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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2024

"Ich wünschte, man könnte Erinnerungen einfrieren..."

Vatermal
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Dieses Buch ist mal wieder der Beweis, dass man nicht auf Äußerlichkeiten achten darf. Vom Cover her hätte es mich nämlich eigentlich so gar nicht angesprochen und vermutlich wäre ich so nie auf diesen ...

Dieses Buch ist mal wieder der Beweis, dass man nicht auf Äußerlichkeiten achten darf. Vom Cover her hätte es mich nämlich eigentlich so gar nicht angesprochen und vermutlich wäre ich so nie auf diesen großartigen Autor aufmerksam geworden. Zu meinem großen Glück habe ich das Buch jedoch gewonnen!
Ich wurde von diesem Roman sehr angenehm und positiv überrascht. Der Autor hat ein lange nachhallendes Buch von großer verbaler Kraft geschrieben. Die Geschichte hat mich von Anfang an in den Bann gezogen und sehr berührt. Viele Sätze musste ich mir anstreichen und nochmals lesen ... Es ist lange her, dass mich ein Buch, das ich gar nicht auf dem Radar hatte, so überrascht hat. Also: Unbedingt lesen, der Autor schreibt wunderschön und die Geschichte geht richtig zu Herzen. Ich hoffe sehr, man wird von Necati Öziri noch mehr zu lesen bekommen, mich hat er als Leserin sicher!

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Traurig-schönes Familiendrama – hätte unbedingt den diesjährigen Buchpreis verdient!

Paradise Garden
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Leider hatte ich bei einer Buchverlosung kein Glück und das Buch nicht gewonnen. Da mich jedoch die Leseprobe wirklich sehr angesprochen hatte, habe ich es mir sofort nach Erscheinen gekauft & das hat ...

Leider hatte ich bei einer Buchverlosung kein Glück und das Buch nicht gewonnen. Da mich jedoch die Leseprobe wirklich sehr angesprochen hatte, habe ich es mir sofort nach Erscheinen gekauft & das hat sich auch gelohnt!
Dieses Erstlingswerk hat mich einfach umgehauen!
Der Schreibstil von Elena Fischer ist einfach wunderschön, sehr berührend und poetisch, zart und kraftvoll zugleich!
Man kann sich gut in die junge Heldin hineinversetzen und fühlt sich ganz nah am Geschehen. Der Schreibstil und die Entwicklung der Handlung haben wir wirklich sehr gut gefallen, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so sehr war ich dabei! Es gab auch gegen Ende noch eine unerwartete Wendung, mehr verrate ich aber nicht.
Nur noch das: Meiner Meinung nach hätte dieses Buch den diesjährigen Buchpreis viel mehr verdient als der tatsächliche Gewinner! - Unbedingt lesen!!

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Liebe und Besitz - Atemberaubend gute und heftige Geschichte

Geordnete Verhältnisse
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Ich kannte bereits Lana Lux großartigen Erstling "Kukolka" und mochte auch "Jägerin und Sammlerin" deshalb habe ich mich umso mehr auf diese Neuerscheinung gefreut. Ich wurde nicht enttäuscht.
Was als ...

Ich kannte bereits Lana Lux großartigen Erstling "Kukolka" und mochte auch "Jägerin und Sammlerin" deshalb habe ich mich umso mehr auf diese Neuerscheinung gefreut. Ich wurde nicht enttäuscht.
Was als harmlose Kinderfreundschaft zwischen zwei Außenseitern beginnt, entwickelt sich zu einer toxischen Beziehung, in der es mehr um Macht und Besitz als um Liebe und Freundschaft geht. Mehr möchte ich vom Inhalt gar nicht verraten, das sollte jeder selbst lesen.
Lana Lux schreibt einfach atemberaubend gut. Der Stil und Wechsel der Perspektiven gefallen mir sehr. Sowohl Täter- als auch Opferseite sind verblüffend überzeugend dargestellt. Wobei ja auch der Täter, Philipp, in gewisser Weise ein Opfer seiner schlimmen Kindheit und seine kranken Mutter ist.
Man kann das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Es ist wahnsinnig intensiv und fesselnd. Man ist am Ende traurig und schockiert gleichzeitig, dass es tatsächlich so endet, wie es ja eigentlich enden musste. Unbedingt lesen, ein ganz großes Meisterwerk!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Feel Good Roman mit Herz, Humor und Tiefgang: 4,5⭐️

Keeping it casual
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Aus dem pola-Verlag kamen in letzter Zeit so viele tolle Romane, daher war ich auch neugierig auf „Keeping it casual“ von Karina May. Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich „klassische“ Liebesromane nicht ...

Aus dem pola-Verlag kamen in letzter Zeit so viele tolle Romane, daher war ich auch neugierig auf „Keeping it casual“ von Karina May. Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich „klassische“ Liebesromane nicht so gerne mag, sie langweilen mich – aber dieses Buch hier ist definitiv anders!

Erstmal klingt der Plot vielleicht ähnlich wie bei anderen Büchern: Die Protagonistin Maxine (Max) wird von ihrem langjährigen Freund Scott mit einer Arbeitskollegin betrogen. Daraufhin überredet ihre beste Freundin Alice sie, sich zur Ablenkung bei Tinder anzumelden.
Eigentlich möchte Max das nicht, aber - und hier unterscheidet sich „Keeping it casual“ von „Standard“-Liebesromanen - Max hatte kürzlich erfahren, dass sie einen Hirntumor hat, der operiert werden muss.
Aus diesem Grund lässt sie sich auf die Dating App ein – und lernt recht schnell Johnny kennen. Der ist sehr charmant und witzig, und wider erwarten fühlt Max sich gut, wenn sie ihm schreibt. Die beiden treffen eine Abmachung: sie werden sich nicht treffen, wahren die Anonymität. Stattdessen chatten sie und kochen sich gemeinsam 14 Tage lang durch das Familienkochbuch von Max‘ Ex-Freund.
Als Maxines Operation kurzfristig einen Tag vorverlegt wird, bricht sie den Kontakt zu Johnny ab und löscht ihr Tinder-Profil ...

Ab hier werde ich nicht mehr viel zum Inhalt sagen, da ich nicht spoilern willl.
Ich kann jedoch definitiv sagen, dass „Keeping it casual“ ein richtig feinfühliger und unterhaltsamer Feel Good Roman ist, in dem jede Menge Herz, Humor und auch eine gute Portion Tiefgang stecken.

Max war mir als Protagonistin sofort sympathisch und die Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte gemacht hat, gefiel mir sehr gut. Auch die anderen Charaktere sind gut getroffen, die beste Freundin Alice, der Exfreund Scott und der sympathische, aber zu Anfang des Romans schwer einzuschätzende Johnny.

Karina May ist es gelungen, die Themen Krankheit und Verlust, Selbstfindung und Liebe in einen wirklich feinfühligen Roman zu verpacken. Ihr Schreibstil ist modern und frisch; es gab witzige und ernste Momente, die Mischung fand ich sehr gelungen. Durch die Rückblenden in die Vergangenheit blieb es sehr lange spannend, wie sich alles weiterentwickeln würde. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand nehmen und bin ziemlich zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte.

Die Rezepte am Ende des Romans sind ein netter Bonus.

Ich gebe eine klare Leseempfehlung und hoffe, bald noch mehr von Karina May lesen zu dürfen.

Vielen Dank an den pola Verlag, Lesejury.de & NetGalley für die Rezensionsexemplare! 📚💚

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Die falsche Tochter ... Können Kindheitswunden heilen? 4,5⭐️

Unterwasserblau
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Jessica und Ingwer sind schon seit 20 Jahren ein Paar; seine Familie ist auch Jessicas Familie geworden, denn zu ihrer hat sie kein gutes Verhältnis.
Jessica verbringt den Hochzeitstag mit ihrem Mann ...

Jessica und Ingwer sind schon seit 20 Jahren ein Paar; seine Familie ist auch Jessicas Familie geworden, denn zu ihrer hat sie kein gutes Verhältnis.
Jessica verbringt den Hochzeitstag mit ihrem Mann Ingwer und dessen Familie im Urlaub, als sie einen Anruf ihrer Halbschwester Sandra bekommt: Jessicas Vater ist gestorben. Auf der Beerdigung reißen alte Wunden aus der Kindheit wieder auf.
„Diese Wohnung aus dem Körper zu bekommen, die Kindheit, das war mir noch nicht gelungen, so wenig hatte sich verändert.“

Die Mutter zeigt nach wie vor offen ihre Verachtung Jessica gegenüber. Jessica fühlt sich wieder so hilflos dem Schweigen und den Verletzugen ausgesetzt wie damals schon:
„Hilflos sah ich Ingwer an. Ich hatte immer Angst, dass ich die fehlende Logik und die Lieblosigkeit meiner Familie übertrieb, und auch wenn es mir peinlich war, dass er hier sitzen musste, war ich froh, ihn als Zeugen zu haben. Sobald ich nicht mehr mit Mutter oder Sandra in einem Raum war, konnte ich sie mit leichter Verachtung aus meinen Gedanken streichen, aber in ihrer Nähe fühlte ich mich hilflos. Warum waren sie so, warum fühlte ich mich immer noch so klein wie damals, warum gehörte ich angeblich zu ihnen, wenn mich doch nie jemand gewollt hatte?“

Und Jessica muss plötzlich immer öfter an ihre Zwillingsschwester Annika denken, die starb, als sie eineinhalb Jahre alt waren. Sie kann sich nicht wirklich an sie erinnern, vermisst sie aber dennoch

„Warum war Mutter so? Warum interessierte mich das noch? Warum war ausgerechnet Vater tot, der mir von allen noch am nächsten gestanden hatte? Warum vermisste ich auf einmal schmerzhaft meine Zwillingsschwester, die ich doch gar nicht richtig gekannt hatte?“

Während Jessicas Ehe plötzlich zu zerbrechen droht, muss sie lernen, ihren Alltag zu meistern und die Wunden der Vergangenheit heilen zu lassen.

„Nichts und niemand konnte ever einen Zwilling ersetzen und auch nichts und niemand einen Vater. Jessica bringt den Tod. Die Beerdigung hätte ein Abschied sein sollen, aber die Worte der Lebenden waren zu laut gewesen, um ihm auf Wiedersehen zu sagen. Jessica bringt den Tod. Falls mir der Satz noch länger im Kopf herumschwirrte, würde ich ihn irgendwann selbst glauben.“

Ich möchte nicht spoilern, daher sage ich zum Inhalt nichts mehr; nur so viel: Mir hat die Entwicklung der Protagonistin richtig gut gefallen, ebenso wie der Schreibstil von Petra Hucke. Ein wirklich emotionaler Roman über Familie und alte Wunden, der mir sehr gut gefallen hat.

Vielen Dank an den Eisele Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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