen und mehr über die Lebensumstände, die für uns kaum vorstellbar sind, zu erfahren. Eine Vorstellung zu bekommen, wie all die alltäglichen Schwierigkeiten zu bewältigen waren.
Es fällt mir nie leicht, solche Berichte zu lesen, aber ich bin der Meinung das man viel zu wenig über den Holocaust spricht. Für mich gehört dieses Thema viel mehr in die Schulen und in unsere Alltagsmedien.

Aufmerksam auf diese Triologie wurde ich, weil mein Mann in seiner Jugend die Fernsehserie Ein Stück Himmel gesehen hat. Welche, wie er heute noch betont, ihn Damals und bis Heute sehr geprägt und angefasst hat. Also hab ich mich im Internet auf die Suche gemacht ob ich diese Biographie in Buchform bekomme, da ich gerne erst das Buch lese und mir dann evtl. den Film oder die Serie dazu anschaue.
Wen es interessiert, die Serie kann man bei YouTube anschauen. Ich habe sie mir nach dem ich die Bücher gelesen habe angeschaut, aber ich würde die Bücher jederzeit vorziehen, da sie den Überlebenskampf, die Gefühlt und Ängste besser beschreiben. Ich k0onnte das alles durch die Bücher mehr "greifen" und spüren.

Ich habe den ersten Teil dieser Triologie mit sehr viel Respekt gelesen und es hat mich mehr als angefasst. Es hat mich berührt und ging mir unter die Haut. Es ist auf keinen Fall eine Leichte Lektüre.
Die beiden anderen Bände liegen auf meinem SUB und werde auch sie auf jeden Fall lesen und dann entsprechend mein Fazit erweitern.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Wenn die Stille des Nordens tödlich wird

Die Toten, die niemand vermisst
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Zwei Freundinnen wollen eine gute Zeit in Schweden bei einer Wanderung genießen. Eine der beiden stürzt einen Abhang hinunter. Als sie unten ankommt hält sie skeletierte Knochen in der ihrer Hand. Die ...

Zwei Freundinnen wollen eine gute Zeit in Schweden bei einer Wanderung genießen. Eine der beiden stürzt einen Abhang hinunter. Als sie unten ankommt hält sie skeletierte Knochen in der ihrer Hand. Die Polizei findet sechs Leichen, darunter zwei Kinder. Alle per Kopfschuss getötet und nebeneinader vergraben.
Stockholm wird um Verstärkung gebeten, und Kommissar Höglund reist mit großem Tross in die Provinz. Doch die Ermittlungen stehen unter keinem guten Stern. Den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman plagen private Probleme, Spannungen belasten das ganze Team. Und auch der Fall entpuppt sich als kompliziert. Die Identität der Toten gibt Rätsel auf, niemand vermisst sie.

Als Höglund und Bergman endlich auf eine brauchbare Spur stoßen, schaltet sich der schwedische Geheimdienst ein...

Dies ist der dritte Fall der Krimi-Reihe - "Ein Fall für Sebastian Bergmann" - doch für mich war es das erste Buch dieser Reihe und von Hjorth & Rosenfeldt. Was mir jetzt Lust auf mehr macht.
Denn es war spannend, flüssig, temporeich und fesselnd.
Es gibt einige verschiedene Handlungsstränge, darunter auch viel über das Privatleben der einzelnen Polizisten. Was aber dem Buch und der Geschichte keinen Abbruch tut.
Sebastian Bergmann ist ein Egoist, Denkt und Handelt in erster Linie nur für sich selber und seinen eigenen Vorteil. Doch da gibt es Vanja, eine Person die ihm wohl wichtig ist, aber nicht wichtig genug um sie ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen. Sondern sich in ihr Leben und ihre Zukunft einzumischen.
Zwei vor Jahren verschwundene Afghanen, die keiner wirklich sucht, außer einer Ehefrau der beiden Männer. Sie lässt einfach nicht locker und wendet sich schlussendlich an einen Fernsehsender.
Am Ende fügen sich alle Fäden zusammen die so im Laufe des Buches gesponnen wurden. Alles ergibt Sinn und zum Ende hin wird der Spannungsbogen nochmal angezogen.
Das Buch endet mit:
...Im Treppenhaus war es vollkommen dunkel. Hatte der Besucher dort draußen etwa das Licht nicht eingeschaltet?
Ellinor sah das stecknadelkleine Licht verschwinden, als sich ein Auge von innen vor den Spion schob. Sie setzte die Glock an die gewölbte Linse und drückte ab.

Ich mag es, wenn der Leser angelockt wird, sich gedanklich auf eine Reise des weiteren Bandes zu machen.
Ich bin auf jeden Fall angefixt und würde gerne noch mehr von diesem Schriftsteller Duo lesen.



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