Ausgrenzung und Rassismus
WeltenwechselIch fand die Einblicke in Julias Leben überwiegend gut dargestellt. Die vielen Situationen zeigen, wie sie ausgegrenzt wird und wie oft sie Rassismus begegnet. Erschreckend aber leider realistisch waren ...
Ich fand die Einblicke in Julias Leben überwiegend gut dargestellt. Die vielen Situationen zeigen, wie sie ausgegrenzt wird und wie oft sie Rassismus begegnet. Erschreckend aber leider realistisch waren die Aussagen kurz nach dem 2. Weltkrieg. Und wirklich gebessert hat es sich auch später kaum. Immer wieder wird Julia gefragt, wo sie herkommt oder für ihr gutes Deutsch gelobt. Lange hat sie solche Aussagen hingenommen und ignoriert. Auch in der Familie wird über diese Problematik nie gesprochen. Ich habe mich gefreut, als Julia angefangen hat, sich zu wehren. Zumal sie manchmal sehr gut gekontert hat.
Durchgängig fesseln konnte mich das Buch aber nicht, weil die Figuren immer etwas auf Abstand geblieben sind. Ich hätte mir gewünscht, dass die Emotionen mehr in den Vordergrund rücken. Vieles wird einfach nur erwähnt, ohne das thematisiert wird, was das für die Figuren bedeutet (z.B. lebt Julia sehr lang bei der Oma und es gibt kaum Kontakt zur Mutter).
Bisher wird auf jeden Fall zu wenig über diese Geschichte Deutschlands gesprochen und das Buch kann die Situationen gut näher bringen.