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Veröffentlicht am 02.03.2026

Tolle Unterhaltung und Lacher garantiert!

Eine Oma für alle Fälle
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Sucht ihr ein humorvolles Kinderbuch, das ihr gemeinsam mit euren Kindern ab 6 Jahren lesen könnt? Dann habe ich eine große Empfehlung für euch:

EINE OMA FÜR ALLE FÄLLE
Christian Wichmann
ET: 29.01.26

Der ...

Sucht ihr ein humorvolles Kinderbuch, das ihr gemeinsam mit euren Kindern ab 6 Jahren lesen könnt? Dann habe ich eine große Empfehlung für euch:

EINE OMA FÜR ALLE FÄLLE
Christian Wichmann
ET: 29.01.26

Der achtjährige Edgar verbringt seine Sommerferien zu Hause – und die sind besser als jeder Urlaub. Seine Eltern sind tagsüber mit wichtigen Projekten beschäftigt, Edgar hat also offiziell elternfrei. Kein Problem für ihn, schließlich kann er sich selbst versorgen: Zähne putzen, Frühstück machen, das Bett herrichten, die Krawatte binden und sein gesundes Essen aufwärmen – alles kein Thema. Langweilig wird ihm dabei nicht. Nur die Nachbarin Frau Manteufel, die direkt über ihm wohnt, nervt gewaltig. Sie ist laut und beschwert sich ständig.

Umso spannender wird es, als ein Möbelwagen vorfährt. Zieht jemand Neues in die Dachgeschosswohnung ein? Vielleicht sogar ein Kind, mit dem man spielen kann? Edgar ist entsprechend neugierig – und staunt nicht schlecht, als statt eines Spielkameraden eine ältere Dame einzieht, die aussieht wie eine Mischung aus Diva und Königin.

Als ihr am nächsten Tag der gesamte Einkauf zu Boden fällt, beweist Edgar echten Gentleman-Charakter und trägt alles hinauf in ihre Wohnung. Dort wird schnell klar: Diese Frau ist alles andere als gewöhnlich. Bilder hängen verkehrt herum, Blumen wachsen im Spülbecken – was Edgar ausgesprochen praktisch findet, schließlich spart man sich so die Gießkanne.

Ich könnte euch jetzt erzählen, was es bei Frau Koschitz (so heißt die neue Nachbarin) Ungesundes zum Mittagessen gibt, aber glaubt mir: Greift lieber selbst im Buchladen eures Vertrauens zu. Euch erwartet eine wunderbar schräge Geschichte über einen leicht nerdigen Jungen und eine herrlich chaotische Ersatz-Oma, die garantiert für viele Lacher sorgt.

Fazit:
Ein äußerst humorvolles Kinderbuch mit liebevoll und fein gezeichneten Figuren, das man kaum aus der Hand legen möchte. Die Kapitel sind ideal für die abendliche Vorlesezeit und machen Lust auf immer noch eine Seite mehr.
5/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2026

Highlight!

Die Schwarzgeherin
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DIE SCHWARZGEHERIN
Regina Denk
ET: 02.09.24
Tirol, Mitte des 19. Jahrhunderts:

Theres verliert früh ihre Mutter, gestorben im Kindbett – gemeinsam mit ihren Brüdern. Die, die das zunächst überlebten, ...

DIE SCHWARZGEHERIN
Regina Denk
ET: 02.09.24
Tirol, Mitte des 19. Jahrhunderts:

Theres verliert früh ihre Mutter, gestorben im Kindbett – gemeinsam mit ihren Brüdern. Die, die das zunächst überlebten, starben später. Am Ende blieben nur sie und ihr Vater zurück. Und Leopold, ihr bester Freund seit Kindertagen, der Sohn vom Xantner Hof. Ihm ist sie versprochen, schon seit der Kindheit. Er ist ihr Gefährte, immer für sie da, nur zum Unfug muss sie ihn stets erst überreden.

Als Theres achtzehn ist, planen die Väter die Verlobung und damit die Zusammenführung der beiden großen Höfe. Was sie nicht ahnen: Theres hat ganz andere Pläne. Heiraten will sie nie, ihre Freiheit liebt sie über alles. Dann taucht am Osterfest ein Fremder auf – Xaver Kargl. Seine Ausstrahlung zieht Theres sofort in den Bann. Ungeachtet dessen, dass sie einem anderen versprochen ist, macht er ihr unverhohlen den Hof.

Als Wildereien und Einbrüche das Dorf beunruhigen, ist man sich schnell einig: Der Neue muss es gewesen sein. Doch wer nun glaubt, hier sei schon zu viel verraten, sollte dieses Buch unbedingt selbst lesen. Denn Theres ist bald guter Hoffnung – und ihr könnt euch denken, dass diese Nachricht nicht überall auf Freude stößt.

Was für ein starkes Buch. Zu gern hätte ich diese Besprechung im Dialekt des Romans geschrieben, so sehr hatte ich das Gefühl, ein paar Tage in diesem abgelegenen Bergdorf verbracht zu haben. Regina Denks Schreibstil ist eindringlich und zugleich ungemein atmosphärisch. Man spürt die Kargheit der Landschaft, hört förmlich die Äste knacken und ist so gefesselt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag – aus Angst, etwas zu verpassen.

Fazit:
Do passt einfach alls zam: a spannender, dichter und ungemein atmosphärischer Roman. A klare Leseempfehlung – und i g’frei mi jetzt scho sehr auf Regina Denks nächsts Buch, des am 02.03.26 erscheint.
5+/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Ein starkes, schmerzhaftes und verstörendes Debüt!

Ein Mädchen verließ das Zimmer
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EIN MÄDCHEN VERLIESS DAS ZIMMER
Ulrikka S. Gernes
ET: 29.01.26

Warum hat man sie nicht beschützt?

Im Mittelpunkt steht die 14-jährige Tanja, die auf der Vernissage ihres Vaters den 48-jährigen Autor ...

EIN MÄDCHEN VERLIESS DAS ZIMMER
Ulrikka S. Gernes
ET: 29.01.26

Warum hat man sie nicht beschützt?

Im Mittelpunkt steht die 14-jährige Tanja, die auf der Vernissage ihres Vaters den 48-jährigen Autor Eg kennenlernt, einen Freund der Familie. Nach einem kurzen Gespräch tauschen sie ihre Adressen aus, und es beginnt ein intensiver Briefwechsel. Eg versteht es meisterhaft, mit Worten Nähe zu erzeugen und Aufmerksamkeit zu schenken. Schritt für Schritt gerät Tanja in eine emotionale Abhängigkeit, die sie selbst als etwas Besonderes und Erwähltes erlebt. Die Skepsis ihrer Mutter kann sie lange abwehren, bis schließlich auch die letzten Nachfragen verstummen.

Mit 15 schläft Tanja erstmals mit Eg, schwänzt die Schule und richtet ihr Leben zunehmend auf ihn aus. Was für sie wie Liebe erscheint, entpuppt sich als toxisches Geflecht aus Manipulation, Macht und Abwertung. Eg rechtfertigt sein Verhalten mit der Idee einer „höheren“ emotionalen Bindung, die über monogamen Beziehungen stehe, und erwartet Verständnis für seine Seitensprünge und Bedürfnisse. Tanja erkennt lange nicht, wie sehr sie dominiert wird – und wie tief diese Beziehung ihr weiteres Leben prägen wird.

„Du bist Niemand. Wenn du mit mir an Orten wie diesem bist, bin ich jemand. Verstehst du, was ich meine? […] Wir dürfen einander nicht einschränken, Tanja. Unsere Liebe unterliegt nicht diesen ganzen möglichen oder unmöglichen Normen. Unsere Liebe ist darüber erhaben, sie kann viel mehr umfassen als andere Beziehungen.“ (S. 172)
Ulrikka S. Gernes erzählt diese Geschichte leise, präzise und ohne moralischen Zeigefinger. Gerade diese Zurückhaltung macht das Buch so erschütternd. Die Autorin zeigt eindringlich, wie Grenzüberschreitungen nicht als solche wahrgenommen werden, wenn sie sich als Zuwendung tarnen, und wie das Umfeld durch Wegsehen mitschuldig wird. Der klare, ruhige Stil entfaltet eine enorme Sogwirkung; viele Sätze hallen lange nach, weil sie die Mechanismen emotionaler Abhängigkeit so schonungslos offenlegen.

Was für ein Buch. Eines, das man nicht einfach zuklappt, sondern das weiterarbeitet. Man ist dankbar, dass dieses Schicksal nicht das eigene oder das der eigenen Tochter ist.

Fazit:
Ein starkes, schmerzhaftes und verstörendes Debüt, das wichtige Fragen stellt, ohne einfache Antworten zu liefern. Große Leseempfehlung.
5/5

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2026

Großartig!

Das schönste aller Leben
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DAS SCHÖNSTE ALLER LEBEN
Betty Boras
ET: 17.02.26

In ihrem Debütroman verwebt Betty Boras drei Erzählstränge zu einer vielschichtigen Familiengeschichte über Herkunft, Zugehörigkeit und die Last der Erwartungen.

Vio ...

DAS SCHÖNSTE ALLER LEBEN
Betty Boras
ET: 17.02.26

In ihrem Debütroman verwebt Betty Boras drei Erzählstränge zu einer vielschichtigen Familiengeschichte über Herkunft, Zugehörigkeit und die Last der Erwartungen.

Vio verlässt 1989 mit ihren Eltern kurz nach dem Sturz der kommunistischen Diktatur die rumänische Region Banat und flieht nach Deutschland. Obwohl sie Deutsch sprechen, bleiben sie Fremde. Unauffällig sein, nicht anecken, bloß keinen Anlass für Gerede geben – so lautet das unausgesprochene Lebensmotto. Die Eltern arbeiten hart, sind pflichtbewusst und fleißig, und doch stellt sich das Gefühl des Angekommenseins nie ein. Erst Vio scheint all das zu verkörpern, worauf sie hoffen: gute Noten, deutsche Freundinnen, die Empfehlung fürs Gymnasium. Schön und klug, so glauben die Eltern, könnte sie es eines Tages schaffen, wirklich dazuzugehören.

Ein weiterer Erzählstrang führt ins 18. Jahrhundert. Die Waise Theresia wächst in einer wohlhabenden Familie auf, die sie wie eine Tochter behandelt. Doch ihre Schönheit bleibt nicht unbemerkt, Gerüchte machen die Runde, auch der Sohn des Hauses begehrt sie. Schließlich gerät Theresia ins Visier der Keuschheitskommission und wird in ein Arbeitslager verschleppt – mit einem Geheimnis, das dort niemand erfahren darf.

Die dritte Stimme gehört einer Ich-Erzählerin aus der Gegenwart. Sie bringt ein wunderschönes Mädchen zur Welt, auf dem die Hoffnungen mehrerer Generationen lasten. Zum ersten Mal steht auf einer Geburtsurkunde als Geburtsort Deutschland. Doch ein Moment der Unachtsamkeit genügt: Heißer Tee verbrüht die Hälfte des kindlichen Gesichts – und mit einem Schlag scheinen all die Erwartungen der Familie zerbrochen.

Liebe Betty, wir kennen uns von Bookstagram, und ehrlich gesagt hatte ich Respekt davor, deinen Debütroman zu lesen. Die Sorge, ihn vielleicht nicht zu mögen, war völlig unbegründet. Ich bin durch die Seiten geflogen, konnte das Buch kaum aus der Hand legen und war am Ende tief bewegt. Dein Schreibstil ist eigenständig und eindringlich. Danke, dass du einen Teil deiner Familiengeschichte mit uns geteilt hast.

Fazit:
Ein autofiktionaler Roman über Vorfahren, die alles liegen und stehen gelassen haben um den nachfolgenden Generationen ein besseres Leben zu ermöglichen. Große Leseempfehlung von mir.
5/5

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Toller Familienroman

Real Americans
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REAL AMERICANS
Rachel Khong
ET: 12.02.26

New York, 1999:
In drei großen Abschnitten erfahren wir die Geschichte der 22-jährigen Lily Chen, die auf der Weihnachtsfeier eines Medienunternehmens, bei dem ...

REAL AMERICANS
Rachel Khong
ET: 12.02.26

New York, 1999:
In drei großen Abschnitten erfahren wir die Geschichte der 22-jährigen Lily Chen, die auf der Weihnachtsfeier eines Medienunternehmens, bei dem sie als unbezahlte Praktikantin arbeitet, den privilegierten Matthew kennenlernt – den Sohn eines Pharmaunternehmers.

Als Tochter chinesischer Einwanderer, die einst vor der kommunistischen Revolution Maos flohen, wurde Lily in bescheidenen Verhältnissen aufgezogen. Obwohl ihre Eltern als Genforscher arbeiten, wurden Geld und Aufmerksamkeit nur sparsam verteilt. Trotz ihres abgeschlossenen Studiums trägt sie das Gefühl in sich, ihre Mutter enttäuscht zu haben, da sie sich für eine andere Berufslaufbahn entschieden hat.

Lily verliebt sich sofort in den jungen, charmanten Mann, der sie mit Aufmerksamkeit überschüttet, doch schnell merkt sie, dass sie eigentlich nicht in seine schillernde Welt der Reichen und Schönen passt.

20 Jahre später lebt Lily mit ihrem Sohn Nick zurückgezogen auf San Juan Island. Mit seinem Vater oder den Großeltern hat er keinen Kontakt. Gerade einmal einen einzigen Freund hat er – und der drängt ihn schließlich, herauszufinden, wie der Name seines Vaters ist …

Was für ein toller Roman! Rachel Khong ist es gelungen, eine vielschichtige Familiengeschichte mit all ihren komplexen Identitäten und einem Hauch von Science-Fiction authentisch zu verbinden. Auch wenn der dritte Teil des Buches, der die Geschichte von Lilys Eltern und deren Flucht aus Peking beschreibt, nicht ganz so stark ist wie die beiden vorangegangenen Teile, habe ich das Buch verschlungen. Der Schreibstil der Autorin lässt einen nur so durch die Seiten fliegen.

Fazit:
Eine großartige Familiengeschichte. Allen Fans von Min Jin Lee und all jenen, die spannende Familienromane lieben, möchte ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
5/5

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