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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2022

Intelligent, witzig, nostalgisch

Der Fußgänger
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Schönes Cover, das bereits den Humor und den Hang zum Bissigen bis Grotesken des Autors impliziert. Die rote Aktentasche, die im Verlauf des Textes eine bemerkenswerte Rolle spielt, sticht sofort ins Auge ...

Schönes Cover, das bereits den Humor und den Hang zum Bissigen bis Grotesken des Autors impliziert. Die rote Aktentasche, die im Verlauf des Textes eine bemerkenswerte Rolle spielt, sticht sofort ins Auge und wirkt gleichzeitig skurril und elegant.

Außerdem hat sie mich schmerzlich und nostalgisch an meinen allerersten Schulranzen erinnert - der war tomatenrot und neben den damals vorherrschenden braunen Ranzen ein hübscher Exot.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Ironie hat ebenso Platz wie nostalgische Erinnerungen an Kindheitsschrecken und -freuden im Zusammenhang mit Gehen im engeren und weiteren Sinn.

Schön finde ich u.a. auch, wie er sich über verbissene Outdoorfanatiker lustig macht..

Man darf keinen sanften esoterischen philosophischen Text über das Wandern erwarten – habe ich auch nicht.

Vielmehr tobt sich Wigald Boning sehr vergnügt zwischen Humor, Sarkasmus, Nostalgie, Frechheit und Unkonventionalität aus. Er geht völlig respektlos, aber immer nett und nie zynisch, mit allem scheinbar Vorgegebenem um.

Köstlich sind diverse Abhandlungen über skurrile Wander-Accessoires und ebensolche Bekleidungsteile, ebenfalls begeistert haben mich die Kolumnen über die höchsten Wanderberge der deutschen Bundesländer.

Ein herrliches Buch für jeden, der sich selbst, seine Füße und die Welt wirklich mit Humor nimmt.




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Veröffentlicht am 11.05.2021

Romantik und Grusel

Sommernacht
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Ich hatte ein paar Monate zuvor "Neuschnee" von Lucy Foley gelesen und war nun sehr gespannt auf das Nachfolgebuch.

Und - meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Es ist eine superspannende Geschichte, ...

Ich hatte ein paar Monate zuvor "Neuschnee" von Lucy Foley gelesen und war nun sehr gespannt auf das Nachfolgebuch.

Und - meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Es ist eine superspannende Geschichte, von der ersten bis zur letzten Seite. Sehr flüssig geschrieben und wirklich gut zu lesen, ein echter "Pageturner", fast genauso ein Beziehungs- und Freundschaftsdrama wie ein Psychothriller.

Besonders prickelnd ist der Kontrast zwischen der Szenerie einer prachtvollen romantischen Hochzeit mit allen zugehörigen vorstellbaren Details wie Rosenbläätern, Tanz, romantischen Kleidern und feiner Küche - und das vor dem Hintergrund der Abgeschiedenheit einer düsteren sturmumtosten Insel.

Einzelne der Charaktere sind in ihren hellen und dunklen Details sehr gut getroffen, bei anderen hätte ich mir etwas mehr Tiefe in der Beschreibung der Person und etwas mehr Entwicklung in der Handlung gewünscht. Aber das ist fast Jammern auf hohem Niveau.

Mein Fazit: eine superspannende, wunderbar zu lesende Unterhaltungslektüre, gleichermaßen Psychodrama wie Psychokrimi, wunderbar geeignet für lange Wochenenden, Urlaub, den Liegestuhl auf der Terrasse oder perfekte Ablenkung während eines Klinikaufenthaltes.


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Veröffentlicht am 24.02.2026

Sehr gut getroffenes Italien Flair in den 70ern

Schwarzer September
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Ich habe bisher noch nie etwas von Sandro Varonesi gelesen, aber die Thematik Italien + 70er Jahre + Jugend haben mich gereizt, da sie mich an meine eigenen jungen Jahre - in den 70ern! - erinnert haben.

Das ...

Ich habe bisher noch nie etwas von Sandro Varonesi gelesen, aber die Thematik Italien + 70er Jahre + Jugend haben mich gereizt, da sie mich an meine eigenen jungen Jahre - in den 70ern! - erinnert haben.

Das Flair eines Sommers am ligurischen Meer ist wunderschön beschrieben, ich konnte den "Sonnenduft" regelrecht riechen. Dazu passt das farbenfroh, Fröhlichkeit ausstrahlende Cover sehr gut. Bereits der Titel lässt jedoch ahnen, dass es hier nicht um einen easy going Amore-Italien-Roman geht.

Die Geschichte um den Jungen, der sich zum ersten Mal verliebt und dessen Romantik von brutalen und unbegreiflichen Ereignissen quasi überrollt wird, ist sehr gut erzählt, wie ich finde. Damit meine ich sowohl den Mord am Vater seiner jungen Freundin als auch die Verdächtigungen gegenüber ihrer Mutter, als auch den Terroranschlag auf der Olympiade in München.

Die Personen sind gut beschrieben und entwickelt, ich konnte jederzeit mitgehen, und für mich war neben einem angenehmen Lesefluss auch genug Spannung vorhanden.

Gut geschriebener Roman!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Südtirol mal anders

Finale Curioso
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Südtirol ist offiziell Italien, trotzdem lebt man dort zum Teil anders - zumindest soweit man das als passionierter Südtirol-Urlauber beurteilen kann. In diesem Krimi geht es aber schon recht "italienisch" ...

Südtirol ist offiziell Italien, trotzdem lebt man dort zum Teil anders - zumindest soweit man das als passionierter Südtirol-Urlauber beurteilen kann. In diesem Krimi geht es aber schon recht "italienisch" zu, vor allem wenn man die Verflechtungen und Verfilzungen innerhlba der hier fiktiv agierenden Polizei betrachtet.

Erfrischend finde ich den "guten" Teil des Ermittlerteams beschrieben. Mir hat auch gefallen, dass private Freundschaft, gutes gemeinsames Essen und Musik eine Rolle spielen.

Der Krimi ist flüssig geschrieben, wobei ich die vielen italienischen Namen zumindest anfänglich ziemlich verwirrend fand. An manchen Stellen hätte ich mir die Handlung spannender gewünscht, ich habe ab und zu gedanklich den Faden verloren....


Dennoch - nett zu lesen und gute Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Amüsant, kurzweilig, humorvoll

Jünger geht immer!
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Ich habe schon einige Bücher von Ellen Berg gelesen, sie waren immer sehr amüsant geschrieben, mit einem besonderen Wortwitz und viel ironischem Blick.
So auch dieses.
Es hat sich schnell gelesen, und ...

Ich habe schon einige Bücher von Ellen Berg gelesen, sie waren immer sehr amüsant geschrieben, mit einem besonderen Wortwitz und viel ironischem Blick.
So auch dieses.
Es hat sich schnell gelesen, und die Personen waren gut und lebendig geschildert, die Handlung allerdings recht vorhersehbar, aber das macht nichts.
Interessant fand ich den Bösewicht Marvin, dagegen war mir Tom eine Spur allzu lieb und zu gut und zu schön, sozusagen ein wandelnder Engel auf Erden, ebenso wie sein Vater Johannes. Aber wünscht man sich sich einen solchen Prinzen nicht unbedingt als Frau?

In manchen Passagen hatte dieses Buch für mich kleine Längen, aber es war trotzdem ein Lesevergnügen.

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