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Veröffentlicht am 18.02.2024

Die Zeit der Verluste: Eine poetische Reise durch kollektive und individuelle Trauer

Die Zeit der Verluste
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Intimitäten
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Die Zeit der Verluste
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Cover des Buches Brotzeit geht immer! (ISBN: 9783833892387)
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Rebecca Yarros
Fourth Wing – Flammengeküsst
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Cover des Buches Intimitäten (ISBN: 9783423149037)
Bewertung zu "Intimitäten" von Katie Kitamura
Intimitäten
xxholidayxxvor 19 Stunden
Kurzmeinung: Dolmetschen im Fokus, aber Liebesgeschichte verblasst. 'Intimitäten' bietet Einblicke, verfehlt aber das erwartete emotionale Gewicht.
Zwischen Dolmetschen und Distanz: 'Intimitäten' von Katie Kitamura im Spiegel der Erwartungen
"Das Dolmetschen ist eine sehr subtile Angelegenheit, nicht umsonst ist der englische Begriff dafür 'interpretation' - so wie Schauspieler eine Rolle interpretieren oder Musiker ein Musikstück. Dem Gerichtshof und all seinen Aktivitäten wohnte eine gewisse Spannung inne, die aus dem Widerspruch zwischen der Intimität persönlichen Leids und dessen öffentlicher Zurschaustellung entstand. Ein Gerichtsverfahren war eine wohlkalkulierte komplexe Darbietung, an der wir alle beteiligt waren und aus der sich niemand vollkommen her-aushalten konnte." - Buchzitat (S. 20)

Katie Kitamura, eine amerikanisch-japanische Autorin, präsentiert mit "Intimitäten" einen Roman, der die Heimatlosigkeit einer Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof in Den Haag beleuchtet. Kitamura geboren 1979 in Kalifornien, absolvierte ihr Studium an der Princeton University und ist nicht nur eine renommierte Schriftstellerin, sondern auch Journalistin und Kunstkritikerin. Mit vorherigen Werken wie "Gone to the Forest" und "The Longshot," beides Finalisten für den New York Public Library's Young Lions Fiction Award, hat sie bereits literarische Spuren hinterlassen.

Die Geschichte in "Intimitäten" dreht sich um eine namenlose Erzählerin, die den Internationalen Gerichtshof als Dolmetscherin verlässt, um in Den Haag zu arbeiten. Dort begegnet sie Adriaan und glaubt, in dieser Stadt endlich ein Zuhause gefunden zu haben. Doch Adriaan verschwindet abrupt, hinterlässt Fragen und Unsicherheiten. Die Erzählerin steht vor der moralischen Herausforderung, für einen westafrikanischen Kriegsverbrecher zu dolmetschen, und zweifelt an Wahrheit und Gerechtigkeit.

"Intimitäten" hat mir spannende Einblicke in die Welt des Dolmetschens am Internationalen Gerichtshof geboten. Die detaillierten Schilderungen der Arbeit eines/einer Dolmetschers/Dolmetscherin und die damit verbundenen emotionalen Belastungen wurden sehr deutlich und ehrlich gesagt, hatte ich mir bisher nie viel Gedanken darüber gemacht. Gut gefallen hat mir auch, dass an einer Stelle im Buch das wichtige Thema Kolonialismus angeschnitten wird: "...neben der Büste von Johan Maurits, dem Gründer des Museums, der sein Vermögen mit transatlantischem Sklavenhandel und der Expansion von Niederländisch-Brasilien gemacht hatte. Jana hatte mir die historischen Hintergründe bei einem früheren Besuch erläutert. Sie wünschte, man würde die Büste entfernen, hatte sie gesagt, denn nicht nur werde mit ihr ein Sklavenhändler und Kolonialist geehrt, sondern sie sei auch als Kunstwerk nicht gelungen." - Buchzitat (S. 123) Gerne wäre ich da noch tiefer eingetaucht.

Leider lässt mich das Buch im gesamten dennoch eher gespalten zurück. Unter anderem auch, weil nicht durchgehend gegendert wurde und die fehlenden Anführungszeichen bei direkter Rede (eine stilistische Entscheidung) es mir schwer gemacht haben, mich auf die Dialoge zu konzentrieren. Dadurch bin ich nicht richtig in einen "Leseflow" gekommen.

Der Klappentext hält in meinen Augen nicht, was ich mir davon erwartet habe. Er ist nicht falsch beschrieben - hat in mir aber den Eindruck erweckt, einen Roman mit einem gewissen Spannungsbogen vorzufinden, bei dem die Nähe zu dem Kriegsverbrecher mehr im Fokus steht und durch das Verschwinden des Mannes den sie liebt noch eine spannende Side-Story auf mich wartet. Leider stand die nicht sehr spektakuläre Liebesgeschichte welche für mich für mich irgendwie konstruiert und unnatürlich wirkte, zu sehr im Fokus. Ich hätte gerne (noch)mehr über die Beziehung zum Kriegsverbrecher bzw. den Dolmetscher:innenalltag erfahren. Und auch das Ende war kein großer Plot Twist und eher enttäuschend - der Ausgang der Beziehung wirkt erzwungen.

Ich denke nicht, dass mir das Buch lange in Erinnerung bleiben wird. Schade, denn sprachlich hat es einige Höhepunkte zu bieten und auch thematisch hätte man mehr rausholen können und tiefer in bestimmte Aspekte eintauchen. Die beschriebenen Details zur Vielschichtigkeit des Übersetzens, von Emotionen bis zu Nuancen der Sprache, sind fesselnd und öffnen eine neue Perspektive.

Alles in allem denke nicht, dass mir "Intimitäten" lange in Erinnerung bleiben wird. Schade, denn sprachlich hat es einige Höhepunkte zu bieten und auch thematisch hätte man mehr rausholen können und tiefer in bestimmte Aspekte eintauchen. Die beschriebenen Details zur Vielschichtigkeit des Übersetzens, von Emotionen bis zu Nuancen der Sprache, sind fesselnd und öffnen eine neue Perspektive. Aus den genannten Gründen gebe ich dem Buch 2/5 Sternen.

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Cover des Buches Die Zeit der Verluste (ISBN: 9783446278004)
Bewertung zu "Die Zeit der Verluste" von Daniel Schreiber
Die Zeit der Verluste
xxholidayxxvor 3 Tagen
Kurzmeinung: Ein neues Daniel-Schreiber Meisterwerk über Trauer, Verlust und die Hoffnung des Wiederfindens.
Die Zeit der Verluste: Eine poetische Reise durch kollektive und individuelle Trauer
"Verluste haben die Tendenz, sich zu akkumulieren. Die kleinen treffen auf die großen, die alten auf die noch frischen, die privaten Verluste auf jene, die wir alle durchmachen. Auch wenn wir unserem Leben einen neuen Anstrich verleihen, scheinen die alten Verluste durch. Trauer kann viele Jahre auf uns warten, versteckt in irgendeiner Nische unseres Ichs, ohne dass wir davon wissen. Erst recht die verdrängten und nicht von uns bearbeiteten Verluste summieren sich und können uns unvermittelt mit großer Wucht treffen." - Buchzitat (S. 19)

Daniel Schreibers neues Werk "Die Zeit der Verluste" ist nicht nur ein Buch, sondern eine kraftvolle, zutiefst berührende Reise durch die Trauer - einer Emotion, die wir verlernt haben zu fühlen. Der Autor, bereits bekannt für seine einfühlsamen Essays, widmet sich hier dem zentralen menschlichen Erlebnis des Verlustes und der Trauer. Basierend auf dem persönlichen Schicksal des Todes seines Vaters nimmt Schreiber uns in seiner gewohnten sprachlichen Feinfühligkeit mit auf (s)einen Tag im nebelumhüllten Venedig.

Das Setting in Venedig fungiert nicht nur als Kulisse, sondern als lebendiges Symbol für die Vergänglichkeit und die melancholische Schönheit des Lebens. Die Verknüpfung von persönlichen Erinnerungen, Eindrücken der Stadt und der Analyse von Trauer verleiht dem Buch eine einzigartige Atmosphäre.
Schreibers sprachliche Schönheit ist unbestreitbar. Jeder Satz ist kunstvoll konstruiert, poetisch und mit einer emotionalen Intensität wie man sie nur selten liest. Der Autor findet trotz seiner beschriebenen Sprachlosigkeit Worte für das Unsagbare, für die Komplexität von Trauer und den schmerzhaften Verlust geliebter Menschen. Zitate und philosophische Denkanstöße aus unterschiedlichen Disziplinen werden geschickt eingewoben, um die Tiefe seiner Gedanken zu unterstreichen.

Die Leser:innenschaft taucht ein in eine Welt von Schmerz und Trost, umgeben von der melancholischen Kulisse Venedigs, die als Metapher für Vergänglichkeit und die Schönheit der Trauer dient. Schreiber nutzt die Stadt geschickt als Spiegel seiner eigenen Gefühle und als universelles Symbol für die Flüchtigkeit des Lebens.
Das Buch offenbart einen einzigartigen Blick auf die Natur der Trauer. Die Reflexion über die eigene Verlusterfahrung vermischt sich geschickt mit einem tieferen Verständnis für die kollektiven Verluste, die die Welt in diesen Zeiten der Unsicherheit durchlebt.
Besonders beeindruckend ist Schreibers Analyse der "Betrauerbarkeit" in der Gesellschaft. Er zeigt, wie soziale Werte und Ordnungen die Trauerfähigkeit beeinflussen und prägen. Schreiber entfaltet eine philosophische Reise durch die verschiedenen Facetten des Verlustes. Dabei erkennt er an, dass Trauer kein homogenes Gefühl ist, sondern in vielschichtigen Graustufen existiert.
Der Autor stellt die Frage, wie man mit dem Wissen umgeht, dass die Welt, wie wir sie kennen, sich über Nacht verändern kann. Er fordert dazu auf, die Illusion der Beständigkeit loszulassen und sich dem Schmerz der Trauer zu stellen, um durch ihn ins eigentliche Wesen des Lebens zurückzufinden.

Schreibers nicht-linearer Erzählstil mag für einige Leser:innen eine Herausforderung darstellen, mich hat das gar nicht gestört.

"Die Zeit der Verluste" ist nicht nur ein Buch, sondern ein literarisches Meisterwerk, das die Essenz der Trauer einfängt und zum Nachdenken anregt. Daniel Schreiber schafft es, den Schmerz des Verlustes in poetische Worte zu kleiden und den Leser auf eine emotionale Reise mitzunehmen. Das Buch ist nicht nur persönlich, sondern öffnet auch Türen zu kollektiven Trauererfahrungen. Diese kraftvolle, tiefe Reflexion über das Leben, den Tod und die menschliche Resilienz verdient höchste Anerkennung. Anerkennung für Schreibers Fähigkeit, die menschliche Seele zu berühren und gleichzeitig gesellschaftliche Perspektiven zu erweitern. Ich kann dem Werk nur verdiente 5 von 5 Sternen geben.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Ein Skandi-Krimi geht noch :D

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Mit "Wellengrab" (Band 7 der Fabian-Risk-Reihe), kehrt Stefan Ahnhem zu seinem Ermittler nach Helsingborg zurück. Das Hörbuch erschien bei Hörbuch Hamburg, übersetzt von Katrin Frey und eindrucksvoll gesprochen ...

Mit "Wellengrab" (Band 7 der Fabian-Risk-Reihe), kehrt Stefan Ahnhem zu seinem Ermittler nach Helsingborg zurück. Das Hörbuch erschien bei Hörbuch Hamburg, übersetzt von Katrin Frey und eindrucksvoll gesprochen von David Nathan. Danke an der Stelle an netgalley.de und den Hörbuch Hamburg Verlag für das Rezensionsexemplar!

Kurz zum Inhalt: An einem Spätsommerabend versinkt die schwedische Küste in einem plötzlichen Blackout. Kurz darauf häufen sich merkwürdige Vorfälle – und als ein Mädchen verschwindet, ahnt Fabian Risk, dass alles miteinander zusammenhängt.

Meine Meinung
Ich gebe zu: Die über 1000 Minuten Hörzeit haben mich anfangs abgeschreckt. Aber inhaltlich hatte mich der Politkrimi-Aspekt sofort. Und genau das ist Wellengrab: kein klassischer „Wer-war’s?“-Krimi, sondern ein komplexer, politisch aufgeladener Thriller. Der Einstieg verlangt Geduld. Die Spannung ist nicht sofort greifbar, viele Figuren betreten die Bühne, Perspektiven wechseln. Aber genau hier liegt auch die Stärke des Romans.

Je weiter ich gehört habe, desto klarer wurde das „bigger picture“. Nach dem ersten Drittel zieht das Tempo spürbar an und ab da wollte ich kaum noch pausieren. Besonders intensiv fand ich, dass auch aus Sicht der Antagonist:innen erzählt wird. Als Hörer:in weiß man dadurch oft ein bisschen mehr als die Ermittler:innen und fiebert umso stärker mit.

Was im Buch inhaltlich geschieht, ist erschreckend und gleichzeitig beunruhigend plausibel. Man kann sich leider vorstellen, dass Menschen zu alldem fähig wären oder und jetzt lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster, aber angesichts der neusten Skandale rund um Epstein (hat thematisch aber 0 mit dem Buch zu tun) und all die Vertuschungen, vielleicht schon auch in der Realität passieren ohne unser Wissen (ja ich weiß Verschwörungstheorie etc...).

Ich hab das Buch ja als Hörbuch gehört. Dazu kann ich nur sagen: David Nathan trägt das Hörbuch mit seiner ruhigen, markanten Stimme. Er liest präzise, spannungsvoll und mit genau dem richtigen Maß an Zurückhaltung.

Und übrigens: Ich kannte die Reihe vorher nicht und hatte trotzdem keinerlei Probleme, in die Handlung zu finden. Das Buch funktioniert absolut eigenständig.

Fazit
All in all: "Wellengrab" ist ein vielschichtiger, hochaktueller Politthriller, der Geduld belohnt. Für alle, die komplexe Ermittlungen, gesellschaftliche Abgründe und skandinavische Spannung lieben. Weniger geeignet für Leser:innen, die sofortige Action oder einen schlanken, klassischen Krimiplot erwarten.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Søren Sveistrup liefert wieder ab!

Der Kuckucksjunge
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Mit „Der Kuckucksjunge“ legt Søren Sveistrup erneut einen hochspannenden Thriller vor, der tief in menschliche Abgründe blickt. Bekannt wurde er u. a. durch die Serie „ Kommissarin Lund – Das Verbrechen" ...

Mit „Der Kuckucksjunge“ legt Søren Sveistrup erneut einen hochspannenden Thriller vor, der tief in menschliche Abgründe blickt. Bekannt wurde er u. a. durch die Serie „ Kommissarin Lund – Das Verbrechen" sowie seinen Roman „ Der Kastanienmann". Auch diesmal ermittelt Kommissarin Naia Thulin an der Seite von Mark Hess in Kopenhagen.

Ausgangspunkt ist die rätselhafte Nachricht „Hab dich“, die eine verschwundene Mutter kurz vor ihrem Verschwinden erhält, exakt dieselbe Botschaft, die bereits einer ermordeten 19-Jährigen geschickt wurde. Schnell verdichten sich die Hinweise, dass ein:e Serien­täter:in am Werk ist, während weitere Menschen spurlos verschwinden.

Meine Meinung

Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass ein neues Buch von Sveistrup erscheint. Auf ihn aufmerksam geworden bin ich tatsächlich erst Ende 2025 durch die Verfilmung (als Serie) von „Der Kastanienmann“. Das Buch hab ich nicht gelesen gehabt aber für mich war nach der Serie klar: Das nächste lese ich auf jeden Fall.

Und was soll ich sagen? Auch das neue Buch hier hat mich von Beginn an gepackt. Schon die ersten Seiten erzeugen eine beklemmende Atmosphäre angefangen damit, dass eines der Opfer zuhause ist und Nachrichten von einem Stalker bekommt bis sich herausstellt, dass der Stalker sie von im Haus drinnen beobachtet... und schlussendlich auch zuschlägt. Ich sag es euch, hab die Luft angehalten weil so gruselig. Und diese latente Bedrohung zieht sich durch den gesamten Roman. Die Sprache an sich ist klar, schnörkellos, fast kühl, genauso, wie ich persönlich es bei Krimis/Thrillern gerne mag.

Trotz der knapp 700 Seiten habe ich das Buch in zwei Tagen durchgesuchtet (inklusive Nachtschichten :D). Sveistrup arbeitet mit vielen Perspektiven und Figuren, was stellenweise Konzentration verlangt. Wahrscheinlich auch, um die Leser:innen auf eine falsche Spur zu locken. Manchmal waren es fast zu viele Namen und Verbindungen, die man im Blick behalten musste. Es ist kein Thriller, der die Auflösung aus dem Nichts zaubert, die Hinweise sind da. Und dieses Miträtseln lieb ich ja. So hatte ich dann wenige Seiten vor der Auflösung einen konkreten Verdacht und lag richtig (kommt nicht sooo oft vor, deshalb war die Freude groß). Diese Balance zwischen Mitdenken und Spannung hat für mich perfekt funktioniert, grad weil ich nicht schon am Anfang wusste, wer der/die Täter:in ist, aber dennoch selbst draufgekommen bin.

Was mir persönlich aufgefallen ist: Es wird nicht gegendert. Das ist ein Detail, aber eines, das mir persönlich wichtig ist und ich mir anders gewünscht hätte.

Fazit

„Der Kuckucksjunge“ ist ein atmosphärisch dichter, aber leicht zu lesender Thriller, der definitiv Spannung liefert. Ein Buch für alle, die skandinavische Krimis mit psychologischer Tiefe lieben und gern miträtseln. Weniger für Leser:innen von cozy crime.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Wenn Mutterschaft zur Kampfzone wird

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Mit „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ legt Dita Zipfel einen kraftvollen Gegenwartsroman vor, erschienen im Insel Verlag. Erzählt wird von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub an der Côte d’Azur ...

Mit „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ legt Dita Zipfel einen kraftvollen Gegenwartsroman vor, erschienen im Insel Verlag. Erzählt wird von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub an der Côte d’Azur machen und von zwei Frauen, deren Leben unterschiedlicher kaum sein könnten. Linn steht kurz vor einer weiteren IVF-Behandlung, Eva ist bereits Mutter zweier Kinder. Zwischen Sommerhitze, Gesprächen am Strand und unterschwelligen Spannungen entfaltet sich ein Roman über Mutterschaft, Körper, Klassenunterschiede und weibliche Selbstbestimmung.

Meine Meinung

Ich wollte dieses Buch zuerst nicht lesen. Nicht noch ein Roman über (unerfüllte) Mutterschaft, dachte ich. Nicht weil das Thema nicht wichtig ist oder es nicht super Bücher dazu gibt ("Im Leben nebenan", "Eva" und "Der Schlaf der anderen" - I am looking at you), aber weil ich in letzter Zeit einfach viel zu dem Thema gelesen hab. Tja...und dann hat mich doch etwas gereizt. Was soll ich sagen: Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Zipfels Text macht es einem leicht und gleichzeitig schwer, wegzuschauen.

Formal lebt der Roman von kurzen Kapiteln, wechselnden Perspektiven (Linn, Eva, Matze, Felix, Latifa), vielen unausgesprochenen Konflikten und einer großen inneren Spannung. Es hat mich vom Schreibstil her sehr an "Blaues Wunder" von Anne Freytag erinnert, auch wenns thematisch ganz anders ist. Besonders gelungen finde ich, wie präzise Zipfel soziale Unterschiede und Klassenbewusstsein beobachtet, etwa in scheinbar beiläufigen Momenten: „Vielleicht ist es ein Privileg der Reichen, vom Interieur in Ruhe gelassen zu werden.“ (S. 8)

Inhaltlich geht es natürlich um Kinderwunsch und Mutterschaft aber eben nicht nur. Es geht um weibliche Körper als Projektionsflächen, um Schuld, Angst und Kontrolle. Um Männer, die Raum einnehmen, ohne ihn zu hinterfragen. Und um Frauen, die lernen, sich zu verbünden.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich die Orientierung: Die Perspektivwechsel sind raffiniert, aber nicht immer klar gekennzeichnet. Kapitelüberschriften mit Namen hätten mir stellenweise geholfen. Trotzdem: Die psychologische Tiefe der Figuren und der kammerspielartige Aufbau tragen den Roman souverän.

Fazit

"Es ist hell und draußen dreht sich die Welt" ist ein wütender, stringent erzählter und sehr gegenwärtiger Roman über Mutterschaft, Macht und weibliche Solidarität. Für alle, die feministische Gegenwartsliteratur, psychologisch dichte Texte und Sally-Rooney-eske Kammerspiele mögen. Kein Wohlfühlbuch, aber eins das man nicht weglegen kann. Danke an Vorablesen.de und den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Vegan (nicht nur) durch die Weihnachtszeit

Weihnachtlich vegan
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Mit „Weihnachtlich vegan – 60 festliche Rezepte für die schönste Zeit des Jahres“ legt Anja Sagon (Romaniszyn), bekannt von byanjushka.com, ein Kochbuch vor, das ganz auf pflanzlichen Genuss in der Advents- ...

Mit „Weihnachtlich vegan – 60 festliche Rezepte für die schönste Zeit des Jahres“ legt Anja Sagon (Romaniszyn), bekannt von byanjushka.com, ein Kochbuch vor, das ganz auf pflanzlichen Genuss in der Advents- und Weihnachtszeit setzt. Erschienen ist das Buch am 5. November 2025 bei ZS – ein Verlag der Edel Verlagsgruppe und umfasst 160 Seiten. Enthalten sind über 60 Rezepte – von Weihnachtsklassikern bis hin zu festlichen Hauptgerichten – ergänzt durch Tipps, Menüvorschläge und persönliche Einblicke.

Meine Meinung

Ich folge Anja schon seit längerer Zeit auf Instagram und habe bereits einige ihrer Rezepte nachgekocht, entsprechend neugierig war ich auf dieses Buch. Positiv vorweg: Die Rezepte funktionieren. Ich habe bereits mehrere Plätzchen ausprobiert, und die waren durchweg sehr lecker. Die Zutaten sind größtenteils gut erhältlich, und viele traditionelle Weihnachtsrezepte wurden sinnvoll „veganisiert“, ohne dabei an Charme oder Geschmack zu verlieren.

Besonders gelungen finde ich die bereits zusammengestellten Menüvorschläge am Ende des Buches. Gerade in der oft stressigen Weihnachtszeit nimmt das viel Planungsarbeit ab und macht das Buch sehr praktisch. Auch die Fotos sind durchweg ansprechend, appetitlich und hochwertig. Hier merkt man definitiv die Erfahrung aus der Foodblog-Welt.

Kritischer sehe ich die Gestaltung: Das Cover wirkt auf mich etwas altbacken und unruhig, und auch das insgesamt sehr weihnachtliche Layout ist nicht ganz mein persönlicher Geschmack. Inhaltlich gibt es zudem ein Kapitel zum Thema Achtsamkeit, das ist nett gemeint und passt zu Anjas Arbeit, hätte ich in einem Kochbuch aber nicht unbedingt gebraucht.

Sehr schön finde ich hingegen, dass Anja immer wieder eigene familiäre Weihnachtstraditionen aufgreift und ihnen Raum gibt. Das verleiht dem Buch eine persönliche Note und macht deutlich, dass veganes Kochen hier nicht als Verzicht, sondern als selbstverständlicher Teil von Familienkultur gedacht ist.

Fazit

„Weihnachtlich vegan“ ist ein sehr solides, praxisnahes Weihnachtskochbuch, das zeigt, wie vielfältig und genussvoll ein veganes Fest sein kann. Optisch nicht ganz mein Favorit, inhaltlich aber überzeugend und liebevoll umgesetzt. Empfehlenswert für alle, die ein veganes Weihnachtsmenü planen, gern backen und Wert auf erprobte Rezepte legen. Weniger für Menschen, die sehr viel Wert auf das Design legen, was bei einem Kochbuch jetzt nicht sooooo wichtig ist (meine Meinung :D).

Danke an netgalle.de & ZS – ein Verlag der Edel Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar.

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