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Veröffentlicht am 01.04.2018

"... Sie stehen in dem Ruf, eine schwierige Agentin zu sein."

Das dunkle Archiv
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Inhalt:

Irene Winters beschafft seit Jahren für die unsichtbare Bibliothek die seltensten Bücher aus verschiedenen Welten. Eines Tages wird sie von einer Drachenfrau für einen brisanten Auftrag angeheuert: ...

Inhalt:

Irene Winters beschafft seit Jahren für die unsichtbare Bibliothek die seltensten Bücher aus verschiedenen Welten. Eines Tages wird sie von einer Drachenfrau für einen brisanten Auftrag angeheuert: Sie soll für sie ein seltenes Buch finden und ihr damit zu einem machtvollen Posten verhelfen. Doch Irene weigert sich. Seit Jahrtausenden ist die Bibliothek neutral und darf für niemanden Partei ergreifen. Damit kein anderer Bibliothekar in Versuchung gerät, den heiklen Auftrag anzunehmen, machen sich Irene und ihr Lehrling auf die Jagd nach dem begehrten Buch. Und die führt sie in das New York der 1920er-Jahre, in die Zeit von Prohibition, Gangstern und Verbrechen…

Meine Meinung:

Der vierte Band um Irene Winters und die unsichtbare Bibliothek hat mir wieder gut gefallen.

Diesmal hat die Autorin den Leser auf eine Reise in eine amerikanische Welt der Prohibition mitgenommen – mit allem was so dazu gehört, Gangster, Verbrechen und Kanonen. Für mich nach den eher phantastischen Settings um die Elfen und Alberich einmal etwas anderes. Aber das ist nur der Rahmen der eigentlichen Handlung.

Denn diesmal geht es ausführlicher um das Verhältnis der Drachen zur gesamten Handlung. Man bekommt einen tieferen Einblick in deren Lebenswelt und wer gerne ostasiatische Charaktere in Romanen hat kommt hier voll auf seine Kosten. Genevieve Cogman nutzt gängige Klischees traditioneller chinesischer Charaktere zum Vorteil des gesamten Handlungsablaufs ihres Romans.

Loyalität, Korruption und Intrigen bestimmen die Handlung. Im Verlauf der Story wird man immer wieder ein wenig überrascht wie sich die zumeist bis zum entsprechenden Zeitpunkt entwickelte Handlung in eine andere Richtung wendet. Das sorgt für Spannung beim Lesen bis zum Schluss.

Und die Hauptcharaktere?
Diesmal steht das Verhältnis zwischen Irene und Kai im Vordergrund. Und da es um die beiden ging, fehlten mir andere lieb gewonnene Charaktere hier auch einmal nicht.

Fazit:

Was soll ich da sagen? Cogmans prägnanter Sprachstil hat mich wieder einmal gefesselt. Ich kann das Buch jedem Fantasyleser nur ans Herz legen. Es gibt hierzu lediglich eine kleine Einschränkung. Während man die ersten drei Romane auch ganz gut unabhängig voneinander als Einstieg in die Welt der unsichtbaren Bibliothek lesen kann, sollte man diese Bücher vor dem Beginn des Lesens des dunklen Archivs diesmal bereits gelesen haben. Ohne die Kenntnis der Charakterentwicklungen in den Vorromanen würde beim Lesen des dunklen Archivs einiges an Handlung nicht nacherlebbar sein.

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Veröffentlicht am 05.02.2018

Fantasy erfrischend anders

Die maskierte Stadt
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Der Roman ist eine erfrischende Mischung aus Steampunk, Märchen und Fiction - ich empfand ihn wie auch den ersten Roman erfrischend anders zu der Fantasyliteratur, die ich ansonsten bevorzuge.

Irene, ...

Der Roman ist eine erfrischende Mischung aus Steampunk, Märchen und Fiction - ich empfand ihn wie auch den ersten Roman erfrischend anders zu der Fantasyliteratur, die ich ansonsten bevorzuge.

Irene, die Bibliothekarin, die auf der einen Seite pflichtbewusst ist, auf der anderen Seite jedoch die Regeln, denen sie im Auftrag der Bibliothek unterliegt so weit wie möglich interpretiert ist ein gut facettierter Charakter. Die Welt aus ihrer Sicht zu sehen macht die Handlung kurzweilig und spannend.

Genevieve Cogman hat einen sehr kurzweiligen und prägnanten Schreibstil. Sie kommt immer in ihren Beschreibungen der Personen und Orte auf den Punkt. Dabei geht aber in keiner Weise die Plastizität des Ganzen verloren, so dass ich mir ohne Mühe alles im Kopf gut vorstellen vorstellen konnte - es war ein wirkliches Lesevergnügen.

Und jetzt der winzige, aber auch wirklich winzige Puntabzug, der auch noch absolut subjektiv ist. Ich bin keine Romantasy Leserin (nicht dass man diesen Roman dort einordnen sollte). Aber für mich kommt ein guter Fantasyroman ganz gut ohne jegliche "erotische" Handlung aus. Sicher, um Silvers Charakter und Handlungsintension zu beschreiben ist es durchaus gut gelungen, aber für mich selbst wäre es mal wieder ein Highlight einen Fantasyroman ohne Gefühlsverirrungen zu lesen.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Gediegener Serienauftakt, von dem ich persönlich jedoch etwas mehr erwartet habe

Dragons in Secret - Jadeblut
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Der neue Romanserienauftakt hat alles, was man vom Autor erwartet: junge Protagonisten, die auf ihre Art etwas aus der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle fallen. Locker, flockige Sprüche bis hin ...

Der neue Romanserienauftakt hat alles, was man vom Autor erwartet: junge Protagonisten, die auf ihre Art etwas aus der ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rolle fallen. Locker, flockige Sprüche bis hin zu leichtem Slapstick und eine Handlung, die zunächst recht geradlinig erscheint, dann jedoch verzweigte Handlungsstränge aufweist, die bis zum Ende des Bandes nicht unbedingt aufgeklärt werden.
Die jungen Protagonisten Ashley, Caleb, Jacob und Grayson sind sind mit ihren Ecken und Kanten sehr detailreich ausgearbeitet und es bereitet Vergnügen ihnen bei ihrer Entwicklung zu folgen. Auch auf Zac, Ashleys Ziehbruder trifft das zu.
Alle anderen Charaktere bleiben jedoch etwas oberflächlich dahinter zurück. Selbstverständlich ist es nicht notwendig jeden auftretenden Charakter so detailliert auszuarbeiten, doch manchmal fehlt mir persönlich da etwas.
Dann ist da noch Drachix, der magische Begleiter von Ashley. Er sorgt mit seiner Art und Weise für Slapstick und Auflockerung von Situationen. Meist finde ich das gut, manchmal jedoch auch ein wenig zu gewollt.

Und dann sind da einige Dinge, die den Roman zwar in keiner Weise irgendwie schlechter machen, aber die mich einfach „anpiecksen“.
Das Verhältnis von Drachen zu Katzen ist für mich absolut übertrieben. Die Drachen leben jetzt seit mehreren Jahrhunderten unter uns. Gut, es wird erwähnt, dass in ihrer Welt Katzen halt etwas gewaltiger sind, als hier bei uns. Aber sie müssen als Art schon ein sehr genetisches Gedächtnis haben, dass sie so panisch reagieren und sich dies über die Zeiten hinweg anscheinend nicht aberziehen konnten. Das sind Sidekicks, die nicht unbedingt benötigt werden.
Dann ist da noch die Frage nach dem Warum des schon in Hass ausuferndem Verhältnis der Drachenjäger zur Drachengesellschaft. Doch da wird in den Folgebänden wohl mehr zu offenbart werden.

Woran es aus meiner Sicht immer ein wenig in den Fantasyromanen von Andreas Suchanek fehlt ist der Hintergrund der Magie. Es handelt sich um ein Urban-Setting, also um Handlungen innerhalb unserer Erlebniswelt. Da fehlt es mir stellenweise an einem plausiblen Magiekonzept. Es ist nicht so, dass sie irgendwie Handlungsträger sein müsste oder bis ins kleinste erläutert. Doch hier sind allein die Drachenwandlungen für mich schon nicht stimmig. Von durchschnittlicher menschlicher Größe zu überdimensionalen Drachen und zurück. Gut, dass es mit Wandlungsschmerzen beschrieben wird ist immerhin schon etwas. Doch so große Masseunterschiede?

Um es einmal zusammenfassend zu sagen. Der Auftakt ist trotz der Schwächen, die er für mich persönlich hat, gelungen. Gerade jungen Lesern, die vielleicht abseits der ganzen Romance Geschichten einmal Fantasy in einem modernen Setting versuchen wollen, sollte die Geschichte ansprechen können.
Für mich kommt der Autor leider nicht so recht aus seiner normalen Komfortzone heraus.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine Kriminalgeschichte in der elisabethanischen Ära

Lady Grace Mysteries
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In „Giftmord“ hält die 13jährige Hofjungfer Grace in ihrem Tagebuch die Ereignisse rund um ihr Verlöbnis am Valentinstag 1569 fest. Elisabeth I. hat Lady Grace nach dem Tod von deren Mutter in ihren Hofstaat ...

In „Giftmord“ hält die 13jährige Hofjungfer Grace in ihrem Tagebuch die Ereignisse rund um ihr Verlöbnis am Valentinstag 1569 fest. Elisabeth I. hat Lady Grace nach dem Tod von deren Mutter in ihren Hofstaat aufgenommen und lässt ihr besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Dazu gehört, dass sie 3 Anwärter um die Hand von Grace auserkoren hat. Als einer der drei Männer anscheinend von einem der Rivalen ermordet wird, beginnt Grace zu ermitteln.

Obwohl das Buch einige kleinere Längen hatte, in denen ich mir die Handlung etwas straffer gewünscht hätte, hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Grace als Protagonisten ist in ihrem Selbstbewusstsein zwar dem modernen Mädchenbild etwas angepasst, doch der Zeitgeist der elisabethanischen Ära kommt zu jeder Zeit gut zum Tragen. Denn trotz Grace‘ sehr unabhängigen Ermittlungen werden immer wieder die möglichen Folgen ihres Handelns hervorgehoben, so dass man die Stellung der Frau im damaligen sozialen Gefüge gut nachvollziehen kann.
Die Erzählperspektive einer Tagebuchschreiberin macht die ganz Handlung für junge Leser nahbar und emotional annehmbar. Wenn man sich darauf einlässt, wird das Buch so zum Erlebnis.
Das Glossar am Ende sorgt dafür, dass die Lesenden auch ihnen unbekannt Begriffe nachschlagen können. Also kommt zur schönen Geschichte noch ein „Bildungsfaktor“ hinzu.

Eine kleine Kritik meinerseits gibt es zur möglichen zu starken Übersetzung von englischen Begrifflichkeiten. Beispielsweise der Begriff „Koller“. Im Glossar wird dieser erläutert. So weit so gut. Ich denke, dass in der Originalausgabe „Partlet“ stand, eben die englischsprachige Bezeichnung für dieses Kleidungsstück. Man muss nicht immer alles übersetzen, vor allem dann nicht, wenn die Übersetzung in den eigenen Sprachgebrauch auch erst einer Erläuterung bedarf.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Der Titel ist Programm

Drachenschule Nebelsturm (Band 1) - Im Sturzflug ins Abenteuer
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Milan hat ständig Probleme mit seinen Mitmenschen. Er kann Drachen sehen – „Otto Normalverbraucher“ natürlich nicht. Also denken alle, dass Milo für die kleinen Unfälle und Missverständnisse verantwortlich ...

Milan hat ständig Probleme mit seinen Mitmenschen. Er kann Drachen sehen – „Otto Normalverbraucher“ natürlich nicht. Also denken alle, dass Milo für die kleinen Unfälle und Missverständnisse verantwortlich ist, zu denen es in seinem Umfeld kommt. Und dann muss er ausgerechnet an eine heruntergekommene Schule auf einem Schrottplatz wechseln. Wo gibt es denn so etwas?!
Doch dahinter verbirgt sich eine neue Welt – eine Drachenschule. Alle Schüler können hier Drachen sehen und gemeinsam mit ihnen lernen. Sogar die Lehrer sind Drachen. Doch wie immer gibt es auch Gegenspieler – Drachenjäger. Und diese versuchen in die Schule einzudringen …

Kinder und Drachen – das Konzept passt für Kinder im Grundschulalter immer wieder ganz gut.
Hier bietet sich das Buch für geübtere Erstleser an.
In diesem ersten Abenteuer werden die Leser sehr ausführlich mit allen Charakteren vertraut gemacht, so dass sie eine gute Bindung zu diesen für die folgenden Abenteuer aufbauen können. Da vor allem Freundschaft und Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen, sollte das relativ leicht fallen.
Die Geschichte selber entwickelt sich rasant und ist fesselnd erzählt. Die wunderschönen Bilder nehmen viel Raum ein, unterstützen die Handlung und regend die Fantasie an.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe, dass die ganze Reihe das Niveau halten kann. Eine klare Leseempfehlung von mir.

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