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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Konkollegen

39 Grad Mord
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Der Kriminalroman ist der zweite Teil der Serie mit der dänischen Autorin mit Schreibblockade und selbsternannte Hobbyermittlerin Hannah. Diesmal wird Hannah von ihrem Verleger nach Sizilien geschickt, ...

Der Kriminalroman ist der zweite Teil der Serie mit der dänischen Autorin mit Schreibblockade und selbsternannte Hobbyermittlerin Hannah. Diesmal wird Hannah von ihrem Verleger nach Sizilien geschickt, um dort ihre Inspiration für ihren Kriminalroman zu finden. Leider bekommt man als Leserin von der Schönheit der Landschaft und der Kultur des Landes nicht viel geboten, dafür werden sämtliche Klischees von korrupter Polizei bis Mafia bedient.
Hannah hat ein Händchen dafür, dass sie sich schon am zweiten Tag wieder in einer Mordermittlung befindet, sogar als eine der Hauptverdächtigen. Als Charakter ist Hannah chaotisch, spontan und neugierig und sie lässt kein Fettnäpfchen aus, sodass sie eher oberflächlich wahrgenommen wird. Ihre Liebesbeziehung oder geplante Beziehung zu Margret nehme ich ihr nicht ganz ab, sie wirkt für mich weder verliebt noch authentisch.
Die Streitereien und der Konkurrenzkampf zwischen Hannah und Jorn waren im ersten Teil ein Ansporn und lustig, diesmal wirkt es allerdings schon abgeflacht und nicht mehr neu. Sie bezeichnen sich selbst als „Konkollegen“, was ein Wortspiel aus Konkurrenten und Kollegen ist.
Die Grundstimmung des Kriminalromanes soll eher locker, leicht, witzig sein und auch die Mordermittlungen verlaufen nach einem vorhersehbaren Schema und die Verdächtigen sind als Leser
in bald enttarnt und somit am Ende keine große Überraschung mehr. Der zweite Teil konnte leider mit dem ersten Teil nicht konkurrieren, vielleicht hat auch das altbekannte Schema beim zweiten Mal nicht mehr so gut funktioniert? Mir war das Buch zeitweise zu langatmig und zu oberflächlich.

Veröffentlicht am 10.03.2026

es fehlt die Leichtigkeit

Zorn – Die Akte Heinlein
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Der Thriller ist bereits der 15. Teil der Serie, obwohl ich diesen Teil nicht als Thriller bezeichnen würde, sondern eher als Kriminalroman. Nachdem ich die vorigen Teile auch gelesen habe, war ich mit ...

Der Thriller ist bereits der 15. Teil der Serie, obwohl ich diesen Teil nicht als Thriller bezeichnen würde, sondern eher als Kriminalroman. Nachdem ich die vorigen Teile auch gelesen habe, war ich mit den Hauptakteurinnen wie Zorn, Schröder, Frida schon vertraut, auch Heinlein, der in diesem Teil einen Hauptpart eingenommen hat, ist schon des Öfteren in den Vorgängern vorgekommen. Für Neueinsteigerinnen wird es schwierig die Zusammenhänge und Hintergründe zu durchblicken, vor allem, da dieser Teil auch wirr und sprunghaft wirkt. Als Leser*in ist man zwar schnell mitten im Geschehen drinnen, danach entwickeln sich die Ermittlungsarbeiten und die Kapitel im Delirium etwas unübersichtlich und gewöhnungsbedürftig. Meinen Geschmack hat es diesmal nicht ganz getroffen. Die Wortwitze zwischen Zorn und Schröder waren mir Großteils auch schon bekannt und Frida wirkt diesmal auch verändert und unsympathisch. Die gesamte Grundstimmung ist bedrückend und düster, es fehlt mir im Vergleich zu den vorigen Teilen zumindest an gewissen Stellen die Leichtigkeit, die auch Dackel Dumbo nicht hineinbringen kann, leider. Für den nächsten Teil wünsche ich mir wieder ein paar positive Vibes und etwas Leichtigkeit, neue charmante Wortwitze und Beziehungsarbeit zwischen Frida und Zorn.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Potenzial nicht ausgeschöpft

Zwei in einem Bild
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Die Idee einer Liebesgeschichte in Verbindung mit Kunst, in diesem Fall in einem Bild, finde ich märchenhaft und ich hatte vor dem Lesen eine romantische Vorstellung über den Verlauf der Geschichte. Meine ...

Die Idee einer Liebesgeschichte in Verbindung mit Kunst, in diesem Fall in einem Bild, finde ich märchenhaft und ich hatte vor dem Lesen eine romantische Vorstellung über den Verlauf der Geschichte. Meine Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt, der Beginn war bezaubernd, die Leseatmosphäre angenehm und ruhig, die Beschreibung bildhaft und schön, sodass man sich als Leser*in die Geschichte von Jean und Claire hineinträumen kann. Der Ort des Geschehens, das Museum, hat für mich generell eine gewisse Faszination und die Idee, dass jemand in einem Gemälde lebt und auch mit der realen Welt in Kontakt treten kann, finde ich spannend. Der Aufbau der Beziehung zwischen Jean und Claire war auch sehr spannend zu lesen, danach flacht die Geschichte inhaltlich und emotional leider etwas ab, wird vorhersehbar und bleibt oberflächlich, eine emotionale Tiefe kann ich nicht nachempfinden. Schade, die Geschichte hätte das Potenzial zu einer dramatischen und emotionalen Geschichte, aber das Potenzial wurde hier, vor allem in der zweiten Hälfte, leider nicht ausgeschöpft.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Wohin wird Erikas Reise sie führen?

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Der Roman fällt aufgrund des ästhetischen, farbenfrohen Covers und des einprägsamen Titels auf, sodass mein Interesse geweckt und meine Erwartungen hoch waren. Was ist in welchem Alter üblich? Diese Frage ...

Der Roman fällt aufgrund des ästhetischen, farbenfrohen Covers und des einprägsamen Titels auf, sodass mein Interesse geweckt und meine Erwartungen hoch waren. Was ist in welchem Alter üblich? Diese Frage ist schon verbunden mit einer Einschränkung, aber sollten wir uns nicht von den gängigen Konventionen und Normen loslösen und so leben dürfen, wie wir wollen, egal in welchem Alter? Diese Thematik beschäftigt auch Erika, nachdem sie bei einem gemeinsamen Urlaubsessen mit ihrem Mann, der ihr mitteilt, dass er schon seit längerer Zeit ein Verhältnis mit einer jüngeren Frau hat. Zuerst fällt Erika, die gleich wie ihr Mann, 65 Jahre alt ist, in Schockstarre, dann beginnt sie zu reflektieren. Erika wollte immer mehr körperliche Nähe zu ihrem Mann Jan und wurde von ihm zurückgewiesen und jetzt ist genau er derjenige, der sich wieder jung fühlt und für Marie, die 15 Jahre jünger ist als sie, bemüht und alles gibt. Als Leser*in kann man Erikas Gefühlschaos sehr gut nachvollziehen. Sie ist verletzt, wütend, traurig, zutiefst enttäuscht und auch verzweifelt, sodass sie überlegt, trotzdem bei ihrem Mann zu bleiben und sich mit weniger zufrieden zu geben, obwohl sie mehr möchte. Die Autorin erzählt aus der Ich-Perspektive aus der Sichtweise von Erike, somit erhält man auch in Erikas Gefühlswelt einen intimeren Einblick, während Jan weiterhin verschlossen und wortkarg wirkt. In einer Beziehung gibt es immer jemanden, der mehr liebt und der mehr will, aber derjenige, der weniger will, hat mehr Macht. Unmöglich finde ich Jans Anforderung an Erika, indem er ihr im Zuge der Paartherapie mitteilt, er hoffe, dass sie akzeptieren wird, dass er weiterhin mit Marie zusammen ist. Dadurch spielt er mit Erikas Gefühlen, hält sie weiterhin in seiner Nähe und bindet sie emotional an sich, obwohl es für sie enorm verletzend ist. Auch eine Affäre, die Erika vor langer Zeit hatte, wird wieder aufgewärmt und mit der aktuellen Situation verglichen. Jans verletzte Gefühle über die er nie gesprochen hat, sind wohl nie geheilt, auch nicht seine Eifersucht und die negative Einstellung zur körperlichen Liebe Erika gegenüber. Vielleicht hätte eine Paartherapie zum damaligen Zeitpunkt ihnen helfen können, ihrer Beziehung noch eine Chance zu geben, aber jetzt ist es dafür schon zu spät.
„Man kann auf viele Arten ein gutes Leben haben“ – diese Erkenntnis hat Erika am Ende des Romanes, allerdings bleibt noch recht vage, wie genau sie sich dies in ihrem Leben vorstellt und wohin ihre Reise sie führen wird. Dieser fehlende Ausblick hat mir ein wenig gefehlt, sodass das Ende zu offen gehalten bleibt. Auf alle Fälle lädt die Autorin zum eigenen Reflektieren und Nachdenken ein und das Buch hallt auch noch nach dem Lesen nach, wenn auch nicht ganz so intensiv, wie ich es mir gewünscht hätte.

Veröffentlicht am 23.02.2026

Solidarität unter Frauen

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Der Roman startet kraftvoll und mit anschaulichen Beschreibungen, sodass man sich als Leser*in sehr gut in die vier Hauptcharaktere Linn und Matze sowie Eva und Felix hineinversetzen kann. Gemeinsam befinden ...

Der Roman startet kraftvoll und mit anschaulichen Beschreibungen, sodass man sich als Leser*in sehr gut in die vier Hauptcharaktere Linn und Matze sowie Eva und Felix hineinversetzen kann. Gemeinsam befinden sich die vier Erwachsenen sowie die zwei Kinder von Eva und Felix auf Urlaub abseits der Saison in einem Ferienhaus, wo sich mit der Zeit ein immer intensiver werdender Austausch über Weiblichkeit und das Muttersein entwickelt.
Schön zu beobachten ist, dass die Aktivitäten zu Beginn fast komplett den Kindern angepasst waren, die Gespräche belanglos und an der Oberfläche blieben, aber mit der Zeit entsteht vor allem zwischen den beiden Frauen eine emotionale Nähe und Verbundenheit und die Gespräche werden ehrlicher, authentischer. Eva und Linn zeigen sich von ihren verletzenden Seiten, während Eva unerwünscht zum dritten Mal schwanger ist, kann Linn trotz intensiver Kinderwunschbehandlung keine Kinder bekommen. Zentrale Themen wie die weibliche Selbstbestimmung und die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen über Mutterschaft bekommen Platz und Raum und werden ausführlich von mehreren Seiten betrachtet. Die Männer hingegen bringen ihre Zusammengehörigkeit mit gemeinsamen Aktivitäten, wie Angeln oder Ausflügen zum Ausdruck. Die Sprache ist bildhaft, beobachtend und durch die wechselnden Perspektiven sowie durch die räumliche Abgeschiedenheit ist es gelungen tiefgreifende Betrachtungsweisen zu ermöglichen. Dies hat mir sehr gut gefallen und es regt zum Nachdenken an, auch noch im Nachhinein. Es wird nicht moralisiert oder verurteilt, sondern alle Gefühlslagen werden zugelassen und sind in Ordnung, das finde ich gut. Was mir weniger gut gefallen hat, dass die Situationen an manchen Stellen ins symbolische, surreale abdriften. Die Situation mit dem Freilassen des Kanarienvogels und den Wahrheit- oder Pflichtspielen war noch nachvollziehbar, aber als dann plötzlich ein Nashorn ins Spiel kam und die Situation am Ende komplett eskalierte, war es mir zu unwirklich. Hier hätte ich mir einen emotionalen, tiefgreifenderen Abschluss gepasst, der das Thema um die Selbstbestimmung von Frauen besser würdigt.