Heftige Geschichte einer Kindheit
Mit beiden Händen den Himmel stützenSchon das erste Kapitel hat es in sich. Wir lernen Lale im Bauch und bei ihrer Geburt kennen. Ihr Start ins Leben ist heftig und auch ihr weiteres Leben ist nicht einfach. Ihre Mutter ist Drogenabhängig ...
Schon das erste Kapitel hat es in sich. Wir lernen Lale im Bauch und bei ihrer Geburt kennen. Ihr Start ins Leben ist heftig und auch ihr weiteres Leben ist nicht einfach. Ihre Mutter ist Drogenabhängig und kann sich nicht um sie kümmern, so dass sie zu einem Pflegevater kommt. Dieser lebt in einer Männer Kommune in Berlin. In dieser lebt auch Lales leiblicher Vater, der seiner Vaterrolle aber nur selten nachkommt. In der WG gehen die Frauen ein und aus, es gibt Drogenkonsum und Alkohol in Hülle und Fülle.
Lale hat alle Freiheiten welche sie möchte, keine Grenzen aber auch keine Geborgenheit und kann sich auch auf niemand verlassen. Nicht nur einmal werden ihre Grenzen überschritten und sie kann sich niemand anvertrauen. Erst Erwachsen kann sie sich damit , was ihr als Kind passiert ist auseinandersetzen.
Das Buch spielt hauptsächlich in den 80er und 90er Jahren. Da ich genauso alt bin wie Lale, konnte ich mich in die Zeit super hineinversetzen und mir war vieles bekannt.
Was für ein Debut. Lilli Tolkien schafft es in ihrem ersten Buch "Mit beiden Händen den Himmel stützen" wie eine Bombe einzuschlagen. Das Buch hat mich begeistert, zerrstört, zu Tränen gerührt. Ich musste schmunzeln und war im nächsten Moment einfach nur wütend. Es gab keine Emotion die beim Lesen fehlte.
Daher kann ich dem Buch nur fünf sehr verdiente Sterne geben.