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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

interessant und fundiert, aber wenig neues

Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel
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In seinem Buch widmet sich der Autor dem Thema gesundes Altern und verspricht dabei Klartext, statt falscher Versprechungen, Werbelügen oder Modeerscheinungen. Dieses Versprechen zumindest kann er ziemlich ...

In seinem Buch widmet sich der Autor dem Thema gesundes Altern und verspricht dabei Klartext, statt falscher Versprechungen, Werbelügen oder Modeerscheinungen. Dieses Versprechen zumindest kann er ziemlich gut halten. Allzu viel neues präsentiert er dabei allerdings nicht. Vieles ist meiner Ansicht nach auch einfach gesunder Menschenverstand.

Was mir gut gefallen hat war die konsequente Art, wie er Mythen und Werbelügen rund um das Thema ausräumt und alles kritisch hinterfragt. Es gibt auch eine Übersicht über mögliche Anwendungen / Untersuchungen etc. und deren Evidenz. Auch seine kritische Haltung zum Thema Nahrungsergänzungsmittel fand ich sehr gut, da diese manchmal mehr schaden als nutzen können und von vielen Menschen trotzdem geschluckt werden wie Bonbons. Auch den 6-Wochen-Plan am Ende fand ich sehr gut, da er ein hilfreiches Tool sein kann, um die Erkenntnisse umzusetzen.

Der Autor greift Themen wie gesunde Ernährung und Bewegung auf und gibt auch alltagstaugliche Beispiele dazu. Das ist logisch und fundiert, aber nun wirklich nicht neu. Insgesamt hat mir im Buch ein bisschen die Struktur gefehlt. Die Kapitel erschienen mir doch etwas wahllos gegliedert. Außerdem spiegelt es stellenweise doch sehr stark die persönliche Meinung des Autors wieder. Ich hätte mir hier etwas mehr Objektivität gewünscht.

Alles in allem ist "Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel" ein guter Ratgeber für alle, die sich zum ersten Mal mit dem Thema gesundes Altern beschäftigen. Wer sich bereits länger mit dem Thema befasst, wird wenig neues finden, aber vielleicht doch noch das ein oder andere lernen.

Veröffentlicht am 29.03.2026

düstere Ménage à trois, mit einigen Schwächen

An Education in Malice: Verlangen. Intrigen. Blut.
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Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll. So wirklich umgehauen hat es mich leider nicht. Es hat zwar gute Ansätze, aber die Umsetzung wäre ausbaufähig gewesen.

Wirklich gut fand ich ...

Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll. So wirklich umgehauen hat es mich leider nicht. Es hat zwar gute Ansätze, aber die Umsetzung wäre ausbaufähig gewesen.

Wirklich gut fand ich das Setting an einem abgeschiedenen Frauencollege. Es wird zwar nie erwähnt, zu welcher Zeit der Roman genau spielt, aber anhand der Musik würde ich ihn in den 60ern verorten. Wobei ich mir hier schon etwas mehr Bezug gewünscht hätte. Auch das Collegeleben an sich kommt für mich etwas kurz, ist aber alles in allem gut geschildert.

Die Charaktere dagegen blieben für meinen Geschmack alle deutlich hinter ihrem Potenzial zurück. Sie wirken blass, ihre Entwicklung und Handlungen oft einfach nicht nachvollziehbar. Bei Laura hat mir die innere Zerissenheit gefehlt, die ihr Charakter gebraucht hätte. Diese war für mich einfach nicht spürbar. Carmilla wirkt meistens wie eine verzogene Göre. Sie hat zu wenig Tiefe. Am Schlimmsten war jedoch ihre Lehrerin De Lafontaine. Bei ihr hat mir das Charisma gefehlt. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum ihre Schülerinnen so völlig besessen von ihr sind.

Den Schreibstil fand ich größtenteils sehr angenehm und relativ flüssig, wobei sich manche Passagen etwas ziehen. Überrascht haben mich die doch sehr expliziten Sexszenen. Ich habe mit sowas zwar kein Problem, fand es aber doch etwas sehr viel und auch unnötig. Wer vor (u. a. lesbischen) Sexszenen zurückschreckt, sollte von diesem Buch definitiv die Finger lassen.

Das Ende war recht gut gemacht, auch wenn mir manches zu schnell und zu einfach gelöst wurde. Es bleibt auch eher offen, was ich in diesem Fall aber sehr passend fand.

Im Klappentext wird das Buch als "düstere Dark Academia Neuerzählung von Sheridan Le Fanu's Carmilla" bezeichnet. Das finde ich persönlich sehr irreführend. Meiner Meinung nach gibt es zwischen den beiden Büchern kaum Parallelen. Und der Dark Academia Vibe kam für mich auch etwas zu kurz.

Veröffentlicht am 26.03.2026

netter Coming-of-Age Roman

Little Hollywood
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Ich muss gestehen, dass ich etwas Mühe hatte, ins Buch hinein zu finden. Die Geschichte liest sich gerade am Anfang etwas zäh und plätschert eher so dahin, ohne das allzu viel spannendes passiert. Das ...

Ich muss gestehen, dass ich etwas Mühe hatte, ins Buch hinein zu finden. Die Geschichte liest sich gerade am Anfang etwas zäh und plätschert eher so dahin, ohne das allzu viel spannendes passiert. Das namensgebende Little Hollywood kam für mich gerade während der ersten Kapitel etwas zu kurz.

Protagonistin Leonie ist ein totaler Klischee-Teenager, würde ich sagen. Sie wirkt oft sehr ziellos, zickt wegen Nichtigkeiten ihre Mutter an und besäuft sich gerne auf Partys. Vermutlich konnte ich mich darum einfach nicht wirklich in sie hineinversetzen. Sie wirkte auf mich einfach zu konstruiert. Jo ist interessanter, da er sehr lange mysteriös bleibt und man ihn einfach besser versteht.

Die Beziehung der beiden entwickelt sich in einem schönen Tempo, das sich für mich sehr natürlich angefühlt hat. Hier und da hatte die Geschichte etwas zu viel unnötiges Drama für meinen Geschmack und manches wurde auch nicht plausibel genug aufgelöst. Aber alles in allem ist Little Hollywood ein solider Coming-of-Age Roman, der einen auf eine nostalgische Reise zurück in die 90er Jahre mitnimmt.

Veröffentlicht am 17.03.2026

netter Jugendkrimi am Hof von Königin Elisabeth

Lady Grace Mysteries
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Die Geschichte um Lady Grace ist im Stil eines Tagebuchs verfasst. Lady Grace erzählt also quasi selbst ihre Geschichte. Und das in einer Sprache, wie man sich vorstellen kann, dass sie zur damaligen Zeit ...

Die Geschichte um Lady Grace ist im Stil eines Tagebuchs verfasst. Lady Grace erzählt also quasi selbst ihre Geschichte. Und das in einer Sprache, wie man sich vorstellen kann, dass sie zur damaligen Zeit tatsächlich verwendet wurde. Das sorgt natürlich für eine gewisse Authentizität, aber ich bin mir nicht sicher, ob die junge Zielgruppe damit wirklich so gut klarkommt. Es werden auch viele Begriffe aus der damaligen Zeit verwendet, die sicher erstmal für Verwirrung sorgen. Ich muss gestehen, dass mir ein paar davon auch nicht geläufig waren. Zwar gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar, aber wer will schon ständig hin und her blättern, wenn er wieder mal ein seltsames Wort entdeckt?

Die Charaktere sind gut gemacht und wirken auf mich auch relativ glaubhaft. Wobei Grace natürlich schon sehr mutig und abenteuerlustig ist. Wirklich spannend fand ich die Mischung aus Fakten bzw. realen, historischen Charakteren und Fiktion. Diese ist wirklich sehr gut gelungen. Auch das Rätsel rund um den Mord und die Auflösung am Ende waren gut gemacht. Es gibt einige überraschende Wendungen und mit diesem Ende hatte ich auch nicht gerechnet.

Leider zieht sich das Buch für meinen Geschmack stellenweise etwas zu sehr und es waren für mich auch zu viele, unbedeutende Nebensächlichkeiten darin. Z.B. wird genau aufgelistet, was es bei dem Fest zu essen gibt. Oder was Grace zu Abend isst. Jedes einzelne Kleidungsstück, dass sie an- oder ablegt. Das hätte es für mich nicht gebraucht und es hat die Geschichte unnötig in die Länge gezogen.

Alles in allem ist es ein netter, durchaus authentischer Krimi, mit einer starken Protagonistin, aber leider in meinen Augen kein Highlight.

Veröffentlicht am 12.02.2026

nette Geschenkidee

Love and be loved
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Ich finde die Idee hinter diesem Buch wirklich schön. Allerdings merkt man irgendwie auch, dass es eigentlich mal ein privates Projekt war. Es sieht nämlich sehr danach aus. Zum einen finde ich es ganz ...

Ich finde die Idee hinter diesem Buch wirklich schön. Allerdings merkt man irgendwie auch, dass es eigentlich mal ein privates Projekt war. Es sieht nämlich sehr danach aus. Zum einen finde ich es ganz schön, dass es nicht so perfekt auf Hochglanz poliert ist. Andererseits wirkt es dadurch aber doch ein bisschen seltsam. (Mir fällt leider keine passendere Beschreibung ein.)

Die Illustrationen sind zum großen Teil wirklich schön gemacht. Ich mochte vor allem die dezenten Farben. Allerdings sehen sie ein bisschen so aus, als hätte sie ein Kind gemalt. Das hat einen gewissen Charme, den man aber mögen muss. Es ist sicher nicht jedermanns Sache.

Die "Wünsche" im Buch fand ich ich teilweise richtig schön. Vor allem hat mir gut gefallen, dass auch ausgefallene Sachen dabei waren, wie z.B., dass man immer ein bisschen merkwürdig sein soll. Sowas spricht mich persönlich einfach total an. Manche Wünsche fand ich dafür einfach furchtbar kitschig. Auch hier ist es eben wieder Geschmackssache.

Ich denke, das Buch eignet sich vor allem wunderbar als Geschenk. Für Menschen, die auf ein bisschen Kitsch stehen. Oder auch für Menschen, die man nicht ganz so gut kennt. Da kann man mit diesem Buch sicher wenig falsch machen.