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Veröffentlicht am 06.11.2022

Trauer und LIebe in Schottland

Neubeginn im kleinen Strickladen in den Highlands
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Nach dem Tod ihrer Mutter wird Amely von ihren Freunden in den schottischen Highlands aufgefangen. Besonders Peter, Inhaber einer Whiskey-Destillerie, umgarnt sie. Als er auf einem Reitunfall verunglückt, ...

Nach dem Tod ihrer Mutter wird Amely von ihren Freunden in den schottischen Highlands aufgefangen. Besonders Peter, Inhaber einer Whiskey-Destillerie, umgarnt sie. Als er auf einem Reitunfall verunglückt, findet Amely auf der Suche nach Hilfe ein verlassenens Bauernhaus und verliebt sich in den Gedanken, hier eine Alpaka-Farm aufzubauen und nicht wieder nach Edinburgh zurückzukehren - und ihr Glück mit Peter zu finden.

Mit "Neubeginn im kleinen Strickladen in den Highlands" legt Susanne Oswald nun schon den vierten Roman in der Reihe um den kleinen Strickladen vor; dieser lässt sich problemlos ohne Kenntnisse der vorherigen Bände lesen.

Heiter und romantisch erzählt die Autorin eine Wohlfühlgeschichte in einer zauberhaften Landschaft sowie von tiefer Freundschaft und viel Liebe. Und nicht alles geht reibungslos vonstatten; auch Tod, Trauer, Verletzungen und finanzielle Probleme spielen eine Rolle.

Die Figuren selbst sind schon nahezu poetisch; darüberhinaus wünscht man sich beim Lesen in die wunderschönen Highlands und in einen solch wunderbaren Freundeskreis.

Einen besonderen Mehrwert hat dieses Buch für alle Woll-LIebhaber und Strick-Freundinnen: Marken und Qualitäten werden immer wieder genau benannt und im Anhang gibt es sogar genau Anleitungen für die im Buch benannten Strickwaren.

Ein echtes Wohlfühl-Buch (nahe am Kitsch, aber keinesfalls schmierig) für zwischendurch, um sich vom grauen Herbst und den Alltagssorgen abzulenken.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Für den guten Zweck!

Tödliche Nachlese
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Im beschaulichen Weinort Malsch im Kraichgau wird vor dem KIrchenportal eine von Nadeln durchbohrte Puppe gefunden. Tobias Stetten misst dem Fund zunächst keine tiefere Bedeutung bei, doch als ein Tennis-Freund ...

Im beschaulichen Weinort Malsch im Kraichgau wird vor dem KIrchenportal eine von Nadeln durchbohrte Puppe gefunden. Tobias Stetten misst dem Fund zunächst keine tiefere Bedeutung bei, doch als ein Tennis-Freund bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt und er selbst sich verfolgt und bedroht fühlt, zieht er einen Zusammenhang zu einer Mordserie, die den Ort vor einigen Jahren in Atem hielt und an deren Aufklärung er maßgeblich beteiligt war. Sind er und sein Freund Dominik in Lebensgefahr durch den Bruder des ehemaligen Mörders, der seine Familie rächen will?

"Tödliche Nachlese" ist der Nachfolgeband von "Blutige Spätlese" des Autoren Dr. Matthias Meilich, dessen Augenmerk nach über 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in unterschiedlichen Funktionen bei SAP heute auf kreativen und karitativen Aktivitäten liegt. Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher werden zugunsten von EIN KIWI GEGEN KREBS gespendet, was ich absolut bemerkenswert finde.

Matthias Meilich hat einen durchaus interessanten Plot erdacht; doch leider wird die Spannung durch ständige Wiederholungen und ausladende Gedankengänge der Hauptfigur gebremst. Der Autor erzählt abwechselnd durch seine beiden Hauptfiguren Tobias und Dominik, wodurch die Leser*Innen viele Hintergründe aus dem vorhergehenden Band sowie weitere Zusatzinformationen erfahren, die nicht immer die Handlung vorantreiben. Dass Meilich ein begeisterter Golfer ist, konnte er durch seine ausführlichen Beschreibungen des Geschehens auf dem Golfplatz nicht verbergen.

Das Setting im Kraichgau, die Ortsbeschreibungen mit ihrem Brauchtum wie Karnevalsfeiern und Wallfahrt, ist sicher nicht nur für Einheimische interessant.

Leider konnte mich auch die Schreibweise nicht wirklich überzeugen. Dabei störten mich nicht einmal die vielen englischen Ausdrücke, die sich folgerichtig aus Ausbildung und Tätigkeit des Autoren ergeben. Vielmehr irritierten mich die kurzen Sätze, teilweise ohne Verb; oftmals kam es mir vor, als wenn ein Schüler einen Aufsatz geschrieben hätte, was ich sehr schade fand.

Trotz der Einblicke in die eigene Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfiguren blieben diese mir seltsam fremd und ich konnte keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Weitere Figuren blieben eindimensional. Die Figur des Söldners, der Rache für die Bestrafung seines Mörder-Bruders suchte, aber vor allem auch der mysteriöse Ritter, den nicht einmal seine Kollegen kennen und der in bizarren Situationen auf- und untertaucht, konnten mich nicht wirklich überzeugen.

Trotz einiger Kritik an dem Buch möchte ich die Serie als kleine Lektüre für zwischendurch weiterempfehlen aufgrund ihres karikativen Zwecks.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Sehr leichte Unterhaltung

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Eleanor Dash ist Bestsellerautorin. Für ihre erfolgreiche Krimireihe hat sie ihre Urlaubsliebe Connor als Hauptfigur gewählt, der sie nun allerdings erpresst, um am Erfolg teilzuhaben. Von ihrem Verlag ...

Eleanor Dash ist Bestsellerautorin. Für ihre erfolgreiche Krimireihe hat sie ihre Urlaubsliebe Connor als Hauptfigur gewählt, der sie nun allerdings erpresst, um am Erfolg teilzuhaben. Von ihrem Verlag wird Eleanor - sehr widerwillig - zusammen mit ihrer Schwester, die sie managt, und Connor sowie einigen Leserinnen auf eine Lesereise nach Italien geschickt. Eigentlich hatte Eleanor beschlossen, Connor in ihrem nächsten Band sterben zu lassen, doch plötzlich werden vermeintlich Anschläge im wahren Leben auf Connor verübt. Und als es tatsächlich einen Mord gibt, spitzt sich die Lage weiter zu ....

Catherine Mack ist das Pseudonym einer US-amerikanischen und kanadischen Bestellerautorin. MIt "Amalfi Mortale - Kein Urlaub ohne Mord" legt sie nun den Auftakt ihrer neuen Krimireihe vor, die an der malerischen Amalfi-Küste angesiedelt ist.

DAs Setting verspricht Urlaubsfeeling, allerdings bleibt der Ort ziemlich im Hintergrund und wird kaum beschrieben, was vielleicht auch daran liegt, dass die Autorin doch geografisch sehr wenig mit Italien zu tun hat.

Catherine Mack schreibt in der Ich-Perspektive aus der Sicht ihrer Hauptfigur Eleanor Dash und es gibt wirklich sehr viele Dialoge, die ich - entgegen der Werbung für das Buch - nur bedingt als "spritzig" bezeichnen würde. Ein wirklich sehr ungewöhnliches Stilmittel sind die 234 Fußnoten, die das Buch enthält: Die fiktive Bestsellerautorin kommentiert darin alles Geschehen, das sie erzählt, noch einmal zusätzlich. Wenn die Autorin damit die Handlung bereichern wollte, ist dies meiner Meinung nach nicht gelungen; mich haben die vielen Fußnoten unglaublich gestört und den Lesefluss extrem unterbrochen, ohne eine Mehrwert darzustellen. Auch die eingefügten Notizen (von Eleanor als "Exposé" für ihren nächsten Krimi gedacht) sind einfach nur eine Zusammenfassung des zuvor Beschriebenen.

Die (zahlreichen) Figuren werden nicht wirklich eingeführt und bleiben in der Charakterisierung recht blass. So konnte man auch nicht wirklich miträtseln, wer der Mörder war. Witzig fand ich die Titulierung der Leserinnen als BookFace Ladies; allerdings spielten sie auch keine wirklich Rolle außer eben Dazusein.

Gefallen hat mir, über das Verlagsgeschöft ein wenig zu erfahren und dem Leben einer Bestsellerautorin.
Und auch die Spannungskurve, bei der sich in einem spektakulären Show-Down auch Eleanor in Gefahr brachte, war für einen Cosy Crime absolut ok, wenn auch ein wenig verwirrend.

Insgesamt ist "Amalfi Mortale - Kein Urlaub ohne Mord" ein leichter Krimi ohne Tiefe, den man sicherlich einmal zwischendurch lesen kann. Ich werde auf die weiteren Bände allerdings verzichten.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Sexualisierte Gewalt ohne Heilung

Schlaf
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Margaret wächst scheinbar behütet in einer amerikanischen Kleinstadt auf; allerdings hinterlassen sexuelle Übergriffe ihres eigenen Bruders und der Nachbarjungen zusammen mit dem ignoranten Verhalten ihrer ...

Margaret wächst scheinbar behütet in einer amerikanischen Kleinstadt auf; allerdings hinterlassen sexuelle Übergriffe ihres eigenen Bruders und der Nachbarjungen zusammen mit dem ignoranten Verhalten ihrer narzisstisch anmutenden Mutter Elizabeth tiefe Traumata. Margaret flüchtet quasi in ein anderes Leben in New York, doch ihre Ehe mit dem scheinbar perfekten Mann Ezra scheitert. Dennoch versucht Margaret, ihren Töchtern ein liebevolles Zuhause zu bieten; schließlich versucht sie sogar, sich mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auszusöhnen, was jedoch nicht gelingt ....

Die US-Amerikanerin Honor Jones legt mit "Schlaf" ihren Debütroman vor, der sich in sieben Abschnitten behutsam mit sensiblen (Frauen?) Themen befasst.

Honor Jones schreibt einfühlsam und anschaulich; allerdings haben einige Längen und Sprünge in Zeit und Raum das Lesevergnügen für mich getrübt. Von Spannung lässt sich nicht reden.

Die Figuren bleiben für mich eindimensional; schnell ergreift man beim Lesen Partei für Margaret und ihre Freundin BIddy (zu der sie jedoch auch nicht wirklich offen ist) und gegen die harte, dominante, fast narzisstisch wirkende Mutter, die stets auf Äußerlichkeiten fixiert, stets Margarets Bruder Neal bevorzugt und selbst ihre Tochter erniedrigt. Charakteristisch ist dafür bereits das beschriebene Bild zu Beginn, als Elizabeth die 10jährige Tochter zwingt, sich vor versammelter Feierrunde komplett auszuziehen, damit sie keinen Schmutz ins Haus trägt, bis zu dem Zeitpunkt, als sie ihre Tochter nur wegen der Scheidung vor ihren Kindern als Hure beschimpft. Der Vater wirkt überwiegend nicht wirklich vorhanden; ihm wird lediglich gegen Ende eine kleine Rolle zuteil, als er sich erstmals dem Sohn entgegenstellt.

Trotz der erlittenen sexualisierten Gewalt, vor der Margaret keinen Schutz erfährt, versucht sie, nicht ihren Traumata zu erliegen, sondern ihr Leben und vor allem das ihrer Töchter in bessere Bahnen zu lenken, was wenigstens etwas Hoffnung gibt. Allerdings hätte ich gerne mehr erfahren darüber, warum ihre Ehe wirklich scheiterte und vor allem, wie ihre Gefühle tatsächlich sind, denn die Erzählweise konzentriert sich doch mehr auf Beschreibungen des Erduldeten. Ob Margarets sexuelle Vorlieben, die sehr deutlich beschrieben werden, unbedingt zum Fortgang der GEschichte beitragen, mag dahingestellt sein.

Über allem liegt Trauer und Melancholie und damit überwältigte mich auch eine gewisse Düsternis. Lediglich ein Mal musste ich auflachen, weil die Weitergabe von gehörten Schimpfwörtern durch die Töchter umso absurder wirkten.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich einige der geschilderten Taten und Charakterzüge mich extrem getriggert haben, sodass ich das ganze Buch mit Bauchschmerzen lesen musste und das vielfach gelobte "literarische Meisterwerk" nicht als solches sehen kann.

Leider konnte ich nicht wirklich Zugang finden zu Figuren und Geschichte; die geschilderten Erlebnisse und die Negierung der sexualisierten Gewalt durch Margarets Mutter (und des Bruders), die auch zu keinem Zeitpunkt Heilung erfährt, lassen mich wütend und frustriert zurück und wirken noch lange nach. So kann ich den Hype um diesen angeblich so großartig einfühlsamen Roman nicht wirklich teilen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine magische Geschichte, etwas blass umgesetzt

Zwei in einem Bild
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DIe alleinerziehende Claire nimmt eine Stelle als Putzkraft in der Barnes Foundation in Philadelphia an, wo sie fortan in Nachtschichten für einige Galerien zuständig ist. Besonders gefällt ihr das Gemälde ...

DIe alleinerziehende Claire nimmt eine Stelle als Putzkraft in der Barnes Foundation in Philadelphia an, wo sie fortan in Nachtschichten für einige Galerien zuständig ist. Besonders gefällt ihr das Gemälde "DIe Musikstunde", das 1917 von Henri Matisse erschaffen wurde und seine Familie (seine Ehefrau Amélie Noellie Parayre und die drei Kinder Marguerite, Jean und Pierre) zeigt. Eines Nachts steigt sie, eher durch Zufall, und von Jean gezogen, in dieses Bild ein und findet sich in der magischen Welt des Künstlers wieder. Sie erfährt, dass die Portraitierten in den Bildern ein geheimes Leben führen und zwischen den ausgestellten Kunstwerken reisen können. Nacht für Nacht unterbricht sie ihre Arbeit, um zu Jean in das Bild zu steigen und mit ihm Partys zu feiern, die Rennbahn zu besuchen und über Klippen zu wandern, während CLaire und Jean sich dabei immer näher kommen...

Morgan Pager, Bookstagramerin und tätig im Verlagswesen, hat mit "Zwei in einem BIld" einen eigenen Genre-übergreifenden Roman geschrieben. Dabei geht sie der Frage nach, ob die Portraitierten in einem Gemälde möglicherweise abseits der Blicke der Betrachter ein eigenes Leben führen und wie dieses aussehen könnte: dabei lässt sie die Welten der Realität und der Kunst miteinander verschmelzen. Ausgesucht hat sie dazu ein Gemälde von Henri Matisse, einem bedeutenden Künstler der klassischen Moderne und es ist absolut empfehlenswert, sich dieses Bild begleitend - zum Beispiel im Internet - anzuschauen.

In meinen Augen ist es eine bezaubernde Idee, eine junge Frau wortwörtlich in ein Gemälde eintauchen zu lassen, dort das Leben zu spüren und die Portraitierten näher kennenzulernen. Abwechselnd erzählt Morgan Pager die Geschehnisse dabei von Jean und Claire und lässt uns Leser*Innen an deren Gefühlen teilhaben. So wird das Kunstwerk Matisse' buchstäblich lebendig und wir erfahren etwas über die Familie Matisse' und die Zeit. (Ein wenig mehr Recherche und Hintergrundwissen hätte hier auch noch einen echten Mehrwert geben können.) Außerdem hat Claire aber auch ein Leben abseits des Museums, das wir mit zunehmendem FOrtgang der Handlung immer genauer kennenlernen und das voller Probleme und Sorgen ist.

Leider bleiben die Figuren dabei recht eindimensional und fest in ihrer Rolle. Sowohl die Geschichte als auch die Figuren entwickeln sich nicht wirklich weiter; manche Handlungen Claires bleiben für mich nicht nachvollziehbar und insbesondere das Ende ist vorhersehbar. Obwohl ich mich gerne auf die magische Geschichte eingelassen habe, hat mich dennoch geärgert, dass manche Aktionen, die es nicht hätten sein müssen, völlig unrealistisch sind und damit in meinen Augen die ganze Geschichte abwerten. (Leider kann ich das hier nicht genauer beschreiben ohne zu spoilern - am schlimmsten fand ich da eine Sache am Ende.) Und auch die zarte Liebesgeschichte zwischen Claire und Jean hätte weiter ausgearbeitet sein können, um glaubhaft zu wirken. An manchen Stellen hätte ich die Handlung gerne angestupst, um mehr Spannung zu erhalten.

Eine Auflistung der vorkommenden Gemälde wäre eine sehr schöne Ergänzung im Buch gewesen.

Obgleich der Roman für Kunst-Interessierte eigentlich ein Muss sein könnte, blieb die Umsetzung einer charmanten Idee leider etwas blass, so dass ich nur drei Sterne vergeben kann.

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