größer Denken
Noch fünf TageDer Thriller handelt von den letzten fünf Tagen im Leben von Lis, einer Weltklasseköchin, die für die reiche Familie Haman als Privatköchin in deren Privatresidenz in der Schweiz arbeitet. Ein Silvestermenü, ...
Der Thriller handelt von den letzten fünf Tagen im Leben von Lis, einer Weltklasseköchin, die für die reiche Familie Haman als Privatköchin in deren Privatresidenz in der Schweiz arbeitet. Ein Silvestermenü, das mit einem tödlichen Gift versetzt war, tötet die gesamte Familie sofort und auch Lis ist infiziert und hat nur noch fünf Tage zu leben. Während ihrer „Wartezeit“, in der sie immer schwächer wird, versucht sie einen sinnvollen Abschluss für sich und vor allem für ihre Tochter Cosima zu finden und als Herausforderung hat sie sich zudem gesetzt, den Täter zu entlarven, bevor ihr die Zeit davonrennt. In ihren Monologen und auch in den immer intimer werdenden Gesprächen mit ihrer Krankenpflegerin resümiert Lis ihr bisheriges Leben und geht nochmals alle Schritte ihrer Karriere und vor allem in Bezug mit der Familie Haman durch, analysiert alle Personen und Handlungen und gibt so einen detaillierten und persönlichen Einblick in ihr Leben. Die Taktung in Tage und Unterteilung in Uhrzeiten lässt etwas Stress aufkommen, sodass man als Leser*in das Gefühl vermittelt bekommt, dass die Zeit kostbar und endlich ist. An Lis finde ich erstaunlich, dass sie auch im Krankenhaus an ihren Routinen festhält und wie sie durch Mahlzeiten und strukturierte Abläufe versucht, den Alltag aufrechtzuerhalten und somit das Gefühl der Selbstbestimmung nicht aufgeben möchte, bis zum Schluss. Die Geschichte wird in leisen Tönen erzählt, teilweise sprunghaft von einer Szene zur nächsten, nicht in chronologisch richtiger Reihenfolge und sie kommt mit wenig Action aus, lebt aber von der entstehenden Atmosphäre. Lis versucht alle Menschen in ihrem Umfeld auf Distanz zu halten und will die Beschäftigung mit dem Tod und dem baldigen Zeitpunkt von sich wegschieben, sie vermeidet die Konfrontation so lange wie möglich, dies lässt sie auch etwas emotionslos wirken. Im Gegenzug setzt sie sich sehr für die Aufklärung des Falles ein und sie möchte ihren Mörder selbst entlarven und somit auch ihr familiäres Umfeld schützen. Die Regelung des Sorgerechtes für ihre Tochter verlief mir etwas zu glatt und unkompliziert, hier hätte ich mir mehr Widerstand und emotionalere Verhandlungen gewünscht. Der Schluss hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen, er war etwas wirr, was auch das Fortschreiten der Vergiftung und der körperlichen und geistigen Reaktionen vermitteln sollte, aber dennoch für mich nicht ganz zufriedenstellend.