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Veröffentlicht am 28.11.2021

Alles anders

Tornado im Kopf
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Frankie hat durch ihre Rolle aus Außenseiterin nicht viele Freundinnen. Als ihre ehemals beste Freundin seit dem Kindergarten - Colette - auf mysteriöse Weise verschwindet, kann sie die Ermittlungen nicht ...

Frankie hat durch ihre Rolle aus Außenseiterin nicht viele Freundinnen. Als ihre ehemals beste Freundin seit dem Kindergarten - Colette - auf mysteriöse Weise verschwindet, kann sie die Ermittlungen nicht der Polizei allein überlassen und beginnt trotz ihrer Einschränkungen auf eigene Faust zu recherchieren.

Frankie hat oft "einen Tornado" im Kopf. Sie fühlt und empfindet durch ihre neurologischen Besonderheiten anders als andere Teenager. Oft muss sie ihre Wut und Unsicherheit gegenüber neuen Situationen im Griff behalten, um nicht aufzufallen oder anzuecken. Sie hat schon eine Menge Ärzte, Untersuchungen und Therapeuten hinter sich. Ihr jetziger Therapeut Gabriel tut ihr aber sehr gut und sie ist (relativ) gern bei ihm. Doch lieber versucht sie, alles selbst zu meistern und nicht zu ihm zu müssen. Sie lebt mit ihrer Zwillingsschwester Tess, ihrer Mutter, dem Lebensgefährten ihrer Mutter, Charles, und dessen Hündin Pirat in einem Hotel, das ihre Mutter und Charles betreiben.

Als nun ihre ehemals beste Freundin Colette verschwindet, versucht Frankie sie trotz eines trennendes Streits vor zwei Monaten auf eigene Faust zu finden. Doch schon bald merkt sie, dass sie dafür Hilfe braucht und weiht ihre Schwester und ihren Kindergartenfreund Kay ein. Die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Der Titel "Tornado im Kopf" und Frankies Vorliebe für Tornados beschreiben sehr schön indirekt, wie es in Frankie wirklich aussieht und wie schwer es für sie ist, alle Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten und trotzdem zur Ruhe zu kommen. Manchmal hält sie einfach alles nicht mehr aus.

Das Buch ist für junge Teenies gut und spannend zu lesen. Es verbindet das Erleben und Verstehen von Jugendlichen mit neurologischen Einschränkungen (Konzentrationsstörung, mangelnde Impulskontrolle, semantisch-pragmatische Störung etc.)mit einer spannenden Suche nach der vermissten Freundin und spart auch unschöne Erlebnisse und Gefühle nicht aus.

Der Schlüssel zur Lösung, warum die Freundin verschwunden ist, findet sich in der Vergangenheit, der sich Frankie und Tess nun stellen müssen. Dadurch können aber auch alte Verletzungen heilen und Neues entstehen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Wirklich inkompatibel?

Red Flags
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Poppy hat schon seit sie elf ist ihre festen Vorstellungen davon, wie ihr fester Freund einmal sein muss, denn auch die Ehe ihrer Eltern empfindet sie als unperfekt. Dazu fertigt sie Listen von ihrem Traummann ...

Poppy hat schon seit sie elf ist ihre festen Vorstellungen davon, wie ihr fester Freund einmal sein muss, denn auch die Ehe ihrer Eltern empfindet sie als unperfekt. Dazu fertigt sie Listen von ihrem Traummann an, die sie im Laufe der Jahre anpasst.

So führen ihre „Red flags“ bei jedem Date dazu, dass der Betreffende in ein Fettnäpfchen tritt und sich nicht daraus befreien kann, weil es keine zweite Chance bei Poppy gibt. Durch die (gescheiterten) Beziehungen ihrer Freundinnen fühlt sie sich noch in ihrem Vorgehen bestärkt.

Bei Cam sieht es ähnlich aus, auch wenn er keine Listen anfertigt.

Das führt bei ihren Freunden und Freundinnen dazu, ihnen auf die Sprünge helfen zu wollen. Bevor sie sich kennenlernen, schließen beide unabhängig voneinander mit diesen eine Wette ab, beim nächsten Mal länger als ein Date durchzuhalten.

Obwohl beide schon nach der ersten Verabredung überzeugt davon sind, dass der/die andere nicht der/die richtige Person für sie ist, treffen sie sich weiterhin.

Was das bei beiden auslöst und wie es für sie weitergeht, davon erzählt dieser Roman im kapitelweisen Wechsel einmal aus Poppys, dann aus Cams Sicht jeweils in Ich-Perspektive, so dass die Lesenden ganz in die Gedankenwelt der Protagonisten leicht humorvoll hineingezogen werden. Da die Autorin selber noch jung ist, verarbeitet sie in ihrer Geschichte auch Jugendsprache.

Die Story ist vorhersehbar und unterstreicht, die (mögliche) Liebe auf den zweiten Blick, hat aber auch ihren Humor und ihre guten Einsichten und wird ihre Zielgruppe bestimmt ansprechen.

Herzschmerz auf intelligente Art, um darüber nachzudenken, wie eine gute Freundschaft/Beziehung eigentlich aussehen sollte – ganz nach dem Covermotto: „Was, wenn die falsche Person die richtige ist?“

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Eiskalt und düster

Das Ganymed-Fragment
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Der Ermittler Alan Bishop wird im Jahr 2225 von der Raumstation auf dem Zwergplaneten Ceres zur Mine auf dem Jupitermond Ganymed gerufen, als dort ein Minenarbeiter unter seltsamen Umständen ums Leben ...

Der Ermittler Alan Bishop wird im Jahr 2225 von der Raumstation auf dem Zwergplaneten Ceres zur Mine auf dem Jupitermond Ganymed gerufen, als dort ein Minenarbeiter unter seltsamen Umständen ums Leben kommt.

Schon bald ist ihm klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Mächtige Industriekonzerne sind an dem interessiert, was der Minenarbeiter und seine zwei Kollegen gefunden haben und nicht nur aus diesem Grund werden Bishop bei seinen Ermittlungen viele Steine und Gefahren in den Weg gelegt.
Dieses Buch ist eher ein sehr düsterer Krimi mit allem, was es dabei so braucht: ein abgewrackter, desillusionierter Ermittler, eine sehr trostlose, heruntergekommene, in diesem Fall noch eiskalte Umgebung, hoffnungslose Gestalten, u. v. m., als Sciencefiction, obwohl seine Handlung in der fernen Zukunft im Weltall stattfindet.

Aber hier geht es um noch mehr: Industriespionage, skrupellose Methoden für eigenen Gewinn, Machtintrigen, Verschwörungen, aber auch um persönliches, (gescheitertes,) menschliches Leben und ein moralisches Dilemma. So wirkt das Buch fast schon überfrachtet mit Themen und einer gewissen Brutalität.

In seinem Nachwort schreibt der Autor seine Gedanken zu diesem Buch, u. a. „Alles, was hier erzählt wurde, entspringt einer möglichen Zukunft – aber letztlich auch immer unserer Gegenwart,“ denn „die Einsicht, dass es keine einfachen Lösungen gibt und dass am Ende jeder seinen eigenen Preis zahlen muss“ ist schon jetzt Fakt.

So kann jeder aus diesem Buch, die für ihn passenden Gedanken mitnehmen. „Vielleicht bleibt auch nur das Gefühl, dass hinter jedem wissenschaftlichen Fortschritt, hinter jedem technischen Triumph immer der Mensch steht – mit all seinen Zweifeln, Fehlern und Hoffnungen.“

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Was heißt hier das beste?

Das beste Tier der Welt
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Welches Tier ist das Tollste? Ist es das größte, das stärkste, das schnellste oder geht es um etwas ganz anderes?

Das Buch handelt von zwei Freundinnen, von denen die eine auf dem Weg nach Hause eine ...

Welches Tier ist das Tollste? Ist es das größte, das stärkste, das schnellste oder geht es um etwas ganz anderes?

Das Buch handelt von zwei Freundinnen, von denen die eine auf dem Weg nach Hause eine Schnecke findet. Diese ist für sie das tollste Tier der Welt und das kann ihr auch ihre Freundin mit vielen guten Argumenten nicht ausreden.

Die Idee des Buches finde ich sehr schön: In den kleinen Dingen das Besondere zu sehen, sie genauso zu achten wie die großen und sich an ihnen zu erfreuen.

Die Zeichnungen dazu sprechen mich allerdings nicht an. Die Illustratorin nutzt kräftige Farben für ihre Bilder. Die Kinder haben dabei eine dunkelpinke, bzw. das andere Mädchen eine grüngelbliche Hautfarbe und sind meist fast zweidimensional gehalten. Straßen und Gebäude sind oft nur farblich umrandet dreidimensional dargestellt oder einfarbig – manchmal auch nur teilweise – ausgefüllt. Natur ist bunt, aber auch hier mit „unnatürlichen“ Farben kombiniert (Baumstämme in rot und rosa, Schnecke in hellblau mit rotem Haus, etc.). Die Bilder wirken wie extra einfach gehalten.

Auf den ersten drei Doppelseiten findet sich kein Text, so dass nur die Illustrationen auf den Leser wirken. Danach ist der Text kurz, aber eindrücklich, die Bilder fast immer doppelseitig gehalten. Die zwei vorletzten Doppelseiten kommen wieder ohne Text aus. Die letzte Doppelseite beinhaltet den längsten Text, in dem das eine Mädchen in sein Tagebuch schreibt und damit die Intension des Buches erklärt wird.

Ein Bilderbuch mit einer tollen „Message“, aber - für mich – gewöhnungsbedürftigen Illustrationen.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Nachts geht's los

Lottes erster Schultag
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Lotte kommt in die Schule, doch ihre Schulsachen entwickeln ein Eigenleben, die nur ihr Schmuseschwein stoppen kann, das eigentlich nicht mit zur Schule soll.

Das Bilderbuch beginnt mit einer alltäglichen ...

Lotte kommt in die Schule, doch ihre Schulsachen entwickeln ein Eigenleben, die nur ihr Schmuseschwein stoppen kann, das eigentlich nicht mit zur Schule soll.

Das Bilderbuch beginnt mit einer alltäglichen Einschulungsgeschichte. Ein Mädchen kann die Nacht vor seiner Einschulung nicht schlafen, während ihr Ranzen gepackt vor ihrem Bett steht. Die Mutter hat eine Liste ausgedruckt, dann wurden die Schulsachen eingekauft und Lotte hat auch schon mal die neuen Stifte ausprobiert.

Als sie nun endlich eingeschlafen ist, beginnen die Schulsachen lebendig zu werden, hüpfen aus dem Ranzen und machen Quatsch. Nur das tapfere Schmuseschwein bekommt das Malheur mit, besiegt alle Gegenstände, sperrt sie in den Ranzen und passt bis zum Morgen darauf auf, dass auch alle darin bleiben.

Der Text ist dabei auf jeder Doppelseite kleiner als das große Bild und in Reimen gehalten zu jeweils zehn Zeilen, wobei sich immer zwei aufeinanderfolgende reimen.

Die großen doppelseitigen, sehr plakativen Bilder zeigen stets noch mehr, als der Text erzählt und sind in kräftigen, bunten Farben gemalt. So können die Lesenden immer noch etwas mehr entdecken, als der Text aussagt. Alle gezeichneten Dinge sind mit klaren Konturen voneinander abgegrenzt. Mit den Proportionen und Perspektiven wird dabei bewusst gespielt, so dass ein wenig die Idee erzeugt wird, als hätte ein Kind hier gemalt.

Die Geschichte bringt nicht wirklich etwas Neues: Eine Einschulungsgeschichte, in der die Schulsachen lebendig werden, und ein tapferes Kuscheltier, das aushilft, und auch den Einstieg in die Schule erleichtert. Humor und Pep bringen jedoch die gereimten Texte mit sich.

Alles in allem: Ein lustiges Einschulungsbuch.

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