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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2026

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Abnehmen durch Annehmen. Unbewusste Gefühle verstehen – körperlichen Ballast loswerden
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Andreas Winter geht in “Abnehmen durch Annehmen“ einen völlig anderen Weg als klassische Diät- oder Fitnessratgeber. In diesem Ratgeber spielen psychologischen Hintergründe eine wichtige Rolle. Sein ...



Andreas Winter geht in “Abnehmen durch Annehmen“ einen völlig anderen Weg als klassische Diät- oder Fitnessratgeber. In diesem Ratgeber spielen psychologischen Hintergründe eine wichtige Rolle. Sein Ansatz ist, dass Übergewicht oft weniger eine Frage von Ernährung ist, sondern vielmehr ein Ausdruck ungelöster emotionaler Themen.

Abnehmen ist mehr als Ernährung und Sport. Auch das reine Kalorienzählen bringt uns oft nicht weiter, weil das Problem ganz wo anders sitzt. Mein Schlüsselmoment war der Satz: Ich halte etwas fest, dass ich noch nicht loslassen kann. Andreas Winter gibt uns Übungen und Fragen an die Hand, um uns durch Selbstreflexion Klarheit darüber zu gewinnen lassen, was sich wirklich hinter unserem Essimpuls verbirgt. Und manchmal muss man tief graben, denn viele Konditionierungen liegen bereits in unserer Kindheit.

Das Zehn-Tage-Abnehm-Offensive ist ein Coaching-Programm, dass uns Schritt für Schritt zu einem neuen Körpergefühl führen soll. Aber nichts mit mühelos und easy, wie oft der Eindruck entsteht. Seinen Hintergründen auf die Spur zu kommen erfordert Geduld. Und ich bin überzeugt, dann kann es wirklich funktionieren.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Die Kraft der Worte

Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander.
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Bob Blumes Buch „Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander“ ist ein leidenschaftliches und zugleich nachdenklich stimmendes Plädoyer für die Bedeutung von Sprache in unserer Gesellschaft.

Lesen ...



Bob Blumes Buch „Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander“ ist ein leidenschaftliches und zugleich nachdenklich stimmendes Plädoyer für die Bedeutung von Sprache in unserer Gesellschaft.

Lesen und Schreiben sind Superkräfte, beide bilden den Schlüssel zum Erfolg. Aber was noch wichtiger ist, Leser lernen die Welt besser zu verstehen. Lesen ermöglicht durch den Perspektivenwechsel, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen und Verständnis für andere zu empfinden. Leser entwickeln emotionale Intelligenz. Wie recht meine Jugendfreundin doch hatte, wenn ihre Mutter sie schon wieder mit einem Roman erwischte und mit ihr schimpfte, dann entgegnete sie keck: „Mama, das ist Herzensbildung.“ Jeder Text, jedes Buch erweitert unseren Horizont, lässt uns in andere Welten eintauchen und Neues erkunden. Wir können aus Büchern immens viel lernen.

Bob Blume ist als Bildungsaktivist aus den sozialen Medien bekannt. Er zeigt in seinem Buch konkrete Wege auf, wie wir Sprache wieder bewusster nutzen können. Der Autor plädiert mit einer wahren Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, man spürt aus jeder Zeile, dass er für Sprache brennt. Bei mir ist der Funke übergesprungen und ich habe mir gleich einige angesprochene Bücher auf meine Leseliste gesetzt.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Ein Notizbuch voller Fragen

Pepper
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Mich hat das Cover sofort angesprochen, das passiert mir eher selten. „Pepper“ von Nils Mohl ist eine berührende Coming-of-Age-Geschichte. Die Hauptprotagonistin Pepper ist auf der Suche nach ihrer Identität.

Das ...


Mich hat das Cover sofort angesprochen, das passiert mir eher selten. „Pepper“ von Nils Mohl ist eine berührende Coming-of-Age-Geschichte. Die Hauptprotagonistin Pepper ist auf der Suche nach ihrer Identität.

Das 17jährige Mädchen hat von ihrer Mutter nie erfahren wer ihr Vater ist. Trotz ständigen Nachbohrens schweigt ihre Mutter. Pepper füllt ihr Notizbuch mit Fragen, die sie ihren unbekannten Vater stellen würden. Und wie es der Zufall will, Pepper kommt ihrem Vater auf die Spur. Sie schafft es, sich in die Männer-WG ihres Vaters einzumieten ohne sich zu erkennen zu geben.

Nils Mohr schreibt in einer ruhigen, glaubwürdigen Sprache, mit feinen Zwischentönen. Ich mochte die Dialoge. Die junge Heldin steht kurz vor dem Abitur. Sie ist ein Mädchen voller Widersprüche, Sehnsüchte und letztlich auf der Suche nach Liebe und ihren Wurzeln. Ihr Freund August steht ihr zur Seite, und auch die alte Frau Ericsson mit ihre Senioren-Clique bieten ihr Unterstützung an. Es gibt in dem Buch wahnsinnig berührende Momente, die unter die Haut gehen. Vor allem der Schluss hat mich emotional gepackt.


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Veröffentlicht am 18.02.2026

Kipppunkte

Hundertsiebenundachtzig Tage
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Ludovic Lecomtes Jugendroman ‚Hundertsiebenundachtzig Tage‘ erzählt die Geschichte eines 16jährigen Jungen, der sich scheinbar ohne offensichtlichen Grund aus der Welt zurückzieht.

Der Erzähler verlässt ...


Ludovic Lecomtes Jugendroman ‚Hundertsiebenundachtzig Tage‘ erzählt die Geschichte eines 16jährigen Jungen, der sich scheinbar ohne offensichtlichen Grund aus der Welt zurückzieht.

Der Erzähler verlässt von einem Tag auf den anderen das Haus nicht mehr. Es ist nichts vorgefallen, dass diesen Rückzug erklärt. Hundertsiebenundachtzig Tage lähmt ihn die Angst. Er bekommt bereits Panikanfälle beim Gedanken daran vor die Tür zu treten. Er schafft es nicht mal die Katze vor die Tür zu lassen. Er kann sich eigentlich selbst nicht verstehen, macht sich Selbstvorwürfe, empfindet Schuld seinen Eltern gegenüber, die alles für ihn tun. Erst Manon, ein Mädchen aus einem Forum, die es geschafft hat, sich aus ihrer Isolation zu lösen, macht ihn Mut.

Der Roman ist in einer ganz besonderen Form geschrieben. Tagbuchartig erzählt der Junge von seinen Gedanken. Er führt Listen, die es abzuhaken gilt. Es gibt Chatverläufe mit Manon. Die Panikanfälle werden spürbar, plötzlich fehlen im Text Interpunktion und Satzzeichen, es gibt nur Satzfragment. Da bleibt einem selbst beim Lesen die Luft weg.

Ein ganz besonders Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Klangfarben

Die Enthusiasten
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Markus Orths Roman „Die Enthusiasten“ ist eine Hommage auf das Lesen, die Phantasie und den Irrsinn des Lebens. Ein Lesespaß für sprachverliebte Leser.

„Schreiben heißt: Etwas, das nicht geschehen ist, ...

Markus Orths Roman „Die Enthusiasten“ ist eine Hommage auf das Lesen, die Phantasie und den Irrsinn des Lebens. Ein Lesespaß für sprachverliebte Leser.

„Schreiben heißt: Etwas, das nicht geschehen ist, so zu erzählen, dass der Leser glaubt, es sei geschehen.“

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine lesebegeisterte Familie. Die Eltern und die drei Kinder saugen Geschichten nur so ein. Ihr Zuhause ist mit Büchern vollgestopft. Da gibt es kein freies Plätzchen, in dem man nicht doch noch ein oder zwei Bücher unterbringen könnte. Sogar unter der Zimmerdecke schweben Bücher in einer Art Krähennest. Dann verschwindet die Mutter ganz plötzlich. Sie war das Herz der Familie.

Einer ihrer Söhne, Vince, entdeckt auf einer Bahnfahrt von Hamburg nach Freiburg ein im Sitz absichtlich zurückgelassenes Buch. Der Autor ist Laurence Sterne. Er lebte im 18. Jahrhundert und ist Verfasser des merkwürdigen Romans „Leben und Ansichten von Tristram Shandy“. Dieser Roman wird für Vince von nun an zu seiner Obsession und bestimmt sein weiteres Leben.

Mich hat das Buch restlos begeistert. Ich habe es eingeatmet. Markus Orth malt mit Worten, er zieht einem in die Geschichte, dreht die Sprache auf links. Wie sein Protagonist und dessen verehrter Laurence Stern, spielt auch er mit Sprache, verliert sich in Abschweifungen, ist ein Meister des Wortjonglierens. Er ist sprachverliebt, ein Klangfarbensucher.

Sehr einprägsam die Erklärung der Mutter, zu Hemingways Metapher: ‚Neun Zehntel des Eisbergs stecken unter Wasser. Nur ein Zehntel steckt den Kopf an die Luft.‘ Hemingway meint: Neun Zehntel des Textes sollten unsichtbar bleiben. Und nur ein Zehntel sichtbar für die Lesenden. Und warum? Um den Lesern Luft und Freiheit zu lassen. Das nennt sich Leerstellen. Ohne Leerstellen gibt es keinen Raum für den Leser, selber etwas zu entdecken und zu fühlen.‘

Keine Frage, in dieser Geschichte wimmelt es von Enthusiasten. Und natürlich zählte auch ich als Leser dazu.

Fazit: Sicherlich kein Roman für jedermann. Aber für Wortbegeisterte Leser ein GENUSS.



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