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Veröffentlicht am 10.02.2026

Höhepunkt

Tiefe Narbe
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Ein Mann kommt blutüberströmt auf die Polizeiwache und behauptet, dass er sich an nichts erinnern kann. Das ruft die Kommissare Max Bischoff und Horst Böhmer auf den Plan. In der Wohnung, in der der Mann ...

Ein Mann kommt blutüberströmt auf die Polizeiwache und behauptet, dass er sich an nichts erinnern kann. Das ruft die Kommissare Max Bischoff und Horst Böhmer auf den Plan. In der Wohnung, in der der Mann aufgewacht ist, findet sich allerdings keine Leiche. Das bedeutet für die beiden Kommissare, dass sie die wissenschaftlichen Untersuchungen abwarten müssen. Es wird eine Frau vermisst, aber schon seit einer geraumer Zeit. Doch das Blut gehört zu der Vermissten. Die Rätsel werden nicht kleiner und der Verdächtige, der Journalist Passek, kann sich weiter an nichts erinnern. Dann nimmt der Fall Fahrt auf, denn es wird eine tote Fraum am Rheinufer gefunden.
Der Psychothriller „Tiefe Narbe“ von Arno Strobel ist der erste Auftritt von Oberkommissar Max Bischoff bei der Kripo in Düsseldorf. Der Fall geht auch gleich in die Vollen, da es lange unklar bleibt, wo sie denn jetzt den Täter suchen sollen. Das Ermittlerteam ist Alt und Jung, modern und routiniert und insoweit ein sehr gut zusammengestelltes Team. Sie ergänzen sich, obwohl Horst Böhmer der Erfahrene Geduld aufbringen muss. Dies macht Max aber durch seine Ideen und Intuitionen wieder wett. Da hat der Autor schon die Stärken der beiden gut entwickelt und so sind auch die Erfolge zu erklären. Die Story ist schon sehr blutig und auch sehr außergewöhnlich, aber der Erzählstrang sehr gut nachzuvollziehen. Vor allem, weil der Autor immer wieder die Gedankengänge des Täters in eigenen Kapiteln einspielt und so die Spannung von Kapitel zu Kapitel hochhält. Die Sprache ist sehr direkt und so ist es möglich den Thriller im eigenen Kopfkino gut nachvollziehen zu können. Eine Erzählweise, die mir sehr entgegenkommt. Der Spannungsbogen ist sehr gut auf das Ende fokussiert und man kann direkt mitfühlen, wenn es zum Ende geht, wie die Spannung steigt.
Ich mag die Thriller, die Arno Strobel schreibt, denn sie sind super erzählt und ich kann mich in den Szenen einfinden und mitfühlen und das ist für mich viel Wert. Dann sind die Thriller spannen und wirklich gute Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Tod durch Bienen

Kripo Nordsee – Hasserfülltes Borkum: Küstenkrimi
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Die beiden Polizistinnen Verena und Lena sind von der Kripo Osnabrück nach Borkum geschickt worden, um die Ortspolizei während des Sommers zu unterstützen. Sie freuen sich schon auf einen ruhigen Sommer. ...

Die beiden Polizistinnen Verena und Lena sind von der Kripo Osnabrück nach Borkum geschickt worden, um die Ortspolizei während des Sommers zu unterstützen. Sie freuen sich schon auf einen ruhigen Sommer. Natürlich wird das nichts, da es einen toten Jungen gibt, Tim Schulze, der von seinen Eltern tot aufgefunden wurden. Er war wenig bekleidet und voller Bienenstiche, die einen allergischen Schock bei ihm ausgelöst hatten. Doch aus welchem Grund hat er nicht sein Notfallspray benutzt? Der Fall geht also tiefer und so wird die Kripo Osnabrück beauftragt, den Fall zu übernehmen. Hanna Jansen ist gerade aus Frankfurt zurück nach Hause versetzt worden und übernimmt mit ihrem Kollegen Lasse Klassen den Fall, Sie kennen sich und Hanna hat keine guten Erinnerungen.
Der erste Krimi aus der Serie Kripo Nordsee „Hasserfülltes Borkum“ von Roland Hebesberger ist ein spannender regionaler Krimi um ein sehr authentisches Thema; Mobbing. Dieses Thema zieht sich durch den kompletten Krimi und wird mal mehr mal weniger vertieft, ist aber ein allgegenwertiger Inhalt in diesem Krimi. Die beiden Hauptpersonen, Hanna und Lasse haben beide gemeinsame Thema und das macht das Team sehr nahbar. Hier wird nicht aus wissenschaftlicher Sicht das Thema Mobbing behandelt, sondern aus persönlicher. Es werden auch Gründe beleuchtet um das Thema herum, die Gründe und die Vorgehensweise. Spannend finde ich wie die Kommissare sich auf Borkum diesem Thema nähern, denn es werden auch Abwehrmechanismen deutlich. Die Spitze ist natürlich der Rächer, der zur Verantwortung ziehen möchte, da keiner das Thema ernst zu nehmen scheint. Das Paket, dass der Autor in einer sehr eindringlichen und ernstzunehmenden Sprache aufzeigt, rüttelt schon auf und es gelingt ihm trotz dieses sehr schwierigen Themas menschliche Gefühle sprechen zu lassen. Einige dieser Szenen haben mich wirklich berührt und ich finde, dann hat der Krimi mich erreicht und abgeholt. Der Spannungsbogen ist auf jeden Fall sehr gut entwickelt und hat auch Überraschungen parat.
Alles in allem hat mich dieser erste Teil der neuen Reihe überzeugt, so dass ich den Fans von regionalen Krimis diese beiden Hauptpersonen empfehlen kann. Ich freue mich schon auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Sturm über Sylt

Stürmische Klippe
7

Am Rande einer Feier, zu der die ehemalige Ministerin Armgard Zabrowsky wichtige Themen für die Entwicklung der Insel Sylt in feierlicher Runde besprechen wollte, wird ein Attentatsversuch auf sie unternommen. ...

Am Rande einer Feier, zu der die ehemalige Ministerin Armgard Zabrowsky wichtige Themen für die Entwicklung der Insel Sylt in feierlicher Runde besprechen wollte, wird ein Attentatsversuch auf sie unternommen. Sie kommt mit dem Schrecken davon, benachrichtigt aber ihre Freundin und Chefin der Mordkommission Hilke Hasselbrecht, damit nichts nach außen dringt. Diese holt sich ihre Hauptkommissarin Liv Lammers zur Unterstützung, um den Attentatsversuch, so unauffällig wie möglich zu behandeln. Gleichzeitig wird auch ein Tötungsversuch an einer Frau aufgenommen und der Hauptverdächtige ist Sebastian, der Verlobte von Liv und sie kann ihm nicht helfen. Auch die Ermittlungen in der Villa von Zabrowsky kommen nicht so recht vorwärts. Aber es braut sich ein Sturm über Sylt zusammen nicht nur in der Natur, sondern auch ein menschlicher.
„Stürmische Klippe“ von Sabine Weiss ist ein spannender Sylt-Krimi, der sehr authentische Themen behandelt. Das Cover nimmt den Leser mit auf die Insel mit einem sehr ruhigen Strandbild, auf dem sich allerdings schon die dunklen Wolken am Himmel zusammenbrauen. Es ist nicht nur das sehr heikle Thema Korruption, oder vielmehr Vorteilsnahme und Mord, sondern auch das Thema Gewalt an Frauen, das hier thematisiert wird. Es sind zwei parallel laufende Fälle in denen Liv irgendwie involviert ist. Einmal direkt als Unterstützung ihrer Chefin und andererseits als Verlobte des Hauptverdächtigen Sebastian, für den sie aber nun nichts tun kann, da sie in den anderen Fall komplett eingespannt ist. Die Ermittlungen vor Ort sind schon eine große Herausforderung, da die ehemalige Politikerin am liebsten alles unter den Teppich kehren würde. Als Höhepunkt hat die Autorin dann noch eine Sturmflut als Spannungselement eingebaut, die das Geschehen in dem Haus der Politikerin zu einem Kammerstück werden lässt, on dem es dann auch zu einem Mord kommt und der Mörder und der Attentäter somit unter den im Haus lebenden zu finden sein muss. Ich finde ein sehr interessantes Szenarium. Das zweite Szenarium um Sebastian, wird dann erst spät von den LKA-Beamten aufgeklärt, die nach dem Sturm zu Hilfe kommen konnten. Ich finde beide Szenarien sehr aktuell und spannend, ebenso wie den Aufbau der Story. Der Spannungsbogen ist dann auch durch ein sehr wahrscheinlich beabsichtigtes Chaos gut abgeschlossen worden, wobei er auch sehr wahrscheinlich einen Hinweis auf ein zukünftiges Buch enthält.
Ich finde diesen Band von Sabine Weiss sehr gut entwickelt und spannend. Es sind einige sehr aktuelle Themen beschrieben, die dieses Buch für mich interessant machen. Ich kann diesen Band um die Ermittlerin Liv Lammers gut empfehlen.


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  • Spannung
Veröffentlicht am 02.02.2026

Eine merkwürdige Familie

FriesLandRaub (Nordseekrimi)
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Dieser Krimi von Nele Bruun spielt in St. Peter Ording, denn dort wird Alexander von Holten erschossen aufgefunden. Seiner Familie gehören einige der ausgestellten Exponate und vor allem die sehr wertvolle ...

Dieser Krimi von Nele Bruun spielt in St. Peter Ording, denn dort wird Alexander von Holten erschossen aufgefunden. Seiner Familie gehören einige der ausgestellten Exponate und vor allem die sehr wertvolle Goldene Magdalena. Das Ermittlerteam um Carsten Wolf und Fabiu Covaci bekommt Unterstützung aus München, ausgerechnet von Fabius ehemaligem Chef, der ihn gemobbt hat. Außerdem ist die Kollegin Manu wieder an Bord, die nach ihrer Verletzung einsatzfähig ist. Doch auch das sehr erfolgreiche Team steht erst einmal vor einem großen Rätsel, denn die Mutter des toten Alexander zeigt sich sehr einsilbig. Auch sein Bruder, den die Ermittler mit Alexanders Ehefrau antreffen, kann oder will dem Team nicht helfen. Doch das Wolfsrudel hat schon Witterung aufgenommen.
Der Nordseekrimi „FriesLandRaub“ von Nele Bruun ist ein weiterer Band um das Ermittlerteam von Kommissar Wolf. Das Cover zeigt ein typisches Küstenbild und ist so ein guter Einstieg in den Krimi. Es ist für mich wieder schön von diesem Team zu hören, denn das Zusammenspiel von Carsten, Fabiu und Manu ist sehr erfolgreich und sehr persönlich. Doch dieses Mal kommt es zu einem Wiedersehen mit dem Münchener Kommissar, der ihm das Leben zur Hölle gemacht hat. Es ist interessant, wie die Autorin dieses Thema einarbeitet in diesen Roman. Zusammenhalt ist ein starkes Thema, das sich durch den Roman zieht. Die Sympathien sind hier ganz klar verteilt. Auch das Team ist wieder im Einsatz und zeigt sich von der erfolgreichen Seite. Der Fall ist etwas vertrackt, denn die betroffene Familie ist schon lange im Fokus der Polizei und deshalb auch der Ermittler aus München. Doch wirklich helfen kann er nicht. Auch die Familie zeigt sich eher von der merkwürdigen Seite. Ein eher typisches Verhalten dieser adligen und reiche Familie. Aber Wolf wäre nicht Wolf, wenn er sich dadurch beeinflussen lassen würde. Die Sprache dieser Autorin ist sehr bildhaft und hilft mir dabei, mein Kopfkino anzuschmeißen. Die Spannung ist sehr gut aufgebaut bis zum Ende.
Wieder einmal ist es ein Krimi aus der Reihe der Nordseekrimis, der Autorin Nele Bruun, der mir sehr gut gefällt, da er Krimi und die Region sehr gut verbindet.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Gute Teamarbeit

Steirerzwist
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Eine Leiche wird aus der Mur in Graz geborgen. Es ist eine Hotelbesitzerin, die dort mit durchtrennter Kehle in dem Fluss liegt. Kurze Zeit später wird ein Obdachloser ebenfalls aus der Mur geborgen. Ebenfalls ...

Eine Leiche wird aus der Mur in Graz geborgen. Es ist eine Hotelbesitzerin, die dort mit durchtrennter Kehle in dem Fluss liegt. Kurze Zeit später wird ein Obdachloser ebenfalls aus der Mur geborgen. Ebenfalls mit durchtrennter Kehle. Was haben diese zwei Fälle gemein, denken sich Inspektoren der Kripo Graz. Sandra Mohr ist gerade erst aus dem Urlaub zurück und taucht gleich wieder ein in einen neues Fall. Doch dieser ist sehr kompliziert, wie sie und ihr Chef Bergmann feststellen. Es ist sehr delikat, denn die Tote hat vor noch nicht langer Zeit ihren Mann beerdigt und dessen erste Frau war auch erst ein Jahr tot, Selbstmord in der Mur. Ein sehr mysteriöser Fall kommt auf die Ermittler zu.
„Steirerzwist“ von Claudia Rossbacher ist der nun 15. Fall mit der Inspektorin Sandra aus Graz. Ein zerbrochener Spiegel ziert das Cover dieses Steirerkrimis. Es ist ebenso mysteriös wie dieser Krimi. Die Hauptpersonen sind gut aufeinander abgestimmt, auch wenn immer wieder auch die Probleme zwischen Bergmann, dem Chef, und seinen jungen Inspektorinnen. Er hat halt immer mal wieder sexistische Sprüche drauf und das kommt nicht gut an. Sandra hat in diesem Krimi auch eigene Probleme mit ihrem Stiefbruder, der schon gewalttätig ihr gegenüber war. Nun ist ihre Mutter gestorben und nur ihr Lebensgefährte kann sie beruhigen in diesem familiären Desaster. Das beeinträchtigt ein wenig den Einsatz im Fall. Der stellt sich als sehr verzwickt heraus, denn es gibt auf den ersten Blick keinen Grund und kein Motiv für die beiden Morde. Sehr geschickt verknüpft die Autorin diese beiden Fälle und hält so die Spannung hoch. Die Sprache der Autorin ist sehr erzählend und so kann man diesem Fall sehr gut folgen. Die Spannung ist sehr gut aufgebaut und bis zum Ende gut entwickelt.
Ich finde es ist ein sehr guter regionaler Krimi aus der Steiermark und man lernt nebenbei noch etwas über die Region und ihre Schönheit kennen. Für Fans des regionalen Krimis kann ich diesen Steirerkrimi gut empfehlen.

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