Platzhalter für Profilbild

mabuerele

Lesejury Star
offline

mabuerele ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mabuerele über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2026

Ermittlungen statt Urlaub

Alpenmord und Almgedudel
0

„...Ich gratuliere uns. Wir haben einen Mord aufzuklären. Gemeinsam, als Team. Das wird der spannendste Urlaub, den wir je hatten…“

Eigentlich wollte Familie Brunner aus Wien nur einen geruhsamen Urlaub ...

„...Ich gratuliere uns. Wir haben einen Mord aufzuklären. Gemeinsam, als Team. Das wird der spannendste Urlaub, den wir je hatten…“

Eigentlich wollte Familie Brunner aus Wien nur einen geruhsamen Urlaub in Tirol verbringen. Der Vater, Franz Brunner, ist Arzt und braucht genauso Erholung wie seine Frau Brigitte, die Gymnasiallehrerin ist. Der 18jährige Sohn Felix wollte sich in den Bergen auf seine Sportprüfung für das Studium vorbereiten. Die 16jährige Rebecca ist vielseitig interessiert und weiß über so manches Bescheid. Dann aber finden sie in der Tiefenbachklamm einen Toten. Chefinspektorin Stammer geht von einem Unfall aus. Die Beobachtungen von Franz wischt sie vom Tisch.
Der Autor hat einen spannenden, humorvollen und abwechslungsreichen Krimi geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Immer wieder kommt zum Ausdruck, dass Wiener in Tirol misstrauisch beäugt werden.

„...“Geschichtlich betrachtet“, doziert Rebecca, „Haben sich die Tiroler immer unabhängig gefühlt. Wollten sich von Napoleon gar nix sagen lassen und von den Habsburgern im fernen Wien auch nicht alles.“…“

Die Familie geht bei ihren Ermittlungen erstaunlich logisch vor. Gespräche mit der Pensionswirtin in Renthegg führen jeweils zu neuen Verdächtigen. Natürlich ist zuerst die Familie im Fokus. Doch auch die anderen Pensionsgäste bleiben nicht ungeschoren. Nebenbei lerne ich so einiges von der Umgebung kennen und erhalte einen Einblick in die Tiroler Küche. Auch die Herstellung von Zirbelschnaps wird erläutert.
Professor Hochstätter, einer der Gäste in der Pension, erklärt Rebecca auf deren Nachfrage den Wert von Smaragden. Er hofft, in der Klamm einen zu finden.

„...Wenn der Stein makellos und ohne Einschlüsse ist, wird er teuer. Auch wenn sie tiefgrün sind, sind sie besonders begehrt...“

Das Buch überzeugt durch immer neue Wendungen. Nach und nach gehen der Familie die möglichen Verdächtigen aus. Dann aber wird es haarig.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das liegt an den sympathischen Protagonisten, aber auch an der schönen Einbindung von Land und Leuten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Mutige Frauen

Die Engel von Berlin
0

„...Ich erzähle sie dir. Vielleicht weißt du dann auch wieder, wie stark du bist, wie stark jede Frau ist. Und das wir immer versuchen sollten, die Welt ein wenig besser zu machen…“

Die Geschichte beginnt ...

„...Ich erzähle sie dir. Vielleicht weißt du dann auch wieder, wie stark du bist, wie stark jede Frau ist. Und das wir immer versuchen sollten, die Welt ein wenig besser zu machen…“

Die Geschichte beginnt 2022, wo Martha ihre Tochter Laura aus einem Tief herausholen will. Deshalb erzählt sie ihr die Geschichte ihrer Großmutter.
Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Das bedeutet auch, dass die zwischenmenschlichen und die gesellschaftlichen Probleme auf den Punkt gebracht werden. Das Buch zeugt von einer umfangreichen Recherche.
Im Jahre 1931 treffen sich Annegret und Martha in einem Lager der Pfadfinder in Berlin. Zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich eine schöne Freundschaft. Martha ist aus London angereist. Als begeisterte Fotografin nimmt sie viele Bilder von Berlin auf . Dazu gehören auch die Eindrücke von den aufkommenden Nationalsozialismus. Erste Diskussionen zwischen den jungen Frauen kommen schnell auf den Punkt.

„...Wir Pfadfinderinnen lehren die Kinder seit Jahrzehnten Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft….“

Unter den Kindern ist Fanny. Das jüdische Mädchen hat vor kurzem erst ihre Mutter verloren. Sie fühlt sich in der Gemeinschaft wohl.
Martha muss zurück nach London. Die Freundinnen bleiben brieflich verbunden. Nach der Reichspogromnacht setzt sich Martha dafür ein, dass jüdische Kinder nach Großbritannien kommen können. Sie bringt Fanny bei ihrer verheirateten Schwester unter.
Währenddessen ist Annegret in Berlin hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Mann und dessen politischer Einstellung. Bei ihren Arbeitskolleginnen nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

„...Überhaupt sollten sich Frauen mehr für Politik interessieren. Denn wir sind nachher die Leidtragenden…“

Annegrets Einsatz hat Folgen. 1945 kehrt Martha nach Berlin zurück. Was wird sie vorfinden?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin setzt damit all denen ein Denkmal, die ähnlich gehandelt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2026

Eine leise Geschichte

Mathilde und Marie
0

„...Es ist so: Im Großen und Ganzen ähnelt unser aller Leben einem Puzzle mit unbekannten Motiv, wobei die Anzahl der Teile von Mensch zu Mensch variiert…“

Die Studentin Marie hat Paris verlassen. Sie ...

„...Es ist so: Im Großen und Ganzen ähnelt unser aller Leben einem Puzzle mit unbekannten Motiv, wobei die Anzahl der Teile von Mensch zu Mensch variiert…“

Die Studentin Marie hat Paris verlassen. Sie braucht eine Auszeit und Ruhe. Im Zug trifft sie die Isländerin Jónina. Obige Worte stammen von ihr.
Der Autor hat einen berührenden Gegenwartsroman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Im Mittelpunkt stehen das Leben in und mit der Natur und die Macht der Bücher.
Marie hat noch kein Ziel. Jónina ahnt, was der jungen Frau gut tut. Sie bietet ihr an, sie in ihr Dorf zu begleiten.

„...Manchmal lohnt es sich, einem Impuls zu folgen. Du musst nur tief in dich hineinhorchen, liebe Marie….“

Der kleine belgische Ort, in dem die 60jährige Jólina lebt, ist ein Bücherdorf. Es gibt mehr als eine handvoll Bücherläden. Einer gehört Jólina. Dafür gibt es aber keinen Supermarkt. Auch das Internet steht nur an einer Stelle für eine Stunde zu Verfügung.

„...Hier im Dorf wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden. Bei uns im Dorf geht es nicht darum, möglichst viele Dinge in immer kürzerer Zeit zu erledigen…“

Marie ringt kurz mit sich, dann bleibt sie. Während ihr alle freundlich begegnen, fällt ihr eine Frau auf, die jeden Kontakt vermeidet. Es ist Mathilde.
Mathilde schreibt Tagebuch. Darin wird deutlich, wie sich ihre Einstellung zu Marie ändert. Anfangs wollte sie, dass diese so schnell wie möglich wieder verschwindet. Dann aber erkennt sie, dass die junge Frau dem Ort gut tut. Beide kommen sich näher. Es ist ihre Vergangenheit, die sie verbindet.
Sehr anschaulich wird die Umgebung beschrieben.

„...Der Morgentau lag schwer auf den Gräsern und Farnen der Weide und hielt alles Grün ab einer gewissen Länge in der Horizontalen. Gleichzeitig brachen die winzigen durchsichtigen Kügelchen das frühe Licht des Tages….“

Nach und nach erfahre ich die Schicksale der wichtigsten Protagonisten. Dadurch wird deutlich, warum sie so sind, wie sie sind. Außerdem erlebe ich, wie sich das Dorf ändert. Es wird lebendiger, ohne seine Besonderheiten aufzugeben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es stellt das Zwischenmenschliche in den Mittelpunkt und erzählt eine leise Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2026

Spannender historischer Krimi

Im Schatten der Ruinen
0

„...Berlin roch nach verbranntem Torf. Nach Kohleofen. Nach Holzfeuer. Der Geruch strömte aus den Schornsteinen, die wie Spargel in den Ruinenfeldern standen…“

Wir schreiben den Dezember 1947. Die wenigen ...

„...Berlin roch nach verbranntem Torf. Nach Kohleofen. Nach Holzfeuer. Der Geruch strömte aus den Schornsteinen, die wie Spargel in den Ruinenfeldern standen…“

Wir schreiben den Dezember 1947. Die wenigen Sätze zeigen eine Seite des Berlins der Nachkriegszeit.
Der Autor hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Der Schriftstil gibt die Verhältnisse sehr genau wieder und sorgt für den hohen Spannungsbogen.
Am Rande des Berliner Tiergartens befinden sich Captain Matthew Wallet und Lieutnant Frank Hurst. Sie beobachten den Schwarzmarkt. Mehr können die beiden Amerikaner nicht tun.
Sehr exakt wird beschrieben, wie die Szene funktioniert. Frank erklärt das so:

„...Selbst wenn wir den Verteiler in dem Moment festnehmen, in dem er sich aus dem Vorrat bedient, wird er behaupten, dass er die Ware gefunden hat. Wir können ihm nichts nachweisen. Verteiler sind die unterste Führungsebene im kriminellen Netzwerk…“

Als es zur Razzia kommt, verfolgt Matthew einen der Jungen. Zwar entkommt der ihm, doch Matthew findet seine Adresse heraus. Er bietet den 12jährigen Heiner Feldmann an, als Informant für ihn zu arbeiten.
Bei einem Einsatz erlebt Matthew von seinem Beobachtungsposten aus, wie eine Schmugglerbande vollständig ausgelöscht wird. Er soll nun die Bandenkriminalität endgültig bekämpfen. Bald aber stellt sich heraus, dass der neue Spieler im Revier aus Mitgliedern einer ehemaligen Spezialeinheit der Wehrmacht besteht.
Ich darf auch in das Alltagsleben in Berlin in seiner Vielschichtigkeit eintauchen. Während ein großer Teil der Bevölkerung um das tägliche Brot kämpft, gibt es schon wieder Musikveranstaltungen mit anschließenden Partys. Doch nicht alles ist so, wie es scheint.

„...Lotti kling verteilt in jeder Show hundert Sitzplätze an Bedürftige. […] Damit sie wenigstens ein paar Stunden auf andere Gedanken kommen. Dazu gibt es Butterbrote…“

Matthew Wallet muss bald feststellen, dass seine Ermittlungen stets ins Leere laufen. Da scheint jemand die Gegenseite kontinuierlich mit Informationen zu versorgen. Gleichzeitig nehmen die Anschläge auf sein eigenes Leben zu. Außerdem ist Heiner seit einiger Zeit verschwunden.
Gut beschrieben wird, wie schwierig sich die Zusammenarbeit der Siegermächte gestaltet. Jeder hat nur in seinem eigenen Sektor die nötige Kompetenz, um gegen Verbrecher vorzugehen. Eine Task Force soll Abhilfe schaffen.
Am Beispiel von Klara Feldmann erfahre ich, wie schwierig es ist nachzuweisen, dass man nicht in das Tun des Regimes verstrickt war. Der Beschuldigte muss Zeugen bringen, die ihn entlasten.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist vielschichtig und abwechslungsreich und gibt einen guten Einblick in die Zeitverhältnisse.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Empfehlenswertes Machschlagewerk

Essbare Heilkräuter und Wildpflanzen. Kompakt-Ratgeber
0

„...Lassen Sie uns gemeinsam eine Reise ins Reich der Pflanzen antreten. Machen Sie sich dieses kostbare Wissen wieder zu eigen, füllen Sie ihre Nährstoffdepots auf und erfreuen Sie sich an der kostenfreien ...

„...Lassen Sie uns gemeinsam eine Reise ins Reich der Pflanzen antreten. Machen Sie sich dieses kostbare Wissen wieder zu eigen, füllen Sie ihre Nährstoffdepots auf und erfreuen Sie sich an der kostenfreien Naturapotheke!…“

Mit diesen Zeilen schließt das Vorwort des Autors. Danach folgen einleitende Gedanken und das kleine Pflanzen – Einmaleins. Letzteres gibt einen Überblick über Pflanzenstoffe, Pflanzenfamilien, Sammeltipps und Weiterverarbeitung. Die kurzen Ausführungen werden durch Infos in grün unterlegten Kästchen ergänzt.
Nun folgt die Vorstellung von 68 Pflanzen, beginnend mit Ackerschachtelhalm und endend mit dem Weißdorn.
Unter dem Pflanzennamen steht ein kurzer Spruch in Schreibschrift. Bei dem Ackerschachtelhalm lautet er:

„...Ich bin die Stütze und gebe Struktur…“

Dem folgt ein Steckbrief mit 11 Fakten und ein umfangreicherer Text mit Erkennungstipps und Merkmalen. Dann stellt sich die Pflanze in Gedichtform oder Prosa selbst vor. Es folgen die Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten. In einem grün unterlegten Kästchen wird auf Brauchtum und Mythologie hingewiesen.
Verschieden Bilder zeigen die Pflanze und ihre einzelnen Bestandteile.
Auf der Klappe der vorderen Umschlagseite steht eine kleine Blattkunde, in der Umschlagseite der Sammelzeiten – Kalender.
Das Buch schließt mit einem Register.
Das Buch eignet sich sehr gut als Nachschlagewerk. Das kleine Format empfinde ich dabei als positiv.
Das Büchlein hat mir sehr gut gefallen. Ich habe eine Menge dazugelernt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere