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Veröffentlicht am 08.03.2026

Ein Mord mit Wurzeln in der Vergangenheit

Stiller Bach
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Inhaltsangabe
Kinder entdecken im Stillen Bach eine Leiche, woraufhin Kommissar Maibach aus Friedrichshafen die Ermittlungen in Weingarten übernimmt. Während der Ermittlungen wird deutlich, dass die Ursache ...

Inhaltsangabe
Kinder entdecken im Stillen Bach eine Leiche, woraufhin Kommissar Maibach aus Friedrichshafen die Ermittlungen in Weingarten übernimmt. Während der Ermittlungen wird deutlich, dass die Ursache des Mordes weit in die Jugend der Beteiligten zurückreicht.
Rezension
Der Krimi Stiller Bach von Regina Riest ist ein eher ruhiger, „stiller“ Krimi, der sich zu Beginn viel Zeit nimmt, um die Figuren und ihr Umfeld vorzustellen. Dadurch dauert es etwas, bis die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt, da man zunächst die Charaktere und ihre Beziehungen kennenlernt.
Kommissar Maibach aus Friedrichshafen übernimmt die Ermittlungen in Weingarten. Früher hat er in Ravensburg gearbeitet, sodass er mit der Region bereits vertraut ist. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus seiner Sicht, zusätzlich gibt es Kapitel aus der Perspektive des Mörders sowie eines Zeugen, wodurch sich verschiedene Blickwinkel auf die Ereignisse ergeben.
Die Autorin versucht Spannung unter anderem über ein wiederkehrendes Rätsel aufzubauen: Bereits auf Seite 69 taucht das Wort „Graffito“ auf. Kommissar Maibach recherchiert die Bedeutung im Internet, doch dem Leser wird die Erklärung lange vorenthalten – erst auf Seite 299 wird schließlich aufgelöst, was genau dahintersteckt.
Relativ schnell lässt sich erahnen, warum der Mord geschehen ist, da das Motiv in der Vergangenheit und besonders in der Jugend der Beteiligten liegt. Beim Täter bleibt es dagegen länger offen; beim Lesen hat man durchaus mehrere Verdächtige im Blick und kann eigene Vermutungen anstellen.
Das Lokalkolorit bleibt eher zurückhaltend. Zwar spielen Ravensburg und Weingarten eine Rolle, und besonders die Feste in beiden Städten sorgen für regionale Atmosphäre. An anderen Stellen – etwa bei den Mahlzeiten der Ermittler – hätte die Handlung jedoch genauso gut an einem anderen Ort spielen können.
Der Schreibstil ist gut lesbar und solide. Insgesamt bleibt der Krimi ruhig erzählt, mit einem klaren Highlight im Verlauf der Handlung, aber ohne durchgehend hohes Spannungstempo. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und ist insgesamt stimmig aufgebaut.
Fazit
Stiller Bach ist ein ruhiger Kriminalroman, der stärker auf Figuren und Hintergründe setzt als auf schnelle Action. Wer leise Krimis mit regionalem Bezug und einem Rätsel aus der Vergangenheit mag, wird hier gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Gemütlicher Cosy Crime mit Charme – 4 Sterne

Mord & Breakfast
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Mord und Breakfast von Anne Gordon

Zunächst hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden, da der Anfang eher ruhig und stellenweise etwas langweilig wirkt. Statt eines klassischen ...


Mord und Breakfast von Anne Gordon

Zunächst hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden, da der Anfang eher ruhig und stellenweise etwas langweilig wirkt. Statt eines klassischen Krimis steht zunächst die Atmosphäre im Vordergrund, wodurch das Buch mehr wie ein unterhaltsamer Roman als wie ein spannender Kriminalfall wirkt.

Mit der Zeit entfaltet sich jedoch der besondere Charme der Geschichte. Vor allem die liebevoll gestalteten Charaktere aus dem schottischen Küstenort Seagull Bay machen das Buch sehr lesenswert. Besonders Cheddar, der lustige Hund, sorgt immer wieder für humorvolle Momente. Auch die Idee, die Figuren gleich zu Beginn übersichtlich vorzustellen, gefällt mir sehr gut und erleichtert den Einstieg.

Insgesamt ist Mord und Breakfast ein vergnüglicher, atmosphärisch gut geschriebener Roman, der weniger durch Spannung als durch Humor, Charme und lebendige Figuren überzeugt. Wer einen gemütlichen Cosy Crime mit Wohlfühlfaktor sucht, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Charmanter Elsass-Krimi mit vorhersehbarer Wendung

Elsässer Intrigen
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„Elsässer Intrigen“ von Jean Jacques Laurent überzeugt schon beim ersten Blick: Das farbenfrohe Cover mit den typischen Fachwerkhäusern ist ein echter Hingucker und fängt die Atmosphäre der Region wunderbar ...


„Elsässer Intrigen“ von Jean Jacques Laurent überzeugt schon beim ersten Blick: Das farbenfrohe Cover mit den typischen Fachwerkhäusern ist ein echter Hingucker und fängt die Atmosphäre der Region wunderbar ein. Allein dadurch sammelt das Buch für mich direkt Pluspunkte.

Inhaltlich geht es dieses Mal für Jules Gabin nach Colmar – befördert und mit neuen Kollegen konfrontiert, die fast spannender sind als der Kriminalfall selbst. Denn einer von ihnen ist in die Ereignisse verwickelt … nur welcher? Leider war mir das recht schnell klar, was der Spannung ein wenig den Wind aus den Segeln genommen hat. Zudem war es dann ein ziemliches hin und her. Vielleicht denke ich einfach ähnlich wie der Autor, denn die Auflösung lag für mich früh auf der Hand.

Trotzdem hat mich der Roman gut unterhalten. Die Serie hat für mich einen besonderen Charme: das Essen, die Atmosphäre, die Figuren und das ganze Drumherum machen einfach Spaß. Auch wenn der Fall selbst nicht der stärkste war, bleibt das Gesamtpaket stimmig und lesenswert.

4 Feensternchen

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Spannender Elsass-Krimi mit kleinen Schwächen

Elsässer Verfehlungen
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„Elsässer Verfehlungen“ aus dem Piper Verlag punktet schon optisch: Das bunte Cover mit den farbenfrohen Fachwerkhäusern am Fluss ist ein echter Hingucker und vermittelt sofort die richtige Stimmung für ...


„Elsässer Verfehlungen“ aus dem Piper Verlag punktet schon optisch: Das bunte Cover mit den farbenfrohen Fachwerkhäusern am Fluss ist ein echter Hingucker und vermittelt sofort die richtige Stimmung für einen Regionalkrimi.

Der Einstieg hingegen wirkt etwas holprig. Die beiden Frauenfiguren – die Ex und die aktuelle Partnerin des Protagonisten – fand ich eher seltsam und unnötig kompliziert, was den Lesefluss zu Beginn etwas bremst.

Sobald der eigentliche Kriminalfall an Fahrt gewinnt, zeigt das Buch jedoch seine Stärken. Die Ermittler sind sympathisch, die Atmosphäre stimmig, und der Flammkuchenwettbewerb bringt eine charmante, regionale Note ins Geschehen. Die Spannung ist solide, allerdings habe ich recht früh durchschaut, worauf die Handlung hinausläuft. Dadurch wirkte das Ende für mich leider wenig überraschend und etwas enttäuschend.

Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi mit schönem Setting und guten Figuren, aber erzählerischen Schwächen am Anfang und einem vorhersehbaren Finale. 4 Feensternchen

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Eiskalt, emotional, irisch – ein Krimi, der unter die Haut geht

Schneesturm
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⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

Tríona Walshs Schneesturm ist ein atmosphärisch dichter Inselkrimi, der mich beim Lesen regelrecht hat frieren lassen. Die Geschichte spielt auf der windumtosten Insel Inishmore, ...

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

Tríona Walshs Schneesturm ist ein atmosphärisch dichter Inselkrimi, der mich beim Lesen regelrecht hat frieren lassen. Die Geschichte spielt auf der windumtosten Insel Inishmore, wo ein tagelanger Schneesturm die Bewohner von der Außenwelt abschneidet. Kein Schiff, kein Helikopter – ganz im Stil von Agatha Christie sind alle Verdächtigen auf engem Raum gefangen, und die Kälte kriecht durch jede Seite.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, emotional glaubwürdig und oft in Bewegung – nass vom Laufen, vom Niederknien, vom Leichenbergen. Die Ermittlerin Cara ist vielschichtig und trägt ihre eigene Geschichte mit sich. Besonders schön fand ich, wie der Name Daithí erklärt wird – ausgesprochen „Daaah-hie“ – und wie die Sprache den irischen Dialekt spiegelt, der auf Inishmore gesprochen wird: Connacht Irish, der westirische Zweig des Irischen.

An einer Stelle sagt Caras Sohn, er habe „Garda-Kram“ gemacht – was das genau bedeuten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn mit der Polizei hat er nichts zu tun. Vielleicht war das einfach ein flapsiger Ausdruck, der offenbleiben darf.

Das Ende ist gelungen, vor allem die lange, spannungsgeladene Auflösung mit echten Highlights. Es gab ein paar Längen, aber ich war so gefangen, dass ich sie kaum bemerkt habe. Ein paar Dinge fand ich leider unplausibel – aber der Lokalkolorit, die Atmosphäre und die emotionale Tiefe machen das mehr als wett.

Ich gebe 4 von 5 Sternen – wegen kleiner Schwächen, aber mit großer Hochachtung für die Stimmung, die Figuren und das frostige Setting.

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