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Alesia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Marlene findet zu sich selbst

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene, erfolgreiche Managerin, ist dafür vorgesehen, auf der Karriereleiter den nächsten Schritt zu gehen und CEO des Unternehmens zu werden. Leider mangelt es ihr an zwischenmenschlichen Kompetenzen. ...

Marlene, erfolgreiche Managerin, ist dafür vorgesehen, auf der Karriereleiter den nächsten Schritt zu gehen und CEO des Unternehmens zu werden. Leider mangelt es ihr an zwischenmenschlichen Kompetenzen. Diese soll sie in einem zweiwöchigen Achtsamkeitsseminar trainieren. Doch ihr Mental-Healing Coach Alex steckt selbst in einer mentalen Krise und seine luxuriöse Academy befindet sich in akuten finanziellen Schwierigkeiten.

Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo war inhaltlich anders als ich erwartet hatte. Die überspitzt dargestellten Figuren und das Aufeinanderprallen von Lebenskonzepten haben auf den ersten Blick großes Potenzial, eine humorvolle Gesellschaftssatire zu sein. Überraschenderweise lässt sich Marlene erstaunlich schnell auf das Coaching zwischen Atemübungen, Gruppentherapie und Ayurveda-Frühstück ein. Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Healing - und Selbstoptimierungskultur bleibt sehr zurückhaltend. Tatsächlich konnte ich mich während des Lesens besser in Marlene als in Alex hineinversetzen. Alex erkennt zwar seine Probleme, die Lösungen dafür, die er anderen teuer verkauft, scheinen aber bei ihm selbst nicht gut zu funktionieren. Es gibt einige skurrile Situationen und im mittleren Teil des Buches wird die Thematik ernster. Einige Aussagen und Denkansätze empfand ich als sehr treffend für unsere gegenwärtige Zeit. Abgerundet und offen zugleich, regt das Ende dazu an, die Zukunft der Protagonisten weiterzudenken. Insgesamt ist Einatmen. Ausatmen. kurzweilig, aktuell und hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Freundschaft und die Suche nach dem Vater

FREI – Bester Anfang (FREI 3)
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Koray ist vor etwa zehn Monaten mit seiner Mutter zurück in den kleinen Ort Rottloch gezogen. Da die Karriere der Mutter als Influencerin klar gescheitert ist, leben beide in der Wohnung der Oma. Geld ...

Koray ist vor etwa zehn Monaten mit seiner Mutter zurück in den kleinen Ort Rottloch gezogen. Da die Karriere der Mutter als Influencerin klar gescheitert ist, leben beide in der Wohnung der Oma. Geld muss her, und Alimente wären die Lösung. Doch Koray kennt seinen Vater nicht, und seine Mutter schweigt dazu verbissen. Gemeinsam mit seiner Clique stellt er Nachforschungen an.

FREI – Bester Anfang von Sarah Welk ist der dritte Teil einer Jugendbuchreihe rund um die Clique von Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh. Diesmal geht es um Koray, der seinen Vater sucht. Das Buch kann problemlos ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Teile gelesen werden. Schreibstil und Geschichte sind modern, die Sprache wirkt authentisch, was manchmal etwas zu Lasten der Grammatik geht. Die Geschichte wird aus Korays Sicht erzählt, der für seine fünfzehn Jahre schon sehr reflektiert wirkt. Als Charakter hat er mir gut gefallen, genau wie seine Freunde, vielleicht mit Ausnahme von Nico, der eine mehr als fragwürdige Idee hat. FREI – Bester Anfang ist ein Buch, in dem es um Freundschaft, das Finden der eigenen Herkunft, familiäre Probleme und eine erste (queere) Beziehung geht. Insgesamt habe ich die Geschichte gemocht, und kann sie im Jugendbuchbereich weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Liebe zwischen Yaks, Alpakas und Hundewelpen

Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love
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Tess ist beruflich eigentlich erfolgreich, bis eine Routineuntersuchung sie aus der Bahn wirft. Als ihr ein Kollege auf der Arbeit böse mitspielt, braucht sie eine Auszeit. Eine Wanderung auf dem Pennine ...

Tess ist beruflich eigentlich erfolgreich, bis eine Routineuntersuchung sie aus der Bahn wirft. Als ihr ein Kollege auf der Arbeit böse mitspielt, braucht sie eine Auszeit. Eine Wanderung auf dem Pennine Way soll ihr helfen, zu sich selbst zu finden. Stattdessen findet sie zunächst schlechtes Wetter und Blasen an den Füßen, sowie einen attraktiven Bergretter und ein ländliches Cottage.

Die Liebe trägt Gummistiefel von Alexandra Zöbeli ist der zweite Band einer Reihe, die sich um die Liebesgeschichte der sympathischen Familie Watts in englischen Cumbria dreht. Die Teile sind unabhängig voneinander lesbar. Das Buch hätte wirklich locker, leicht und humorvoll sein können wäre Krebs nicht immer wieder ein Thema gewesen. Tess läuft, ihrer Vergangenheit geschuldet, vor einer Untersuchung davon, glaubt, todkrank zu sein, und gibt daher einer Beziehung mit Gregg keine Chance. An manchen Stellen hätte ich ihr für ihr Verhalten am liebsten ordentlich den Kopf gewaschen. Trotzdem mochte ich Tess und Gregg und fand, dass die Chemie zwischen beiden gepasst hat. Auch Greggs Familie ist einfach toll. Der Schreibstil der Autorin holt mich, wie im ersten Band, schon nicht ganz ab. Er wirkt einfach an manchen Stellen zu wenig modern. Auch gab es inhaltlich zwei kleinere Fehler, die überarbeitet werden sollten. Insgesamt ein schöner, etwas vorhersehbarer, Liebesroman der ins wunderschöne, ländliche Cumbria entführt.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Weltraum-Abenteuer mit der Phönix Crew

Der Anfang
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Elias und Alice wollen das plötzliche Verschwinden ihrer Mutter aufklären. Dabei wird Alice von einem monsterartigen Wesen attackiert und verletzt. Rettung erfährt sie auf dem Raumschiff Phönix, dessen ...

Elias und Alice wollen das plötzliche Verschwinden ihrer Mutter aufklären. Dabei wird Alice von einem monsterartigen Wesen attackiert und verletzt. Rettung erfährt sie auf dem Raumschiff Phönix, dessen außergewöhnliche Crew eine bedeutende Rolle in der Vergangenheit ihrer Mutter gespielt hat.

Erben des Imperiums 1 - Der Anfang von Oskar Källner ist ein sehr schönes Buch aus dem Science-Fiction Bereich für Kinder ab ca. 10 Jahren. Gemeinsam mit den Geschwistern Elias und Alice erlebt man hier ein richtiges Weltraum-Abenteuer. Besonders gut hat mir die außergewöhnliche Crew des Raumschiffs gefallen. Mit dem Verschwinden der Mutter, der Verhaftung des Vaters, der drohenden Inobhutnahme und dem Kampf gegen die Krao sind im Buch durchaus ernstere Themen vorhanden. Der Schreibstil ist gut lesbar. Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und relativ kurz. Viele bunte comicartige Zeichnungen lockern den Text auf und sorgen für eine bessere Vorstellungskraft. Ganz überzeugt hat mich die Zeichenweise der Bilder nicht, aber ich denke, das ist Geschmackssache. Das Buch ist ein Reihenauftakt, die Haupthandlung ist daher nicht abgeschlossen. Gerade zum Schluss hatte ich das Gefühl, erst am Anfang eines richtig großen Abenteuers zu stehen. Insgesamt ein gelungener Start, der mich neugierig auf die Fortsetzungen macht.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

In Kunst gebannt

Zwei in einem Bild
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Jean ist schon viele Jahrzehnte im Museum, eingefangen als gemalte Figur, in einem berühmten Kunstwerk seines Vaters Henri Matisse. Tagsüber seine Pose einnehmend, bieten auch die Nächte, in denen er sich ...

Jean ist schon viele Jahrzehnte im Museum, eingefangen als gemalte Figur, in einem berühmten Kunstwerk seines Vaters Henri Matisse. Tagsüber seine Pose einnehmend, bieten auch die Nächte, in denen er sich frei durch die anderen Gemälde des Museums bewegen kann, wenig Abwechslung. Das ändert sich, als die junge Claire einen Job als nächtliche Reinigungskraft beginnt. Sie bemerkt schnell, dass die gemalten Figuren lebendig sind, und kann sogar in Jeans Bild eintauchen. Gemeinsam erleben sie die Kunstwerke neu und verlieben sich dabei. Doch Jean kann nicht in die reale Welt und Claire hat dort Verpflichtungen.

Zwei in einem Bild von Morgan Pager ist ein Roman über eine magische, ungewöhnliche Liebe. Ich mochte die Idee, der lebendigen Figuren in Kunstwerken, die vor allem nachts ihr Eigenleben führen, sehr gerne. Zwischen Jean und Claire entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Die Geschichte ist abwechselnd aus Jeans und Claires Perspektive erzählt. Beide sind glaubwürdig dargestellt und haben auch charakterliche Tiefe. Claire, die früh erwachsen und verantwortungsvoll werden musste, kann in den Bildern ungezwungene Erfahrungen nachholen. Für Jean bedeutet Claires Anwesenheit nach jahrelanger Langeweile tatsächlich Abwechslung. Es sind gestohlene nächtliche Stunden und es stellt sich die Frage, ob eine Beziehung, getrennt durch Raum und Zeit, überhaupt dauerhaft möglich ist. Ich mochte vor allem die Szenen, die in den Bildern spielten. Einige Bilder habe ich mir im Anschluss auch angeschaut. Tatsächlich habe ich mir Jean und das Bild, in dem er lebt, anders vorgestellt. Der Schreibstil des Buches ist angenehm und flüssig zu lesen. Insgesamt habe ich die Thematik gemocht, auch wenn das Buch sein Potenzial weder spannungstechnisch noch bei der Lovestory richtig ausnutzt.

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