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Veröffentlicht am 08.02.2026

Das Buch verwirrte mich

Die Elefanten
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Anna ist Single. Sie lebt in einer exquisiten Villa neben ihren Eltern. Obwohl sie schon 35 Jahre alt ist, gehört das gemeinsame Frühstück zur Normalität. Alexander, ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller ...

Anna ist Single. Sie lebt in einer exquisiten Villa neben ihren Eltern. Obwohl sie schon 35 Jahre alt ist, gehört das gemeinsame Frühstück zur Normalität. Alexander, ihr Vater ist ein berühmter Schriftsteller und die Mutter Sofija seine „Sekretärin“. Ein junger Mann namens Pinsel ist der Hausdiener des Ehepaars. Pawel, mehr oder weniger erfolgreich als Comedian, verliebt sich in Anna. Beide haben eine wunderbare Zeit miteinander und genießen sie. Und dann gibt es noch diese Elefanten. Sie kommen ohne Anmeldung und es gibt in der Stadt keinen Haushalt, der von ihnen verschont bleibt. Erstaunlich, dass sich kaum jemand an ihnen stört.

"Die Elefanten" lassen mich im wahrsten Sinne des Wortes ratlos zurück. Was beabsichtigte der Autor mit diesem Buch? Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Und trotzdem las ich den Roman. Weil ich Sasha Filipenko sehr schätze und bisher alle Bücher von ihm verschlang. Filipenko hebt sich von den sonst üblichen 08/15 Autoren ab. Dieses Werk beginnt mit einem Kreuzworträtsel. Es folgen Kommentare zum Buch, die wohl in einem Forum veröffentlicht wurden. Dann gibt es Kapitel über alle Protagonisten und die Elefanten in der Stadt stehen immer an erster Stelle.

Ich denke, dass ich das Buch noch ein zweites Mal lesen werde. Vielleicht sehe ich dann klarer. Was sich wie immer bei Herrn Filipenko wohltuend abhebt, das ist sein Sprachstil und der subtile Humor. Aus dem Grund m u s s es auch für dieses Werk eine sehr gute Bewertung geben. Nein, für „hervorragend“ hat es nicht gereicht.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Über dominante Großeltern und rebellische Enkelinnen

Morgensonnenglück
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Holly und Ivy sind Zwillinge und bei den Großeltern aufgewachsen. Zur Mutter haben sie kaum Kontakt und jetzt sollen sich alle bei den Großeltern treffen? Heile Welt spielen, oder was sonst? Von dieser ...

Holly und Ivy sind Zwillinge und bei den Großeltern aufgewachsen. Zur Mutter haben sie kaum Kontakt und jetzt sollen sich alle bei den Großeltern treffen? Heile Welt spielen, oder was sonst? Von dieser Vorstellung ist Holly keineswegs begeistert. Warum soll sie ausgerechnet jetzt ihre leibliche Mutter wiedersehen? Zumal die dann auch ihre jüngere Tochter mitbringt. Also die „kleine Schwester“?

„Morgensonnenglück“ ist tatsächlich ein Wohlfühlroman. Alle Beteiligten zeichnen sich durch ein gesundes Selbstbewusstsein aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass sie sich seit etlichen Jahren gegen die Pläne ihrer Großeltern durchsetzen mussten. Die Zukunftsvisionen des Großvaters stoßen zunächst auf Widerstand. Jedoch müssen alle Beteiligten erkennen, dass er ihre geheimen Wünsche sehr wohl kennt. Das heißt, dass er sie mit einem sagenhaften Angebot in ihren Heimatort locken möchte.

Auch wenn ich schon recht früh erkannte, wie sich die Geschichte entwickelte. Das Buch las ich gerne. Es geht um Verletzungen, die nicht erforderlich waren und nur durch Ehrlichkeit aufgearbeitet werden können. Dass eine alte Liebe dann neu entflammte, war sehr schnell klar. Da nicht alle Fragen restlos geklärt wurden denke ich, dass es eine Fortsetzung des Romans gibt?

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Kein Buch für zwischendurch

Der andere Arthur
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„Der andere Arthur“ beginnt mit einem Brief. Der Ich-Erzähler Arthur Opp schreibt an eine ihm liebgewonnene Frau Charlene Turner, warum er zum „Eremiten“ wurde. Das bedeutet, dass er seit vielen Jahren ...

„Der andere Arthur“ beginnt mit einem Brief. Der Ich-Erzähler Arthur Opp schreibt an eine ihm liebgewonnene Frau Charlene Turner, warum er zum „Eremiten“ wurde. Das bedeutet, dass er seit vielen Jahren sein Haus nicht mehr verließ. Und nicht nur das. Aus Frust stopfte er sich mit Essen voll und die Folge war seine Adipositas. Charlene Turner war eine seiner Schülerinnen. Damals, als er noch als Professor tätig war. Sie trafen sich häufig und verstanden sich bestens. Bis Arthur sich bei seiner Dienststelle gegen falsche Verdächtigungen wehren musste. Er kämpfte nicht. Er resignierte und das Ergebnis dieser Resignation war die völlige Vereinsamung.

Neben den Ausführungen des Arthur Opp gibt es weitere Kapitel, die aus der Sicht von Charlene Turner und ihrem Sohn geschrieben wurden. Anfangs verwirrend aber mit der Zeit dann doch klar, was die Autorin den Lesern vermitteln wollte. Da ist zum Beispiel Charlene, die mit ihrem Leben unzufrieden ist. Sie trauert ihren vergebenen Chancen nach und wird zur Alkoholikerin. Wie sehr sie damit ihrem einzigen Sohn schadet merkt sie erst, als es zu spät ist. Der Junge kämpft ebenfalls mit seinem Dasein und findet Halt bei einer Freundin.

So richtig konnte mich das Buch nicht fesseln. Für mich gab es viele Längen, die nicht zur Klarheit beitrugen. Das Thema lädt allerdings zum Nachdenken ein und die Sprache ist stilvoll und abwechslungsreich. Als Fazit für mich ganz klar, dass sich niemand in sein Schneckenhaus zurückziehen sollte. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als Gerüchte über Arbeitskollegen. Aufgeben ist keine Option, sondern dagegen kämpfen wäre die beste Lösung.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Wieder mal ein äußerst spannender Krimi des Bestsellerautors

Minnesota
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Bob Oz hat seinen Spitznamen weg. Den bekam er von Kollegen und Bekannten, weil er immer wieder Frauen abschleppte, zu viel trank und regelmäßig zu spät zum Dienst erschien. Der Grund dafür liegt zurück, ...

Bob Oz hat seinen Spitznamen weg. Den bekam er von Kollegen und Bekannten, weil er immer wieder Frauen abschleppte, zu viel trank und regelmäßig zu spät zum Dienst erschien. Der Grund dafür liegt zurück, das Trauma kann er aber nicht vergessen. Und trotzdem ist er ein fabelhafter Ermittler. Als er mal wieder in einer Bar versackte und mit der Barfrau flirtete, riss ihn ein Anruf aus seiner Unterhaltung. Er wurde zu einem Tatort gerufen. Dass er eigentlich nicht mehr fahren durfte, interessierte ihn nicht. Promillegrenze? Die interessierte ihn nicht.

Jo Nesbo zeigt mit "Minnesota" mal wieder, warum er so viele Bestseller schrieb. Hier ist zwar nicht Harry Hole die Hauptperson, das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Zwar anfangs schleppend, entwickelt sich das Buch dann doch zu einem spannenden Krimi. Bob Oz sucht nach einem Scharfschützen, dessen Ziel es ist, für Gerechtigkeit zu sorgen. Er hat es auf Waffenhändler und Lobbyisten abgesehen. Und ja, auch Trump wird erwähnt. Immer wieder gibt es Wendungen, die noch einmal mehr für spannende Unterhaltung sorgen.

Besonders gut gefallen mir bei Nesbo die subtilen Hinweise auf Geschehnisse in USA. Er versteht es bestens, seine Einstellung zu verdeutlichen, sich aber nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Der Sprecher gefiel mir zwar, er sollte aber noch ein wenig an seiner stimmlichen Flexibilität arbeiten. Wäre das auch hier gegeben, hätte ich mit fünf Sternen bewertet. Denn die Story ist sehr gut.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Solider Krimi und ein Ausflug ins Surfermilieu

Heaven's Gate
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Da ist er also wieder. Der Oligarchensohn samt Anhang. Tut so, als könne er surfen. Hat sich extra ein teures Brett zugelegt. Als ob er damit über die Wellen gleiten könnte, wie ein Meister. Angeber. Das ...

Da ist er also wieder. Der Oligarchensohn samt Anhang. Tut so, als könne er surfen. Hat sich extra ein teures Brett zugelegt. Als ob er damit über die Wellen gleiten könnte, wie ein Meister. Angeber. Das sind die Gedanken von Caruso. Aber was soll´s. Heute sind die Wellen sehr hoch und er ist mitten in seinem Element. Bis dieser arrogante Typ droht zur ertrinken. Was macht Caruso? Er rettet ihn, weil seine Entourage auch nicht surfen kann. Dass ihm das zum Verhängnis wird und gar seinen Tod bedeuten könnte, das ahnt Caruso nicht.

Caruso bekommt einen ganz besonderen Auftrag. Eine hübsche Lady besucht ihn und bittet darum, ihren Sohn zu finden. Er ist seit zwei Wochen spurlos verschwunden. Sie gibt ihm einen hohen Vorschuss. Da Caruso chronisch pleite und zudem mit seiner Miete weit im Rückstand ist, nimmt er den Auftrag an. Für ihn ist schnell klar, dass der Junge sich absetzte und nicht gefunden werden möchte. Er wird wohl am Strand herumlümmeln. Mit Dope und einer netten Lady. Leider liegt er damit aber völlig falsch.

„Heavens Gate“ spielt auf den Philippinen. Auffallend ist am Anfang, wie genau der Autor das Surfen beschreibt. Für Fans dieses Sport bestimmt interessant. Die Story plätschert zunächst dahin. Sie spielt zwischen Asien und Deutschland. Die Kapitel sind kurz und das gefiel mir gut. Die Sprache locker mit häufiger wörtlicher Rede, für mich oft zu locker. Etwa in der Mitte fing es dann an, spannender zu werden. Es gibt einige Wendungen, die aber nicht immer nachvollziehbar, will sagen realistisch, sind. Die vier Sterne sind sehr wohlwollend von mir, da ich immer denke, dass hinter jedem Buch viel Arbeit steckt. Zum Glück arbeitet Diogenes nicht mit „Autoren“, die ihre Werke mit Künstlicher Intelligenz schreiben lassen.

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