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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Schuld verjährt nicht

Eine vergessene Schuld
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Mit „Eine vergessene Schuld“ hat der Autor Arne Jensen einen Roman geschaffen, der sich mit Verbrechen beschäftigt, die noch heute die Nachfahren belasten.

Der ehemalige Verfassungsrichter Dr. Rudolf ...

Mit „Eine vergessene Schuld“ hat der Autor Arne Jensen einen Roman geschaffen, der sich mit Verbrechen beschäftigt, die noch heute die Nachfahren belasten.

Der ehemalige Verfassungsrichter Dr. Rudolf Heppner veröffentlicht 2023 in den sozialen Medien Aussagen polarisierende Themen, die sich je nach Auslegung sehr stark am rechten oder linken politischen Rand bewegen. Doch dann wird auf Heppner ein Farbbeutel-Attentat verübt.

Da in Bezug auf das Attentat ein politischer Hintergrund vermutet wird, schalten sich LKA, BKA und Staatsschutz ein. Im Rahmen der Ermittlungen wird die Psychologin Jasina Behrens beauftragt, ein Persönlichkeitsprofil des Richters zu erstellen.

Während den Gesprächen, die zunehmend privat werden, kommt Jasina mehr und mehr den Ereignissen auf die Spur, die Heppners Handeln bis heute zu bestimmen scheinen. Auch merkt Jasina, dass sich die beiden nicht ganz unähnlich sind.

Der zweite Handlungsstrang spielt zwischen 1942 und 1945. Raimund Bach ist als Marinemaat in Holland stationiert. Doch sein Geheimnis, dass er zur Hälfte Jude ist, konnte er bislang verbergen. Als Angehöriger der Marine konnte er seine Familie bisher auch vor Übergriffen der Nationalsozialisten bewahren. Als er erfährt, dass seine Mutter deportiert wurde und er einen Marschbefehl an die Front erhält, entscheidet er sich zu desertieren. Als der Krieg als beendet gilt, stellt er sich mit einem weiteren Deserteur den kanadischen Besatzern. Nach Auffassung der deutschen Truppen gilt hier jedoch immer noch das Kriegsrecht und so werden die Beiden einige Tage nach Kriegsende vor einem Militärgericht verurteilt. Wie diese beiden Geschichten zusammenhängen, will ich an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten...

Auch wenn ich anfangs nur schwer Zugang zur Geschichte gefunden habe, fand ich den Roman doch mit der Zeit sehr spannend und auch berührend.

Ich finde es beachtenswert, dass sich der Autor mit “Eine vergessene Schuld” an solche gesellschaftspolitisch schwierigen Themen gewagt hat, die heutzutage relevanter denn je sind und auch
nicht in Vergessenheit geraten sollten.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein Hauch von Aschenputtel

Bridgerton – Wie verführt man einen Lord?
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Als Sophie die Chance bekommt, den Maskenball im Hause Bridgerton zu besuchen, zögert sie nicht lange. Dort lernt sie den zweitältesten Sohn der Familie, Benedict, kennen und bekommt ihn auch nach dem ...

Als Sophie die Chance bekommt, den Maskenball im Hause Bridgerton zu besuchen, zögert sie nicht lange. Dort lernt sie den zweitältesten Sohn der Familie, Benedict, kennen und bekommt ihn auch nach dem Ball nicht mehr aus dem Kopf. Als sich zwei Jahre später überraschend ihre Wege kreuzen, darf Benedict nicht erfahren, wer Sophie ist.

"Wie verführt man einen Lord?" ist der dritte Band aus Julia Quinns Bridgerton Reihe. Im Fokus dieser Geschichte stehen das Hausmädchen Sophie und Benedict Bridgerton. Und irgendwie bekommt man hier ganz schnell den Eindruck, mitten in einem Aschenputtel-Cover zu sein.

Sophie wächst als Mündel beim Earl of Penwood auf. Doch dass sie dessen uneheliche Tochter ist, sorgt nach seinem Tod für großen Unmut bei seiner Frau Araminta. Araminta duldete Sophie dann nur noch als Hausmädchen unter ihrem Dach und hat sie seither schamlos für ihre Dienste ausgenutzt.

Sophie ist freundlich und für ein Hausmädchen doch sehr gebildet. Sie weiß, was sie will oder eben nicht und steht dafür ein. Benedict Bridgerton, der ewige Junggeselle, ist nicht sonderlich darauf erpicht zu heiraten. Als er auf dem Maskenball seiner Mutter eine geheimnisvolle Dame in Silber kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Doch nach dem Maskenball ist die Fremde spurlos verschwunden.

Als Benedict Sophie als Hausmädchen wiedertrifft, fühlt er sich spürbar zu ihr hingezogen, doch die Standesunterschiede machen eine Heirat nahezu unmöglich. Auch wenn Sophie eine gewisse Zeit noch versucht, Benedicts Avancen zu widerstehen, verfällt sie ihm doch bald.

Die Autorin hat die beiden Hauptfiguren gewohnt authentisch gestaltet. Ich habe es auch wieder sehr geliebt, in den Nebenerzählsträngen die anderen Figuren aus der Bridgerton-Reihe zu treffen.

Leider finde ich es etwas schade, dass auch hier wieder das klassische Rollenbild Mann-Frau im Vordergrund steht. Denn auch wenn Sophie sehr selbstbewusst erscheint, stellt sich Benedict doch wiederholt über ihre Bedürfnisse und geht sogar so weit zu behaupten, er wisse, was das Beste für sie ist.

Wer die Netflix-Serie liebt, sollte sich die Bücher nicht entgehen lassen!

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Viscount Bridgerton will heiraten...

Bridgerton – Wie bezaubert man einen Viscount?
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Da mich die Netflix-Serie sehr begeistert hat, wollte ich auch die Bücher lesen. Und so habe ich mich auf die Geschichte von Anthony und Kate schon sehr gefreut.

Als der begehrteste Junggeselle ganz Londons ...

Da mich die Netflix-Serie sehr begeistert hat, wollte ich auch die Bücher lesen. Und so habe ich mich auf die Geschichte von Anthony und Kate schon sehr gefreut.

Als der begehrteste Junggeselle ganz Londons verkündet, sich in dieser Saison vermählen zu wollen, wird Viscount Anthony Bridgerton schnell zur Zielscheibe der übermotivierten Mütter, der unverheirateten Töchter der Gesellschaft. Doch Anthony will nur die Beste, und so erwählt er Edwina Sheffield. Doch er muss nicht nur das Herz der Auserwählten gewinnen, sondern auch ihre große Schwester Kate von sich überzeugen.

Das Buch bietet so viel mehr, als die Verfilmung. Man fliegt nur so durch die Dialoge der beiden Protagonisten. Die Kommunikation zwischen Anthony und Kate hat die Autorin Julia Quinn sehr unterhaltsam gestaltet. Man merkt schnell, dass zwischen den beiden mehr ist. Und so entscheidet sich Anthony in dem Buch auch direkt für Kate.

Für alle Fans der Serie kann ich nur empfehlen, lasst Euch auch die Bücher nicht entgehen. In den Büchern findet man durchaus noch andere spannende Aspekte zu den Geschichten und vor allen Dingen unterhaltsame Dialoge.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Weg zu dir selbst

Ich bin dann mal still
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Manchmal fickt dich das Leben so, dass du dich fragst, warum bist du eigentlich der, an dem sich alle eine goldene Nase verdienen.

Auch die Frage hat sich die rheinische Frohnatur Horst Lichter irgendwann ...

Manchmal fickt dich das Leben so, dass du dich fragst, warum bist du eigentlich der, an dem sich alle eine goldene Nase verdienen.

Auch die Frage hat sich die rheinische Frohnatur Horst Lichter irgendwann gestellt. Und als dann auch noch Corona dazu kam, entschied er sich für eine Auszeit in einem Schweigekloster. Ohne Vorbereitung zieht Horst also in das Kloster ein und freut sich auf das Zusammentreffen mit den gottesfürchtigen Mönchen und auf die Zeit, um zu sich selbst zu finden.

Doch schnell merkt Horst, dass der Wunsch sehr weit von der Realität entfernt ist. Und so versucht er fernab von Zen-Meister und psychedelischem Putzen zu sich selbst zu finden. Mit einem Fahrrad erkundet er also auf eigene Faust die Umgebung. Aber irgendwie will das mit der Selbstfindung nicht so recht funktionieren.

Beim Lesen erinnert man sich sehr gut, wie es sich auch anfühlt, wenn man ständig unter dem Leistungsdruck steht und man das Gefühl hat, dass man selbst nicht mehr mit sich ins Lot kommt. Diese humoristische Erzählweise, durch die sich die Art von Horst Lichter auszeichnet, lässt einen mit dem Lesen nicht aufhören, doch sagt einem das Buch auch, dass man seinen eigenen Weg finden muss. Wer einen Selbsthilfe-Ratgeber sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse!

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Leben in der glanzvollen Kurstadt

Konditorei Zauner - Der Zuckerbäcker der Kaiserin
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Im österreichischen Bad Ischl gibt sich nicht nur die kaiserliche Familie Anfang des 19. Jahrhunderts zur Sommerfrische ein Stelldichein. Auch zieht es sie Bäckerstochter Lisa in die Kurstadt, die sich ...

Im österreichischen Bad Ischl gibt sich nicht nur die kaiserliche Familie Anfang des 19. Jahrhunderts zur Sommerfrische ein Stelldichein. Auch zieht es sie Bäckerstochter Lisa in die Kurstadt, die sich hier ihren Traum erfüllen, und dass Zuckerbäckerhandwerk bei angesehenen Hofbäcker Zauner erlernen will.

Johann Zauner bietet ihr an, als „Zaunerin“ im Verkauf zu arbeiten. Doch schnell merkt er, dass die junge Frau ein Talent mitbringt, um köstliche Kreationen herzustellen, die die Kurgäste nur so begeistern. Als Lisa beim Zauner den jungen Konditor August kennenlernt, entwickeln sich zwischen den beiden doch zarte Bande. Doch als August auf Grund eines tragischen Ereignisses Ischl verlassen muss, steht das Leben der jungen Frau auf dem Kopf.

Die Autorin Clara Lenz erzählt die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen. So lernt man neben Lisa, zum Beispiel auch Johann Zauner oder die Erzherzogin Sophie kennen. Diese Tatsache zeigt schon, dass in der Geschichte schon sehr viel passiert und man bekommt irgendwie den Eindruck, dass eigentlich nicht die Konditorei im Fokus der Erzählung steht. Vielmehr bekommt man den Eindruck, dass es sich um eine Erzählung von Geschehnissen zu dieser Zeit in den mondänen österreichischen Kurstadt handelt. Hier treffen gekonnt verknüpft Fiktion und Geschichte auf einander.

Die Geschichte ist definitiv für alle geeignet, die gern historische Romane lesen und augenscheinlich lässt auch die Fortsetzung nicht mehr lange auf sich warten.

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