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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2018

Morde auf Latein oder Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Blutrausch - Er muss töten (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 9)
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Unzusammenhängende Morde machen den Ermittlern Hunter und Garcia in ihrem 9. Fall das Leben schwer. Denn wie soll man einen Mörder finden, der seine Opfer wahllos – über mehrere Bundesstaaten hinweg! Dazu ...

Unzusammenhängende Morde machen den Ermittlern Hunter und Garcia in ihrem 9. Fall das Leben schwer. Denn wie soll man einen Mörder finden, der seine Opfer wahllos – über mehrere Bundesstaaten hinweg! Dazu gibt er ihnen in Form von lateinischen Sprüchen, in die Rücken eingeritzt, Rätsel auf. Nur der guten Zusammenarbeit zwischen Hunter, Garcia und dem FBI ist es lediglich zu verdanken, dass sie auf einen winzigen Zusammenhang stoßen. Und dann wird es persönlich…

Ein wenig fehlte mir dieses Mal das persönliche Element bei den Mordopfern, das Mitleiden. Sie wurden zwar vorher kurz eingeführt, vor allem das erste, aber in der nächsten Szene waren sie schon tot, was ein wenig den Thrill, der die vorherigen Bücher ausgemacht hat, geschmälert hat.
Ansonsten nichts auszusetzen: Hunter und Garcia wieder in Bestform, dieses Mal unterstützt vom FBI, was zusätzliche Brisanz in den Fall brachte und auch einige Kabbeleien, was ich sehr erfrischend fand. Der Fall logisch aufgebaut und mit einem Täter, der wieder überaus raffiniert ist und Hunter und Garcia alles abverlangt. Besonders gelungen fand ich die Szene in dem alten Farmhaus oder wie der Täter mit dem Journalisten eine ganz neue Komponente ins Spiel bringt. Carter ist einfach der einfallsreichste Autor, der mir je untergekommen ist. Jeder Fall neu und anders, keiner 08/15, alle durchdacht bis zum kleinsten Detail – so liebe ich Thriller!
Fazit: wieder unbedingt lesenswert, dieses Mal allerdings nicht ganz so heftig blutig wie die Vorgänger.

Veröffentlicht am 16.08.2017

Intensiv

Underground Railroad
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Ein sehr intensives Buch, dieses Underground Railroad.
Cora ist eine Sklavin im frühen 19. Jahrhundert und lebt mehr schlecht als recht auf einer Baumwollfarm. Als ihr die Gelegenheit zur Flucht geboten ...

Ein sehr intensives Buch, dieses Underground Railroad.
Cora ist eine Sklavin im frühen 19. Jahrhundert und lebt mehr schlecht als recht auf einer Baumwollfarm. Als ihr die Gelegenheit zur Flucht geboten wird, greift sie zu, ohne zu wissen, was sie erwartet. Der erste Teil der Flucht in der Railroad gelingt noch gut. Ihr und ihrem Freund gelingt es, in einer anderen Stadt Zuflucht und Arbeit zu finden und wieder auf die Füße zu kommen. Leider reicht der Arm der Plantagenbesitzer weit und so müssen die beiden weiter fliehen.
Gleich im Vorwort erfahren wir, dass dieses Buch auf wahren Tatsachen beruht. Ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte wird beschrieben. Umso schöner zu erfahren, dass es auch sehr hilfsbereite Menschen gab, die den Farbigen bei ihrer Flucht halfen und sich selber in Gefahr brachten. Cora ist ein sympathischer Charakter und man bangt mit ihr mit als sie die Flucht antritt. Im Geheimen immer noch auf der Suche nach ihrer Mutter, mit der sie noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
Gleichwohl die Story hauptsächlich um Coras Flucht geht, wird in Nebenschauplätzen auch die Vorgeschichte der anderen Handelnden erzählt, was den Lesefluss manchmal etwas stoppt, oft aber auch enorm zum Vorwärtstreiben der Handlung beiträgt.
Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen und für Coras Glück die Daumen gedrückt.

Veröffentlicht am 01.04.2026

4 Schwestern und ein Todesfall

Beth is dead
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4 Schwestern und ein Todesfall. Am Neujahrsmorgen wird Beth tot gefunden – und eine fieberhafte Jagd nach dem Täter beginnt.
Der Autorin gelingt es wunderbar, den Leser mitzureißen. Durch kurze Kapitel ...

4 Schwestern und ein Todesfall. Am Neujahrsmorgen wird Beth tot gefunden – und eine fieberhafte Jagd nach dem Täter beginnt.
Der Autorin gelingt es wunderbar, den Leser mitzureißen. Durch kurze Kapitel und eine lebendige, teilweise fast poetische, Schreibweise, macht das Lesen einfach Spaß. Ich musste nur immer aufpassen, dass ich die Schwestern richtig zusammenbekomme und wer jetzt erzählt. Die Kapitel wechseln nämlich zwischen den Schwestern in Gegenwart und Vergangenheit. Durch die Kapitel von früher erfährt man die Hintergründe und sie lösen einige Geheimnisse auf.
Die Schwestern sind total unterschiedlich und das macht mit einen Reiz des Buches aus. Ein weiterer Pluspunkt ist es, wie gut es der Autorin gelingt, falsche Fährten zu legen und so dem Leser quasi die Karotte vor die Nase zu halten, um bis zum Schluss mitzutraben. Ich muss zugeben, ich kam nicht auf den Täter.
Fazit: Ein mitreißendes Buch, eine tolle Idee einen Klassiker neu zu beleben und eine tolle Schreibweise zeichnen diesen Krimi aus.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Eine Ermittlung zwischen Inselidylle und Geheimnissen

Einsames Watt
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In Einsames Watt wird Hauptkommissar John Benthien auf die nordfriesische Insel Amrum gerufen. Im Watt wurde die Leiche von Paula entdeckt. War es ein Unfall? Oder Mord? Benthien sieht schnell einen Zusammenhang ...

In Einsames Watt wird Hauptkommissar John Benthien auf die nordfriesische Insel Amrum gerufen. Im Watt wurde die Leiche von Paula entdeckt. War es ein Unfall? Oder Mord? Benthien sieht schnell einen Zusammenhang mit seinem allerersten Fall – der damals nicht aufgeklärt werden konnte. Gelingt es ihm und seinem Team die Morde nun zu lösen?

Eine Ermittlung zwischen Inselidylle und vielen Geheimnissen. Benthien stößt auf ein Geflecht aus alten Konflikten, Lügen und seiner persönlichen Vergangenheit. Ihn plagt noch immer das Verschwinden seines damaligen Lehrmeisters.

Ohlandts (bzw. Wielpütz`) Schreibweise ist flüssig und bildhaft. Man kann sich die Gegend sehr gut vor dem inneren Auge vorstellen. Die Sprache ist ruhig und unaufgeregt, teilweise tritt die Ermittlung sehr auf der Stelle, was das Ganze etwas zäh werden lässt. Viele Charaktere sorgen zusätzlich dafür, dass man sich beim Lesen sehr konzentrieren muss.
Die Protagonisten, vor allem John Benthien, überzeugen aber wieder durch ihren Spürsinn und ihre Menschlichkeit. Kleine private Einstreuen sorgen dafür, dass man den Charakteren nahe ist.

„Einsames Watt“ ist bereits der 12. Benthien-Krimi. Seit dem Tod der Autorin schreibt Jan Wielpütz die Serie fort. Neueinsteiger haben es vielleicht ein wenig schwer, mit dem Privatleben der Protagonisten klarzukommen, ansonsten ist der Band aber in sich abgeschlossen.

Fazit: Nicht mehr ganz Ohlandt, aber auch Wielpütz lässt Benthien erfolgreich weiter ermitteln.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 01.03.2026

viele Verdächtige

Rügenmord
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Ein Toter in einer verbrannten Scheune ruft Kommissarin Romy Beccare auf den Plan. Doch die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig. Beinah jeder der Verdächtigen hat ein Motiv, aber auch ein Alibi. ...

Ein Toter in einer verbrannten Scheune ruft Kommissarin Romy Beccare auf den Plan. Doch die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig. Beinah jeder der Verdächtigen hat ein Motiv, aber auch ein Alibi.
Spannende Ermittlungen auf Rügen, allerdings zog sich die Handlung zwischendurch ein wenig und auch was mit einem der Hauptverdächtigen passiert, wird später nicht weiterverfolgt. Ansonsten ein sehr solider Krimi mit viel Ermittlungsarbeit und sympathischen Charakteren.
Der Fall ist logisch aufgebaut und verzwickt genug, um den Leser miträtseln zu lassen. Er bietet genug Wendungen und Spannung. Ich verfolge Romy Beccare vom ersten Buch an und mag ihren Schreibstil sehr gerne. Anschaulich und authentisch baut sie ihre Handlung auf und sorgt am Ende für den gewissen AHA-Effekt.
Grausame Szenen sucht man bei Peters vergeblich. So ist der Krimi für alle, die es gerne spannend und logisch mögen, sehr gut geeignet.