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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

Kein Krimi - aber spannend

Giftiger Grund
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Joran, der nach sieben Jahren Knast wieder in Freiheit ist, sucht mitten in der Nacht an einer Tankstelle nach der Beute des damaligen Raubzuges. Er findet dabei eine Leiche. Zeitgleich ist Charu an der ...

Joran, der nach sieben Jahren Knast wieder in Freiheit ist, sucht mitten in der Nacht an einer Tankstelle nach der Beute des damaligen Raubzuges. Er findet dabei eine Leiche. Zeitgleich ist Charu an der Tankstelle, eine Lost-Place-Fotografin. Bei Sichtung ihrer nächtlichen Aufnahmen entdeckt sie ein kleines Mädchen, bekleidet mit Schlafanzug, Gummistiefeln und Regenjacke, die ebenfalls nachts an der Tankstelle war. Wer ist sie und was will sie dort?

Thomas Knüwer betitelt sein Buch "Giftiger Grund" zwar als Krimi, jedoch ist dies eher nicht der Fall. Für mich handelt es sich eher um eine spannende Erzählung. Er erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was dem Leser das Geschehen und die Charaktere näher bringt. Die Charaktere wurden mir erst nach und nach sympathisch, ich mußte sie tatsächlich erst näher kennenlernen. Sie sind keine Helden, leben eher am Rande der Gesellschaft und haben ihre Bündel zu tragen. Die Hintergründe von Joran und Charu sind schnell bekannt, jedoch fragt man sich die ganze Zeit, welchen Hintergrund das Mädchen Edda hat. Dies erfährt man erst ganz am Schluß. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich der Schreibstil von Thomas Klüwer. Die Sätze wirken abgehackt und das ständige Einstreuen von englischen Phrasen - dies hat mich gestört und den Lesefluss etwas unterbrochen. Dies ist aber auch alles, was mich an diesem spannenden Buch gestört hat.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Etwas in die Länge gezogen

Weserglanz
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Im Jahr 1892 muß Louise ihre Australien-Expedition abbrechen. Sie kehrt nach Bremen zurück, weil es ihrem Onkel Georg gesundheitlich nicht gut geht. An ihrer Seite reist ihr guter Freund Christian. Louises ...

Im Jahr 1892 muß Louise ihre Australien-Expedition abbrechen. Sie kehrt nach Bremen zurück, weil es ihrem Onkel Georg gesundheitlich nicht gut geht. An ihrer Seite reist ihr guter Freund Christian. Louises Ehemann Felix und die Forscherin Emilie bleiben zunächst in Australien zurück. In Bremen fühlt Louise sich bald wieder eingezwängt und unfrei. Sie muß erfahren, daß ihre Familie kurz vor dem Konkurs steht. Als sie ihrer ersten Liebe Alexander begegnet, der inzwischen mit ihrer Cousine Sophie verheiratet ist, fragt sie sich, ob ihre Gefühle für ihn noch bestehen. Unterdessen bereiten der Kaufmann Jost Ostherloh und Professor Nolthemius in Bremen die Australien-Ausstellung vor. Auch Emilie und Felix sind zurück nach Bremen gereist. Im Gepäck haben sie Knochen von Australiens Ureinwohnern, die sie ausstellen wollen. Das will Louise unbedingt verhindern. Aber zunächst müssen sie sich entscheiden, ob sie über die grausamen Vorfälle während der Expedition den Mantel des Schweigens decken, oder ob sie alles aufdecken und wichtige Männer der Gesellschaft gegen sich aufbringen.

Der Ro.an "Weserglanz - Träume von neuen Zeiten" von Christiane Lind ist die Fortsetzung ihres Romanes "Weserleuchten". Er erzählt von der Zeit nach der Expedition und nach und nach kommen Vorkommnisse während der Reise durch Australien ans Tageslicht, die zunächst nur geheimnisvoll umschrieben werden. Das erhöht die Spannung natürlich ungemein. Doch auch in Bremen passieren Dinge, die die Handlung interessant machen und an einen Krimi erinnern. Jedoch muß man sich fragen, wie eine Frau wie Emilie, die allein nach Australien fährt um Forschungen zu betreiben, dann in Bremen plötzlich so mutlos und versagt sein kann. Ihre Tränenausbrüche und schwermütigen Gedanken werden im Buch etwas zu langatmig beschrieben, so daß man froh ist, das Ende der Geschichte erreicht zu haben. Da tröstet das glimpfliche Ende nicht wirklich.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Manchmal etwas verwirrend

Das gierige Haus
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Ein verlassenes Haus in Chicago. Dort geschah in den 70er Jahren ein Massaker, bei dem ein Vater seine ganze Familie ermordet hat. Seitdem meiden die Nachbarn dieses Haus, ihren Kindern ist es verboten, ...

Ein verlassenes Haus in Chicago. Dort geschah in den 70er Jahren ein Massaker, bei dem ein Vater seine ganze Familie ermordet hat. Seitdem meiden die Nachbarn dieses Haus, ihren Kindern ist es verboten, sich diesem zu nähern, was die Anziehungskraft des Hauses jedoch erhöht. Die 13jährige Jessie fordert ihren kleinen Bruder Paul dazu auf, als Mutprobe mit seinen zwei Freunden in das Haus zu gehen. Paul kehrt nicht aus dem Haus zurück, ein Freund wird schwer verletzt. Als Erwachsene wohnt Jessie noch immer dort und erlebt, wie sich eine gefährliche Dunkelheit rund um das Haus ausbreitet.

Das Buch "Das gierige Haus" von Christina Henry hat eine Anziehungskraft, wie es das Haus im Buch aufweist. Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und spürt das Unheimliche hautnah. Der Schreibstil der Autorin ist definitiv sehr bildhaft, weshalb manche Szenen wirklich blutig herüber kommen. Ein wenig fühlte ich mich an die früheren Werke von Stephen King erinnert. Christina Henry erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen anhand von Jessies Erlebnissen und immer wieder eingeschobenen Rückblicken. Dies ist ein kleines Manko, denn man muß extrem aufpassen, wo man sich in der Handlung befindet. Die Sprünge sind oft sehr verwirrend, so daß man den roten Faden verliert. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Die Bewohner der Straße kämpfen gegen ihre Schuldgefühle, versuchen, sich zu helfen. Jessie war mir dagegen nicht wirklich sympathisch, sie war mir zu sehr auf sich selbst bezogen. Dieses Buch gehört zu den Büchern, die man gut zwischendurch lesen kann, denn es liest sich sehr flott.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Besser als Teil 1

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Während Neapel im Osterfieber ist, verbringt Commissario Gaetano die Feiertage auf der Familien-Tenuta im kampanischen Hinterland. Doch an Karfreitag ist es vorbei mit der Ruhe, seine Kollegin Beppa Bellucci ...

Während Neapel im Osterfieber ist, verbringt Commissario Gaetano die Feiertage auf der Familien-Tenuta im kampanischen Hinterland. Doch an Karfreitag ist es vorbei mit der Ruhe, seine Kollegin Beppa Bellucci ruft ihn an, da im Hafenbecken ein toter Mann angeschwemmt wurde. Gaetano muß nach Neapel zurück. Ob er will oder nicht...

"Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl" von Fabio Nola ist der zweite Fall für den sympathischen Commissario. Der erste Fall war noch etwas sperrig - diesmal hat Fabio Nola alles sehr viel besser gemacht! Es gibt zwar neben dem Kriminalfall noch einige detaillierte Beschreibungen von Ostertraditionen, kulinarischen Genüssen und dem italienischen Leben, jedoch ist dies deutlich gestraffter als im ersten Band, so daß hier keine "Durchhänger" mehr entstehen und die Spannung nicht unterbrochen wird. Denn nun sind diese Beschreibungen teil der Handlung, machen dies Buch so liebenswert und geben ihm den typischen Flair. Interessant ist es zu verfolgen, wie Gaetano und Bellucci zusammenarbeiten. Sie bilden ein gutes Team und gehören zusammen. Die Handlung baut ihre Spannung kontinuierlich auf und der Spannungsbogen steigt langsam an, bis er am Ende seinen fulminanten Höhepunkt erreicht. Mit diesem Krimi erhält man einen unterhaltsamen Fall, der von sympathischen Ermittlern in der österlichen Kulisse Neapels gelöst wird. Urlaubsflair ist hier garantiert!

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Von wegen Urlaub

Die Finca
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Rosi hat einen Housesitter-Job auf Mallorca. Eine luxuriöse Villa, Strand und wenig Arbeit - das klingt nach einer entspannten Woche. Jedoch wird sie in der Villa von Fabian begrüßt, der angeblich ebenfalls ...

Rosi hat einen Housesitter-Job auf Mallorca. Eine luxuriöse Villa, Strand und wenig Arbeit - das klingt nach einer entspannten Woche. Jedoch wird sie in der Villa von Fabian begrüßt, der angeblich ebenfalls den Job bekommen hat. Keiner der beiden will freiwillig wieder gehen. Die Eigentümer sowie der Kontaktmann sind nicht zu erreichen, so daß ihnen nur übrig bleibt, gemeinsam in der Villa zu bleiben. Schnell geschehen merkwürdige Dinge und Rosi und Fabian fühlen sich beobachtet. Die Frage ist, wo die Bedrohung lauert....

Mit "Die Finca" entführt Kirsten Nähle ihre Leser in das Urlaubsparadies Mallorca. Jedoch kommt hier nicht wirklich Urlaubsstimmung auf. Die Atmosphäre wird hier zunehmend bedrohlicher. Eigentlich beginnt die Geschichte ganz behäbig. Rosi freut sich auf ihren erholsamen Job und trifft auf Fabian, der behauptet, diesen Job bereits angetreten zu haben. Man könnte meinen, dann bleiben sie eben beide, das Haus ist ja groß genug. Aber dann steigt die Spannung mit jeder Seite. Denn sowohl Rosi, als auch Fabian hüten ein Geheimnis, keiner traut dem jeweils anderen und bewaffnet sich erstmal. Keinem von ihnen habe ich getraut oder wirklich Sympathien entgegen gebracht. Dies könnte den ein oder anderen Leser natürlich stören, mir hat es mehr Nervenkitzel bereitet. Die Handlung wird leider etwas flach erzählt, so daß es keine Höhepunkte gibt. Dies heißt nicht, daß es nicht spannend wäre, jedoch bleibt der "atemlos-lesen-Effekt" leider außen vor. Kirsten Nähle schreibt hier sehr flüssig und leicht verständlich, so daß dieses Buch ein sehr kurzer Zeitvertreib ist!

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