Die Geschichte um Lady Grace ist im Stil eines Tagebuchs verfasst. Lady Grace erzählt also quasi selbst ihre Geschichte. Und das in einer Sprache, wie man sich vorstellen kann, dass sie zur damaligen Zeit ...
Die Geschichte um Lady Grace ist im Stil eines Tagebuchs verfasst. Lady Grace erzählt also quasi selbst ihre Geschichte. Und das in einer Sprache, wie man sich vorstellen kann, dass sie zur damaligen Zeit tatsächlich verwendet wurde. Das sorgt natürlich für eine gewisse Authentizität, aber ich bin mir nicht sicher, ob die junge Zielgruppe damit wirklich so gut klarkommt. Es werden auch viele Begriffe aus der damaligen Zeit verwendet, die sicher erstmal für Verwirrung sorgen. Ich muss gestehen, dass mir ein paar davon auch nicht geläufig waren. Zwar gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar, aber wer will schon ständig hin und her blättern, wenn er wieder mal ein seltsames Wort entdeckt?
Die Charaktere sind gut gemacht und wirken auf mich auch relativ glaubhaft. Wobei Grace natürlich schon sehr mutig und abenteuerlustig ist. Wirklich spannend fand ich die Mischung aus Fakten bzw. realen, historischen Charakteren und Fiktion. Diese ist wirklich sehr gut gelungen. Auch das Rätsel rund um den Mord und die Auflösung am Ende waren gut gemacht. Es gibt einige überraschende Wendungen und mit diesem Ende hatte ich auch nicht gerechnet.
Leider zieht sich das Buch für meinen Geschmack stellenweise etwas zu sehr und es waren für mich auch zu viele, unbedeutende Nebensächlichkeiten darin. Z.B. wird genau aufgelistet, was es bei dem Fest zu essen gibt. Oder was Grace zu Abend isst. Jedes einzelne Kleidungsstück, dass sie an- oder ablegt. Das hätte es für mich nicht gebraucht und es hat die Geschichte unnötig in die Länge gezogen.
Alles in allem ist es ein netter, durchaus authentischer Krimi, mit einer starken Protagonistin, aber leider in meinen Augen kein Highlight.