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Veröffentlicht am 30.03.2026

Danish Dynamite

Untergang - Jensen und Sander ermitteln
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Michael Sander, ehemaliger Elitesoldat und Einzelkämpfer, wird von Langeweile geplagt. Der Mittfünfziger befindet sich in Topform, aber seine Haus- und Erziehungsarbeit reicht ihm nicht. Aus dieser Unzufriedenheit ...

Michael Sander, ehemaliger Elitesoldat und Einzelkämpfer, wird von Langeweile geplagt. Der Mittfünfziger befindet sich in Topform, aber seine Haus- und Erziehungsarbeit reicht ihm nicht. Aus dieser Unzufriedenheit resultieren ernsthafte Eheprobleme mit Lene. Als ihn Oberst Konstantin Golonin, eine Stimme aus der Vergangenheit, um Hilfe bittet, kommt ihm diese Ablenkung gerade recht. Ohne sich mit Lene zu besprechen, eilt er dem Russen, der ihm einst das Leben rettete, zu Hilfe. Er ahnt nicht, worauf er sich einlässt. Bald stehen der Oberst und er auf der Abschussliste mehrerer Geheimdienste und Regierungen.

Steffen Jacobsen präsentiert uns mit „Untergang“ den sechsten Teil seiner
„Jensen und Sander - Reihe“. Erneut garantiert er spannende Unterhaltung, die dieses Mal aber eher ein „Solo für Michael“ ist.

Es gibt viele Verschwörungsszenarien zum tragischen Untergang der „MS Estonia“. Auch der Autor thematisiert das Unglück. Er präsentiert uns seine eigene Theorie, die mit dem Untergang des Schiffs beginnt. Nachdem der Prolog das Fährunglück und seine unmittelbaren Folgen beschreibt, führt die weitere Erzählung in die Gegenwart.

2022. In Stockholm sollen Oberst Golonin, Hauptmann Schikin und ein ortskundiger Helfer im Auftrag des russischen Geheimdiensts FSB einen ukrainischen Oligarchen eliminieren. Als sie die kleine Tochter im Wagen ihrer Zielperson entdecken, wollen die beiden Soldaten das Unternehmen abbrechen. Ihre Maxime ist, wir töten keine Kinder. Aber der Helfer löst die Bombe aus und erschießt Schikin. Oberst Golonin kann verletzt fliehen. Wie der Leiter des FSB bald bemerkt, hat sich Konstantin rückversichert. Nur er weiß, wo sich hochbrisante Daten befinden, deren Verschwinden seinem Chef den Kopf kosten könnten. Aber auch in Schweden gibt es mächtige Kräfte, die eine Offenlegung dieses Geheimmaterials fürchten müssen. Die Jagd auf Golonin ist eröffnet.

Jacobsen hält mit sehr kurzen Kapiteln und häufigen Ortswechseln das Erzähltempo und die Spannung hoch. Die Sprache ist flüssig, klar und präzise. Bei aller Nüchternheit blitzt gelegentlich Humor auf. Die Perspektive der handelnden Charaktere wechselt laufend.

Die Charaktere wirken authentisch und überzeugen. Im Mittelpunkt steht Elitekämpfer Sander, der ein facettenreicher Charakter ist. Seine Frau Lene, die inzwischen Chefin des dänischen Polizei- und Sicherheitsdienstes PET ist, hält ihre Ehe geheim. Sehr gut gefallen haben mir auch der schwedische Polizeichef Anders Bergfors und seine rechte Hand Ulla Hansson. Für die vielen Namen wäre ein Verzeichnis angenehm. Ich habe es schmerzlich vermisst.

Die Welt der Geheimdienste ist brutal und gnadenlos. Kämpfer mit eigenem Ehrenkodex wirken wie ein Anachronismus. „Fides super omnia aliud = Treue über alles“ lautet der Wahlspruch von Sir Charles Langbourne, Michaels früherem Chef. Dieser Ehrbegriff, der Golonin und Schikin mit Michael Sander verbindet, existiert längst nicht für jeden. Auch Anders Bergfors fühlt sich diesen Werten verpflichtet. Ohne seinen Ehrenkodex wäre Michael nicht in diese verzweifelte Lage geraten, aber letztlich wird eine Allianz weniger Menschen, die sich demselben Ehrbegriff verpflichtet fühlen, hier entscheidend.

Das Buch endet mit einem grandiosen, spannenden Showdown auf der kleinen unbewohnten Insel Virkø. Einen Monat später reicht Schweden den formellen Antrag auf Mitgliedschaft in der NATO ein. Was ist Fiktion, was Wahrheit?


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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein neues Abenteuer aus Mirilor

Der Hof der silbernen Nacht
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Die Elfenschwestern Niva und Rienne haben im Krieg zwischen Emberfall und Veloria ihre Eltern verloren. Als Waisen fristeten sie schwere Jahre und wurden dann von der Magistra Selena in Lichtmagie ausgebildet. ...

Die Elfenschwestern Niva und Rienne haben im Krieg zwischen Emberfall und Veloria ihre Eltern verloren. Als Waisen fristeten sie schwere Jahre und wurden dann von der Magistra Selena in Lichtmagie ausgebildet. Um diese Schuld zu begleichen, waren sie gezwungen dem zwielichtigen Zirkusdirektor Borwin den Treueschwur zu leisten. Für ihn erledigt die unerschrockene Lichtwandlerin Niva illegale Aufträge neben ihrer Arbeit im Zirkus. Dieses Mal soll sie ein extrem wertvolles Artefakt stehlen. Niva lehnt ab, den dazu müsste sie sich an den Silberhof von Valerian Kaelvane, dem König der Dunkelelfen begeben. Ihr letztes Zusammentreffen mit dem Herrscher hat sie nur knapp überlebt. Außerdem hasst sie alle Dunkelelfen. Doch Borwin will kein Nein akzeptieren.

Die Autorin entführt uns erneut in ihre Welt Mirilor. „Der Hof der silbernen Nacht“ ist der Auftakt einer neuen Dilogie. Mich hat Nivas Geschichte schnell gefesselt und spannend unterhalten.

Borwin macht Niva ein Angebot, dem sie nicht widerstehen kann. Also schlüpft die Lichtwandlerin in die Rolle der Schriftführerin Milena Rosenthau und bewirbt sich um eine Stelle im Silberschloss. Gimo, ein kleines Seheräffchen, das wenige Sekunden in die Zukunft vorausschauen kann, ist ihre einzige Unterstützung. Der Sonnenelfe Niva fällt es schwer, sich am lichtarmen Hof unter den verhassten Dunkelelfen zurechtzufinden. Zudem sind da noch die Rieden, die Geister Verstorbener, die mit der materiellen Welt interagieren können. Niva/Milena weiß wenig über sie und gerät immer wieder in Schwierigkeiten. Doch letztlich kann sie sich behaupten und das Vertrauen des attraktiven Königs erringen. So weit läuft alles nach Plan, nur Valerians zunehmende Anziehungskraft auf Niva stört. Und er ist so völlig anders als sie ihn sich vorgestellt hat. Hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Vale und ihrem lukrativen Auftrag gerät die Lichtwandlerin in eine gefährliche Lage. Das kostbare Artefakt, der magische Dolch Velantra, ist zum Greifen nah, aber da verlässt sie ihr Glück ...

Niva ist eine starke, zielstrebige Frau. Als Waise hat sie schnell gelernt, Rienne und sich zu schützen, da sie auf sich allein gestellt waren. Mittlerweile verfügen die beiden Schwestern über sehr verblüffende, unterschiedliche Fähigkeiten. Sie sind aber durch einen Treueschwur an Borwin gefesselt. Niva ist zu fast allem bereit, um Riennes und ihre Freiheit zu erlangen. Valerian ist eine faszinierende Persönlichkeit. Zunächst distanziert und abweisend, offenbart sich der Dunkelelf und Schattengänger im Lauf der Erzählung als facettenreicher Charakter. Auch die anderen Protagonisten überzeugen, verfügen aber nicht über die Tiefe von Niva und Vale. Der Riede Taren gefällt mir allerdings so gut, dass ich wünschte, er könnte ins Leben zurückkehren.

K. T. Steen erschafft ein spannendes Schattenreich, das düster und gleichzeitig faszinierend wirkt. Wie von ihr gewohnt, stattet die Autorin ihr Setting fantasievoll und originell aus. Mirilor wird gleich um drei Reiche, Emberfall, Nazca und Veloria, erweitert, die sich sehr unterscheiden. Mich fasziniert, mit wie viel märchenhaftem Ambiente und Magie K. T. Steen ihre Welt ausstattet und dabei stets für die passende Atmosphäre sorgt. Neben ihrem erzählerischen Talent verfügt die Autorin über ein besonderes Händchen für tierische Sidekicks, ob Schneeamsel, Drache oder hier das Seheräffchen Gimo. Ein Aspekt, der mir sehr entgegenkommt.

Den Leser erwartet romantische High Fantasy mit Magie, höfischen Intrigen und spannenden Wendungen. Ausgerechnet als die beiden misstrauischen und bindungsscheuen Hauptcharaktere beginnen sich zu öffnen, läuft das Geschehen komplett aus dem Ruder. Natürlich endet Teil eins mit einem fiesen Cliffhanger, der einen spannenden Showdown abschließt. Ich hätte liebend gern weitergelesen, wie es mit Niva, Vale, Taren, Gimo und den anderen weitergeht. So bleibt mir nichts Anderes übrig, als auf eine schnelle Fortsetzung zu hoffen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Ich suche meinen Mörder

Noch fünf Tage
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Lis Castrop, eine Spitzenköchin, liegt im Sterben. Ihr Arbeitgeber, die Milliardärsfamilie Harman, wurde mit dem Essen vergiftet, das sie gekocht hat. Alle sind tot, nur sie hat noch eine Galgenfrist von ...

Lis Castrop, eine Spitzenköchin, liegt im Sterben. Ihr Arbeitgeber, die Milliardärsfamilie Harman, wurde mit dem Essen vergiftet, das sie gekocht hat. Alle sind tot, nur sie hat noch eine Galgenfrist von fünf Tagen. Die Schweizer Polizei hält die Köchin für die Täterin. Sie soll Familie Harman mit Polonium 210 vergiftet haben, obwohl sie selbst betroffen ist. Lis erkennt, dass ihr nur noch die Zukunft ihrer Tochter Cosima wichtig ist. Also beginnt sie von ihrem Sterbebett aus zu ermitteln. Es ist nachvollziehbar, dass Zeit hier die entscheidende Rolle spielt.

Die Autorin Helena Falke hat mit „Noch fünf Tage“ einen ungewöhnlichen wie spannenden Thriller geschrieben, der neben einem beeindruckenden Setting mit präziser, klarer Sprache überzeugt. Ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt.

Der ungewöhnliche Plot dieses Romans hat mich sofort getriggert. Wie reagiert ein Mordopfer, dessen Leben unaufhaltsam in 5 Tagen endet? Mit dem Schicksal hadern? In Selbstmitleid versinken? Den Nachlass regeln? Oder einfach resignieren? Alle diese Stadien durchläuft Lis und nur ihre Pflegerin Esme begleitet sie dabei. Wie in einem persönlichen Tagebuch werden Szenen aus ihrem Leben erzählt. Stationen ihrer Karriere und Erlebnisse mit den einzelnen Mitgliedern der Familie Harman. Wie mit Reeta, der Frau an der Seite des Milliardärs. Dank Lis überwindet sie ihre Unsicherheit und kann die Freundinnen gewinnen, die sie für passend hält. Doch wegen einer Kleinigkeit erniedrigt sie ihre Köchin. Lis erinnert sich: „Ich wurde noch nie so sehr gedemütigt in meinem Leben“. Alle Familienmitglieder Harman verfügen gleichermaßen über Potenzial und Abgründe. Es ist teilweise sehr desillusionierend in die Welt der Superreichen einzutauchen.

Mithilfe ihrer Recherchen will Lis dem Mörder auf die Spur kommen. Wer von den Harmans war das eigentliche Ziel? Wer nur Kollateralschaden? Unterbrochen werden diese Überlegungen nur von den Abläufen und wenigen Besuchern im Krankenzimmer. Ähnlich wie in einem Kammerstück treten nur vereinzelt Akteure persönlich in Erscheinung.

Lis aus deren Perspektive die ganze Geschichte erzählt wird, ist eine starke Persönlichkeit. Intelligent, kreativ, loyal, zielstrebig. Vielleicht etwas zu großzügig. Zu wenig egoistisch? Mir scheint, die Harmans nutzten sie skrupellos aus, weit über ihren Job hinaus. Über allem darf man Lis Leidenschaft für ihren Beruf nicht vergessen. Sie liebte es, köstliche Kreationen zu erschaffen, die mir immer wieder das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.

Im Verlauf ihres Sterbeprozesses gewinnt Lis eine beeindruckende Klarheit. Dazu tragen die ernsthaften Gespräche mit der Pflegerin Esme und der Sterbebegleiterin Chrissie bei. Die anderen Protagonisten verfügen nicht annähernd über ihre Tiefe. Hier wird Lis‘ Geschichte erzählt. Während der ganzen Zeit ist der Tod immer präsent.

Ich fand Lis Geschichte spannend und vielschichtig. Es hat mich beeindruckt, dass sie, den Ablauf ihres eigenen Countdowns ignorierend, recherchiert, Motive prüft, Ereignisse reflektiert und so stur ihren Plan verfolgt. Das wirkt mitunter kühl und distanziert, doch anders kann sie ihr Ziel nicht erreichen. Schließlich weiß Lis, dass sie in Kürze ihre geliebte Tochter für immer verlassen muss.

Die Erzählung nimmt einige Wendungen und wartet mit einer echten Überraschung auf. Schlussendlich erreicht Lis alle Ziele, die sie noch hatte. Sie deckt die Identität des Täters auf und erkennt das Motiv. Und sie kann Cosima eine gesicherte Zukunft hinterlassen.

"Noch fünf Tage" präsentiert ein Mordopfer, das noch am Leben ist, aber unweigerlich sterben wird. Daraus ergibt sich eine völlig ungewöhnliche Perspektive auf das Leben, den Tod, das Sterben und den ganzen Rest. Ich habe das Buch gern gelesen, obwohl es nicht immer einfach ist, die zum Tode verurteilte Lis zu begleiten. Die Endlichkeit bereitet Unbehagen.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Der zwölfte Espresso kann tödlich sein

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Karfreitag in Neapel. Commissario Salvo Gaetano hat Urlaub und ist bei seiner Familie auf dem Land. Alles bestens oder was? Mitnichten! Schon klingelt sein Telefon. Die Diensthabende Beppa, Polizistin ...

Karfreitag in Neapel. Commissario Salvo Gaetano hat Urlaub und ist bei seiner Familie auf dem Land. Alles bestens oder was? Mitnichten! Schon klingelt sein Telefon. Die Diensthabende Beppa, Polizistin in Ausbildung und Salvos Schützling, braucht dringend Hilfe. Im Hafenbecken von Mergellina wurde eine Leiche entdeckt. Carla, die schwangere Nichte des Commissarios, reagiert wütend als ihr Onkel dem Hilferuf folgt. Doch wie will der überhaupt nach Neapel kommen? Sein Dienstfahrzeug hat Carlas Mann Michele ungefragt zum familiären Lieferwagen umfunktioniert und fährt gerade Wein im kampanischen Hinterland aus. Als Salvo endlich am Tatort eintrifft, stellt er fest, dass Beppa dort ihr eigenes Süppchen kocht ...

Fabio Nola gelingt auch mit seinem zweiten Fall "Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl" ein spannender Kriminalroman, der sich erfrischend von anderen abhebt. Der Autor glänzt erneut mit seinen profunden Kenntnissen der Neapolitaner und ihrer Stadt.

Noch ist nicht klar, was mit dem Opfer Paolo Marchesi passiert ist. Warum ist er tot? War es Mord, Suizid, Totschlag oder ein Unfall? Der Arbeitgeber des Toten, die Firma Spirafarm, ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt und der zuständige Staatsanwalt sitzt dort im Aufsichtsrat. Der Börsengang des Unternehmens steht unmittelbar bevor und da macht es sich nicht gut, wenn plötzlich „das Gesicht“ der Firma tot ist. Entsprechend soll diskret ermittelt werden. Wie ist die Camorra in den Fall involviert? Eine der Familien fängt plötzlich an Neapels Pizzabäcker zu ermorden und feiert jede ihrer Hinrichtungen mit Feuerwerk.

Ich liebe Nolas Charaktere, die im 2. Fall deutlich an Tiefe gewonnen haben. Sie sind kantig und besitzen trotzdem Charme. Dieses Mal sticht die ambitionierte Beppa besonders hervor. Stur weigert sie sich, „ihre“ Leiche als Opfer eines schnöden Unfalls oder als Selbstmörder zu behandeln. Um ihre Mordthese zu untermauern, spannt sie ihre gesamte Sippe ein und leistet selbst höchsten Einsatz. Schließlich überzeugt sie auch Salvo, der prompt von seinem Vorgesetzten und dem zuständigen Staatsanwalt zurückgepfiffen wird. Doch auch Gaetano bleibt sich treu. Je mehr Hindernisse zu überwinden sind, desto intensiver ermittelt er. Um den komplexen Fall zu lösen, benötigt der Commissario jede Hilfe, die er kriegen kann. Auch die des Katers Geronimo.

Die Ermittlungen ziehen sich über die Osterfeiertage hin. Während der Feiertage geht die Arbeit noch langsamer vonstatten als sonst. Immerhin gelingt es Salvo trickreich den großen Zampano der SpuSi, Davide, in sein Labor zu locken. Dieser erreicht dank der schwierigen Untersuchungen beinahe die von ihm errechnete tödliche Dosis an Espressi. Wie immer bringt Davide die Ermittlungen voran. Am Karfreitag wird die Leiche entdeckt, am Dienstag nach Ostermontag der Fall gelöst. In dieser Zeit begleitet der Leser nicht nur die Arbeit der Mordkommission, sondern auch die aufwendigen neapolitanischen Osterbräuche. Erneut ermittelt Salvo während eines christlichen Hochfests in Neapel. Die Ermittlungen weisen zahlreiche Verwicklungen und Wendungen auf. Immer wenn ich dachte, der war es, verändern neue Fakten die Beweislage. Trotzdem wird der Fall dank der Sturheit Beppas und des Commissarios restlos aufgeklärt.

Dieser Fall verändert Salvos Verhältnis zu seinem behinderten Bruder Aniello grundlegend und verhilft ihm zur Erkenntnis, dass er nicht länger allein leben will. Also wendet er sich der Frau zu, die er schon lange liebt. Sie zwingt ihn, seinen schroffen Umgangston und sein Verhältnis zu den Kollegen zu ändern, was überfällig ist. Ich bin schon sehr gespannt, ob diese erfreuliche Entwicklung auch noch in Band 3 zu spüren sein wird.

Von mir gibt es für diesen spannenden, atmosphärischen Krimi die volle Punktzahl.


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Veröffentlicht am 25.02.2026

Fünf tote Geier fressen vierundzwanzig Katzen im Mondschein

Das Signal
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Viola erwacht in einem schlimmen Albtraum. Sie liegt im Krankenhaus, weil ihr alter Weinkeller eingestürzt ist und sie unter seinen Trümmern begraben hat. Ihr linkes Bein muss amputiert werden. Die junge ...

Viola erwacht in einem schlimmen Albtraum. Sie liegt im Krankenhaus, weil ihr alter Weinkeller eingestürzt ist und sie unter seinen Trümmern begraben hat. Ihr linkes Bein muss amputiert werden. Die junge Frau ist am Boden zerstört und ebenso fassungslos wie ihr Ehemann Adam. Doch trotz allen Kummers fragt sie sich bald, wie der Unfall passieren konnte. Warum sollte sie in ein abgesperrtes, einsturzgefährdetes Gewölbe gehen? Und das bleibt nicht die einzige Ungereimtheit, die ihr auffällt.

„Das Signal“ ist der neueste Thriller von Ursula Poznanski. Ich war schon sehr gespannt auf das Buch und wurde nicht enttäuscht.

Wie reagiert eine aktive, erfolgreiche Mittdreißigerin, die plötzlich mit einer schweren körperlichen Einschränkung konfrontiert wird? Mit Depressionen oder Paranoia? Viola ist zunächst schwer angeschlagen und verunsichert. Der Schatten vor der Tür, die Geräusche in der Nacht. Sind sie real? Bald erkennt sie, dass es so nicht weitergehen kann und beschließt, ihr neues Leben in den Griff zu bekommen. Schnell merkt sie, dass ihre Pflegerin Otilia, sie nicht nur versorgt, sondern auch überwacht und bespitzelt. Ihr Mann hat die Betreuerin ohne Rücksprache mit Viola eingestellt und besteht, angeblich aus Sorge, auf ihrer Weiterbeschäftigung. Seine Frau meint ein verändertes Verhalten Adams ihr gegenüber zu spüren. Sie ist emotional im Zwiespalt. Fortan macht sie nicht nur fleißig ihre Übungen, sondern sinnt auch auf eine Möglichkeit, sich Gewissheit zu verschaffen. Über Adam, über Otilia und über den Grund für ihren Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann. Antworten auf diese Fragen tun not, denn auch Viola hütet ein brisantes Geheimnis.

Ursula Poznanski schafft es, schleichend eine düstere, immer bedrohlichere Atmosphäre aufzubauen, in der eine Art Katz-und-Maus-Spiel abläuft. Der Hauptcharakter Viola gerät zunehmend unter Druck und scheint in einer ausweglosen Situation gefangen. Doch die junge Frau verfügt über Kreativität, Intelligenz und einen starken Charakter. Sie beißt die Zähne zusammen, wägt ab, welche Optionen ihr bleiben, welche am vielversprechendsten sind und wie sie sich und ihr Geheimnis schützen kann. Auch die anderen Charaktere wirken glaubwürdig. Doch die Figur, mit der ich stets mitfieberte, ist Viola. Wird sie es schaffen, Antworten zu bekommen? Wird sie überleben? Mit ihrem klaustrophoben Beinah-Kammerspiel hat mich Ursula Poznanski erneut in ihren Bann geschlagen. Etliche Winkelzüge und Wendungen sorgen für dauerhafte Spannung. Die Bedrohung wächst subtil, der eher leise Thriller kommt mit wenig Gewalt aus. Nichts ist so, wie es scheint. Scheinbar Sinnloses wird plötzlich verständlich.

Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Viola weitergeht. Die Spannung hält bis zuletzt und das Ende ist schlüssig. Von mir gibt es die volle Punktzahl.

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