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Veröffentlicht am 26.02.2026

Die KI und unsere Zukunft

Morgen wird es anders sein
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„...Sprache, sie wurde durch künstliche Intelligenz manipulierbar. Aber, was war der Mensch ohne Sprache? Worte ohne Hallraum. Sprach, ohne Worte, undenkbar…“

Der Archäologe Sven wollte eigentlich ein ...

„...Sprache, sie wurde durch künstliche Intelligenz manipulierbar. Aber, was war der Mensch ohne Sprache? Worte ohne Hallraum. Sprach, ohne Worte, undenkbar…“

Der Archäologe Sven wollte eigentlich ein paar ruhige Tage in der Natur genießen. Doch dann trifft er auf Joko. Der lädt ihn an sein Lagerfeuer ein. Sein Thema ist die künstliche Intelligenz. Es waren nur drei Worte, aus denen die KI eine Geschichte gebastelt hat.
Der Autor hat einen spannenden Roman geschrieben. Der Schriftstil fordert Aufmerksamkeit, denn die Handlung wechselt häufig zwischen der Realität und der virtuellen Welt. Gleichzeitig werden neben der KI weitere aktuelle Themen beleuchtet wie thermische Kraftwerke und intelligente Stromregler.
Joko bietet Sven an, ihn ein Erlebnis in der virtuellen Welt zu vermitteln. Der lässt sich darauf ein. Schnell wird klar, dass die KI von seinem Verhalten in diesem Spiel lernt. Gut ausgearbeitete Gespräche zwischen Joko und Sven streifen die Kernprobleme, um die es geht.

„...Die Evolution ist ein Prozess, der zu dem Gehirn geführt hat, das wir heute besitzen. Wenn aber alle Natur ein Prozess ist, ist sicher auch alles Erleben und Denken des Menschen ein Prozess, den wir noch besser verstehen müssen…“

Immer wieder wird dabei der Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Gehirn thematisiert. Es ist seine Plastizität, um die es geht.

„...Zeit und Raum sind im menschlichen Gehirn untrennbar miteinander verbunden…“

Und genau solche Prozesse soll die KI nachbilden. Dazu muss man ihr Möglichkeiten zum Lernen bieten.
Die angebotenen virtuellen Welten orientieren sich an der Erfahrungswelt, aber auch den Wünschen von Sven. Die Erlebnisse sind spannend und abwechslungsreich. Sie geschehen in unterschiedlichen Gebieten der Erde und zu verschiedenen Zeitpunkten. Nicht zu unterschätzen ist ihr Suchtpotential.
Als Sven in Frankfurt zurück ist, wird er genötigt, die Besuche in der virtuellen Welt fortzusetzen. Mittlerweile aber weiß er um die Folgen. Also sucht er Wege, das System zu überlisten. Hier nimmt der Spannungsbogen erheblich zu.
Die technischen Seiten der Themen werden allgemeinverständlich und nachvollziehbar dargestellt. Gleichzeitig werden Schwachstellen moderner Technik offengelegt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt ein Spiel mit Möglichkeiten, denen wir uns ziemlich schnell nähern. Deshalb mahnt es auch, darüber nachzudenken, was wir tun müssen, damit wir sie beherrschen.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Aus dee Trauer zum Neuanfang

Die Inselschwestern - Meerwasserherzen
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„...Isa lehnt sich neben Lisa an den Tresen und sieht erst ihre Nichte und dann mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, als wäre sie mitten in ein emotionales Minenfeld hereinspaziert. Womit sie nicht ganz ...

„...Isa lehnt sich neben Lisa an den Tresen und sieht erst ihre Nichte und dann mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, als wäre sie mitten in ein emotionales Minenfeld hereinspaziert. Womit sie nicht ganz unrecht hat…“

Marina Hansen ist seit vier Jahren Witwe. Den Unfalltod ihres Mannes aber hat sie noch nicht verarbeitet. Deshalb möchte sie von ihrer siebenjährigen Tochter auch alles fern halten, was irgendwie gefährlich sein könnte. Ihr Wunsch, reiten zu dürfen, kommt deshalb zur Unzeit.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Er ermöglicht Einblicke in das Innenleben der Protagonisten. Die Geschichte wird von Marina selbst erzählt.
Seit dem Tode ihres Mannes funktioniert Marina nur noch. Sie hält das gemeinsam aufgebaute Restaurant am Laufen. Oliver, der einst beste Freund ihres Mannes, ist ihr eine Stütze. Er unternimmt eine Menge mit Lisa und ermöglicht ihr dabei Freiheiten, die Marina oft unterbindet. Ihr Verlustangst durchzieht wie ein roter Faden die Handlung.
Ab und an kommen Erinnerungen an die Vergangenheit hoch. Dann fühlt Marina Felix in ihrer Nähe.

„...Tränen brennen in meinen Augen, während ich die Szene von damals in meinem Kopf vor mir sehe. Wir hatten uns so viel vorgestellt. Gemeinsam Träume und nun halte ich nichts als Weben dieser Erinnerungen fest….“

Das Buch steckt voller Emotionen. Dazu gehört, dass sich Marina stets auf ihre beiden Schwestern verlassen kann. Sie sind da, wenn sie diese braucht, sagen ihr aber auch unverhohlen die Meinung. Ihnen ist klar, dass sich zwischen Oliver und Marina mehr entwickelt als nur Freundschaft. Beide aber haben gute Gründe, um Grenzen zu ziehen.
Doch das Leben geht nun mal keine geraden Wege. Neue Ereignisse erfordern neue Entscheidungen. Marina begreift, dass sie nicht ewig in der Vergangenheit leben kann. Das tut auch ihrer Tochter nicht gut.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Hier wird deutlich, dass Trauer Zeit braucht und Menschen, die einen dabei uneigennützig begleiten.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Spannender Krimi

GNADENTOD
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„...Ich habe hier eine Leiche zu viel in meinem Kofferraum, die meiner Toten gerade den Platz wegnimmt…“

Diesen Anruf erhält Kommissar - Anwärter Amun Shahier von seinem Freund Jorge Sachez, dem unter ...

„...Ich habe hier eine Leiche zu viel in meinem Kofferraum, die meiner Toten gerade den Platz wegnimmt…“

Diesen Anruf erhält Kommissar - Anwärter Amun Shahier von seinem Freund Jorge Sachez, dem unter anderem ein Bestattungsunternehmen gehört.
Die Autorin hat einen spannenden Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker mit viel Humor, enthält aber auch sehr ernste Passagen und sozialkritische Anmerkungen.
Der Fall landet bei Hauptkommissar Robert Haller, der Amun unter seine Fittiche genommen hat. Haller wird deutlich,wenn er mit irgendetwas nicht einverstanden ist. Dazu gehört, dass Amun ein Dienstwagen verweigert wurde.

„...Allerdings ist das hier die Mordkommission und ich bin Ihr Tutor, nicht Ihr Taxi! Bei unseren Ermittlungen müssen Sie unabhängig von mir sein. Und genau deshalb werde ich unseren verstaubten Korinthenkackern jetzt auch mal ein bisschen die Krawattennadeln verschieben…“

Der Fall erweist sich als komplex. Die 91jährige Tote wurde gewaschen und einbalsamiert, ihre Wohnung komplett ausgeräumt. Ihre rumänische Pflegerin ist nicht auffindbar. Die Tote wurde gekühlt, was gravierende Folgen hat. Bei Danner klingt das so:

„...Je nachdem wo, und bei welcher Temperatur Du eine Leiche lagerst, verlangsamt sich der Verwesungsprozess, oder wird beschleunigt, und mit ihm die uns bekannten Merkmale...“

Ist die Temperatur nicht bekannt, kann der Todeszeitpunkt nicht bestimmt werden.
Mir gefällt, dass auch das Privatleben der Ermittler eine Rolle spielt. Nicht vergessen möchte ich die drei tierischen Protagonisten, darunter zwei ausgewachsene Labradors, die letztendlich an der Aufklärung der Fälle eine wesentlichen Anteil haben. Fälle deshalb, weil weitere Tote in Bestattungsinstitutionen abgelegt werden.
Die Gespräche der Hunde untereinander sind sehr amüsant.

„...Aber wundert mich nicht. Nen richtigen Riecher hatten unsere Menschen ja nie! Bei so wenig Sinneszellen in der Nase könnten sie einem fast schon leidtun…“

Die Geschichte lockt zum Mitraten. Erst am Ende wird wirklich klar, in welche Falle man dabei fast automatisch tappt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Spannender historischer Krimi

Feuer in der Hafenstadt
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„...Dann zerbrach die Welt! Eine weitere Explosion ließ die Außenwand des Schiffes aufplatzen…“

Im Prolog wird eine heftige Schiffskatastrophe geschildert. Der einzige Überlebende ist der Kapitän Hauke ...

„...Dann zerbrach die Welt! Eine weitere Explosion ließ die Außenwand des Schiffes aufplatzen…“

Im Prolog wird eine heftige Schiffskatastrophe geschildert. Der einzige Überlebende ist der Kapitän Hauke Sötje, obwohl oder gerade, weil man ihn vor der Explosion niedergeschlagen hat.
Die Autorin hat einen spannenden historischen Krimi geschrieben. Der Schriftstil lässt sich gut lesen.
Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Wir befinden uns im Jahre 1894. Hauke ist in Glücksstadt angekommen, um eine letzte Mission zu erfüllen. Bevor es dazu kommt, wird er von Werner von Lahn beauftragt, in der Heringsfischerei AG denjenigen ausfindig zu machen, der den Aufbau der Flotte boykottiert.
Als die Fabrik von Struwe abbrennt und dessen Tochter Sophie allein dasteht, geht es außerdem darum, all die Vorwürfe zu entkräften, die man Sophie wegen ihres Vaters macht.
Das Buch verfügt über einen hohen Spannungsbogen. Außerdem wird Glücksstadt gut beschrieben. Ich lerne das Leben zur damaligen Zeit in seiner ganzen Vielfalt kennen. Auch die Personen werden gut charakterisiert. Sophie ist eine intelligente und selbstbewusste junge Dame. Das zeigt sich auch bei der Wahl ihrer Lektüre.

„...Dabei fand Sophie, dass Doras Lektüren allesamt vertanes Papier waren. Ausschließlich gedacht. dumme Mädchen zu dummen Frauen zu machen, sie ohne Meinung und ohne Hirn in die Welt zu entlassen…“

Das kriminelle Geschehen erweist sich als sehr komplex. Bald stellt sichg heraus, dass dafür manche Fäden schon Jahre zuvor gezogen wurden.
Doch Hauke hat nichts mehr zu verlieren. Deshalb geht er allen Spuren nach, auch wenn es sich dabei selbst in Gefahr bringt.
Im Anhang findet sich eine Literaturliste, ein Glossar und zwei Karten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Es war einmal eine Kindheit auf dem Dorf

Es geschah auch kein Unfug ...
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„...Menschen sterben. Tiere sterben. Das ist ganz normal. Das gehört zum Leben dazu. Aber diesmal hat es die Schildkröte im Kindergarten erwischt. Über Nacht…“

Mit diesen Zeilen beginnt die erste Geschichte. ...

„...Menschen sterben. Tiere sterben. Das ist ganz normal. Das gehört zum Leben dazu. Aber diesmal hat es die Schildkröte im Kindergarten erwischt. Über Nacht…“

Mit diesen Zeilen beginnt die erste Geschichte. Natürlich wird sie gemeinsam beerdigt. Danielas Bruder Woffe aber weiß, dass der Panzer nicht verrottet. Und den will er haben. Damit fängt ein nächtliches Abenteuer an.
In der zweiten Geschichte erlebt sie mit ihrer Zwillingsschwester Wackel ein ganz besonderes Abenteuer, denn sie will herausfinden, ob die Erde wirklich rund ist. Ich mag den Humor.

„...Mir macht das nichts aus, denn Kleinsein hat auch Riesenvorteile. Zum Beispiel, wenn man durch eine enge Luke in den Hühnerstall kriechen will und dabei nicht stecken bleibt…“

Es geht immer wieder um eine Kindheit auf den Dorf. Die Eltern waren beschäftigt. Die Kinder hatten viel Freiheit und die haben sie genutzt.

„...Es gab so vieles, was mich unendlich langweilte. Regentage zum Beispiel. An diesen öden, schnöden Tagen, wo man nur drinnen spielen konnte und sich mit Freunden traf, denen es genauso langweilig war…“

Genau darum geht es in der letzten Geschichte. Bei Spielen im Haus kommt es schnell zu Missverständnissen.
Das Buch ist sehr schön illustriert. Die farbigen Bilder passen zur Handlung.
Die Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Sie spiegeln eine Zeit, die noch gar nicht so lange vorbei ist.

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