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Veröffentlicht am 06.03.2026

Zweite Chancen, Vergebung sowie um Selbstfindung

Wenn Träume stürmisch werden
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Pia setzt alles auf eine Karte, um ihren Traum zu leben. Neue Stadt, neues Leben und das ohne Chaos. Doch bei einem Zwischenstopp in Irland begegnet sie dem wortkargen Austernfarmer Braden. Zwischen ihnen ...

Pia setzt alles auf eine Karte, um ihren Traum zu leben. Neue Stadt, neues Leben und das ohne Chaos. Doch bei einem Zwischenstopp in Irland begegnet sie dem wortkargen Austernfarmer Braden. Zwischen ihnen knistert es sofort – unberechenbar und gefährlich verführerisch. In Los Angeles fragt sich Pia bald: War es der größte Fehler ihres Lebens, Braden zurückzulassen?

🔥

Ich mag Pias Extravaganz und ihre vielfältigen Interessen sowie ihre direkte und kreative Art. Dennoch kann man sie eigentlich nur als wankelmütig bezeichnen. Sie erfüllt sich mit der finanziellen Hilfe ihrer besten Freundin den Herzenswunsch einer Weiterbildung, schwankt aber kurzfristig trotzdem noch zwischen Maskenbildnerin und Make-up-Artistin. So groß kann der Traum dann ja wohl doch nicht gewesen sein. Ich finde das schon ziemlich heftig, wenn nicht respektlos. Immerhin ist hier viel Geld im Spiel.

🫣

Als Braden Pia sieht, wird er direkt von Amors Pfeil getroffen. Er beschreibt sie sofort als seine zukünftige Ehefrau und das ohne je ein Wort mit ihr gewechselt zu haben oder sie überhaupt zu kennen. Das wirkte auf mich leider komplett überzogen. Insgesamt mag ich ihn aber sehr. Er ist hilfsbereit, liest gerne und drückt seine Gefühle durch Gedichte aus. Trotz seiner harten Schale, finden wir hier also definitiv einen weichen Kern und das Herz am richtigen Fleck. Außerdem spielt er Violine in einer irischen Band, sehr cool!

😎

Aber wie frech ist es denn eigentlich, dass „Freundin“ Isabell Pia komplett verändern will? Dazu zählen nicht nur Frisur, Make-up, Kleidung und Piercings, sondern auch ihre Charakterzüge. Da hinterfragt man doch, ob sie Pia als Person überhaupt mag und wertschätzt. Man möge es bezweifeln.

🤔

Es tauchen die Charaktere aus den Vorgängern auf, so dass wir erfahren, wie es mit ihnen weitergeht. Der Zusammenhalt der Found Family ist wirklich bemerkenswert. Da kommt es zu einigen herzerwärmenden und humorvollen Szenen.

❤️

Die Austernfarm an sich ist dieses Mal übrigens leider nicht das zentrale Setting. Ein Teil der Handlung spielt in Los Angeles. Ich bin ja immer eher Team Kleinstadtfeeling als Großstadtflair.

🏡

Es geht um zweite Chancen, Vergebung sowie um Selbstfindung und darum zu sich selbst zu stehen.

😉

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Nervenaufreibendes Psychospiel

Wenn sie wüsste
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Millie bekommt die Chance auf einen Neuanfang als Hausmädchen. Doch hinter der perfekten Fassade der Familie Winchester lauern dunkle Geheimnisse. Besonders Hausherrin Nina verhält sich zunehmend unberechenbar. ...

Millie bekommt die Chance auf einen Neuanfang als Hausmädchen. Doch hinter der perfekten Fassade der Familie Winchester lauern dunkle Geheimnisse. Besonders Hausherrin Nina verhält sich zunehmend unberechenbar. Was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem nervenaufreibenden Psychospiel, bei dem Millie niemandem trauen kann und bei dem nichts so ist, wie es scheint.

😱

Nina ist eine unglaublich schreckliche Frau, die man wirklich zu hassen lernt. Ihre Tochter ist völlig verzogen und behandelt Millie ohne jeden Respekt. Diese kann einem echt nur Leid tun. Zum Glück ist wenigstens Ninas Mann Andy nett zu ihr. Allerdings ist Millies Verhalten meiner Meinung nach manchmal ganz schön naiv und fast dämlich, angesichts dessen wie Nina mit ihr umspringt und was sie über diese im Verlauf erfährt. Das kann ja nur nach hinten los gehen. Und dann kommt es zu einem Perspektivenwechsel, der dafür sorgt, dass man Nina und Andy besser kennenlernt. Für mich hat das die Geschichte so viel besser und noch heftiger gemacht.

🤯

Die Atmosphäre ist dicht und stellenweise beklemmend – man spürt förmlich die Enge des Dachzimmers und die unterschwellige Bedrohung, die über dem Haus liegt. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel enden oft mit kleinen Cliffhangern. Mit dem Plottwist habe ich wirklich nicht gerechnet! Genau solche unerwarteten Wendungen und die konstant hohe Spannungskurve machen das Buch zu einem echten Pageturner. Ich fand allerdings, dass die Konflikte am Ende ein bisschen zu einfach gelöst wurden.

😉

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Magisch, düster, emotional

Daughter of No Worlds (War of Lost Hearts 1)
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Die ehemalige Sklavin Tisaanah hat sich ihre Freiheit zwar teuer erkauft, muss aber dennoch aus ihrer Heimat fliehen. Sie sucht Zuflucht beim Mitternachts-Orden, einer mächtigen Organisation von Magiern. ...

Die ehemalige Sklavin Tisaanah hat sich ihre Freiheit zwar teuer erkauft, muss aber dennoch aus ihrer Heimat fliehen. Sie sucht Zuflucht beim Mitternachts-Orden, einer mächtigen Organisation von Magiern. Dort will sie ihre Kräfte stärken, um ihre Freunde und so viele Sklaven wie möglich retten zu können. Die Verantwortung für ihre Ausbildung wird Max übertragen, einem verschlossenen und zynischen Feuer-Magier, der eigentlich niemanden mehr an sich heranlassen will. Die Erinnerungen an die Vergangenheit sind einfach zu düster und schmerzhaft. Er misstraut dem Orden – und Tisaanah erst recht. Doch je mehr sie hinter die Mauern des jeweils anderen blicken, desto enger verknüpfen sich ihre Schicksale.

⛓️‍💥

Wir erleben die Ereignisse aus den Perspektiven von Tisaanah und Max. Sie ist eine beeindruckend starke Protagonistin: verletzlich, wütend, aber stets entschlossen. Max hingegen kämpft mit seinen eigenen Dämonen und wirkt zunächst unnahbar und nicht sonderlich sympathisch. Die Beziehung zwischen ihnen entwickelt sich langsam, ehrlich, voller emotionaler Tiefe und ohne unnötiges Drama.

🌱

Die Welt ist voller Magie, politischen Machtspielen und unterschwelligen Gefahren. Es geht um Sklaverei, Freiheit, Gerechtigkeit, Vertrauen, Verrat, Traumata, Heilung und Selbstbestimmung. Es wird teilweise auch ziemlich brutal, blutig und dementsprechend aufwühlend.

🥺

Für mich hat das Buch leider ein paar Längen. Vor allem zu Beginn, aber auch immer wieder zwischendurch. Es gab allerdings einige sehr coole und spannende Momente, die mich begeistert und fasziniert haben. Diese stehen im direkten Zusammenhang mit einem bestimmten Plottwist/ dem Auftauchen eines neuen Charakters. Diese Wendung hat alles so viel besser gemacht.

🤩

Es handelt sich um den Auftakt der mitreißenden New-Adult-Romantasy-Trilogie, der in einem relativ fiesen Cliffhanger endet.

💖

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Ein Buch zum Innehalten und Nachdenken

Sonnenaufgang Nr. 5
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Der 19-jährige Jonas hat grade sein Germanistikstudium abgebrochen und versucht als Ghostwriter Fuß zu fassen. Sein erster Auftrag führt ihn zu Stella Dor, einer exzentrischen ehemaligen Filmdiva, die ...

Der 19-jährige Jonas hat grade sein Germanistikstudium abgebrochen und versucht als Ghostwriter Fuß zu fassen. Sein erster Auftrag führt ihn zu Stella Dor, einer exzentrischen ehemaligen Filmdiva, die ihre Lebensgeschichte im schönsten Licht festhalten möchte. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch Erinnerungen, Wahrheiten und Selbstbilder. Sie erkennen, wie wichtig es ist, jeden Tag zu leben, als gäbe es kein Morgen – und so ein Leben zu führen, das für immer bleibt.

💭

Jonas und Stella könnten kaum unterschiedlicher sein, doch ihre Begegnung öffnet Räume für Verständnis, Verletzlichkeit und unerwartete Freundschaft. Die Nebenfiguren tragen kleine, bewegende Episoden bei, die den Roman lebendig und vielschichtig machen. Carsten Henn schreibt warmherzig und poetisch über das ungewöhnliche Aufeinandertreffen zwischen Jung und Alt.

❤️

Ein berührender Roman, der zeigt, dass Erinnern nicht immer der Wahrheit entspricht, sondern oft die Geschichten formt, die wir uns selbst erzählen. Denn das Leben ist selten so, wie wir es im Rückblick gerne hätten. Leben wir womöglich sogar zweimal? Erst in der Wirklichkeit und dann in der Erinnerung?

🤔

Die Geschichte kommt ohne große theatralische Effekte aus, begeistert dafür mit einem feinen Gespür für Emotionen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein Buch zum Innehalten und Nachdenken.

🥺

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Düster, nervenaufreibend und irgendwie irritierend abgründig

Woman Down
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Nach dem Shitstorm um die Verfilmung ihres Romans gerät Bestsellerautorin Petra Rose in eine tiefe Schreibkrise. Sie weiß nur zu gut, wie gnadenlos das Internet sein kann, wenn sich die Meinungen plötzlich ...

Nach dem Shitstorm um die Verfilmung ihres Romans gerät Bestsellerautorin Petra Rose in eine tiefe Schreibkrise. Sie weiß nur zu gut, wie gnadenlos das Internet sein kann, wenn sich die Meinungen plötzlich gegen einen richten. Um neu anzufangen, zieht sie sich in eine abgelegene Hütte am See zurück. Dort begegnet sie Detective Nathaniel Saint, der von einem beunruhigenden Vorfall in der Nähe berichtet. Er sieht dem Ermittler aus ihrem neuen Projekt zum Verwechseln ähnlich und so entfacht seine Nähe Petras Kreativität neu. Doch das gefährliche Spiel, auf das sie sich einlässt, bedroht bald mehr als nur ihr nächstes Buch.

✍️

Wir erleben die Ereignisse aus Petras Sicht. Sie beschreibt die Höhen und Tiefen des Autoren:innen-Daseins, die Auswirkungen von positiven oder negativen Rezensionen, die Angst vor Schreibblockaden und den Umgang mit einer solchen. Sie wurde schon immer von Zweifeln an ihrem eigenen Können geplagt und kann nicht mit Komplimenten, aber noch weniger mit Kritik an ihren Werken umgehen. Doch die Frage ist: Wie weit ist sie letztendlich bereit für ihre Inspiration und eine authentische Geschichte zu gehen?

🤔

Ich finde es interessant wie hier die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen und weder Petra, noch Lesende gedanklich und emotional ganz hinterher kommen. Man weiß weder bei ihr, noch bei Saint woran man wirklich ist. Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, der Schreibstil ist kurzweilig. Es wird vor allem zum Ende hin sehr spannend und irgendwie creepy. Mit dieser Auflösung habe ich nicht gerechnet. Insgesamt ist es düster, nervenaufreibend und irritierend abgründig.
😱

Leider sind Love Triangels meistens so gar nicht mein Ding. Wenn eine:r der Protagonist:innen sich bereits in einer Beziehung befindet, hat das für mich immer einen ganz fiesen Beigeschmack, der mir alle Beteiligten direkt ziemlich unsympathisch macht. Schade.

😒

Für mich kommt „Woman Down“ bei weitem nicht an „Verity“ heran. An dieses Buch denke ich nämlich heute noch immer wieder, weil ich es so krass fand. Und das obwohl ich es vor Jahren gelesen habe.

🙀

Der Roman basiert übrigens auf der bereits erschienenen Kurzgeschichte „Saint“.

😉

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