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Veröffentlicht am 07.04.2026

Klassischer Who done it?-Fall für die jüngere Generation

Missing Page - Tödliche Worte
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Antonia, genannt Toni, hat einen Platz bei einem Schreib-Workshop eines berühmten Bestsellerautors in Schottland erhalten. Richard Giffard, exzentrischer Krimiautor und wie sich vor Ort herausstellt, kein ...

Antonia, genannt Toni, hat einen Platz bei einem Schreib-Workshop eines berühmten Bestsellerautors in Schottland erhalten. Richard Giffard, exzentrischer Krimiautor und wie sich vor Ort herausstellt, kein Sonnenschein, will sein Vermögen und Erbe an den Gewinner oder die Gewinnerin verschenken. Neben Toni sind noch andere Schreibtalente vor Ort, die mit Textarbeiten sich die Gunst des Schriftstellers verdienen wollen.

Zudem tummeln sich noch einige Bedienstete um sie, die nichts davon wissen, dass einer der Schreiberlinge ihr Erbe, das sie eigentlich für ihre jahrelange harte Arbeit erhalten sollen, bekommen wird. Oder etwa doch?

Umgeben von einem heftigen Unwetter, einer Leiche und argem Misstrauen untereinander, versucht Toni den Fall zu lösen. Ganz nach ihrer Mutter, die eine Kommissarin war. Doch kann sie sich selbst trauen? Schließlich schlafwandelt sie und wird bald zur Hauptverdächtigen.

Missing Page – Tödliche Worte ist ein Krimi der spannenden Art. Die Autorin versteht es, falsche Fährten zu legen, mit Überraschungen aufzuwarten und die Rätsel so zu verpacken, dass so gut wie alle auf der Liste landen, wer den Mord ausgeführt haben könnte.

Die bunt zusammengewürfelte Truppe ist undurchsichtig und gut in den Charaktereigenschaften beschrieben. Allein schon die Dialoge bestechen, sodass die bildliche Vorstellungskraft steigt.

Dazu noch das Setting eines heftiges Unwetters, das alles lahmlegt und der Umstand, dass dort jemand umgeht, der es offenbar auf sie abgesehen hat.

Ermittlungen mit Logik und Scharfsinn, eingebettet in einen Young Adult-Roman.
Das sind auch die klassischen Zutaten einer Krimigeschichte von Agatha Christie. Man spürt den Einfluss aus den alten Erzählungen, angefangen von Hercule Poirot bis zu Doyles Sherlock Holmes.
Der Schreibstil ist richtig gut und ein Pageturner. Das Buch wartet mit einem schönen Cover und insgesamt mit einer passenden Gestaltung auf.

Alles in allem ein Krimi, der zum Miträtseln einlädt und bis zum Ende die Spannung aufrecht hält.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 29.03.2026

Gegensätze ziehen sich an

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Eleanore, die offenbar noch nie einen Freund hatte, bekommt plötzlich Herzklopfen, als sie auf Dex trifft. Sie ist groß, trägt eine Brille, hat ein kleines Bäuchlein und ist auch sonst nicht Aufsehen erregend. ...

Eleanore, die offenbar noch nie einen Freund hatte, bekommt plötzlich Herzklopfen, als sie auf Dex trifft. Sie ist groß, trägt eine Brille, hat ein kleines Bäuchlein und ist auch sonst nicht Aufsehen erregend. Und das möchte sie auch gar nicht sein. Sie besucht andauernd das Grab ihrer verstorbenen Mutter und hadert mit sich und ihrem Selbstbewusstsein. Sie würde gern mehr aus sich herausgehen, aber dazu fehlt ihr schlicht und ergreifend der Mut.
Dex ist ein ausgebrannter Musiker, der sich langsam zugrunde richtet. Er lebt das Motto Sex, Drugs und Rock 'n Roll praktisch und versucht dennoch, seine Richtung im Leben zu finden. Seine berühmten Eltern, die Rockstars waren, dienen ihm als Vorbild. Doch langsam kommt er immer mehr vom Weg ab.

In der Kleinstadt Lower Whilby, wo Eleanore lebt, besucht Dex seinen Bruder James, der ein Café führt. Ab diesem Zeitpunkt verändert sich sein Leben - und auch das von Eleanore.

Die Liebesgeschichte zwischen Eleanore und Dex entwickelt sich langsam und bedächtig. Das fand ich total schön. Die beiden könnten nicht gegensätzlicher sein, und gerade das macht den Reiz aus. Keine scheinbar perfekte Menschen, die innerlich und äußerlich bestechen. Gerade die Unebenheiten machen jemanden interessant. Hinter die Fassade blicken, denjenigen herausfordern, andere Aspekte des Lebens dem Gegenüber zu zeigen, das ist spannend.
Eleanore gefiel mir als weiblicher Hauptcharakter sehr gut. Mit ihrer scheuen Art musste sie erst von Dex aus ihrem Schneckenhaus gelockt werden. Die Autorin macht anhand ihres Charakters deutlich, dass es auf die inneren Werte ankommt.

Dex habe ich auch von Anfang an gemocht. Man spürt, dass hinter seiner Fassade eine sensible Seele wohnt. Seine Verbitterung ist greifbar, aber nicht aussichtslos.

Auch das Thema Musik spielt eine Rolle in Form des alljährlich stattfindenden Springtide-Festivals.

Das Cover ist hübsch gestaltet. Allerdings hätte hier besser für Dex eine Figur gepasst, die mehr wie ein Rocker aussieht.

Der Schreibstil ist leicht und angenehm.

Ich möchte das Buch allen empfehlen, die gern über den Tellerrand hinausschauen, und Geschichten mögen, in denen die Protagonisten Ecken, Kanten und Rundungen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2026

Malerischer und mörderischer Cosy Crime Roman mit Wohlfühlfaktor

Mord & Breakfast
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Melody, Journalistin durch und durch, verliert plötzlich ihren Job in London. Da erhält sie einen Anruf von einem Anwalt, der verkündet, dass sie ein Bed & Breakfast von ihrer verstorbenen Tante Mabel ...

Melody, Journalistin durch und durch, verliert plötzlich ihren Job in London. Da erhält sie einen Anruf von einem Anwalt, der verkündet, dass sie ein Bed & Breakfast von ihrer verstorbenen Tante Mabel erben soll. Sie ist sofort Feuer und Flamme, aber nicht, weil sie in den Küstenort Seagull ziehen möchte, sondern weil sie die Frühstückspension verkaufen will, um erst einmal über die Runden zu kommen.

Vor Ort bekommt sie aber einen Dämpfer: Sie muss das Hotel selbst führen, so ist es im Testament vermerkt. Ansonsten verliert sie das Erbe.

Der beschauliche Ort, der sich als äußerst malerisch entpuppt, schleicht sich immer mehr in ihr Herz, während sie mit der Zeit zu erkennen beginnt, dass es sich womöglich um keinen Unfall handelte, als ihre Tante in die Tiefe stürzte.

Zwischen den skurrilen und manchmal auch kriminellen Bewohnern von Seagull, von denen so gut wie jede/r verdächtig erscheint, beginnt sie zu ermitteln, denn auch Tante Mabel verbarg so manches schmutzige Geheimnis.

Mir hat der Auftakt in Seagull sehr gut gefallen. Nicht nur, dass der Fall spannend war, auch die Figurenzeichnungen sind gelungen, und vor allem die Beschreibungen des traumhaften Küstenortes. Dort kann ich mir auch gut vorstellen, zu leben.

Melody begibt sich nicht nur auf eine Reise nach Schottland, sondern auch zu sich selbst. Das fand ich so gelungen.
Der Schreibstil ist angenehm und das Buch hat genau die richtige Länge. Alles wird auf den Punkt gebracht, ohne allzu viel abzuschweifen.

An trockenem Humor mangelt es der Geschichte zudem auch nicht. Cheddar, die englische Bulldogge, ist der schnaufende Star.

Das Cover ist passend und schön gestaltet. Im März 2027 erscheint der zweite Fall rund um Melody und ihr Bed & Breakfast.

Ich kann allen, die Krimis mögen, das Buch wärmstens empfehlen.

5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Eine Reise in sich selbst

Jenseits der Wintersonne
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Für mich ist dieses Buch nicht nur ein Reisebericht. Es ist eine Liebeserklärung an die Freiheit, Natur und das Polarmeer.

Die Autorin Veronica Skotnes, die mit jeder Seite auf poetische Weise ihre Abenteuer ...

Für mich ist dieses Buch nicht nur ein Reisebericht. Es ist eine Liebeserklärung an die Freiheit, Natur und das Polarmeer.

Die Autorin Veronica Skotnes, die mit jeder Seite auf poetische Weise ihre Abenteuer und Erfahrungen näherbringt, versteht es gekonnt, aus ihrem Leben zu berichten. Dabei erzählt sie nicht nur, was sie alles erlebt hat, sondern auch wie sie innerlich diese Reise empfunden hat. Fast schon poetisch verwebt sie dabei ihre Gefühlswelt mit den Geschehnissen und der emotionalen Bedeutung für sie.

Man schmeckt förmlich die Freiheit, die sie genießt und denkt darüber nach, sich die Landschaft in Norwegen anzusehen.

Sie beschreibt das Meer als eines, das nicht barmherzig und anmutig ist. Sie lernt die Extreme kennen und begreift, dass vieles schwieriger ist, wenn man sich dem wirklich stellt. Aber das gerade ist das Schöne. Es zu erleben, anstatt darüber nachzudenken. Dabei kommt sie auch in so manch brenzlige Situation auf ihrem in den 80er Jahren gebaute Segelboot.

Neben der grandiosen Natur finden auch Menschen Platz, die sie antrifft. Einheimische in der Finnmark, deren Schicksale sie erwähnt. Hier wird den von Menschen gemachten Veränderungen nachgespürt, wie z. B. der Plastikmüll, der die Meere immer mehr verunreinigt.

Ich finde es beeindruckend, dass die Autorin allein segelt und den Gefahren und Unwirtlichkeiten des Meeres so trotzt und sich auch nicht durch das umschlagende Wetter einengen lässt.

Das Buch ist schön gestaltet. Das Cover verheißt schon, wie stürmisch die norwegische See ist, und im Inneren befinden sich schwarz-weiß Illustrationen, die das Buch aufwerten. Es ist in die einzelnen Jahreszeiten eingeteilt.

Ich möchte das Buch an alle weiter weiterempfehlen, die gern Reiseberichte lesen, die ein wenig tiefer gehen und auf lyrischer Ebene berühren.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Die ungewöhnliche Geschichte eines mutigen Storches

Wild Stork (Band 1) - Beschützer des Waldes
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Die Geschichte handelt von Einar, einem Storch, der als Junges von seiner Mutter aus dem Nest geworfen wird. Er ist der kleinste der drei Brüder. Doch Einar hat Glück. Er landet mich Ach und Krach auf ...

Die Geschichte handelt von Einar, einem Storch, der als Junges von seiner Mutter aus dem Nest geworfen wird. Er ist der kleinste der drei Brüder. Doch Einar hat Glück. Er landet mich Ach und Krach auf dem Boden des Tausendflügelwaldes und wird von der Katze Wisch als viertes Kind liebevoll aufgenommen. Sie versorgt ihn neben ihren drei süßen Kitten wie ihr eigenes Baby. Einar kann verdrängen, was ihm passiert ist, weil er viel Zuneigung erfährt. Der Storch wächst zu einem beachtlichen Vogel heran. Eines Tages trifft er auf einen geheimnisvollen Uhu, der ihm rät, etwas Sinnvolles mit seinem Leben anzufangen. Von da an rauscht Einar in das Abenteuer seines Lebens.

Die "Wild Stork"-Reihe beginnt zwar zuerst traurig, zeigt dann aber mitreißend auf, dass man auch eine Ersatzfamilie finden kann. Einars Reise, die er absolviert, wird liebevoll, traurig und doch hoffnungsvoll erzählt.

Es gibt zudem viele Botschaften in dem Buch. Kämpfen, niemals aufgeben, sich nicht einschüchtern lassen, Courage zeigen.
Die Beschreibungen des Waldes in all seiner Pracht und die der Tiere, Emotionen und auch spannenden Szenen werden bildlich dargestellt.

Auch wenn es dramatisch wird, verliert die Geschichte nie den Fokus auf Optimismus und Zuversicht. Der Schreibstil ist warmherzig und lässt die geschaffene Welt aufleben.

Hinzu kommen die schwarzweißen Illustrationen, die die Handlung bildhaft unterstreichen.

Der Auftakt hat mir sehr gut gefallen.

5 Sterne.

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