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blumenkind_93

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2021

Spannendes Thema

Schwarzes Herz
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In „Schwarzes Herz“ von Jasmina Kuhnke geht es unter anderem um ihr Leben – und um die psychische und physische Gewalt, die sie erfahren musste. Ich finde es gut und wichtig, so tief eintauchen zu dürfen. ...

In „Schwarzes Herz“ von Jasmina Kuhnke geht es unter anderem um ihr Leben – und um die psychische und physische Gewalt, die sie erfahren musste. Ich finde es gut und wichtig, so tief eintauchen zu dürfen. Es muss re-traumatisierend, aber auch heilend gewesen sein, das eigene Leben so darzulegen. Spannend würde ich finden, welche Teile wirklich autobiographisch und welche fiktiv sind.
Die Autorin springt von der Gegenwartserzählung, in der sie in einer Gewaltbeziehung gefangen ist, zu ihrer zerrissenen Kindheit, in der sie zwar Unterstützung (Sport, ihre Mutter und teilweise Familie), aber auch Diskriminierung erfährt, die sie gar nicht versteht. Sie fühlt sich anders und weiß nicht warum. Dass dieses Gefühl nicht an ihr liegt, und die Gesellschaft um sie herum krank ist, ist ihr noch nicht bewusst.
Die Lektüre des Buchs würde ich vielen Menschen empfehlen, um sich mal mit dem Thema Alltagsrassismus zu beschäftigen und in die Lage von Menschen zu versetzen, die tagtäglich diskriminiert werden.
Ich finde es super, dass die Autorin das Hörbuch selbst liest. Das Cover wirkt meiner Meinung nach wie ein Teenie-Roman und passt nicht so gut.

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  • Thema
  • Erzählstil
  • Sprecherin
  • Cover
Veröffentlicht am 07.06.2024

Philosophie für Alle

Allzumenschliches
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Ich fand die Idee für das Buch „Allzumenschliches“ von Catherine Meurisse super! Das Buch ist liebevoll und hochwertig gestaltet, die Zeichnungen und Witze gefallen mir richtig gut.
Statt einer trockenen ...

Ich fand die Idee für das Buch „Allzumenschliches“ von Catherine Meurisse super! Das Buch ist liebevoll und hochwertig gestaltet, die Zeichnungen und Witze gefallen mir richtig gut.
Statt einer trockenen Abhandlung über philosophische Ideen lernen wir eine Frau kennen, die ihr Weltbild hinterfragt und viele Philosophinnen nacheinander kennen lernt – locker, humorvoll und leicht!
Leider hätte die Idee noch besser umgesetzt werden können. Viele Inhalte konnte man meiner Meinung nach nur verstehen, wenn man sich schon mit den jeweiligen Philosoph
innen auseinandergesetzt hat. Da ist eine Doppelseite dann doch zu knapp. Und richtig kennen gelernt haben wir die Protagonistin eigentlich auch nicht.

Fazit: Gelungenes und super gestaltetes Werk; ausbaufähige, aber richtig gute Idee! Einen ausführlicheren Band 2 würde ich kaufen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2021

Über das Ergreifen von Gelegenheiten

Das Glashotel
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Mit „Das Glashotel“ schafft Emily St. John Mandel einen vielschichten Roman geschaffen, über ergriffene Gelegenheiten und scheiternde Pläne. Vincent und ihr Halbbruder Paul arbeiten in einem Hotel an der ...

Mit „Das Glashotel“ schafft Emily St. John Mandel einen vielschichten Roman geschaffen, über ergriffene Gelegenheiten und scheiternde Pläne. Vincent und ihr Halbbruder Paul arbeiten in einem Hotel an der kanadischen Küste. Sie ergreift eines Tages die Gelegenheit, mit dem Investor Jonathan Alkaitis nach New York zu ziehen. Doch sein Vermögen beruht auf Betrug. Als er untergeht, bedeutet das für Vincent und einige andere einen Wandel ihres Schicksals.
Die ausführlich gezeichneten Charaktere nehmen einen mit auf die Suche nach Heimat, nach Ruhe, nach Wandel. Selbst die Nebenfiguren sind gut getroffen, man kann sich gut in alle hineinversetzen.
Der Roman lässt sich flüssig lesen, die Balance zwischen einem literarischen Kunststück, verwobenen Geschichten und einer einfachen Erzählweise ist perfekt gelungen

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2026

Hin- und hergerissen

Schleifen
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„Schleifen“ von Elias Hirschl ist ein Buch, das man vor allem wegen seiner Sprache liest. Viele Sätze sind sehr schön formuliert, genau beobachtet und wirken lange nach. Man merkt, dass hier jemand schreibt, ...

„Schleifen“ von Elias Hirschl ist ein Buch, das man vor allem wegen seiner Sprache liest. Viele Sätze sind sehr schön formuliert, genau beobachtet und wirken lange nach. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der Sprache ernst nimmt und Freude daran hat, mit ihr zu arbeiten. Auch thematisch hat mich der Roman angesprochen: Es geht um Wiederholungen, das Kreisen um sich selbst, um Unsicherheiten und Gedanken, die nicht zur Ruhe kommen. Das fühlt sich zeitgemäß an und ist gut getroffen.
Trotzdem bin ich beim Lesen immer wieder etwas ratlos zurückgeblieben. Je weiter man kommt, desto mehr fragt man sich, was das Buch eigentlich will. Es gibt viele kluge Überlegungen, Reflexionen und Anspielungen, aber sie führen nicht klar irgendwohin. Das kann interessant sein, wirkt aber stellenweise auch selbstverliebt.
Man hat den Eindruck, dass der Text vor allem zeigen möchte, wie schlau Hirschl ist. Der Autor beweist immer wieder, wie gut er denken und formulieren kann, doch dabei geht etwas verloren: eine klare Richtung oder ein emotionaler Kern, an dem man sich festhalten könnte. Dadurch entsteht eine Distanz, die es schwer macht, sich mitreißen zu lassen.
„Schleifen“ ist ein sprachlich starkes Buch. Am Ende bleibt für mich ein gemischter Eindruck: ein sehr gut geschriebenes Buch mit einem interessanten Thema, das mich erreicht, aber nicht ganz überzeugt. Es bleibt unklar, was es außer seiner eigenen Klugheit eigentlich vermitteln möchte.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2026

Hin- und hergerissen

Schleifen
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„Schleifen“ von Elias Hirschl ist ein Buch, das man vor allem wegen seiner Sprache liest. Viele Sätze sind sehr schön formuliert, genau beobachtet und wirken lange nach. Man merkt, dass hier jemand schreibt, ...

„Schleifen“ von Elias Hirschl ist ein Buch, das man vor allem wegen seiner Sprache liest. Viele Sätze sind sehr schön formuliert, genau beobachtet und wirken lange nach. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der Sprache ernst nimmt und Freude daran hat, mit ihr zu arbeiten. Auch thematisch hat mich der Roman angesprochen: Es geht um Wiederholungen, das Kreisen um sich selbst, um Unsicherheiten und Gedanken, die nicht zur Ruhe kommen. Das fühlt sich zeitgemäß an und ist gut getroffen.
Trotzdem bin ich beim Lesen immer wieder etwas ratlos zurückgeblieben. Je weiter man kommt, desto mehr fragt man sich, was das Buch eigentlich will. Es gibt viele kluge Überlegungen, Reflexionen und Anspielungen, aber sie führen nicht klar irgendwohin. Das kann interessant sein, wirkt aber stellenweise auch selbstverliebt.
Man hat den Eindruck, dass der Text vor allem zeigen möchte, wie schlau Hirschl ist. Der Autor beweist immer wieder, wie gut er denken und formulieren kann, doch dabei geht etwas verloren: eine klare Richtung oder ein emotionaler Kern, an dem man sich festhalten könnte. Dadurch entsteht eine Distanz, die es schwer macht, sich mitreißen zu lassen.
„Schleifen“ ist ein sprachlich starkes Buch. Am Ende bleibt für mich ein gemischter Eindruck: ein sehr gut geschriebenes Buch mit einem interessanten Thema, das mich erreicht, aber nicht ganz überzeugt. Es bleibt unklar, was es außer seiner eigenen Klugheit eigentlich vermitteln möchte.

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